Jobabsage und Höflichkeit?

    • (1) 30.03.19 - 13:02

      Hallo,

      ich hab mich aus fester Anstellung voraus woanders beworben (mein AG ist eigentlich echt gut, uneigentlich hat mich doch der Hafer gestochen).

      Montag Vorstellungsgespräch gehabt, am nächsten Tag die telefonische Einladung zum Zweitgespräch und zur Übergabe des Vertragsentwurfs.
      Vertrag geprüft, finanzielle Nachbesserung angefragt, wurde schnell gewährt.
      Leider hat auch dieses Angebot nicht gegen meinen jetzigen Vertrag gewonnen.

      Jetzt hab ich mit schlechtem Gewissen abgesagt, weil die Leute sich echt Mühe gegeben haben, mir entgegenzukommen und auch sonst einen super Eindruck gemacht haben.
      Daraufhin schrieb mir mein Kontaktmensch sehr nett zurück, bedankte sich und bot mir an, falls ich Fragen zur Einführung eines bestimmten Software-Tools hätte, könnte ich mich gerne melden.

      Ist das nur eine Floskel, die keiner Antwort bedarf? Oder sollte ich darauf kurz antworten und mich für das Angebot bedanken?

      Viele Grüße!

      • Warum hast du Nachbesserungen angefordert, die von vornherein nicht deinem jetzigen Vertrag entsprechen? Dann war es doch von vornherein zum scheitern verurteilt oder nicht?🤔

        Das mit dem Softwaretool check ich nicht sorry 🤷‍♀️

        • Der erste Entwurf lag deutlich unter meinem derzeitigen Gehalt, bei mehr Wochenstunden.
          Daraufhin hab ich dort angerufen, die Sachlage erklärt und offen gesagt, was ich derzeit verdiene. Daraufhin hieß es, man würde die Zahlen noch einmal durchgehen. Das zweite Angebot lag geringfügig über meinem derzeitigen Gehalt, immer noch bei deutlich mehr Wochenstunden. Deswegen habe ich abgesagt.
          Daran kann ich nichts Merkwürdiges entdecken. Oder was meinst du?

          Das Software-Tool ist in dem Job wichtig, wir haben länger darüber gesprochen, die neue Firma besitzt es, mein alter AG nicht. Ich wollte nur wissen, ob das Angebot zu neuerlichem Kontakt den üblichen Floskeln in einer "Wir haben deine Jobabsage erhalten"-Bestätigung entspricht.

          • Für mich klingt das nach "stay in contact".
            Gute neue Leute zu finden ist heutzutage in einigen Branchen echt schwer geworden.
            Jetzt ist da ein Bewerber, den man gerne hätte, aber...
            Früher hat man als Arbeitnehmer versucht "den Fuß in der Tür zu halten" heute machen das auch die Arbeitgeber.

        • Ok das macht Sinn und ging aus deinem Post nicht hervor. Und es ist wichtig um die Gesamtlage zu beurteilen, genauso wie die Sache mit dem Tool.

          Für mich klingt das auch eher nach „Sollten Sie es sich anders überlegen, wir sind immer noch interessiert“. Ansonsten machen sich Arbeitgeber doch nicht die Mühe, einem fremden Arbeitnehmer bei Fragen zu einem Softwaretool zu helfen, der einem gerade abgesagt hat, obwohl man ihn gerne wollte UND sogar mit der Bezahlung hochgegangen ist. Wie schön geschrieben wurde, bei der heutigen Arbeitsmarktsituation ist’s mit dem Fuß in der Tür eher umgekehrt.

      • Ich hätte an deiner Stelle gar nicht gesagt, was du bei deinem derzeitigen Job verdienst - das ist ja für die neue Tätigkeit völlig irrelevant.

        Du teilst denen mit, was du haben willst, entweder erachten sie das dann als eine gute Investition, dann bekommst du das auch, oder halt nicht.

        Mit der Angabe des aktuellen Gehalts schwächt man sowieso meine Verhandlungsposition.

        Sowas ist übrigens auch Schuld am gender pay gap

        • Bei Gehaltsverhandlungen hab ich noch was zu lernen...
          Meine erste Vorstellung, die ich schon in die Bewerbung reingeschrieben hab, wurde im Erstgespräch abgelehnt.
          Das erste Gegenangebot lag gut 5.000 Euro p.a. niedriger. Laut Aussage meines Gesprächspartners war das exakt der Vertrag, den mein potentieller (männlicher) Kollege in spe auch hat.
          Daraufhin hab ich halt das Gespräch gesucht und mein aktuelles Gehalt genannt, weil ich das Gefühl hatte, eine "Rechtfertigung" für meinen Gehaltswunsch zu brauchen - dass der eben nicht aus der Luft gegriffen war, sondern auf realen Zahlen basierte.
          Ich tu mich echt schwer mit solchen Verhandlungen. Leider.

          • An deren Stelle hätte ich auch nichts anderes gesagt, wäre man ja schön blöd.

            Ich würde das nächste mal das Gespräch suchen und sagen, dass dir deine Arbeitskraft so und so viel Wert ist und du dich gegenüber deiner jetzigen Stelle keinesfalls verschlechtern möchtest. Dabei sagst du aber nicht, was du aktuell verdienst.
            Zumal du ja mehr Stunden hättest arbeiten sollen, also wäre ja der Stundenlohn deutlich gesunken.
            Rechtfertigen musst du dich nicht, denn deinem jetzigen Arbeitgeber bist du das Geld ja auch wert. Selbst wenn du jetzt weniger verdienst, ist es dein gutes Recht, den Wert deiner Arbeit selber höher einzuschätzen. Und wenn du doch mal in die Verlegenheit kommst, etwas zu deinem aktuellen Gehalt zu sagen, dann packst du einfach was drauf. Runterhandeln können (und meistens werden) sie dich immer noch, bei deinem alten Arbeitgeber werden sie keine Auskunft zum tatsächlichen Gehalt bekommen und wenn du das glaubhaft verkaufst und da auch hinter stehst, dann werden sie dich auch nehmen, wenn sie dich wollen. Es sei denn, es ist eine sehr kleine Firma, die sich dich tatsächlich nicht leisten kann. Das merkt man dann aber schon.

            Und was Verhandlungen angeht: Übung macht den Meister und auch für die besten Verhandler (mein Mann kann z.b. Wahnsinnig gut verhandeln) ist es eine sehr unangenehme Situation. Also falls dich das beruhigt 😉

            Das war schon ok. Bei der telefonischen Terminvereinbarung zum 2. Gespräch hättest du jedoch schon ankündigen können, dass du nicht bereit bist unter x€ p.a. zu wechseln. Dann hätten sich im Zweifel beide Seiten Zeit gespart und du hättest Stärke gezeigt.

            Die Rechtfertigung für deine Gehaltsvorstellung ist nicht das Gehalt eines anderen Mitarbeiters oder dein vergangenes Gehalt - sondern deine Qualifikationen und Leistungen.

        Stimmt nicht immer! Wenn man schon gut verdient, aber bei einem Wechsel profitieren will, dann kann man durchaus sagen „Aktuell verdiene ich über x, ein Wechsel - mit allen Risiken, die das mit sich bringt - müsste finanziell schon attraktiv sein.“ Danit schwächt man nicht seine Veehandlungsposition, schon gar nicht wenn man vorher ein deutlich niedrigeres Angebot bekommen hat.

        Ich wäre allerdings nie zum 2. Gespräch gegangen, wenn da nicht wenigstens der Rahmen abgesteckt gewesen wäre. Ist ja sonst reine Zeitverschwendung.

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