Berufsverbot Ab wann?

    • (1) 07.02.19 - 18:29

      Hallo alle zusammen :)
      Bitte nichts falsches denken, es geht nicht darum das ich nicht arbeiten will.
      Ich bin Ende der 6. Woche schwanger und arbeite als Krankenschwester auf einer internistischen Station mit vielen isolierten Patienten, schwere pflegepatieten und ein sehr hoher personalmangel.
      Zudem leide ich unter Morbus crohn.
      Jetzt Frage ich mich ob der betriebsarzt mir ein berufsverbot geben kann. Oder wie läuft das ab, hat da jemand Erfahrung der evtl auch als pflegekraft arbeitet?
      Meine PDL meinte das der betriebsarzt nichts mehr ausstellen darf, das müsste mein FA tun aber ich verstehe nicht warum? Eine Arbeitskollegin auf einer anderen Station hat selbst letzte Woche von ihm BV bekommen.

      (4) 07.02.19 - 18:39

      Der Betriebsarzt darf dem AG nur eine Empfehlung geben.
      Dein FA ist hier nicht der richtige Ansprechpartner, denn es geht um deine Arbeitsbedingungen und nicht um deinen Gesundheitszustand.

      Es heißt übrigens Beschäftigungsverbot. Ein Berufsverbot gibt es nur von einem Richter und am besten gar nicht.

      Als Krankenschwester kannst du weiter arbeiten, allerdings unter den Bedingungen, die in der so genannten Gefährdungsbeurteilung festgehalten werden. Diese musst du zusammen mit deiner PDL ausfüllen und unterschreiben.

      Du darfst noch recht viel in der Pflege machen.

      Was du nicht darfst: Isolierte Patienten versorgen, keinen Kontakt zu Ausscheidungen (Blut, Urin, Stuhl), keine Injektionen ohne Sicherheitskanülen, keinen Kontakt zu Chemos o ä. Nicht schwer heben, nicht alleinige Fachkraft sein, ohne die Möglichkeit Hilfe zu holen

      Was du definitiv darfst: Medikamente stellen, waschen außer Intimbereich, Doku, Essen anreichern, beim Ankleiden helfen, insgesamt leichte Patienten versorgen, Lagern im Bett, wenn du möchtest Sonntags arbeiten und auch im Spät Dienst

    • (5) 07.02.19 - 18:43

      Ach und dein AG darf dich natürlich auch an den Schreibtisch setzen, auf eine andere Station mit weniger Pflege.

      Und du darfst, wenn du wirklich arbeiten willst, ein BV auch ablehnen seit letztem Jahr.

      Es gibt also kein generelles BV, nur weil man Krankenschwester ist. Auch dein Morbus Chron spielt da nicht wirklich mit rein.

      Kannst du nicht evtl. mit einer Kollegin aus ner anderen Abteilung den Arbeitsplatz tauschen? #gruebel

      • Ich kann mir kaum vorstellen das jemand freiwillig zu uns auf Station wechselt 🙈😂

        • Das ist egal.. solange man ein Vertrag mit der Klinik und nicht mit der Station hat dann kann Beliebig getauscht werden. In Zeiten des pflegekraft Mangel wirst du sicherlich einen anderen Arbeitsplatz bekommen statt ins bv ;) gibt sogar krankenschwestern die arbeiten bis zum mutterschutz auf intensiv.. wichtig ist nur dass die gefährdungsbeurteilung berücksichtig wird..

          Na, du hast dich ja auch irgendwann mal dafür entschieden.#huepf

    Hallo,

    ich bin auch Krankenschwester.

    Bei meinem Sohn (2007) hatte ich bei einem ambulanten Intensivpflegedienst gearbeitet, 1:1Pflege und 22Std-Schichten (10-8Uhr) oder Nachtdienste. Da es von AG-Seite aus keinerlei Möglichkeit gab mich MuSchu-Gerecht zu beschäftigen, habe ich direkt in der 8.SSW ein BV bekommen.

    Seit 2009 arbeite ich in einem KH auf einer geriatrischen Station. Als ich 2013 mit meiner Tochter schwanger wurde, wurde die Gefährdungsbeurteilung gemacht und ich arbeitete - trotz Diabetes Typ1 (den ich seit 2012 habe) - "ganz normal" (nach MuSchuGesetz) weiter.
    Überwiegend arbeitete ich im Frühdienst, da ich im Spätdienst ja um 20Uhr nach Hause hätte gehen müssen.
    Klar Iso-Zimmer waren tabu und auch immobile Patienten aus dem Bett hieven viel auch flach. Aber Körperpflege, Vitalzeichenkontrolle, WC-Begleitung etc konnte ich ja ganz normal machen.
    Auch habe ich (ja ich weiß es ist verboten) s.c.-Injektionen und BZ-Kontrollen durchgeführt. Urinkatheterbeutel habe ich auch geleert.
    Im Vergleich zu den Kollegen arbeitet ich aber weniger am Patienten. Ich habe überwiegend Papierkram gemacht - Visitenausarbeitung, neue Patienten aufgenommen, Patientenentlassungen vorbereitet.

    Ich habe auch Sonn- und Feiertags gearbeitet - denn mal ganz ehrlich, mein Kind weiß nicht welcher Wochentag ist und bei uns ist es am Wochenende deutlich entspannter.

    Im 6. Monat wurde mein Blutzucker immer schwerer einzustellen, ich hatte immer öfter Hypergl. und Hypogl., so dass ich von meiner Gyn. ein individuelles BV bekommen haben und erstmal nicht mehr wie 4Std/Tag arbeiten durfte. Kurz danach wurde es dann ein komplettes BV.
    Ich hätte gerne bis zum Ende weiter gearbeitet, bis auf meinen instabilen BZ-Werten ging es mir hervoragend und ich hatte gar keine Lust zu hause rumzusitzen. Klar sucht und findet man Beschäftigung, aber mir fehlte der Ausgleich.

    Ich habe bei mir auf Station 2 Kolleginnen die noch vor ein paar Jahren auf der internistischen Intensivstation gearbeitet hatten und während der Schwangerschaft kein BV bekommen hatten.

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