"Karriere" für Introvertierte

    • (1) 01.02.19 - 19:18
      Ich Bin Ich

      Ich bin schon lange im Berufsleben, allerdings habe ich noch nie das Gefühl gehabt, "angekommen" zu sein. Ich habe nie wirklich zu irgendeinem Unternehmen gepasst, war immer "die Komische" in jedem Team.

      Ich bin einfach introvertiert - mit allem, was dazu gehört. Ich rede nicht gerne vor Publikum, bin sehr zurückhaltend, melde mich nicht bei größeren Diskussionen, meide größere Meetings, weil ich nicht weiß, mit wem ich was reden soll. Dementsprechend ist das Interesse an meine Person weniger als Null, mich mag keiner. Ich bin nicht wirklich teamfähig. Team-Initiativen belasten mich. Ich will einfach zur Arbeit gehen und dann wieder nach Hause. Nicht falsch verstehen - ich bin kein Soziopath, bin sehr gerne unter Menschen und brauche diese im Alltag, ich kann schlecht alleine sein. Aber die Anforderungen in der Wirtschaft sind sehr sehr hoch für mich - ich kann da nicht mithalten.

      Ich schätze mich auch nicht so schlecht in meinem Job, ich bin aber in diesem klassischen Rahmen, wo jeder sich behaupten und durchsetzen soll, einfach nicht funktionsfähig.

      Nun stehe ich da mit zwei Kindern und will meinen jetzigen Job endlich kündigen, weiß aber nicht wohin mit meinem "weltfremden" Gerüst.

      Habt ihr Rat für mich?

      PS: Ich bin derzeit im der Finanzdienstleistung tätig, wo ich natürlich das meiste Wissen habe, will aber nicht wirklich da bleiben, da wie gesagt, nicht lebensfähig. Ich will auch keine großartige "Karriere" machen, es reicht mir, wenn ich Freude an der Arbeit habe und von netten, akzeptierenden Kollegen umgeben bin, die mich dafür schätzen, was ich mache und nicht dafür, wie viel ich am Tag rede, oder wie frech und aufgeschlossen ich bin.

      So. Danke fürs lesen.

      • hallo
        was machst du denn gern, wenn du gerne die richtung wechseln möchtest und mal vom kollegium absiehst? (weil das ist ja vor dir schon da und du musst es erst mal nehmen wie es dann ist).
        was würde dich vermutlich als job glücklich machen wenn du die frei wahl hättest?
        lg 😊

        • (3) 01.02.19 - 19:52

          das ist die Frage.
          Ich frage mich oft, welchen Job ich wählen würde, wenn ich plötzlich 5 Millionen hätte und nicht mehr vom Gehalt abhängig wäre. Und dann kommen ganz komische Dinge raus - Medizinerin, Wissenschaftlerin, Künstlerin... Das Problem ist, ich weiß es selber nicht.

      Vielleicht ist Finanzcontrolling oder Buchhaltung was für dich? In allen Firmen in denen ich tätig war, waren die Mitarbeiter in diesem Bereich eher zurückhaltend, in die Zahlen vertieft, an den Fakten interessiert und haben nicht so viel Wert auf diese Team-Dinge gelegt. Und die sehr gewissenhafte Arbeit wurde sehr geschätzt. Es gibt doch Bereiche, da ist genau diese Charaktereigenschaft erwünscht.

      • (5) 01.02.19 - 20:08

        Ich bin aber keine Controllerin. Das ist ein eigener Bereich, ich habe weder die Ausbildung, noch das Talent dafür.

        • Welche Ausbildung und welches Talent hast du denn? Ohne diese Info ist es schwer Rat zu geben.

          Ganz grob kann man sagen: Viele Berufe mit Nerd Faktor haben irgendwie mit Zahlen zu tun. Das ist nicht negativ gemeint, bin ja selbst in so einem Nerd Bereich unterwegs :-)

          • (7) 01.02.19 - 20:25

            Wirtschaftsstudium, bis jetzt immer nur Projektmitarbeit, keinen bestimmten Schwerpunkt. Recherchen, Studien, Konzepte entwickeln, Projektideen generieren, Optimierungsmaßnahmen erfinden und in die Wege leiten, ein bißchen dies, ein bißchen das... Dazwischen natürlich Karenzzeiten, Teilzeit, etc.

            Ich habe keinen bestimmten Fokus, dennoch spüre ich, wie wichtig die Berufserfahrung ist. Vor allem wenn ich die jüngeren Kollegen sehe.

            • (8) 01.02.19 - 21:03

              Das ist aber vom Gefühl eher nichts für jemanden wie dich, oder? Ich bin ähnlich... wenn ich mich in meiner Umgebung wohl fühle, dann bin ich schon offen, aber ich hasse Veranstaltungen wo ich Smalltalk halten muss oder eben Termine wo ich mich mit Führungskräften auseinander setzen muss oder was präsentieren. Das ist das was mir im Wege steht, wenn es um Karriere geht. Wäre ich Führungskraft, würde ich wohl nicht mehr schlafen...
              Ich arbeite in einem Konzern. Im Controlling ;-) ich kann das bestätigen, man ist für sich, aber man ist der Erbsenzähler der ständig mit den Finanzen nervt und auch da arbeitet man im Team.
              Ich überlege immer wo ich dich da wohl sehen würde und ja, auch eher in der Buchhaltung oder Zeitwirtschaft, aber da wärst du eher überqualifiziert... Gar nicht so einfach...

              • (9) 01.02.19 - 21:36

                Genau das ist das Problem. Ich bin sehr oft überqualifiziert und doch für nichts zu gebrauchen. In der Buchhaltung sind kaum Akademiker dabei (bei uns zumindest) - dort wäre ich auch ziemlich verloren. Finde ich auch nicht sehr spannend ehrlich gesagt.

              (11) 01.02.19 - 21:58

              Ich würde für mich auch schauen, wie ich selbst "Karriere" definiere. Ich hab an mich selbst den Anspruch meinen Job gut zu machen aber "Karriere" im Sinne von Führungsposition anstreben? Nein danke, bleib mir weg mit Personalverantwortung.

              • (12) 02.02.19 - 07:08

                drum steht "Karriere" in Klammern. Ich will keine Führungsposition. Ich will Freude an der Arbeit, nette Umgebung und den passenden Rahmen, sprich, kein Networking-Zwang, täglich und jede Minute. Und es fällt mir wirklich nichts ein...

                Natürlich sind nicht alle perfekte Teamplayer - das merke ich, das merkt jeder. Aber alle haben ein Grundgerüst, das bei mir komplett fehlt. Es hat so viele Jahre nicht funktioniert, und ich habe mich wirklich sehr bemüht. Ich wäre so gerne dabei! Es ist leider kein bisschen besser geworden. Ich muss einfach ehrlich zu mir selbst sein und gehen. Die Frage ist, WOHIN.

        (13) 01.02.19 - 20:33

        Beim Nerd Faktor bin ich mir nicht so sicher. Selbst die ITs bei uns müssen perfekte Teamplayer sein.

        • Perfekte Teamplayer in der IT? Hmm, ich würde sagen: Teamplayer ja, perfekt nein. Nerd heißt ja nicht automatisch "Null Team", das ist ein weites Spektrum. Zb dass die Aufgaben zwar abgesprochen sein müssen, aber dass die Bearbeitung dann zum großen Teil alleine und autark erfolgt.

          Vielleicht hast du nur den Eindruck, dass diese Leute bei euch "perfekt" als Teamplayer sind, weil du glaubst in dem Punkt so unterirdisch schlecht zu sein.

          Dein jetziger Job klingt übrigens nach viel sozialer Kommunikation, nicht gerade ideal für dich.

          LG

          • (15) 02.02.19 - 07:16

            Ich würde mich nicht als Nerd bezeichnen. Ich bin nicht von Mars. Ich bin im Prinzip wie alle anderen, nur kein Frontman, kein Mittelpunkt-Mensch. Ich brauche kein Publikum und kein Limelight. Ich bin sehr wohl sozial fähig, privat zumindest funktioniert es perfekt. Beruflich ist mir die Latte offensichtlich zu hoch.

            • Ein Kollege hat unsere Abteilung letztens mit "wir sind hier ja die Nerds" bezeichnet - mit einem Schmunzeln :-)

              Aber es geht hier ja nicht um den Begriff. Ist ja egal wie man was jetzt damit bezeichnet.

              Es geht darum, dass du in deinem Job nicht glücklich bist. Hast du die Möglichkeit intern etwas anderes zu machen? Du schreibst zb Recherche, machst du das gerne? Kannst du da zb mehr den Fokus drauf legen und die Umsetzung der Ergebnisse daraus einem Kollegen überlassen? Oder gibt es irgendwelche ein Mann Projekte, die wenig Interaktion erfordern?

              Oder warum nicht mit Controlling probieren? Das ist ja nicht nur stur Zahlen verwalten, sondern auch Berichte, Forecasts erstellen etc.

              Oder ganz anders? Eine Kollegin hat sich mit über 40 noch einmal auf der Uni beworben (und die Stelle bekommen, die war allerdings von vornherein befristet).

              Oder auch Bereich wechseln, wenn dich zb Medizin interessiert - gibt es mit deiner Qualifikation Jobs in Krankenkassen, sozialen Einrichtungen, diversen Trägern für Krankenhäuser oder Pflegeheime? Die brauchen ja auch jemanden der was von Wirtschaft versteht.

              LG

              • (17) 02.02.19 - 10:12

                Mich intern verändern möchte ich nicht - ich wüsste nicht wohin. Es gibt kaum Stellen, wo man nur Recherche, Analyse o.ä. macht. Man recherchiert, präsentiert die Ergebnisse in der großen Runde, überzeugt jeden, v.a. Chefs, setzt sich weiter durch....da bin ich schon beim zweiten Schritt gescheitert. Die Projekte sind auch immer bereichsübergreifend, man muss die Leute involvieren, auf Trab halten, kommunizieren, Ideen und Vorstellungen "verkaufen"...

                Mit Controlling und Berichtswesen habe ich am Rande zu tun gehabt und ich habe einfach nicht das notwendige Gespür für Zahlen. Da sind sie ziemlich streng bei uns, und wahrscheinlich überall.

                Ärztin wäre ich damals schon sehr gern geworden. Ich habe auch überlegt, was es in diese Richtung geben könnte, es hat aber alles nur am Rande mit Medizin tu tun. Ich wollte Menschen behandeln, Ihnen helfen. Naiv, ich weiß:-)

(18) 01.02.19 - 21:52

Es gibt doch sicherlich in verschiedenen Berufen Nischen für Menschen wie Dich! Ich bin Ärztin, und da gibe es welche, die pausenlos mit Menschen reden müssen, und andere, die lieber in einem Labor oder vor dem Ultraschall Gerät sitzen... Schreib doch mal auf Zettel auf, was deine Stärken und Schwächen sind und was du willst und was nicht. Mir hat das geholfen, meinen jetzigen Traumjob zu finden.

(19) 02.02.19 - 09:59

Ha, na das könnte so ähnlich von mir kommen.

Die soziale Komponente im Job ist auch nicht wirklich meins. Ich hab meinen Job gerade gewechselt, weil ich den Beratungsaspekt gegenüber Kunden und das Spannungsfeld Kunde, Chef, Gesetz nicht gut verknusen konnte.

Im Vorstellungsgespräch habe ich so tatsächlich gesagt, dass ich mehr mit Zahlen und weniger mit Menschen zu tun haben wollte. An sich stimmt das auch. Und das Team ist viel zugänglicher. Trotzdem fühle ich mich seltsam. Anders.

Der Job ist nicht so schwer, aber die soziale Kompetenz, die da im Team und im Zwischenspiel der Abteilungen gefragt ist, stresst mich. Das Begrüßungsritual, dass erwartet wird, regelmäßige Kaffeepausen mit Pläuschchen, oh, und Mittags bitte mit in den Speiseraum und nicht immer mit den direkten Kollegen einen Spaziergang machen zum Kopf entlüften. Und nicht zu vergessen ... immer fragen, fragen, fragen ... auch wenn die Fragen häufig zu tiefgehend sind und keiner richtig Antwort weiß, und ich mich frage: Jetzt habe ich gestört und jemanen in eine peinliche Lage gebracht. Ist das arrogant ... darf ich das, soll ich Rücksicht nehmen? Was ich tue, weshalb ich viele Dinge selbst erarbeite und nur Frage, wenn ich absolut nicht weiterkomme und wirklich Input brauche.

So steht man sich selbst im Weg. Stressig. Ich wäre gern normal und weniger ... ich.

  • (20) 02.02.19 - 10:10

    Achja, mein Bereich ist Buchhhaltung und Steuern. Ich würde aber vermutlich perspektivisch gern mehr in Richtigung Controlling und Bilanzen gehen. Oder Schnittstelle zwischen IT und Fibu/Controlling. Ich hab ein Händchen für Zusammenhänge, Muster und bin IT-affin. Ein richtiger Nerd eigentlich.

    Vermutlich muss ich nur lernen ein dickeres Fell zu haben und einfach all den Kram, den ich mit mir ausmache, raus lassen. Aufhören unbedingt gemocht werden zu wollen.

(22) 02.02.19 - 10:40

Hallo!

Hmmm….schon mal überlegt vielleicht etwas daran zu arbeiten?
Ich bin eigentlich auch introvertiert, habe aber im Laufe der Zeit entdeckt, das es Spaß machen kann, mit Kollegen zu interagieren. Das man da ein wenig reinwächst, wenn man merkt das positives Feedback kommt. Man bekommt dann ein gewisse Vertrautheit mit den Kollegen. Da ist es schon fast egal was man für Arbeit macht, wenn man sich mit den Kollegen versteht. Ich bin schon fast überzeugt, das du dich dann wohler fühlen würdest.
Ich glaube auch nicht, das du nicht gemocht wirst, aber wenn man halt nichts macht, nur seine Arbeit, dann bleibt man als Person fremd. Alles wird einfacher, wenn die Leute einen etwas kennen.
Früher dachte ich immer, das ich das wollte, weil ich einfach meine Ruhe haben wollte.....aber mal ehrlich: Arbeit macht mehr Spaß, wenn man Kontakt hat. Normalen Kontakt.
Knackpunkt war bei mir der Tot meines Mannes: Ich musste in den letzten Jahren sehr kämpfen und habe da einiges gelernt. Habe praktisch lernen müssen Kommunikativ zu sein und war selber überrascht zu was ich fähig bin. Immer wieder musste ich mich überwinden mit Leuten zu Telefonieren, Sachen zu Regeln usw. Es war für mich sehr anstrengend, aber ich wurde immer positiv 'belohnt'.

Vom Gefühl her wollte ich so bleiben wie ich bin, aber musste mich ändern, wenn ich nicht später in der 'Gosse' landen wollte. Introvertiertheit konnte ich mir nicht erlauben. Jetzt sehe ich in der Veränderung sehr viele Vorteile. Damals war das für mich wirklich sehr schwer.
Zurückhaltend bin ich immer noch etwas, aber nicht mehr Introvertiert.
Meine Kollegen kennen mich und nehmen mich so wie ich bin. Allerdings kann ich im Team gut arbeiten ( aber auch nur, weil ich die Kollegen kennengelernt habe) und wir sind alle auf gleicher Wellenlänge. Selberverständlich war das damals nicht.


Ich sehe das so: Egal was du machen möchtest. Es wird immer Kollegen geben, es wird immer Kommunikation von dir erwartet. Ich kenne wirklich keinen Beruf, wo man das nicht haben sollte...
Wenn du den Job an sich nicht gerne machst, würde ich einfach mal schauen welchen Job du gerne machen möchtest und den dann auch machen, mit allem drum und dran. Versuche etwas aus deinem Schneckenhaus heraus zu kommen. Glaube mir, es bringt verdammt viel und das Leben wird definitiv mehr Spaß machen und einfacher sein. Es macht es nicht nur für dich einfacher, sondern auch für deine Kollegen.


LG Sonja

  • (23) 02.02.19 - 11:02

    Du hast Recht - bei allem, was du schreibst. Auch ich - ungeschickt wie ich bin - brauche Menschen um mich herum. Und ja, es macht sehr viel mehr Spaß, in einer Gruppe (meinetwegen Team) zu sein, Kaffeepause in Gesellschaft zu genießen, gemeinsam Mittagessen zu gehen, wenn es gut läuft einmal auf ein Bier zu gehen.

    Leider bin ich mit den Jahren ziemlich skeptisch geworden, dass sich je was ändern kann. Ich habe mich wirklich bemüht. Ich habe an so vielen Meetings, Workshops, Events, whatever teilgenommen, Artikel darüber gelesen...und es ist kein bißchen besser geworden. Ich wurde nie dafür belohnt, gerade im Gegenteil. Ich bin JEDES MAL total frustriert und unglücklich nach Hause gekommen, und mir immer wieder aufs Neue überlegt, wie kann es sein, dass ALLE das irgendwie hinbekommen, nur ich nicht? Bin ich so ein Idiot? Bin ich dumm? Was ist los mit mir? Ich bin einfach ICH. Unverbesserlich.

    Da mich das Ganze sehr viel Kraft und Frustration kostet, und mich letztendlich sehr unglücklich macht, habe ich mich entschieden, es sein zu lassen. Es ist eine schöne Welt, aber ich gehöre nicht hinein. Es muss andere Wege geben.

    • (24) 02.02.19 - 11:58

      Hallo!

      Also erstmal solltest du dir abgewöhnen zu glauben, das du nicht in diese Welt gehörst. Das ist einfach Schwachsinn und auch die falsche Einstellung.

      Die Frage ist dann wohl, wie du auf andere wirkst.
      Das können dir nur die 'Anderen' sagen.
      Was für negative Erfahrung hast du denn gemacht, das du das Gefühl hast es würde nichts bringen Kommunikativer zu sein? Im Grunde kann man doch gar nichts falsch machen, wenn du neutral nett bleibst.

      Es geht nicht darum mit allen gut Freund zu sein, sondern den normalen Umgang leichter zu machen. Privat unternehme ich mit meinen Kollegen auch nichts. Mein Chef lädt mich zwar immer ein, aber ich mag nicht so. Das ist einfach nicht mein Ding und das wird auch so akzeptiert.

      Was ich gemerkt habe ist, das man das auch lernen kann. Am Anfang habe ich mich - glaube ich - auch ziemlich blöd angestellt. Man ist unbeholfen im sozialem Kontakt, wenn man da vorher wenig mit zutun hatte. Aber im laufe der Zeit bekommt man Übung darin und dann geht das von alleine.
      Was ich mir - gerade was Kollegen angeht - angewöhnt habe, ist ehrlich und offen zu sein, was meine Lebensumstände angeht. Auch das ich eigentlich recht introvertiert bin und es mir da schwer fällt usw. Das kam recht gut an, obwohl das zu dem Zeitpunkt keiner mehr glauben wollte.

      Weißt du, du sollst nicht jemand anders sein, sondern einfach nur offener der Welt gegenüber.

      Ich hoffe sehr, das du einen Job findest, der zu dir passt und wo du glücklich sein kannst. Das du nette Kollegen bekommst, bei denen es dir leichter fällt Kontakt zu knüpfen.
      Ich weiß nicht wie die Leute in deinem Bereich drauf sind. Ich bin im handwerklichen Betrieb tätig und da geht's locker zu. Da legt man nicht jedes Wort auf die Goldwaage, macht Witze und neckt sich gegenseitig. Das steckt auch an, wenn man etwas offen dafür ist.
      Wenn die Leute anders wären.....wäre für mich kein Umfeld in dem ich mich wohlfühlen würde. Ich brauche das lockere Umfeld um selber locker zu sein. Meine Kollegen sind auch offen und freundlich auf mich zu gekommen als ich angefangen habe dort zu arbeiten. Ebenfalls hat mir das geholfen mich schneller einzugewöhnen.

      LG Sonja

      • (25) 02.02.19 - 13:15

        Ich glaube, ich weiß genau, wie ich auf andere wirke. Ihre Blicke, ihr Verhalten sagen mehr als 1000 Worte. Ich bin die Schlaftablette in der Runde - fad, unsichtbar. Seit über 10 Jahren mittlerweile. "Neutral nett" darf man nicht bleiben. Man muss aktiv auf die Anderen zugehen, genau die richtigen Worte finden, die richtige Beziehung aufbauen, möglichst viele Leute im Konzern kennenlernen und mit ihnen per "Du" werden. Das ist das A und O in unserem Bereich. Es geht nicht nur darum, mit anderen zu kommunizieren. Es ist alles viel subtiler. Und ich glaube wirklich nicht, dass diese Welt mir gehört. Was nicht schlimm ist - ich bin einfach am falschen Ort.

        Ich kann auch nicht mit Kollegen über mein introvertiertes Wesen sprechen. Das kommt NIE gut an, denn solche Menschen haben in unserem Unternehmen nichts zu suchen. Es gibt keinen Bereich, wo keine größeren Meetings stattfinden, wo keiner präsentieren und sich durchsetzen muss, etc. Und dann gibt es die Kleingeister, die sich auf Kosten anderer positionieren wollen. Die brauchen nur jemanden wie mich. Man muss stark sein, gut argumentieren können, um nicht unterzugehen. Ich kann das alles nicht. Ich bin in diesem Umfeld nicht lebensfähig.

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