Rechtslage bei m├╝ndlicher Absprache?

    • (1) 12.04.19 - 10:02

      Ich habe eine Frage an euch, und hoffe das mir vielleicht jemand eine konkrete Antwort geben kann. Ich entschuldige mich jetzt schon mal, wenn es etwas verwirrend werden sollte! ­čÖł Ist ehrlich gesagt gerade ein bisschen Kindertheater bei uns auf der Arbeit, aber ich glaube wenn man ausschlie├člich mit Frauen arbeitet, bleibt das nicht immer aus ­čĄĚÔÇŹÔÖÇ´ŞĆ

      Zum Fall: Ich arbeite in einem relativ kleinen Betrieb mit (inklusive mir) 5 Angestellten Plus Chef und Ehefrau. Ich bin derzeit noch in Elternzeit, welche am 1.11.19 endet. Ab dann w├╝rde ich gerne in meinen alten Betrieb zur├╝ckkehren. Vor der Elternzeit hatte ich eine Vollzeitstelle mit 38,5 Wochenstunden. Mein Chef wusste auch schon seit letztem Jahr, das ich gerne mit mindestens 25 Stunden wieder anfangen w├╝rde. Wie der Zufall es so wollte, hat eine meiner Nachfolgerinnen (meine alte Stelle wurde NICHT als Schwangerschaftsvertretung besetzt sondern die Stelle wurde auf zwei neue Kr├Ąfte aufgeteilt, unbefristet f├╝r die beiden) Anfang des Jahres beschlossen zu studieren und jetzt zum 1.5. gek├╝ndigt. So sagte mein Chef mir dann im Februar, das ich ab November mit 26 Wochenstunden wieder einsteigen kann, und hat auch schon einen Arbeitplan mit den festen Arbeitszeiten erstellt und an alle Kollegen weitergegeben. Alle waren mit der neuen Aufteilung einverstanden.

      Jetzt kam es leider aufgrund der anstehenden Urlaubsvertretungen (wenn eine Kollegin fehlt, muss sie immer von einer anderen ersetzt werden) zu einem ganz sch├Ânen Chaos, und da die hierf├╝r zust├Ąndigen beiden Kolleginnen das alles nicht auf die Reihe bekommen haben, stellt mein Chef eine neue Kraft ausschlie├člich f├╝r die Urlaubsvertretung ein. Da dadurch den anderen Kolleginnen, die vorher in der Urlaubsphase mehr gearbeitet haben, nun aber Arbeitsstunden weg fallen, baten beide darum einen weiteren festen Vormittag in der Woche arbeiten zu k├Ânnen.
      Nun kommen wir endlich zum Punkt: mein Chef m├Âchte beiden gerne diese Zeiten geben, was aber bedeuten w├╝rde, das ich nicht wie angek├╝ndigt mit 26 Wochenstunden wieder einsteigen kann, sondern nur mit 21! Ich bin mit dieser Regelung aber absolut nicht einverstanden, da es hier um f├╝r mich finanziell sehr sehr wichtige Arbeitszeit geht! In wie weit gilt die Zusage meines Chefs, mir 26 Wochenstunden einzur├Ąumen, als m├╝ndlicher Vertrag? Ich habe leider Gottes nichts unterschrieben, ja ich wei├č, war dumm! Ich ├Ąrgere mich selber genug dar├╝ber! Die Absprache war rein m├╝ndlich, eben mit bereits aufgestelltem Arbeitsplan. Wie ist da die Rechtslage? Kann er mir einfach Stunden k├╝rzen, auch wenn ich nicht damit einverstanden bin?
      Vielleicht wei├č ja jemand genau wie es sich verh├Ąlt! Bitte wenn m├Âglich kein "ich glaube" oder "k├Ânnte sein", so weit bin ich ja selber...
      Danke f├╝rs Lesen!

      • (2) 12.04.19 - 10:12

        Naja rein rechtlich ist auch eine m├╝ndliche Absprache ein Vertrag. Das gr├Â├čte Problem ist dabei nur, dass man es selten beweisen kann. Gut du hast die Zeitaufteilung als Schriftst├╝ck, aber ob man wegen einem wie du so sch├Ân beschreibst ÔÇ×KindertheaterÔÇť einen Streit ├╝ber die Rechtslage vom Zaun brechen m├Âchte?

        Mal abgesehen davon: wenn deine Elternzeit endet, steigst du doch eigentlich wieder mit deinem Vollzeitvertrag ein, es sei denn, es ist was anderes fixiert. Vllt solltest du da ansetzen, wenn ihr versucht eine L├Âsung zu finde .

        • (3) 12.04.19 - 11:41

          Einen Streit mit meinem Chef ├╝ber die Rechtslage wollte ich eben wenn es geht vermeiden. Daher wollte ich mich informieren, in wie weit ich gezwungen w├Ąre, der Arbeitszeitenreduzierung zuzustimmen. Ich w├Ąre sonst auch gewillt, mir eine neue Arbeitsstelle zu suchen, aber wenn man eigentlich zufrieden ist, und es auch alles abgesprochen war, dann finde ich sowas sehr schade! Ich w├╝rde gerne dort bleiben, denn es hat immer alles super gepasst!

          Und btw, Kindertheater nenne ich es nur deswegen, da meine beiden Kolleginnen schon etwas kompliziert sind was das angeht. War an sich nicht b├Âse gemeint... Sie nehmen die Urlaubsvertretung an, dann klappt es aber nicht so wie geplant. Sie jammern das es nicht klappt, unser Chef aber nichts macht. Dann stellt er jemand neues ein, macht also endlich was, dann sind es ihnen aber zu wenig Stunden im Monat! Also sagen sie, wir wollen dann mehr feste Stunden, picken sich dabei aber die Rosinen raus und wollen nat├╝rlich nur einen zus├Ątzlichen Vormittag, blo├č keinen Nachmittag! F├╝r mich ist das etwas Kindergarten, mag f├╝r andere ein gro├čes Problem sein ­čśë

      (4) 12.04.19 - 10:18

      Es ist ganz einfach: NACH der Elternzeit steht dir in vollem Umfang dein alter Vertrag zu, also 38,5 Stunden. Da k├Ânntest du auch einfach einen ganz harten Kurs fahren und darauf bestehen (auch wenn du das so vermutlich gar nicht m├Âchtest). Das bringt dich aber zumindest in die Position zu sagen: "Ich bin damit einverstanden die 38,5 Stunden auf 26 Stunden zu reduzieren nicht aber auf 21 Stunden. Wenn wir uns nicht einig werden, werde ich auf die 38,5 Stunden bestehen!" Wenn er dir nicht mehr als 21 Stunden geben will, dann soll er die die halt bezahlen wie 26. Denn nicht vergessen, wenn ihr jetzt einen ganz neuen Vertrag macht bzw. deinen alten Vollzeitvertrag "k├╝rzt", dann kannst du ja auch ganz neu verhandeln - das w├╝rde ich mir dann eh nicht entgehen lassen (Gehalt, verm├Âgenswirksame Leistungen, Urlaubstage,...). Und bitte nicht vergessen bei einem Teilzeitvertrag festzulegen wann genau gearbeitet wird. Es kommt ja immer wieder vor, dass der AN vergisst das zu fixieren (es war doch besprochen) und der AG dann immer extra dann einplant, wenn er wei├č, dass es mit der Kinderbetreuung kollidiert. So wird man die Leute dann auch los...

      • < Das bringt dich aber zumindest in die Position zu sagen: "Ich bin damit einverstanden die 38,5 Stunden auf 26 Stunden zu reduzieren nicht aber auf 21 Stunden. Wenn wir uns nicht einig werden, werde ich auf die 38,5 Stunden bestehen!" Wenn er dir nicht mehr als 21 Stunden geben will, dann soll er die die halt bezahlen wie 26. >

        Klar, sowas ist in so einem kleinen Unternehmen sicher auch problemlos m├Âglich, den Chef so unter Druck zu setzen.
        Bringt auch ganz viel Spa├č gegen einen Chef solche Sachen wahrscheinlich noch einzuklagen, wenn er nicht sofort kooperativ ist. Tolles Arbeitsklima dann.

        lichtchen

        • Stimmt schon, ganz so hart w├╝rde ich es nicht formulieren wollen. Aber ich w├╝rde eben, wenn alle Stricke rei├čen, wenigstens mal zu ihm sagen "was w├Ąre denn, wenn ich darauf bestehen w├╝rde mit meinen vollen 38,5 stunden zur├╝ck zu kommen?", dann m├╝sste er n├Ąmlich h├Âchstwahrscheinlich eine Kollegin entlassen und sowas kann er ganz schlecht ­čÖł Also ich sch├Ątze schon, das es ein gewisses "Druckmittel" w├Ąre, auf das ich aber tats├Ąchlich nur sehr ungern zur├╝ckgreifen w├╝rde, denn die 38,5 stunden m├╝sste ich ja mein Kind auch erstmal irgendwo unterkriegen. So oder so, alles etwas verzwickt! Drohen will ich nat├╝rlich nicht, m├Âchte aber auch nicht zugunsten von anderen Kollegen auf f├╝r mich wichtige Stunden verzichten m├╝ssen!

        • Das Arbeitsklima vergiftet der Chef doch gerade selbst, indem er sich nicht an Absprachen h├Ąlt. Warum soll sie jetzt also nicht auch mal Druck aufbauen, sondern alles einstecken? Und es ist neunmal ihr Recht auch wieder in den alten Vertrag einzusteigen. Dem Chef hat niemand gezwungen die anderen nicht als Vertretung, sondern unbefristet einzustellen.

          • Die TE scheint aber auf den Job bzw die 26h angewiesen...und mit R├╝ckkehr in Vollzeit kann sie nur wirklich drohen, wenn das auch realisierbar ist und die Betreuung sicher ist.

            • Es geht mir darum dem Chef einfach mal aufzuzeigen, dass man seine Rechte kennt. Da glauben ja manche AGs sie h├Ątten da so ne dumme Mutti vor sich, die eh nicht checkt wenn sie verarscht wird. Klar, wenn man es ganz hart spielt, muss man es ggf. durchziehen... aber so gut wird man seinen AG ja einsch├Ątzen k├Ânnen.

      (10) 12.04.19 - 10:36

      Ja, so in etwa hatte ich mir das auch schon gedacht! Das ich zur Not sage "dann steige ich eben wieder mit 38,5 ein!", denn diese Stelle muss er mir ja frei halten. Eine Reduzierung kann ich so weit ich wei├č dann jederzeit beantragen und ich meine, dem m├╝sste er auch stattgeben.
      Sonst danke f├╝r die weiteren Tipps! Die Arbeitszeiten w├Ąren tats├Ąchlich dann so fest, wie er sie schon eingeteilt hat. Da w├╝rde sich nichts dran ├Ąndern. Ich arbeite jetzt schon das 11. Jahr dort, es hat sich nie bei irgendwem was an den Zeiten ge├Ąndert. Beim Gehalt hab ich dank Tarifvertrag (an den sich mein Chef strikt h├Ąlt) nicht viel Spielraum, Verm├Âgenswirksame Leistungen werden gezahlt und bei dem Rest werde ich mal verhandeln ­čśë

      • (11) 12.04.19 - 11:21

        "Eine Reduzierung kann ich so weit ich wei├č dann jederzeit beantragen und ich meine, dem m├╝sste er auch stattgeben."

        Nach ┬ž 8 Abs. 7 TzBfG muss er das eben bei eurer Betriebsgr├Âsse eben nicht. Eventuell gibt da ja der Tarifvertrag mehr her.

      (13) 12.04.19 - 11:30

      BTW: Eine Reduzierung nach TzBfG bedarf der Textform!

    (15) 12.04.19 - 11:46

    Ich kann dir nur raten den Dienstplan dann trotzdem als Anlage zum neuen Arbeitsvertrag zu nehmen. Denn ÔÇ×Da wird sich schon nichts ├Ąndern, ist in 11 Jahren nicht passiert.ÔÇť ist schneller vorbei als einem lieb ist.

    (16) 12.04.19 - 13:56

    Einer Reduzierung m├╝sste er auch nicht stattgeben, wenn das Unternehmen gr├Â├čer w├Ąre, denn deine Elternzeit ist vorbei. Den Rechtsanspruch auf Teilzeit hast du idR nur w├Ąhrend der Elternzeit!

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