Ich weiß nicht weiter

    • (1) 12.02.19 - 17:07

      Hallo urbia-mitglieder,

      Lange Jahre war ich Teil dieses Forum und habe gern daran teilgenommen, bis mich das reale Leben eingeholt hat und ich hier nicht mehr aktiv sein konnte. Jetzt bin ich wieder da und nahe dran an der Verzweiflung. Ich hoffe auf eure Hilfe.

      Durch eine schwere Krankheit bin ich seit letztem Jahr Juli krank geschrieben und eine Besserung scheint auch nicht in Sicht zu sein.
      Meine Arbeit zuvor in einer Anwaltskanzlei habe ich mit Freude ausgefüllt. Meine Arbeit war immer mein Traumjob, für den ich sehr spät (Ende meiner 20er Jahre) noch einmal eine Ausbildung machte. Ich konnte nach 2 Jahren aufgrund guter Leistung die Ausbildung abkürzen. Nach der Ausbildung konnte ich allerdings nicht im Betrieb bleiben, da eine Vollzeitstelle nicht zu besetzen war. Ich fand eine andere Stelle, wechselte dort aber nach einem guten halben Jahr noch einmal, da es in dieser Kanzlei eine hohe Fluktation an Mitarbeitern gab. Dann dachte ich, ich hätte die Stelle schlecht hin gefunden. Aber von Anfang an lief einfach alles nur schief.
      Ich bekam sehr schnell mit, dass ich vom Chef gewollt, von der Bürovorsteherin aber abgelehnt wurde, weil sie in die Personalfrage nicht mit einbezogen wurde. Meine Arbeit wurde kontrolliert, meine Mails gecheckt, es gab immer wieder kleine und große Sticheleien. Ganz abgesehen davon, das mir Arbeit zugeteilt wurde, die zuvor von jedem abgelehnt wurde.
      Ich war die Neue und natürlich macht man dann auch ungeliebte Arbeit. Aber ohne in das Detail zu gehen, es war wirklich unangemessen.

      Ich war nicht einmal eine Woche da, da wusste ich schon wie viele vor mir gegangen sind, wie viele Gespräche schon mit dem Chef geführt worden, wo der Schuh drückt und und und. Nach einem Monat hatten wir einen Berater von außen, der helfen sollte das Team zusammen finden zu lassen. Geholfen hat es gar nichts. Nachdem ein Kollege danach gekündigt hatte, war ich noch mehr der Spielball wie zuvor. Meine Kollegen haben auch oft mit dem Chef geredet, da sie meinten es dürfe so nicht weiter gehen, doch er hat es einfach abgewunken. Ich war den Attacken weiter ausgesetzt, wollte aber auch nicht aufgeben und mich durchboxen. Aber die Sticheleien worden immer mehr. Zum Schluss sollte ich nicht mal mehr ans Telefon gehen und jede Mail von ihr gegen checken lassen.
      Ich erfuhr dann nach und nach, das ich auch verleugnet wurde, mir wichtige Unterlagen vorenthalten wurde und ich wichtige Termine nicht einhalten konnte. Dann tauchten diese irgendwo im Büro auf und keiner wusste wie sie dort hin gekommen sind. Ich fing an, an mir selbst zu zweifeln.

      Und dann kam in dieser Zeit die Krankheit. Ich hatte eine schwere Zeit und wollte mich mit den Problemen auf Arbeit nicht mehr beschäftigen. Ich kündigte dort, da ich eh auf unabsehbare Zeit nicht wieder gesund werden würde.
      Aber auch mit der Kündigung jetzt gibt es nur Probleme. Auf einmal hieß es die Kündigung wäre nie angekommen und ich hätte mich unangemessen verhalten. Auf einmal hatte ich sogar eine fristlose Kündigung auf dem Tisch liegen. Damit bin ich direkt zum Anwalt und es wird jetzt alles von dort geklärt. Auch weil diese fristlose nicht haltbar ist. Aber es geht um Urlaubsabgeltung und und und.
      Was aber viel schlimmer ist und wo ich einfach nicht weiter weiß - ich hab dort viel falsches Wissen mir angeeignet.

      Da ich immer noch krank bin, versuche ich durch Online-Seminare, Bücher und andre Fachliteratur mich auf den laufenden zu halten und ich stelle fest, mir wurde viel falsches Wissen beigebracht. Da ich fast aus der Lehre in diese Kanzlei kam, war ich natürlich nicht sehr fit in manchen Bereichen und jetzt stelle ich fest, es wurde mir bewusst falsches Wissen beigebracht. Ich weiß gar nicht, ob ich mich jetzt, sollte ich wieder gesunden, in einer anderen Kanzlei bewerben kann, weil meine Angst jetzt zu groß ist, dort das falsche Wissen anzuwenden.
      Zwischen Theorie und Praxis besteht natürlich auch immer ein Unterschied und auch wenn ich gerade versuche es richtig zu lernen, so muss man einiges eher machen als nur lesen
      Mein Selbstbewusstsein ist weg, ich zweifel stark an mir selbst, habe Angst, wenn ich überhaupt an Arbeit denke.
      Diese Erfahrung letztes Jahr hat mich psychisch stark belastet und mich jetzt auch zu einem Psychotherapeuten gebracht.
      Ich hoffe, das er mir etwas von dieser Angst und den Selbstzweifeln nehmen kann

      Habt ihr Tipps für mich???

      Und bitte entschuldigt diesen extrem langen Beitrag.

      Liebe Grüße evinea

      • (2) 12.02.19 - 18:33

        Offensichtlich bist du einige Zeit krank gewesen. Ich weiß nicht, was du genau hast, aber hast du mal versucht einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen? Falls du krank wegen Mobbing und ggf. Bossing warst - dagegen kann man vorgehen.

        • (3) 12.02.19 - 19:41

          Lieben Dank für deine Antwort.

          Die Krankheit war zu Anfang nicht auf Grund des Mobbings, aber mit der Ruhe und Zeit, und auch dem was in der Zwischenzeit vorgefallen ist, bin ich aus psychischen Gründen krank geschrieben
          Momentan ist auch gar nicht an Arbeit zu denken, auch wenn der Wunsch auf jeden Fall da ist, wieder in den Beruf einzusteigen, aber wie schon im Eingangsthread geschrieben, ist das momentan gar nicht möglich.

      (4) 12.02.19 - 19:59

      hallo

      also erstmal wünsche ich dir in jeder hinsicht gute und schnellstmögliche besserung!

      und dann verstehe ich deine ängste und zweifel absolut und die therapie ist auf jeden fall der richtige schritt und deine weiterbildung auch. aber vielleicht hast du die möglichkeit dich in deinem job zu "spezialisieren"? so das du von dem falschen zeug dich etwas in eine andere richtung entwickeln kannst? und dann später mit etwas abstand das falsche durch richtiges ersetzt?
      oder vielleicht ist allgemein die arbeit mal völlig weg lassen und ausblenden eine option? und später mit besserung in sicht quasi neu zu starten?

      lg

      • (5) 15.02.19 - 11:03

        Bitte entschuldige meine späte Antwort.

        Ich danke dir für deine Vorschläge, von denen ich sogar schon ein, zwei versuche jetzt umzusetzen. Jetzt muss ich nur schauen, in welchem Maße ich dazu in der Lage bin und auch belastbar bin.

        Aber die Worte haben einiges schon einmal bewirkt, dass ich darüber nachdenke und versuche einen Weg herauszufinden.

        Lg

        • (6) 15.02.19 - 11:17

          hallo 😊
          ich würde wirklich deine genesung an erste stelle setzen - gearbeitet ist dann schnell und noch soooo viel im leben.
          werde ordenktlich gesund, tu dir was gutes, setz dich nicht unter druck.

          ich wünsch dir alles gute 😊

Top Diskussionen anzeigen