Freistellung durch AG

    • (1) 05.03.19 - 13:07

      Hallo ihr lieben,
      Ich bin jetzt im 6monat schwanger & habe seit letztem Jahr schon Schwierigkeiten mit der Filialleiterin auf meiner Arbeit. Seitdem ich verkündet habe, dass ich schwanger bin wurde die Situation auf der Arbeit nur noch schwieriger. Ich werde von ihr ignoriert, es fallen Kommentare dass ich nicht richtig meiner Arbeit nachgehe seitdem ich schwanger bin, sogar durch einer ihrer Familienmitglieder wurde ich belästigt, dass es das beste sei ich würde kündigen. Vieles ist passiert & ich habe mich meinem Chef anvertraut. Zunächst hat er sehr verständsvoll reagiert jedoch eine Woche später per Mail mitgeteilt, dass es für alle Parteien am besten sei, wenn er mich in eine ander Filiale versetzt, die für mich einfach zu weit ist. Ich habe noch einen 5jährigen Sohn, den ich zurzeit alleine versorgen muss. Das weiß er auch alles. Da ich um keine Versetzung gebeten habe, hat er mit daraufhin eine Mail geschickt,indem er mich bis zum Mutterschutz freistellt, mir deswegen meinen Urlaub streicht & ich mich der Filiale ferhalten soll. Natürlich habe ich es so nicht gewollt & verstehe überhaupt nicht seine Reaktion. Mir geht es seitdem einfach nur schlechter, ich kann nicht schlafen,habe Magenkrämpfe & Kreislaufprobleme. Soviel wie jetzt hab ich noch nie geheult:(. Ich wurde jetzt erstmal durch eine Ersatzärtzin für 2 Wochen krankgeschrieben,weil mein Frauenarzt über die Karnevalstage zu hat.
      Was bedeutet das jetzt für mich? Bekomme ich weiterhin mein Gehalt? Darf er das überhaupt? Ich würde mich lieber von meiner Ärztin rausnehmen lassen. Ich möchte auf keinen Fall wieder zurück.
      Wie würdet ihr Vorgehen?

      • (2) 05.03.19 - 13:10

        Urlaub streichen darf er nur für die Elternzeit und nicht einfach so jetzt, weil er bockig ist.

        Ein BV vom Gyn halte ich für keine gute Idee, d3nn das kann er prüfen lassen und dann hast du noch mehr Stress. Ich würde mich an die zuständige Aufsichtsbehörde wenden und denen alles schildern.

      Oh man das klingt ja nicht berauschend. Ich weiß net was da zwischen euch schief gelaufen ist. Aber das klingt für mich eigentlich net rechtens, er kann dich frei stellen, denke ich, aber Urlaub streichen?!? Ich kann es mir nicht vorstellen, ich würde die Mail meinem Anwalt zeigen. Finde nicht in Ordnung wie die mit dir umgehen
      Alles gute dir und Kopf hoch.

      • Ich verstehe das auch nicht. Habe so etwas noch nie erlebt. Und das gerade jetzt in dieser Zeit! Habe auch versucht die Situation zuerst mit ihr persönlich zu lösen aber sie hat mich einfach ignoriert.
        Ich hatte natürlich vor nach meiner Elternzeiz dort weiterhin zu bleiben,aber jetzt?! Ich habe einen unbefristeten Vertrag dort. Ich weiß echt nicht wie es später weiter gehen soll?!
        Jetzt denke ich mir einfach, ich hätte noch die 3 Monate einfach durchziehen sollen. Krank machen wollte ich auch nicht. Hab alles nur noch schlimmer gemacht😕
        Danke für deine Worte.

    Hallo,

    er muss zunächst die Freistellung eigentlich genauer formulieren, denn es gibt verschiedene Formen (auf widerruf oder nicht usw). Im Grunde bedeutet es erstmal, dass er dich bei fortbestehendem Arbeitsverhältnis momentan nicht beschäftigen will.

    Hier kannst du einiges nachlesen: https://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Freistellung.html#tocitem1

    Im Prinzip bist du dadruch "beurlaubt" aber er darf dir den Urlaub nicht in dem Sinne streichen, wie du es beschreibst. Du hast z.B. Anspruch auf Urlaubsgeld, wenn du es sonst bekommen hättest.

    Er kann dich auch nur in bestimmten Fällen ohne dein Einverständnis freistellen. Denn so wie er aus dem Arbeitsvertrag ein Recht hat, dass du deine Arbeit machst, hast du ein Recht darauf, dass er dich beschäftigt.

    Wenn er dich weiter bezahlt und du Urlaubsgeld bekommst, ist die Freistellung für dich ja eigentlich nicht nachteilig. Du hast ja gesagt, dass die Lage bei dir problematisch ist mit den Kollegen. Dann kannst du ja fein zu Hause bleiben, sogar mit dem Segen vom Chef.

    Ich würde sagen, dass ist ein Fall für eine Rechtsberatung bei einem Anwalt.

    • muss noch was hinzufügen:

      "Im Prinzip bist du dadruch "beurlaubt" aber er darf dir den Urlaub nicht in dem Sinne streichen, wie du es beschreibst. Du hast z.B. Anspruch auf Urlaubsgeld, wenn du es sonst bekommen hättest."

      Bzw. du musst dem widersprechen. Wenn du es hinnehmen würdest, wäre es wahrscheinlich sogar rechtens.

      Aber wie gesagt: da bist du bei einem Anwalt besser beraten als hier im Forum :)

      • Doch, Urlaub darf mit einer bezahlten Freistellung abgegolten werden, das ist so ok.

        • Ja, wenn beide einverstanden sind. Aber das ist die TE ja vermutlich nicht.

          • Bei einer unwiderruflichen Freistellung muss sie mit der Abgeltung des Urlaubs nicht einverstanden sein. Der wird damit trotzdem abgegolten.

            • Erstmal ist ja gar nicht klar, ob widerruflich oder unwiderruflich. Er hat das nicht ausrücklich gesagt.

              Und selbst wenn nicht:
              "Hat der Ar­beit­neh­mer da­her noch ei­nen An­spruch auf Rest­ur­laub, soll­te der Ar­beit­ge­ber die Frei­stel­lung aus­drück­lich als un­wi­der­ruf­lich be­zeich­nen und „un­ter An­rech­nung et­wai­ger Rest­ur­laubs- und Frei­zeit­aus­gleichs­ansprüche“ erklären. Nimmt der Ar­beit­neh­mer ei­ne sol­che Frei­stel­lung hin, d.h. lehnt er den Ur­laub nicht we­gen an­der­wei­ti­ger Ur­laubs­pla­nun­gen ab und mel­det sich nicht krank, hat der Ar­beit­ge­ber nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) im­mer­hin die oh­ne Ur­laubs­gewährung zu zah­len­de Ur­laubs­ab­gel­tung ge­spart (BAG, Ur­teil vom 22.09.1992, 9 AZR 483/91; BAG, Ur­teil vom 14.03.2006, 9 AZR 11/05). "

              Das heißt, wenn die TE widerspricht, ist der Urlaub ganz und gar nicht abgegolten. Machen nur wahrscheinlich die wenigsten.

Hallo!

Eine Freistellung ist so ähnlich wie ein bezahlter Urlaub.

Du darfst zu Hause bleiben, bekommst weiterhin ganz normal Gehalt und musst Dich nicht krankschreiben lassen. Das mit Überstunden und Resturlaub zu verrechnen ist dabei durchaus erlaubt und ok, Du hast ja praktisch sehr lange Urlaub.

Wenn die Freistellung unwiderruflich ist, bist Du vllig frei. Wenn die widerruflich ist, könnte man Dich anrufen und bitten, doch wieder zu arbeiten. Ich nehme aber an, es klingt eher unwiderruflich.

Ich war über meine Kündigungsfrist beim letzten Arbeitgeber auch freigestellt, ganz normal weiter bezahlt worden, nur der Urlaub war damit auch abgegolten - aber ich war ja auch drei Monate nicht arbeiten zum Ausgleich. Eigentlich echt angenehm.

Das ist doch echt super für Dich, weiter bezahlt werden, nicht wieder da arbeiten müssen, und was nach der Elternzeit ist, siehst du dann.

  • Ihr fehlt aber später evtl. der Urlaub, deswegen würde ich das so auch nicht hinnehmen.

    Du brauchtest ihn ja dann nicht mehr bei dem AG, bisher muss man ja davon ausgehen, dass sie weiter bei dem AG beschäftigt ist.

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