Ehemalige Arbeitnehmerin zockt mich ab?

    • (1) 18.04.19 - 19:33

      Guten Tag,

      Ich hatte von Oktober 2018 bis März 2019 eine Studentin bei mir als Teilzeitbeschäftigte mit 15 Stunden pro Woche. Leider konnte sie durch ihr Studium nie auf die vertraglich vereinbarte Stunden kommen. Außerdem haben sich im Laufe der Zeit die Beschwerden gehäuft.

      Offenbar putzte sie den Kunden nicht gründlich genug.

      Weil ich nicht wusste, wie ich das angehen soll, hab Ich sie immer weniger eingesetzt. Zeitgleich habe ich die Minusstunden von ihrem Gehalt abgezogen, da sich im Laufe der Zeit 40 davon angesammelt hatten. Mündlich hatte ich ihr weiß gemacht, dass es am besten ist, ihre Stunden allgemein zu reduzieren. So kam sie nur noch auf 10, knapp über der 450 € Grenze.

      Sie hat zum 15.3. Gekündigt. Kurz danach trudelte eine Klage vorm Arbeitsgericht bei mir ein in dem ich gebeten wurde, ihr die Gehaltsdifferenz vom Januar von 250 € zurück zu zahlen.
      Und war weil es für sie nicht ergründlich sei, da ich sie auf der Gehaltsabrechnung nicht vermerkt war.
      Und behauptete plötzlich die Vertragsänderung (wir haben Anfang Januar mündlich den Vertrag reduziert) sei nichtig. Sie schreibt: Ich hätte sie überrumpelt und es liegt zudem nichts schriftlich vor. Dann forderte sie wenig später noch den ganzen Februarlohn ein.

      Mein Anwalt schrieb ihr einen Brief und meinte sie habe doch den niedrigeren Vertrag akzeptiert und plädierte auf Prozessbetrug. Daraufhin kam es wohl zum Gespräch zwischen den beiden und er war danach total negativ gegen mich eingestellt und zog den Antrag zurück und fragte mich, ob an den Vorwürfen von ihr nicht doch was dran ist, er habe nicht den eindruck, als würde sie sich das ausdenken.

      Als sie noch bei mir war, hatte ich nicht den Eindruck, sie unter Druck gesetzt zu haben.

      Es gab Kritik aber nicht so wie sie das jetzt darstellt. Als Dienstleisterin muss ich mich nun mal nach Kundenwünschen richten.

      Mein Anwalt gibt sich überhaupt keine Mühe. Alles was ich höre, es sei am besten
      einfach die Forderungen zu begleichen. Er nennt meine Angelegenheit "Diesen Sch#eiß

      Ich habe sehr viel Geld verloren durch diese rechtlichen Streitigkeiten,

      Was meint ihr?
      Wie kann man sowas in Zukunft vermeiden?

      LG"

      • Hallo.

        Ehrlich gesagt blicke ich da so und so nicht ganz durch.

        Wenn die Kunden mit ihr unzufrieden waren, dann hättest du ihr das klar sagen und dementsprechend handeln sollen.

        Und Verträge macht man schriftlich - nie mündlich!

        Verbuche die Sache als "Lehrgeld", zahl ihr die Streitsumme und lerne aus den Fehlern.

        LG

        • Ich verstehe nicht wieso sich mein Anwalt nicht etwas mehr Mühe gibt.

          Ich habe sie die letzten Wochen nicht mehr einteilen können und hin und her überlegt Also habe ich sie sozusagen jetzt fürs Nichtstun bezahlt.
          Hinzu kommen knapp 300 Euro Anwaltskosten.

          Dann hat sie noch Trouble gemacht, weil ich ihre Daten nicht ans Finanzamt übermittelt habe und ihre Abrechnungen falsch seien.
          Habe ausversehen die falsche Stkl angegeben.

          • "Dann hat sie noch Trouble gemacht, weil ich ihre Daten nicht ans Finanzamt übermittelt habe und ihre Abrechnungen falsch seien.
            Habe ausversehen die falsche Stkl angegeben."

            An dem "Trouble" bist du doch aber selber schuld. Deine AN wäre sicherlich auch froh, wenn sie dir nicht noch wegen sowas hinterher laufen müßte.

          • (5) 18.04.19 - 20:24

            Nur weil du sie nicht mehr einsetzen willst, kannst du ihr nicht einfach die Stunden kürzen.
            Verbuchen es unter Lehrgeld und zahlen den schriftlich vereinbarten Lohn. Es kann für dich nur noch teurer werden!

      Was ich noch so aus meinen Betriebsratzeiten weiß, muss ich sagen, dass sie im Recht ist.
      Als AG bist du verpflichtet, die vertraglich vereinbarten Stunden zu zahlen. Dass du sie nicht einsetzt, ist dein Problem. Das Zauberwort für eine Stundenreduktion heißt Änderungsvertrag.
      Wenn es Kundenbeschwerden gab, kannst du auf Basis dieser abmahnen (bei belegbaren Schweregrad). Lohnminderung auf Grund schludriger Arbeit ist nur möglich, wenn vertraglich ein Leistungslohn ausgemacht wurde.

    • Ich persönlich würde es auch unter Lehrgeld verbuchen und zahlen, da du dich auch nicht korrekt verhalten hast.

      1. Wenn es Beschwerden durch die Kunden gibt, dann mußt du das ihr sagen und im Ernstfall abmahnen, bei gravierenden Dingen. Du bist weisungsbefugt und so lange du nix unnormales verlangst und es der Tätigkeitsbeschreibung im AV entspricht, dann muß sie so putzen, wie du bzw. deine Kunden es verlangen, auch wenn sie es persönlich anders machen würde. Ich frage mich, aber warum hast du ihr nicht gekündigt, wenn du so unzufrieden warst.

      2. Ihr habt einen Vertrag über X Stunden, da kannst du nicht einseitig ihre Stunden reduzieren. Wenn du sie nicht einsetzen willst, dann mußt du ihr trotzdem die Stunden zahlen.

      3. Vertragsänderungen immer schriftlich. So bist du auf der sicheren Seite. Als Arbeitgeber bist du in der stärkeren Position, somit kann sie schon behaupten, dass du sie unter Druck gesetzt hast.

      "Weil ich nicht wusste, wie ich das angehen soll, hab Ich sie immer weniger eingesetzt. Zeitgleich habe ich die Minusstunden von ihrem Gehalt abgezogen, da sich im Laufe der Zeit 40 davon angesammelt hatten. Mündlich hatte ich ihr weiß gemacht, dass es am besten ist, ihre Stunden allgemein zu reduzieren."

      Klingt für mich auch nach nem einseitigen Entschluß deinerseits und nicht so, als ob sie damit einverstanden war.

      Und zum Anwalt. Ich kann deinen Unmut einerseits verstehen und die Ausdrucksweise ist echt nicht toll, wenn er das wirklich so gesagt hat. Da wäre mein Vertrauen dahin und ich würde mir zukünftig jemand anderes suchen.
      Wobei es andererseits auch gut ist, wenn er nachdem er die andere Seite gehört hat und deine Chancen auf dem Klageweg einschätzt, dir rät es zu zahlen und nicht einfach weiter zu machen, woran er sicherlich mehr verdienen würde...

      (8) 18.04.19 - 20:18

      Als Laie würde ich sagen:

      einmalig einen guten Anwalt fragen, wie man das künftig vermeiden kann. Arbeitsrechtlich abgesichert. Das sind Einmalkosten, die sich langfristig lohnen können.


      Ansonsten: alles schriftlich machen.
      Sich mit Arbeitsrecht befassen.

      - Wann darf man abmahnen?
      - Wann darf man kündigen?
      - Was ist dabei zu beachten?
      - Welche Stolperfallen gibt es?
      - In welcher Reihenfolge muss das geschehen?

      - Welche Rechte/Pflichten hat der AN?
      - Wann ist bei Pflichtverletzung eine Abmahnung, wann eine Kündigung gerechtfertigt?

      - Welche Rechte/Pflichten hat der AG?
      - Wann kann man gegen seine Forderungen vorgehen? Wann sollte man sich wehren?


      Und last but not least: wann ist es sinnvoller direkt zu bezahlen, daraus lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen...
      und wann ist es sinnvoller mit allen Beweisen den Rechtsweg durchzustehen?

      Was kostet mich der Prozess/Rechtsweg? Was kostet mich der Weg ohne den Prozess? Was schadet meinem Image?

      Selbst wenn Kunden sich beschwert haben: ein Gerichtsverfahren abzuwarten, nichts schriftlich zu haben und sich dann aufzuregen, macht das Image der Firma auch nicht besser.

      Einmal RICHTIG informieren. Klipp und klar, welche Wege gibt es, welche Verhaltensregeln hast du als AG einzuhalten.
      Daran orientieren.


      Als Laie würde ich mal tippen, durch folgende Faktoren hast du ihr Tür und Tor für den Gerichtsweg geöffnet
      - nichts schriftliches zur Vertragsänderung
      - unter fadenscheinigen Gründen die Stunden reduziert (ohne ihr die Chance auf Nachbesserung zu geben: hör zu Mädel, so und so sieht deine Arbeit aus, das sollte besser laufen - in angemessenem, freundlichen Ton / Informieren bezüglich wie viel du als AG an schlechter Leistung dulden musst, ab wann Abmahnung möglich wäre)

      eigenmächtig ohne echte Kommunikation ihre Stunden und somit auch ihren Lohn zu reduzieren, da würde ich mich als AN betrogen fühlen.

      - "Mündlich hatte ich ihr weiß gemacht, dass es am besten ist, ihre Stunden allgemein zu reduzieren"

      eben, mündlich. Du hast nichts schriftliches, sie hat nichs schriftliches und jemandem etwas weiß machen hat in meinem Wortverständnis etwas mit "anlügen", "einen Bären aufbinden", "unechtes glaubhaft machen" zu tun. Ob das nun mit Betrug zu tun hat oder nur mit dem Versuch jemandem einen Bären aufzubinden, ein gewisser Vorsatz ist bei der Wortwahl jemandem etwas weiß machen wollen, dabei.

      Als AN wäre ich da echt wütend. So hat sich ein AG nicht zu verhalten.

      Abmahnen wegen schlechter Leistung: nachvollziehbar. Auffordern, die Arbeit besser zu machen: nachvollziehbar.

      Herumdrucksen oder eben etwas "weiß machen": NO GO.

      Und es dann auch noch nicht schriftlich festzuhalten. Jupp, da käme ich mir auch überrumpelt vor und würde mir einen Anwalt nehmen. An Stelle der AN.

      An deiner Stelle hätte ich mich schon längst in der Ausbildung über die Mindestanforderung von Wissen um Verträge gekümmert, bevor ich so einen Blödsinn nach dem anderen mache. Und wenn mir ein Anwalt zu teuer wäre, dann hätte ich mich schon bei den ersten Anzeichen der Problematik mit ihr, bei einer Personalabteilung informiert. Freunde, Verwandte, wen auch immer ich kennen würde. Lange bevor ich zu solchen unsinnigen Mitteln in Eigenregie greifen würde. Als AG, Führungsposition, sollte ein gewisses Maß an Wissen vorhanden sein. Wenn nicht, dann wo man das Wissen herbekommt.

      Schlechte Leistung eines AN ist nun wirklich kein Sonder-Extrem-Ausnahmefall, wo man selbst aus der Personalabteilung/als Fachanwalt erst mal recherchieren muss, sondern sollte ein AG standardmäßig wissen oder wissen, wo man sich rechtzeitig informieren kann. Nicht erst, wenn der Prozess schon gelaufen ist und jede Menge Geld rausgeflogen ist. #schock #kratz

      Sorry, vielleicht erwarte ich auch zu viel von Arbeitgebern und überschätze deren Fähigkeiten. #zitter

      Hör auf deinen Anwalt und zahle die ausstehende Summe.
      Du kannst doch nicht einfach Minusstunden vom Gehalt abziehen nur weil DU sie zu wenig eingesetzt hast! Sie hat einen Vertrag über x-Stunden, wenn du sie, aus welchen Gründen auch immer, nicht ausreichend einsetzt,dann ist das dein Problem und nicht das deiner Arbeitnehmerin.

      Anstelle deiner ehemaligen Angestellten wäre ich auch ziemlich angefressen über dein Verhalten und würde dir ordentlich Feuer unterm Hintern machen! Für die Zukunft solltest du daraus lernen und diese Fehler nicht nochmal begehen...

      (10) 18.04.19 - 20:25

      "Wie kann man sowas in Zukunft vermeiden?"

      Indem du deine bisherigen Fehler n Zukunft vermeidst.

      "Weil ich nicht wusste, wie ich das angehen soll, hab Ich sie immer weniger eingesetzt."

      Probleme offen aber freundlich ansprechen. Wenn der Kunde unzufrieden ist, dann die Angestellte um ihre Sichtweise der Dinge fragen. Konkrete Beispiele bringen was nicht gepasst hat.

      Wenn es dann noch immer Beschwerden gibt, dann noch ein Gespräch und irgendwann auch eine Abmahnung aussprechen, schriftlich!

      "Mündlich hatte ich ihr weiß gemacht, dass es am besten ist, ihre Stunden allgemein zu reduzieren."

      Nix "weismachen", höchstens anbieten die Stunden zu reduzieren.

      "wir haben Anfang Januar mündlich den Vertrag reduziert"

      Immer SCHRIFTLICH!

      "Als sie noch bei mir war, hatte ich nicht den Eindruck, sie unter Druck gesetzt zu haben."

      Für dich selbst genau hinterfragen, wir waren nicht dabei um da ein Urteil abzugeben.

      "Es gab Kritik aber nicht so wie sie das jetzt darstellt."

      Was jetzt? Zuerst schreibst du, du hast nicht gewusst wie tun, und jetzt hast doch mit ihr geredet?

      "Ich habe sehr viel Geld verloren durch diese rechtlichen Streitigkeiten,"

      250 + 450 + Kosten für den Anwalt oder so?

      Für mich wäre das in Anbetracht der Umstände (noch) nicht sehr viel, das kann noch viel mehr werden solltest du vor Gericht verlieren.

      LG

      (11) 18.04.19 - 20:35

      Sorry, aber „abzocken“ ist etwas anderes. Wie hat du dir vorgestellt, dass es mit ihr weiter geht, wenn sie nicht gekündigt hätte? Warum hast nicht du ihr gekündigt? Warum hast du sie nicht abgemahnt? Warum vertraust du als Arbeitgeberin auf mündliche Absprachen, bei jemandem der offenbar unzuverlässig war?

      Den Anwalt hättest du dir nehmen sollen um dich vorher beraten zu lassen. Da nächste mal beschäftigst du vielleicht lieber jemanden der Rechnungen stellt für tatsächlich geleisteten Stunden.

      Jetzt gibt dein Anwalt sich keine Mühe, weil er vermutlich weiß, dass es recht aussichtslos ist und er Fälle auf dem Schreibtisch hat, die seine Zeit sinnvoll erfordern.

      • (12) 18.04.19 - 20:51

        Konnte ja nicht wissen, dass sie damit gleich zum Arbeitsgericht rennt und eine Klage erhebt.

        Ich habe mir den Anwalt genommen, damit er mir evtl hilft und nicht, dass er nur
        Der Gegenseite beipflichtet und ich soll zahlen
        Irgendwie scheint ihn meine ehemalige Angestellte ihn ganz schön um den Finger gewickelt zu haben.

        Mir gefällt es nicht, wie sie mich darstellt.

        (20) 18.04.19 - 21:33

        Dein Anwalt hilft dir, indem er dich vor noch mehr Unkosten schützt.

        Er kann dir aber nicht (wie offenbar gewünscht) deine selbst verschuldeten Probleme kostenfrei vom Hals schaffen.

        Und entscheiden kann er auch nix, das wird nämlich das Gericht! Und nicht dein Anwalt! Und da sagt er ja ganz klar: Deine Chancen stehen schlecht. Du kannst es trotzdem riskieren, aber wenn du absehbar verlierst, dann kostet dich das Ganze noch mehr...

        (21) 18.04.19 - 22:40

        Naja, zum Arbeitsgericht „rennt“ man erst, wenn man sich recht sicher ist das ganze zu gewinnen. Du hast dich halt - offenbar unwissend und nicht mutwillig - nicht richtig verhalten. Soll sie jetzt kuschen?

https://www.urbia.de/forum/28-finanzen-beruf/5197978-pflegedienst-wirtschaftet-nicht-richtig

Kannst du das mal erklären?
In diesem Beitrag, scheinst du diese Person zu sein.

Auszug aus dem damaligen Beitrag:

"Es sind auch noch andere komische Geschichten vorgefallen, wenn man davon mal absieht. Mein Vertrag wurde einfach so geändert.. auf weniger Stunden ohne einen neuen aufzusetzen.
Und mit irgendwelchen Minusstunden verrechnet. Die aber nur zustande kamen, weil sie mich nicht genug eingeteilt hat..."

Zahlen und daraus lernen!
Wie kann man bitte als Arbeitgeber sich nicht kleinlich an Verträge halten und ALLES schriftlich festgehalten
????

Top Diskussionen anzeigen