Blöde Frage...

    • (1) 30.04.19 - 13:11

      Ich weis selbst nicht ob ich meinen Gedankengang 100% ernst nehmen soll, aber der Gedanke gefällt mir irgendwie wenn ich intensiv drüber nachdenke.

      Ich bin wie so viele gerade in Metropolen lebenden aktuell in der jährlichen Kita-Misere. Mein Kind habe ich in 19 Einrichtungen der Umgebung angemeldet. Absagen bekommt man zwar keine aber Zusagen, naja sollte man. Die meisten haben ihre Zusagen bereits rausgeschickt und der Drops ist gelutscht. Viele Einrichtungen sind somit gezwungen bereits ausgeschieden. Wenn ich viel Glück habe, bekäm mein Kind vielleicht für nächstes Jahr einen Teilzeitplatz, den ich im Folgejahr aufstocken könnte. Jedenfalls ist mir aufgefallen, als ich alle so abtelefoniert habe ob man noch hoffen darf oder nicht. Das nahezu keine Einrichtung alle verfügbaren Plätze auch belegen wird. Warum - Personalmangel. Klar das weis jeder der einen Fernseher hat und regelmäßig Nachrichten schaut auch. Aber akkut betroffen, fällt es nochmal stärker auf.

      Jetzt hab ich schon im Spaß runter gesagt. "Hehehe, ich mach in einem Jahr einfach eine neue Ausbildung und werd Erzieherin... dann werd ich niemals nicht arbeitslos sein." Soviel im Spaß runter gesagt und daraufhin einfach mal ernsthaft darüber nachgedacht. Aktuell und im nächsten Jahr bin ich eh noch in Elternzeit. Also hab ich mich einfach mal an den PC gesetzt um zu sehen ob ich die Qualifikationen überhaupt mitbringen würde. OK würde ich. Durch meine erste Ausbildung könnt ich den Teil mit der "Kinderpflegerausbildung" sogar halbieren auf ein Jahr, weil das angerechnet wird und als Mutter könnte ich den Schulischen Teil laut Richtlinien sogar von 37/39 Stunden die Woche auf 30 Stunden reduzieren. Klar im ersten Jahr würde ich jetzt nicht wirklich was verdienen, aber da ich noch nie Bafög hatte, kann ich es ja noch beantragen (darf man ja nur einmalig). Wenn ich mir dann wiederum anschaue, das ich nach einem Jahr Schule direkt durchstarten dürfte und in München bereits ein Brutto von 2500 Euro zu erwarten hätte (was minimal mehr wäre als mein aktueller Lohn wenn ich arbeiten würde) und als Erzieherin nach 2 Jahren Berufspraxis auf 2.200 Euro netto hoffen kann. Ja heidewitz.

      Ich meine in meinem aktuellen Beruf bin ich soweit zufrieden, aber wirklich ausgelastet bin ich da auch nicht. Und Lohntechnisch bin ich hier schon jetzt am oberen Bereich angekommen, da ich für einen Kunden arbeite der mehr als überdurchschnittlich bezahlt. Und ewig im Dienstleistersektor hängen bleiben wolte ich irgendwie auch nie.

      Ich meine Bewerben kann ich mich eh nur in der Zeit von September bis Februar für 2020 dann und hab somit noch mehr als genug Zeit ernsthaft darüber nachzudenken und mal meinen Mann zu fragen was der von meinem Gedankenkarussel hält. Bin zwar schon 30 aber warum nicht? Im Sozialen Bereich arbeiten wollte ich eigentlich von Anfang an immer, bin da aber irgendwie nie so recht hängen geblieben oder war so auf Medizinische Tätigkeiten beschränkt im Denken.

      Würdet ihr sowas in Betracht ziehen, wenn ihr euch in der aktuellen Berufswahl nicht vorstellen könntet, bis zur Rente da drin zu bleiben? Vorrausgesetzt ihr könntet euch auch die Arbeit mit Kindern vorstellen, was ich durchaus kann und ich hab jahrelang babygesittet und selbst 2 kleine Monsterbäckchen daheim.

      • Hallo,

        Ich finde das klingt doch alles gut!

        Was lässt sich zögern?
        In unserer Kita sind einige spät-Erzieher und die sind super ;)

        Am besten ist die „frische“ Erzieherin, die 38jahre ist und 3 Kinder hat 😉 sie hat erst vor 3 Jahren ausgelernt.

        Und da hast du einen sicheren Job, vielleicht sogar im öffentlichen Dienst! Und bekommst such Kita Plätze 😉

        Lg

        • Naja zögern auch nur deswegen weil der Gedanke mir heute erstmals in den Sinn kam.

          Es hätte mehrere Vorteile aber einen ganz großen Nachteil. Mein Mann würde es prinzipiell unterstützen - aber der Nachteil ist nicht ganz ohne. Laut Richtlinien könnte ich zumindest im Bereich Kinderpflege das erste Jahr direkt überspringen und nur ein Jahr und zwar das 2. Lehrjahr machen. Das ist halt komplett schulisch. Bedeutet Lehrmaterialkosten von ca 136 Euro im Jahr.... das ist halb so wild... aber es bedeutet auch KEIN Einkommen. Erzieherinnenausbildung kann man anscheint Teilzeit machen. Halbtags arbeiten und halbtags Schule, da bekäm man wenigstens etwas Gehalt was zumindest die Kosten decken würde. Für Bafög hab ich schon geschaut, dafür bin ich mit 30 leider bereits zu alt. :-(

          Wenn die Kitaplatzsicherheit für meine eigenen Kinder da noch relevant wäre, wage ich zu bezweifeln.^^ Außer ich bekäm noch mal eins (hust). Aber ich könnte mit Gewissheit sehr nah zu meinem zuhause arbeiten. Wir haben zich Einrichtungen Fußläufig und alle suchen wie die Guppies händeringend nach Personal.

          Die Vorteile von dem Job überwiegen und ich weis das mir das viel Spaß machen würde. Wäre zwar auch stressig, gar keine Frage aber vielleicht gibt mir dieser Stress ja den Ausgleich und Belastung die mir in meinem bisherigen Beruf fehlen. Da komm ich mir nämlich chronisch unterfordert vor. Und Gehaltstechnisch ist da nicht mehr viel Luft nach oben wohin ich noch aufsteigen könnte. Ist zwar auch Arbeitsplatzsicher aber wiegesagt unterfordert mich wahnsinnig und Geldtechnisch ist da nicht viel mit Aufsteigen drin. Wie gesagt ich hab jahrelang Babygesittet und von mehreren Familien teils zeitgleich auf 7 Kinder aufgepasst (bin mit denen oft zum Spielplatz) wo die jüngsten Babys waren mit 4/5 Monaten und die ältesten 7 Jahre waren. Was mich nie hat aus der Ruhe bringen lassen. Hatte damals schon ein gutes Auge dafür, welche Kinder ich "sich selbst" überlassen kann und nix passieren kann und wo ich hinterher sein sollte. Konflikte bin ich nur eingeschritten wenn sie zu eskalieren drohten aber ansonsten bin ich da nicht der Typ der ständig Partei ergreifen würde.

          Die mesiten Einrichtungen gehören zur Stadt nur wenige sind in kirchlicher oder ander Trägerschaft. Hinzu kommen private Einrichtungen oder Firmenkitas. Gerade BMW, MEAG, Telefonica und diverse Behörden haben ihre Hausinternen Einrichtungen und bezahlen weit übertariflich. Sprich Gehaltstechnisch wäre staatlich die schlecht bezahlteste Option und selbst die schlecht bezahlteste ist im Grunde sehr gut bezahlt (in meinen Augen). Aber mir ginge es gar nicht mal primär ums Geld, das ist einfach nur ein weiter Vorteil. Ich könnte vielleicht etwas machen was ich "geistreich" empfinde. Immerhin forme ich die nächste Generation mit in solch einem Berufsbild. Was forme ich in meinem jetzigen Job? Höchstens Schlüssel krum und eckig?!^^ Und eigentlich wollt ich immer ein Beruf wo ich am Ende des Arbeitslebens sagen konnte ich habe etwas mit Mehrwert gemacht.

          Aber dieses mind. eine Jahr ohne Einnahmen... das ist natürlich nicht ohne... ich hab ja noch bis nächstes Jahr Februar Zeit mich einzuschreiben. Da ich im Elternbeirat bin und mit unserer Kitaleitung sehr eng, mach ich mit der mal ein Plauderründchen darüber. :-p Vielleicht kann sie mir ja etwas an die Hand geben was diese Problematik lösen könnte. Immerhin hat sie mehr Ahnung vom Fach und kennt da Leute die Leute kennen etc.

      Hallo,

      mach doch mal ein Praktikum oder Hospitiere im Kindergarten.

      Der Job ist recht laut, 22 bis 25 spielende Kinder... und nicht mit 2 Kindern zu vergleichen;)

      Für mich wäre das nix, aber wenn Du Bock hast, los mach doch :)

      • (5) 30.04.19 - 22:06

        Das wollte ich gerade auch schreiben. Als Elternteil ist man nicht automatisch geeignet mit Kindern zu arbeiten.
        Die eigenen Kinder sind was ganz anderes, als eine Horde fremde Kinder. Auch sollte man bedenken, dass es nicht nur „aufpassen“ ist. Das unterschätzt man total. Dokumentation, Angebote, Elternkontakt, Körperhygiene,..

    Ich bin Erzieherin, ebenfalls auf dem so genannten "zweiten Bildungsweg", hatte vorher also bereits eine andere Ausbildung gemacht.
    Deine Überlegung finde ich super, denn Erzieher werden immer und fast überall gesucht.
    Auch heißt es ja nicht, dass du anschließend nur im Kindergarten arbeiten musst..Erzieher gibt es in vielen anderen Bereichen auch, Krippe, Hort, Förderschulen etc...
    Also..worauf wartest du :-)

  • Bei Bafög gibt es eine Altersgrenze. Ggf. wäre ein Bildungsgutschein möglich.

    Mach doch ein längeres Praktikum in der Kita und schaue, ob es Dir gefällt.

    Hallo,

    das ist gar keine blöde Frage! Ich finde diesen Gedankengang sehr gut! Nur Mut!
    Im Nachhinein wünschte ich dass ich so etwas auch noch gemacht hätte (nun bin ich 50 und denke "hättest du mal nur"). Und gerade als Erzieherin ist das Arbeitsfeld so vielfältig. Damit kannst du auch in den Bereich der Jugendhilfe etc, Wohngruppen und Betreuung.

    Kannst du über die KfW einen Kredit (heißen die Bildungskredit?) bekommen?

    LG
    masinik

Bedenke auch, dass du für die Erzieherausbildung in Teilzeit eine Arbeitsstelle als Kinderpflegerin (gibt es die Ausbildung überhaupt noch?!) brauchst. Viele Träger stellen kaum noch kinderpfleger ein, höchstens SPA.
Die Teilzeitausbildung dauert dann auch mal 4-5 Jahre. Der Spagat zwischen Ausbildung und arbeiten ist auch nicht ohne. Meistens hat man nachmittags/abends und samstags Schule.

  • Kinderpflegerin ist immer noch die Grundvoraussetzung um Erzieherin werden zu können. Kinderpflegerin ist rein schulisch mit ein paar Praktikas die anscheinend zugewiesen wird von der Schule. Danach kann man aufstocken zur Erzieherin. Das dauert regulär 3 Jahre vollzeit schulisch mit bezahlten Berufspraktikas oder Teilzeit arbeitend wie duales System dann dauert es aber entsprechend doppelt so lange.

    Hier in München hat man selbst nur als Kinderpflegerin keine Probleme für Einstellungen. In unserer Krippe hat die Gruppe meines Sohnes 3 "Erzieher" wobei sich eine gar nicht so nennen darf weil kinderpflegerin und die zweite ist erst seit wenigen Wochen examinierte Erzieherin. Das weiß ich, weil mein Sohn einer ihrer Prüfungsprobanten war. Da musste sie sich 3 Kinder aus ihrer Gruppe aussuchen und die Prüfung fand in der Einrichtung statt. Die 3. Erzieherinnen ist die Chefin persönlich.

    Dadurch das überall chronischer Personalmangel herrscht, haben die Einrichtung gar nicht DIE Wahl.

    • Bei uns gibt es keine Ausbildung zur Kinderpflegerin mehr, nur noch zur SPA. Die Ausbildung zur Erzieherin dauert hier auch nur zwei Jahre ;)

      Deswegen meine frage, wo es die Ausbildung zur Kinderpflegerin überhaupt noch gibt. In vielen Bundesländern gibt es sie nicht mehr. Zumal Kinderpfleger auch noch unter den SPA stehen.

Wo verdient man denn bitte als Erzieherin nach 2Jahren 2200 netto?

Ich kündige sofort und bewerbe mich da.
Ich würde jetzt mit 18 Jahren Berufserfahrung bei 100% "nur" ca 1800 rausbekommen (wäre ich in SK 1)

Du arbeitest nicht nur mit Kindern zusammen, du wirst auch immer mehr mit "meckernden" Eltern konfrontiert oder mit deinen Vorgesetzten vom Träger, die die Kindergärten auffüllen, Hauptsache, sie schaffen Plätze, daß die Qualität darunter stark leidet ist denen egal!

Die Kinder werden immer "schlimmer" und lassen sich oft schon auch von einer Erzieherin nichts mehr sagen.
Der Beruf ist ganz anders als da, wo ich ihn gelernt habe.
Hätte ich damals gewusst, wie sich die Aufgaben und Ansrpüche verändern, hätte ich etwas anderes gelernt.

Lg

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