Kündigungsschutz trotz Eileiterschwangerschaft

    • (1) 05.03.19 - 05:20

      Guten Morgen Ihr Lieben!:)

      Das wird jetzt leider ein längerer Post,ich bin ganz neu hier...

      Ich war bis gestern in der 7.Woche schwanger,war leider wieder eine Eileiterschwangeschaft(der rechte wurde bei der 1.vor zwei Jahren beschädigt und ist nicht funktionstüchtig und der zweite musste gestern nun auch rausgenommen werden.)

      Ich habe am 16.02.19 3 SS-Tests gemacht-alle positiv,einer mit wochenanzeige von 1-2 Wochen.
      Daraufhin bin ich am 18.02 zum Frauenarzt,der weder Bluttest,noch Urintests gemacht hat.Einzig und allein einen Ultraschall,aber in der 5.Woche war da natürlich noch nichts zu sehen.
      Nun zum grade wichtigen Thema:Ich arbeite derzeit als Spielhallenaufsicht,in der Wochenende/Feiertags,Nachtschichten und Rauchen in der Halle angesagt sind.Deshalb habe ich meine Frauenärztin gefragt,ob ich das direkt meinem AG mitteilen soll,weil ich das Kind nicht durch Passivrauchen in Gefahr bringen wollte.Sie meinte,dass ich das tun sollte.Ich hab sie gefragt,was ich machen soll,wenn mein AG mir nicht glaubt.Daraufhin meinte sie,dass sie mir auf Nachfrage nur den positiven ss-Test bestätigen kann und hat mir einen nächstens termin für den 07.03. gegeben.Nachdem ich die Nachricht meiner AG mitgeteilt hatte,kam von ihrer Seite keine Reaktion,weshalb ich mich vorsichtshalber erstmal eine Woche habe krankschreiben lassen.
      In der Woche hatte ich dann Blutungen,bin gleich am ersten Tag zur Frauenärztin,diese hat mich nicht untersucht,noch Proben genommen,sondern meinte nur,dass es eine Einnistungsblutung gewesen sein könnte,ein Abgang oder ein Zeichen für eine Eileiterschwangerschaftschaft.Was für eine Info,dachte ich mir.Ich and dann Woche für Woche die Test‘s von clearblue gemacht und es ging auch von 1-2 auf 2-3 und letzte Woche auf 3+..Da war ich etwas beruhigt.

      Nun kam am 28.02 eine ordentliche Kündigung und eine Anwältin teilte mir mit,dass diese unwirksam ist und ich das in einem Schriftstück verfassen soll(wegen der Schwangerschaft Kündigung unwirksam,usw.).Sollte innerhalb meiner gesetzten Frist die Kündigung nicht zurückgenommen werden,reichen wir eine Kündigungsklage ein,meinte sie.
      Die Blutungen hatte ich vom 21-26.02..dann zwei Tage Pause,da hab ich schon etwas aufgeatmet.Und dann hatte ich am 02.03 wieder Blutungen und bin am 03.03 ins krankenhaus,als diese anhielten.Mein Hcg wert war bereits bei 3760-im Ultraschall war nichts zu sehen und einen Tag später bestätigte sich die Vermutung,dass eine ES besteht,welche dann gestern bei der op entfernt wurde.

      Tja,nun bin ich seit gestern nicht mehr schwanger,kann auf natürlichem Wege nichtmehr schwanger werden und bin auch zum 31.03.19 gekündigt.

      Weiß jemand,ob man bei einer ES die Kündigungsfrist noch etwas verlängern kann?

      Meine Welt ist gestern quasi zusammengebrochen und wenn ich mich dann morgen eigentlich gleich in eine neue Anstellung bemühen muss...ich weiß nicht,wie ich das überstehen soll.

      Vielleicht kann ja jemand helfen-würde mich sehr freuen!:)

      • Puuuh, da hast du ja ein Päckchen zu tragen bekommen :-( Erstmal tut es mir sehr Leid, dass es mit der Schwangerschaft nicht geklappt hat.

        Zu deinen Jobproblemen: Das können wir hier wohl alle nicht sicher beantworten.

        Du solltest unbedingt schnell (!) mit deiner Anwältin klären, ob die Kündigung in deinem Fall unwirksam ist wg. Schwangerschaft zum Kündigungszeitpunkt.
        Und wenn JA, der Kündigung schriftlich widersprechen. Dafür hast du eine kurze Frist, ich glaube nur 2 Wochen.

        Wenn du kein Geld hast, geh zu einer Rechtsberatung der Stadt, bei uns heißt das ÖRA. Dort kann man für ein paar Euro auch einen Anwalt bekommen und ein solches Schreiben aufsetzen lassen.

        Wenn das geklärt ist, solltest du dir erstmal Zeit nehmen, den Verlust zu verkraften... im Hinterkopf aber haben, dass Spielhallenaufsicht eh nicht so der sichere Beruf ist und vll Alternativen überlegen (Ausbildung???) Aber erstmal bist du natürlich krank und musst dich erholen.

        Alles Gute für dich! #klee

        LG, Nele

        • Hey!:)

          Der Kündigung habe ich ja bereits am 01.03.19 per Einschreiben wiedersprochen,aber nun bin ich ja nicht mehr schwanger...

          Ich habe bereits eine abgeschlossene Ausbildung als Gärtnerin in der Fachrichtung Garten-und Landschaftsbau,möchte aber in dem Beruf ungern arbeiten.Und durch die Wochenend-und Nachtzuschläge gab es als Spielhallenaufsicht erst einmal genügend Geld.

          Ich denke auch,dass sie mich dann einfach erneut kündigen werden,hatte nur gehofft,dass jemand dieselbe Erfahrung gemacht hat.

          Danke für deine Nachricht!:)

      Als Nicht-Juristin würde ich ganz klar sagen, dass die Kündigung unwirksam ist. Jedoch kann dein AG dir nun - nach dem frühen Ende der Schwangerschaft - direkt eine wirksame Kündigung ausstellen, damit wird sich dann jedoch je nach vertraglich geregelten Fristen der Zeitpunkt des Endes des Arbeitsvertrages ändern. Das kann dir ja finanziell zumindest ein bisschen helfen (wenn du noch einen Monat länger den Job hast).

      Allerdings wirst du nicht um eine erneute Rechtsberatung herumkommen.

      Ansonsten möchte ich dir sagen, dass ich dir ganz viel Kraft wünsche. Nicht nur in Sachen Job, sondern vor allem auch in Sachen Kinderwunsch. Auch wenn es natürlich nicht das ist, was man sich wünscht: Zum Glück gibt es hier und heute Möglichkeiten für euch, doch noch ein Baby zu bekommen. Dafür drücke ich euch sehr die Daumen.

      LG Isi

      • Dankeschön!:)

        Ich habe mich schon informiert und in unserem Fall käme dann wohl nur eine in-Vitro Methode in Frage.

        Leider sind wir noch nicht verheiratet und so habe ich gelesen,dass die Kosten auch nicht zur Hälfte von der Krankenkasse übernommen werden.

        Wir wollen zwar irgendwann heiraten,aber jetzt ist mein Freund ja quasi unter Druck gesetzt,mir unter dem Aspekt einen Antrag zu machen...auch nicht der Traum einer jeden Frau.

        Naja schauen wir mal...jedenfalls versuche ich jetzt sein knapp 4 Jahren schwanger zu werden,bei der letzen OP wurde eine Endometriose festgestellt und ich frage mich,ob ich das schon eine Weile hatte und meine Frauenärztin zu schludrig war.Ich denke,ich werde mir eine neue suchen und dann hoffe ich,dass ich mit fast 28 irgendwann mal noch ein kleines Wunder im Arm tragen darf;( im Moment bin ich ziemlich deprimiert,weil einfach alles zusammen kommt.

        Aber vielen Dank,dass ihr euch die Mühe macht,meine langen Texte durchzulesen.:D

        Liebe Grüße

        • Hallo nur eine Anmerkung zu Endometriose und deiner FÄ. Man kann Endo so eigentlich nicht im US erkennen, wenn du nicht gerade so eine blutgefüllte Zyste hast.
          Die Endo kann auch zu den verklebten Eileitern und den gehäuften Eileiterschwangerschaften geführt haben.

          Endo ist leider ziemlich heimtükisch. Man kann wenig Endo und extreme Schmerzen haben aber auch ausgeprägte Endo und kaum Beschwerden. Kommt immer auch drauf an, wo das sitzt.
          Ich bin leider auch betroffen und hab schon 2. BS hinter mir und die nächste bahnt sich leider schon wieder an...

          • Oh nein,das tut mir Leid für dich...in meinem Entlassungsbrief stand heute auch endometriose stadium II...muss ja also schon etwas länger vorhanden sein.

            Naja,ich denke,ich werde mir jetzt erstmal etwas Zeit lassen,mit der Umsetzung einer künstlichen Befruchtung.Fühle mich im Moment so unbrauchbar und mein Freund weiß glaub ich auch nicht so richtig damit umzugehen... :(

        (10) 05.03.19 - 12:57

        Fühl dich einfach nur gedrückt! Das mit den Kosten ist unfair und es ist blöd, dass es jetzt so einen “Druck” von außen gibt mit dem Heiraten. Ich kann nur sagen, dass wir damals auch aus praktischen Gründen geheiratet haben. Natürlich nicht nur! Aber er hat gut verdient und ich noch studiert - es hat finanziell so viel Sinn gemacht. Wir haben dann noch im Dezember im engsten Kreis standesamtlich geheiratet, sind danach mit der Familie (es waren echt nur 5 Gäste) auf den Weihnachtsmarkt. Wir haben dann später groß geheiratet (mit Kleid und Schloss und allem drum und dran), aber ich denke immer noch gerne an unsere standesamtliche Hochzeit und hab sie trotz der ganzen Vernunft bei der Sache als wunderbar empfunden. :) Unsere Beziehung hält jetzt 10 Jahre, die Ehe dann bald 5 und ich würde sagen, dass ein bisschen Vernunft noch keiner Ehe geschadet hat. :-D

        Ich wünsche euch alles Gute!

        LG Isi

        • Das gibt mir Hoffnung...Allerdings meinte er heute schon,dass er es blöd finden würde,wenn wir unter diesem Aspekt jetzt heiraten.Da man irgendwie immer im Kopf hätte,dass es nur deshalb war.
          Er würde es lieber zusammen sparen und mich irgendwann gern ohne ,druck‘ heiraten.

          Naja mal sehen...ich habe am 11.04 einen Termin zur Beratung bei einer Kinderwunschklinik.Vielleicht gibt es ja mittlerweile gelockerte Vorraussetzungen für eine Teilzuzahlung der Krankenkasse.

(13) 05.03.19 - 09:17

Es tut mir total leid für dich, dass du das durchmachen musst.

Leider ist das Mutterschutzgesetz eindeutig.
Die erste Kündigung wird zwar unwirksam sein, aber dann kündigt er dich halt noch mal.

Längere Frist hast du leider nicht.

"Die Kündigung gegenüber einer Frau ist unzulässig
1.
während ihrer Schwangerschaft,
2.
bis zum Ablauf von vier Monaten nach einer Fehlgeburt nach der zwölften Schwangerschaftswoche und
3.
bis zum Ende ihrer Schutzfrist nach der Entbindung, mindestens jedoch bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung"

Das tut mir alles sehr leid.

Zu dem Zeitpunkt der Zustellung warst Du aber noch schwanger, richtig? Dann ist diese auf jeden Fall unwirksam. Nichtdestotrotz musst Du Dich wohl darauf einstellen, dass Du nach Deiner Krankschreibung eine erneute Kündigung erhalten wirst.

Vielleicht kann Dein FA Dich etwas länger krank schreiben?

  • Genau,da war ich noch schwanger.

    Allerdings ist es ja ein Aberglaube,dass Arbeitgeber dich nicht während der Arbeitsunfähigkeit kündigen dürfen...

    Nunja...Jetzt hab ich ja erstmal wieder nur mich zu versorgen,da werd ich schon mit der Kündigung umgehen können.

    Allerdings wäre ein Monat mehr Zeit dann Gold wert,um sich beruflich neu zu orientieren.:)

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