Karriere + Kind, wie geht das Umfeld damit um?

    • (1) 19.03.19 - 21:10

      Meine Lieben

      Mich beschäftigt etwas. Nun da ich schwanger bin freue ich mich auf der einen Seite total, auf der anderen Seite ist klar dass ich so meine Karriere/Führungsposotion zurückstecken/abgeben muss. Nun für mich war das immer klar und ich finde das auch ok. Aber irgendwie mache ich mir so viele Gedanken um mein Umfeld. Was denken die Arbeitskollegen? Was mein Chef? Was haben sie gesagt?

      Wie war das bei euch?

      Alles andere passt bei uns perfekt. Und mit der Arbeit war mir klar, dass es nie passen würde.

      Ich wäre froh um eure Erfahrungen, auch wenns nur wäre dass ich merke nicht alleine zu sein.

      • (2) 19.03.19 - 21:16

        Hey als was arbeitest du denn?

        • (3) 19.03.19 - 21:27

          In der Gesundheitsbranche (genaueres möchte ich hier der Anonymität wegens nicht sagen). Ich bin Abteilungsleiterin.

          Ich bin erst ein paar Monate in dieser Position... und jetzt schon schwanger. Ich habe vor den Reaktionen Angst. Oder dass jemand sagt ich hätte diese Position nicht annehmen sollen... irgendwie habe ich so viele negative Gedanken...

      (4) 19.03.19 - 21:21

      Bei meiner ersten Schwangerschaft hat meine Vorgesetzte leider nicht so gut reagiert... Es kam nur ein "oh, OK, naja, nach einer Hochzeit kommt meist auch bald ein Kind." Das fand ich schon irgendwie blöd, dass sie mir nicht mal gratuliert hat, da wir uns sonst eigentlich gut verstanden haben. 😐
      Aber so war es eben. Wir haben uns gefreut und das war das Wichtigste! Meine Kollegen haben sich übrigens alle mit mir gefreut. 😊

      Dass ich dadurch auf der Karriereleiter erst Mal nicht weiterkomme, war uns auch klar. Dafür habe ich aber immer noch Zeit. 😉


      LG
      Steffi 31. SSW

      • (5) 19.03.19 - 21:32

        Tut mir leid dass sie so reagiert hat, davor habe ich auch angst. Ich habe die befürchtung dass niemand mir das gönnt...

        • (6) 19.03.19 - 21:37

          Solche Leute und Reaktionen wird es leider immer geben.
          Aber es ist dein Leben und deine Entscheidung. Lass dir die Freude auf deinen Zwerg nicht von ein paar blöden Kommentaren vermiesen! 🙂

    Hm, also Ich weiß ja nicht, wie es bei dir ist, aber ich werde nach der Elternzeit wieder zurück kehren in meine Stellung als Geschäftsführerin. Ist mein zweites Kind, von daher wissen Chef und Co. dass es funktioniert.

    • Ich bin aus der Schweiz und hier gibt es so was leider nicht. Man hat 14 Wochen Mutterschaftsurlaub und dann kommt man entweder zurück oder man ist weg von der Stelle. Und ich möchte nicht nach 14 Wochen schon wieder vollzeit arbeiten.

      • Ahhh okay. Nachvollziehbar, 14 Wochen sind echt wenig.
        Kündigt man dann? Und ist das ohne Bezüge/Einkommen?

        • (10) 19.03.19 - 21:44

          Also in diesen 14 Wochen hat man noch einen Teil vom Lohn. Nach dieser zeit arbeitet man wieder (evt ein neues Pensum, neue Stelle) oder man kündigt bzw es wird einem gekündigt. Also 100% sicher bin ich noch nicht wie es genau abläuft. Aber in etwa so. Ich bin in der glücklichen Lage dass wir mit dem Gehalt meines Partners über eine Zeit lang "überleben" können.

          Falls jemand aus der Schweiz hier ist und mir tipps geben kann bin ich auch dankbar.

          • Ist ja heftig. Da merkt man mal wieder, wie froh wir in D sein können, uns Kinder zumindest einfacher leisten zu können.

            Wie ist das bei euch so insgesamt abgesehen, Kind und Job? In D ist das ja noch recht umstritten...

            • Ja das ist in D wirklich besser für dern Arbeitnehmer (für den Arbeitgeber ist das wohl mühsam). Teilzeitarbeit findet man recht gut, aber in einer Führungsposition wird schon verlangt dass man Vollzeit arbeitet. Es gibt viele Kitas, diese sind aber auch nicht günstig. Ehrlich gesagt weiss ich noch nicht genau wie alles ablaufen wird. Für mich war klar dass ich kinder will und alles andere muss ich wohl auf mich zukommen lassen.

          (13) 19.03.19 - 22:01

          Also in Österreich hat hat man das Recht auf zwei Jahre Karenz und wenn man zurück kommt hat man ein Anrecht auf eine gleichwertige Stelle (gleiche Bezahlung, gleiche Verantwortung). Das ist auch gerichtlich einklagbar.
          Wir haben hier die Arbeiterkammer bzw. Gewerkschaften die einem auch beraten bzw unterstützen können.
          habt ihr soetwas auch?
          als andere Möglichkeit fällt mir nur ein, hast du eine Rechtsschutzversicherung? Da hat man oft auch beratungsrechtschutz dabei und kann sich von einem Anwalt beraten lassen. Wenn du da zu einem arbeitsrechtler gehst kann er dir sagen was für Rechte und Pflichten du hast.
          lg

(14) 19.03.19 - 21:46

Hallöchen
Soweit ich weiß, hast du ein Anrecht darauf nach einem Jahr Elternzeit in deinen Posten zurück gehen zu dürfen. Eine ehemalige Bekannte hat ihren Chef dazu bekommen eine Klausel zu unterschreiben, in der ihr dieses Recht auch nach den vollen drei Jahren noch zusteht.
Bin mir nun aber nicht mehr sicher, ob das in Verbindung mit einer Teilzeitstelle auch noch geht oder, was ich eher glaube, das Recht nur in Verbindung mit der Vollzeitstelle aktiv ist.

(15) 19.03.19 - 22:14

Hallo
Ich komme aus der Schweiz. Auch in der Pflege tätig. Und war auch Abteilungsleiterin als ich schwanger wurde.
Mir war das ziemlich egal was die anderen gedacht haben. Es haben sich zum Glück alle gefreut mit mir. Mein Chef hat mir offen gelassen was ich nach der SS machen möchte. Ich konnte 80% wieder als AL arbeiten. Aber das wollte ich nicht. War mir zu viel. Ich ging 50% in die Nacht und in ein anderes Team. Ich selbst hatte aber keine Mühe mich "zurückstufen" zu lassen.

Ich war bei beiden Kindern 7 bis 8 Monate zu Hause. Habe unbezahlten Uralub genommen...
Falls noch Fragen da sind nur zu...

Lg

  • (16) 19.03.19 - 22:22

    Liebe alle

    Das ist total lieb von euch, dass ihr euch um meine Karriere kümmert. Mir war von Anfang an klar dass ich meine Positon nicht behalten kann (ausser ich würde nach 14 wo wieder arbeiten).

    Habe halt eher Angst vor den Reaktionen der anderen (ich weiss man soll nicht an die anderen denken aber ich tue es trotzdem)

    Ich möchte es so machen wie du und ca nach 6Monaten wieder 50% arbeiten. Dies sollte eigentlich möglich sein und sonst halt anderswo. Ich kann auch später wieder in eine höhere/andere Position...

    • (17) 19.03.19 - 22:28

      Ich glaube wir sind alle (Österreicherinnen und deutsche) überrascht, was ihr in der Schweiz für ein frauenfeindliches Arbeitsrecht habt!
      (idr ist es ja meistens die Frau die zumindest die überwiegende Zeit zuhause bleibt).
      also im Bezug auf die Kollegen würde ich mir da keine Gedanken machen.
      macht es so, wie es für eure Familie am besten ist.
      ist es so unüblich, dass man länger als die 14 Wochen zuhause bleibt?
      wenn nicht, dann ist das vermutlich eh oft, der fall, dass man die Karriereleiter wieder hinunter steigt.
      lg

      • (18) 19.03.19 - 22:40

        Es ist üblich dass man länger als 14 Wo zuhause bleibt und dann wieder klein anfängt. Die meisten machen das so. Also es wird sicher auch Frauen geben die nach 14 Wo wieder in den alten Job zurück gehen.
        Ja du hast Recht in der Schweiz ist es total traurig... auch für die Männer, es gibt kein Vaterschaftsurlaub... da hat die schweiz nachholbedarf.

        (19) 19.03.19 - 22:46

        Ich habe alles mitgelesen und bin auch sehr schockiert muss ich sagen! Ich komme auch aus Österreich und mein größtes Problem ist wie ich zwei Jahre Karenz mit dem einkommensabhängigem Kindergeld auskommen soll 🙈
        Also da darf man sich ja gar nicht beschweren! Da wundert mich, dass in der Schweiz echt noch freiwillig Frauen Kinder bekommen. 😨

        • (20) 19.03.19 - 22:52

          Andere in der schweiz habens auch geschafft. Ich hoffe/vermute mal ich schaffe das auch. Und sonst muss ich wohl auswandern... 🙈

          • (21) 19.03.19 - 22:56

            Ja klar ist es irgendwie immer machbar. Aber ich kann mir denken, dass es echt schwer ist!
            Wenn ich mir denke, dass hier 90% der frauen 2 bis 3 jahre zu hause bleiben dürfen! Und geld dafür bekommen! Auch wenn es nicht so viel geld ist, aber man bekommt was... und wenn man wieder arbeiten geht muss der arbeitgeber dir elternteilzeit geben wenn du das willst. Kündigen kann dich bis zum vierten lebensjahr auch keiner außer die firma geht pleite oder du klaust usw.

(22) 19.03.19 - 22:29

Also ich habe im Januar meine neue Stelle als AL angefangen. Mitte Januar habe ich erfahren, dass ich schwanger bin. Es ist alles gut gegangen. Ich durfte bleiben.

Und weisst du was das lustige ist?? 2Jahre später habe ich meine Stelle gewechselt und mir ist wieder das selbe passiert. Und auch dort durfte ich bleiben 😂😂😂

Mach dir nicht allzu grosse Sorgen. Du weisst ja selbst, dass man in der Schweiz sehr schnell eine Stelle als Dipl. bekommt. Ist ja sehr gesucht.
Darf ich fragen aus welchem Kanton du kommst?

  • (23) 19.03.19 - 22:35

    Was für ein Zufall dass dir das gerade 2x passiert ist. Toll dass du es so gut mit deinem Arbeitgeber regeln konntest. Du hast Recht es mangelt überall an Personal und überall wird wieder mal eine Stelle frei oder andere werden schwanger. Darüber mache ich mir keine Sorgen:-)

    Toll dass viele hier im Forum ähnliche Erfahrungen machen und es allen gut geht🙂 ich bin in vielen Dingen eher pessimistisch veranlagt... oh mann...

    • (24) 19.03.19 - 22:57

      Ich bin auch aus der Schweiz und beruflich in einer leitenden Position. Ich war da aber schon 5 Jahre bevor ich schwanger wurde. Ich konnte nach 16 Wochen zurück, zu einem von mir gewünschten 50% Pensum. Das hat alles reibungslos geklappt. Die Zeit meiner Abwesenheit wurde mit einer Stellvertretung abgedeckt.

      Ich hatte 3 Monate vor der Schwangerschaft eine Fehlgeburt, die mein Arbeitgeber mitbekommen hat. Ich ging dann davon aus, dass er mit einer Schwangerschaft rechnet. Die Reaktion auf die Info war dann extrem verhalten. Das fand ich erstmal schade. Allerdings habe ich später erfahren, dass in der Firma mit mir gleich 6 weiter Mitarbeiterinnen schwanger waren. Alle ET im Januar damals 😄😄 Das war eine riesen Herausforderung für den Geschäftsführer, den Petsonalausfall zu managen. Da habe ich echt verstanden, dass er bei dieser Neuigkeit erstmal verhalten reagiert.
      Es sind übrigens alle nach dem Mutterschaftsurlaub zurück gekommen.
      Aber ich gebe dir einen Tipp, achte auf dich und nicht auf andere.Ist doch egal wie andere reagieren, hauptsache ihr freut euch. Dein Baby wirds dir danken.

(25) 20.03.19 - 06:25

Ich bin auch aus der Schweiz. Wenn du schreibst Gesundheitswesen - bist du dann ev. beim Kanton angestellt? Falls ja, die haben häufig noch etwas andere Regelungen. Bei mir ist es so, dass ich unbezahlten Urlaub nehmen kann bis 1 Jahr nach der Geburt und sie mir meine Stelle bis dann frei halten müssen - immerhin.
Wegen der anderen würde ich mir keine grossen Gedanken machen - fast schlimmer als fehlenden Mutterschutz, Mutter- und Vaterschaftsurlaub usw. finde ich, dass es in den Köpfen der Leute immer noch nicht angekommen ist, dass Schwanger- und Mutterschaft nicht bedeutet, dass man eine schlechtere Mitarbeiterin ist - bzw. umgekehrt, dass Berufstätigkeit nicht heisst, dass man eine schlechtere Mutter ist.
Liebe Grüsse & alles Gute

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