Studium mit Kind... Unsicher ob ich weiter machen soll :/

    • (1) 26.01.19 - 22:02

      Huhu,

      Ich bin momentan total durcheinander und brauche mal einen Rat... Zu mir: Ich werde dieses Jahr 24. Nach dem Abi habe ich ein Lehramtsstudium begonnen und bin zeitgleich schwanger geworden. Habe das Kind bekommen und das Studium fortgesetzt, nur eben die Fächer gewechselt um einen Auslandsaufenthalt zu vermeiden. Es ging auch eigentlich bisher - ich konnte mich so gut ums Baby kümmern, eine Vollzeitausbildung wäre nicht möglich gewesen. Nun wird mein Kleiner 4 Jahre alt und ist in der KIta mit 45 Stunden Platz. Ich bin im 7. Semester und würde nächstes Semster den Bachelor fertig haben.
      Allerdings kommt dann noch der Master 2 Jahre und 18 Monate Vorbereitungsdienst. Sehr wahrscheinlich wird es länger dauern mit Kind. Und die Uni legt einen nur noch Steine in den Weg... Habe so oft schon Kurse wiederholen müssen, echt nur noch ätzend. Ich bin es leid ewig zu studieren und doch nichts zu lernen was mit dem Beruf später zu tun hat... Ich möchte endlich Geld verdienen und meinem Sohn etwas bieten zu können. Mit dem Studium dauert es noch Jahre und das Gehalt mit dem ich beginne ist für die ganze Arbeit eigentlich ein Witz... Ich würde zwar gerne Lehrerin sein, aber eher für die Grundschule und da bin ich nicht reingekommen. Ich überlege schon länger wegen der Erzieherausbildung... Jedoch bekommt man währenddessen kein Geld und Bafög würde ich nach einem weiteren Wechsel wohl nicht mehr bekommen. Ich weiß, dass man es theoretisch auch mit einem Nebenjob finanzieren könnte, aber mit Kind? Wohl kaum... Hinzu kommt, dass ich momentan noch bei meiner Mutter mit dem Kind wohne, weil ich mir bisher einfach keine Wohnung leisten kann... Und die Situation halte ich nicht mehr wirklich aus... Ich will endlich auf eigenen Beinen stehen und mag nicht noch 5 Jahre darauf warten...
      Gibt es Erzieher hier? Wie wären denn die Zeiten der Berufsschule? Kann man da noch einen Minijob unterbringen? In Teilzeit wird es in NRW leider kaum angeboten, bzw. nur als Umschulung, zumiondest hier in der Nähe :/. Eine andere Ausbildung ginge auch, aber ich würde eben total gerne mit Kindern oder Jugendlichen arbeiten...
      Klar, kann ich auch weiter studieren, aber die Schulden werden dank Bafög nicht weniger und ich weiß nicht wie ich die Schulzeit vom Kleinen bezahlen soll wenn ich immer noch an der Uni sitze dann :-( Ach, ich weiß momentan einfach nicht was ich machen soll.
      Wisst ihr einen Rat?

      • Hi
        Ich würde sagen: Augen zu und durch überleg dir mal wie viel du schon geschafft hast und dann relativ kurz vor dem Ziel aufgeben?
        Wg dem Finanziellen: Wenn du in einem Bundesland Lehrerin werden willst das verbeamtet dann solltest du definitiv nicht auf das Brutto schauen und vergleichen. Da gibt es dann Familienzuschlag, höhere Pensionsansprüche im Vergleich zur Rente etc.
        Dein Sohn kommt ja erst ins teurere Alter wenn du anfängst richtig im Berufsleben zu stehen da solltest du langfristig denken.
        VG

        • Nun ja. Ausbildung wäre früher ferig als der Rest des Studiums. Verbeamtung wird so gut wie nicht mehr gemacht und Einstiegsgehalt ist knapp über 2500 brutto. Alswo nicht wersentlich höher wie das einer Erzieherin... Das einzige plus wären eben die Ferien, in denen ich dan nkeine Betreuung fürs Schulkind bräuchte.
          Und er kommt bereits in das teure Alter wenn ich noch im Studium bin... Das ist ja das Problem :/ Und im Vorbereitungsdienst bekommt man dann auch nicht viel.. Wohnung usw wäre dann auch noch nicht drin ... Weiß nicht wie ich das schaffen soll. Bafögschulden müssen ja auch irgendwann erstmal zurückgezahlt werden

          • Hmm aber du wärst doch dann in 3 Jahren fertig mit dem Studium und dann kommt der Vorbereitungsdienst? Eine Erzieherausbildung wäre doch auch nicht früher beendet denke ich? Die dauert meines Wissens nach doch auch fünf Jahre. Könntest du in einem Bundesland arbeiten das noch verbeamtet?
            Die Bafög Schulden müsstest du doch in jedem Fall zurück zahlen auch wenn du das Studium nicht beendest?
            Ich würde sagen das teure Alter kommt so ab 10 bis dahin stehst du mit beiden Beinen im Berufsleben!

            • Wenn ich es in Regelstudienzeit schaffe, dann ja. Ist eher unwahrscheinlich... Der Vorbereitungsdienst dauert auch noch mal 18 Monate und man bekommt auch nicht so viel.. Erzieherausbildung dauert hier tatsächlich nur 2 Jahre und ein Jahr bezahltes Anerkennungsjahr. Klar, zurückzahlen muss ich sie. Aber weitere 3 Jahre Bafög bedeutet ja auch weitere 5000euro Schulden. Verbeamtungen sind nirgendwo mehr sicher, leider. Das ist echt Glück, wenn man noch verbeamtet wird.. Das kann ich noch nicht so beurteilen, aber ich habe jetzt ja schon Probleme das alles zu finanzieren...Soweit ich weiß wird die Betruung in der Schule dann nicht mehr übernommen, deshalb bekomme ich langsam leichte Panik

              • Also laut Dr. Google wären die Bafög Schulden ja ohnehin auf 10 000€ begrenzt und abzuzahlen in 20 Jahren d.h. vermutlich können sie gar nicht mehr so viel steigen. Da solltest du versuchen dir nicht so viel den Kopf drüber zu zerbrechen (Ich weiß leichter gesagt als getan).
                Ich denke dennoch im Sinne deiner Söhne solltest du durchhalten. In 10 Jahren ist er stolz auf dich, dass du dich durchgebissen hast!

                • Danke für den Hinweis! Habe auch noch mal nachgelesen und nun völlig verwirrt... Meine Beraterin meinte das würde sich nur darauf beziehen, falls man nach dem Studium nichts oder kaum etwas verdient und deshalb so viel gar nicht zurückzahlen kann... Da muss ich unbedingt mal nachfragen, wie es denn nun richtig ist #gruebel knapp 8000 hab ich ja nun schonan Schulden, das würde ja wirklich nicht allzu viel Unterschied machen, da hast du Recht #danke

          Das ist eine Milchmädchenrechnung. Als Lehrerin verdienst Du automatisch nach Dienstalter mehr - und wenn Du aufsteigst, dann wird es nochmal mehr.

          Bei Erzieherinnen gibt es dann höchstens noch die normalen tariflichen Steigerungen, aber mehr als Kita-Leitung können sie auch nicht werden, und das lohnt sich kaum, und es gibt auch etliche Träger, die deutlich UNTER Tarif bezahlen.

          Außerdem ist es eine ganz andere Arbeit, Kinder zu betreuen, die spielen und lärmen, als Kinder zu unterrichten, die auf ihren Stühlen sitzen und zuhören. Die sind ein ganzes Stück älter und eben ruhig. Hast Du mal ein Praktikum in einem Kindergarten gemacht? Der Lärm ist wirklich was anderes.

          Es ist wirklich eine ganz andere Tätigkeit, auch körperlich viel belastender, und auch die Eltern gehen mit Erzieherinnen ganz anders um als mit Lehrerinnen.

          • Du warst lange in keiner Grundschule mehr, oder? Das hast du da auch alles. Auf Stühlen sitzen usw. auf Dauer ein Wunschtraum.

            • Ich musste auch gerade schmunzeln...
              Ich habe an Praktika alles durch... 2 im Kindergarten, Grundschule, 3 in der Sekundarstufe... Fand den Kindergarten da noch am entspanntesten ehrlich gesagt.... Klar laut, aber in der Schule deutlich lauter und ruhig am Stuhl sitzen? Das wäre schön :)

        Du redest von NRW und möchtest mir verklickern, dass in NRW nicht mehr verbeamtet wird und das Einstiegsgehalt bei 2500 EUR Brutto liegt?

        Das ist doch völliger Quatsch. Ich bin selber Lehrerin in NRW und in NRW wird auf einer festen Stelle JEDER mit 2. Staatsexamen verbeamtet, sofern er gesundheitlich tauglich ist, keine 43 Jahre alt ist und EU-Staatsbürger.

        Das Monatsbrutto ist als Berufseinsteiger nach dem Referendariat (A12/4) mit Kind knapp 3800 EUR, da als Beamter nur Lohnsteuer /Soli /KiSt anfällt, bleiben einem 2900 EUR netto (Steuerklasse 1) übrig. Davon gehen noch ca. 250 EUR für die private KV ab.

ICh rate dir, mach es weiter, aber gucke, welche Erleichterungen dir die Uni mit Kind bieten muss. Dazu muss es eine Beratung geben (bei uns musstest du z.B. für Bachelor und Master mehr Zeit für die Arbeit bekommen usw.)

Ich habe auch nachdem die Große geboren wurde das Fach gewechselt usw. als ich ins Ref ging, kam die Große gerade in die Schule, die Kleine dann, als ich wieder eingestiegen bin nach der Elternzeit mit Kind 3.

  • Die Beratungen habe ich schon alle durch und mehr Zeit nehme ich bereits in Anspruch (bin schon ein Semester über Regelstudienzeit), Kitaplatz bekomme ich kostenfrei, aber nebenbei ist arbeiten trotzdem schwer. Es gibt zu viele flexible Studenten, die dann lieber genommen werden als ich. Habe mal 2 Monate einen Job gefunden und bin dann gekündigt worden... Und eine Wohnung wäre damit auch nicht drin gewesen.
    Wow., Respekt... Das ganze mit 2 Kindern zu schaffen ist echt top! Ich wäre wenn er in die Schule kommt nicht einmal im Ref angelangt... Ich weiß halt nicht wie ich das noch so lange aushalten soll.. Werde von allen Seiten nur schräg angeschaut weil ich nicht fertig werde... Und wenn ich mir anhöre was die Kommilitonen alle schon an Berufserfahrung haben, weil sie schon an Schulen arbeiten oder Auslandssemester gemacht haben, da fühl ich mich erst Recht wie ein Versager

    • Quark. Die haben ja auch kein Kleinkind um das sie sich kümmern müssen.
      Ich kenn genug die auch ohne Kind und Job die Regelstudienzeit weiiiiit überschreiten bzw überschritten haben und dennoch keine Arbeitserfahrung vorweisen können!

      • Hm, ja die Uni macht es allen nicht leicht. Das ist auch momentan so meeega demotivierend. Man reißt sich den A.... auf um immer zum Seminar zu kommen, lässt dafür sein Kind bis Mittags in der KIta und dann bekommt man den Kurs nicht angerechnet und darf wiederholen :-(

        • Wieso bekommt man auf einmal Kurse nicht angerechnet? Ob mit oder ohne Kind das muss doch in der Studienordnung geregelt sein?

          • Schon, aber die Dozenten machen was sie wollen. Anwesenheitspflicht ist schon lange abgeschafft, aber man bekommt den Schein nicht wenn man 2 mal fehlt, und ohne Schein kein Klausurteilnahme. Dann werden Notenpunkte in Hausarbeiten abgezogen wenn man fehlt, oder der Prüfer ist mit den Themen aus vorangegangenen Seminaren nicht einverstanden und weigert sich das zu prüfen - und dann muss man die Seminare nochmal machen. Da tun sich alle Unis nicht viel... War vorher in Köln und da war es noch schlimmer

            • Aber gerade wie das mit dem fehlen müsste eben mit einem Antrag auf Grund des Kindes außer Kraft gesetzt werden können und mit richtigem Antrag kann der Dozent dann auch nicht mehr machen, was er will.

              Und Sorry, aber sein Kind extra bis mittags in der Kita lassen, ist zu wenig, wenn man dabei auch noch arbeiten will usw. wenn du sagen würdest bis Abends, okay, das wäre lange, aber bis Mittags ist einfach zu kurz!

              Meine Kinder sind immer 40 h in die Betreuung gegangen und dann noch mal bei Abendveranstaltungen zusätzlich von 17-19 Uhr in den Uni-Kinderladen. Und ja, ich hatte das Glück, dass der Vater genug für uns alle verdient hat, aber trotzdem habe ich eigentlich durchgängig als Vertretungslehrerin an Schulen gearbeitet.

              Wie sieht das bei dir mit dem Vater aus?
              Wo ist der, was zahlt der für das Kind und evtl. auch für dich?

              Gerade durch den Wechsel musstest du doch sicher nicht von vorne anfangen und konntest dir Sachen anerkennen lassen, das war es, was mir dann zwischendurch viel Zeit zum Arbeiten verschafft hat, weil in manchen Semestern nur 3 Kurse gingen, weil die der Reihe nach gemacht werden mussten.

              • Aus der Anwesenheitspflicht kommt man in NRW nicht raus. Keine Chance. Ich bin chronisch krank und schwerbehindert und habe mich da schon lange mit dem Prüfungsamt und der schwerbehindertenbeauftragten unterhalten. Ein Kind ist erst recht keine Ausrede.
                Ich habe schon überlegt NRW zu verklagen, in Bayern kann man sich nämlich bei Erkrankung von der Anwesenheitspflicht befreien lassen.

                • Aber es gibt bei ihr ja genau keine Anwesenheitspflicht und du sollst ja auch nicht raus, sondern nur die Anzahl der möglichen Fehlzeiten erhöhen, das ging bei uns problemlos mit Kind.

                  • Mag sein dass das bei euch ging. In NRW aber nicht, Bildungsgesetzgebung ist nunmal Ländersache. Die Anzahl der möglichen Fehlzeiten erhöhen ist ja nichts anderes als eine Befreiung von der Anwesenheitspflicht (die übrigens in NRW für Seminare wieder eingeführt wurde, so dass ab nächstem Semester mit strengeren Regeln zu rechnen ist.)

                    • Sorry, aber das ist Unsinn, was du erzählst und trofft hier ja eh nicht zu, denn es gibt keine Anwesenheitspflicht!

                      Aber bei der Anwesenheitspflicht ist das natürlich ein Unterschied zwischen Fehlzeiten begründet erhöhen und gar nicht anwesenden sein oder das nicht begründen. Klar brauchte man dann Gründe, warum das nicht ging (z.B. Kindkrank usw.)

              Bei mir gehen nur Kurse bis 14 Uhr und dann kann ich ihn um 15 abholen. Sonst hätte ich Kurse bis 16 und um 16 muss er dann schon abgeholt sein. Nachmittags oder Abends arbeiten ist für mich nicht drin. Der Vater ist auch noch Student und bezahlt nichts... Zwischendurch Mal 50€ nach langen Diskussionen und dann war es das wieder...Aufpassen tut er auch so gut wie nie, weil er meint sein Studium ist wichtiger..
              Sonderanträge gibt es bei uns nur bei Behinderungen, hab ich alles schon versucht glaub mir... Nach dem Wechsel konnte ich mir eben nichts anrechnen lassen weil ich die Fächer gewechselt habe . Musste also nochmal von vorne anfangen.

              • Sorry, aber du hast doch sicher nicht jeden Tag von morgens bis 14 Uhr Kurse, da ist doch sicher auch Luft dazwischen irgendwo, da muss man dann optimieren.

                Und was machst du in einer Stunde vom Kursende (bzw. 1.15 ) bis abholen?

                Und auch beim Fachwechseln bleiben doch die erziehungswissenschaftlichen Teile erhalten, die kann man sich anrechnen lassen.

                Irgendwas scheint hier schief zu laufen.

                Aber wenn der Vater nichts zahlt, dann kriegst du doch sicher Unterhaltsvorschuss für dein Kind.

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