Gestresst von Arbeit

    • (1) 21.01.19 - 22:43
      Ratlos83

      Hallo zusammen

      Ich fühle mich seit einigen Monaten innerlich teilweise häufig sehr gestresst. Ich denke, es rührt von der Arbeit her.
      Ich bin seit 10 Jahren in dem Unternehmen, 40 Stunden Woche... Die ersten Jahre habe ich viel und hart gearbeitet, wollte den Chef immer zufrieden und mich in ein gutes Licht stellen, habe Fehlzeiten von Kolleginnen (Krankheit, Kündigung etc.) aufgefangen und war die ersten Jahre locker bei mindestens 45-50 Stunden die Woche mit hohem schnellen Arbeitspensum (a la 5 Dinge auf einmal machen) und oft wenig bis keine Pause. Gut, die Pause mache ich inzwischen, was auch gut ist.

      Trotzdem ich immer mein Bestes gab, viele Überstunden machte, sehr selten krank, es eindeutig zu viel Arbeit war, wurde Personal eingestellt (vieles davon leider für die Stelle nicht tauglich) und dann wieder wegrationalisiert, da es mit weniger ja auch 'irgendwie gehe und nach den Berechnungen müsste man das alles auch mit 1 Person weniger schaffen, man würde zu langsam arbeiten' (damit war nicht nur ich gemeint, sondern alle in der Abteilung) usw. In Zeiten von Benchmark in größeren Firmen ja leider üblich.
      Zuletzt war dies vor 2,5 Jahren der Fall, was mich dieses Mal aber erheblich demotivierte.

      Wir sind nun nur noch zu zweit und inzwischen graut mir immer schon, wenn die Kollegin in Urlaub geht, weil ich Angst habe, dass ich das alles nicht mehr schaffe. Den Gedanken hatte ich öfter schon, abwechselnd mit 'ich bekomme das hin'.

      Da es mir in dem Unternehmen aber sonst gut geht und gefällt, und mir die Aufgaben an sich auch noch großteils Spaß machen, will ich nicht einfach gehen. Zumal ich denke, dass es in sehr vielen Firmen so zugeht.

      Wer hat Erfahrungen? Wie finde ich meine Energie und Arbeitsfreude wieder? Oder hilft am Ende doch nur ein Wechsel? Inzwischen versuche ich, so wenige Überstunden zu machen wie möglich. Würde so viele auch gar nicht mehr packen.
      Dass die Arbeit am besten nicht liegen bleiben, sondern immer sofort erledigt werden sollte, brauch ich nicht zu erwähnen, oder 😉

      Ich bin übrigens 36 und habe keine Kinder.

      Höre gerne von Euren Erfahrungen. Gerne auch einen Tritt in den Hintern; komme mir vor wie Jammern auf hohem Niveau 😉

      Grüße und schönen Abend an alle

      (4) 22.01.19 - 09:34

      Dann bekomme es doch einfach mal nicht hin.

      Natürlich stellt niemand jemanden ein, wenn die Arbeit doch auch so erledigt wird. Personal kostet Geld und wirste im Zweifel nicht mehr los.

      Weiß dein Chef ganz klar, dass es zuviel ist?
      Ich arbeite auch ganz gern mal länger, wir haben aber eben auch Zeiten wo es dann wieder weniger ist und entspannter, daher stört mich das nicht. Viel mehr stören mich jammernde Kollegen, aber non-stop am Stresslimit zu arbeiten ist auf Dauer auch nichts.

      • (5) 22.01.19 - 10:02

        Deshalb versuche ich, jetzt immer nach meinen 8 Stunden zu gehen.

        Da hast du wohl Recht. Ich habe es meinem Chef schon öfter gesagt, er versucht uns auch etwas zu entlasten, indem er mehr selber macht, aber noch ne Kraft ist ihm zu teuer. Und er hat über sich auch noch jemanden, also wenn würde es eh nicht 100% in sein Entscheidungsgebiet fallen.

        Mal länger arbeiten stört mich überhaupt nicht, eine Stelle, wo man mehr Däumchen dreht, wäre überhaupt nichts für mich :-)

    (6) 22.01.19 - 18:26

    Oftmals muss erst was gegen den Baum fahren, bevor sich was ändert. Hatte auch mal eine Position, wo ich mit 40h vorn und hinten nicht hinkam. Immer wieder gesagt. Hat nicht interessiert.

    Als ich dann länger ausfiel, würde es auf einmal bemerkt, dass das ja gar nicht geht. Es wurde noch jemand eingestellt und ich habe was abgegeben.

    Klar ist es nicht schön, wenn was schiefläuft oder Fristen nicht eingehalten werden, aber arbeite nach Prio und lasse liegen, was du nicht schaffst. Am besten schriftlich noch einmal an den Chef herantreten, damit du einen Nachweis hast.

    Wenn alles nichts hilft, suche dir eine neue Herausforderung. Habe jetzt selbst nach 10 Jahren den Job gewechselt und nicht bereut.

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