Karriere als Mama

Hallo ihr lieben!
Ich fühle mich ein wenig allein auf weiter Flur und wollte daher mal diese Frage in den Raum stellen:
Gibt es hier Mamas, die Karriere machen?
Ich habe studiert und lange auf meine Position hingearbeitet. Dazu soll noch ein Master kommen und ich strebe langfristig eine verantwortungsvolle Position an. Ich verdiene mehr als mein Partner und möchte daher schnell wieder arbeiten gehen. Wenn ich das bei anderen erzähle, werde ich skeptisch beäugt ob ich denn nicht bei meinem Kind bleiben möchte.
Geplant ist aber, dass ich nach ein paar Monaten wieder arbeite, und er den Rest des ersten Jahres zuhause bleibt. Danach gehen wir beide wieder arbeiten (auch aus finanziellen Gründen).
Sicher ist noch nicht, wer wie viele Stunden arbeiten wird und wann ich wieder arbeiten gehe.
Wann seit ihr wieder arbeiten gegangen?

Jeweils nach 3 Monaten und am Anfang in Teilzeit. Bei der großen war ich nach einem Jahr wieder Vollzeit unterwegs. Jetzt beim kleinen wird es noch einen Augenblick länger Teilzeit sein, da wir für die große nach der Schule keine Betreuung haben.
Wenn du Fragen hast, dann gerne per PN.

Ging das so Problemlos mit dem Hochschrauben der Stunden?

Das Zauberwort lautet Teilzeit in Elternzeit. Ich bin mit 20 Stunden angefangen und nun bin ich bei 25 Stunden.

Ich bin nach 9 Monaten für 60std/Monat los..nach 2.5 Jahren vollzeit..da hatten wir erst eine Betreuung für die Kinder

Wow, das ist natürlich spät (also die Betreuung die ihr gefunden habt). Wir lassen uns jetzt schon auf Wartelisten setzen auf ein Jahr nach Geburt. Dann müssen wir beide arbeiten und es muss eine Betreuung da sein. Zur Not eine Tagesmutter.
Ich frage mich halt, ab wann ich das Kind meinem Mann „100% überlassen“ kann. Denke da eher ans stillen und Co.

Er bleibt übrigens sehr gerne zuhause- wir sind da etwas „verkehrte Welt“, haha

Ich konnte nicht stillen. Ja wir hätten vorher nur 8-12h Plätze haben können und das passte nicht. Letztendlich war es auch gut erst mit 2.5 Jahren wieder vollzeit zu gehen weil die beiden extrem schlecht geschlafen haben bzw immernoch öfter

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Ich habe vier Kinder. Nummer 1 und 2 sind 11 Monate auseinander, da habe ich insgesamt 2,5 Jahre pausiert. Dann erst 20 Stunden in der Woche gearbeitet, nach einem Jahr 30.

Nummer 3 und 4 sind auch ein Jahr auseinander.war ich 1,5 Jahre Zuhause, mein Mann 1 Jahr.

Ich bin auch in leitender Position. Meine Karriere begann jedoch erst nach der Geburt der ersten zwei Kinder.
Mittlerweile arbeite ich 35 Stunden in der Woche. Mein Arbeitstag beginnt aber schon um 5:30Uhr. Mein Mann macht die Kinder morgens fertig bzw ist anwesend, fertig machen können sie sich alleine. Ich komme um 14Uhr nach Hause, so habe ich den Nachmittag und den Abend für die Kinder.
Mir persönlich war und ist es immer wichtig gewesen, genug Zeit für sie zu haben. Ganztagsbetreuung wäre für mich nicht in Frage gekommen, zur Not hätte ich auf die leitende Position verzichtet bzw gewartet bis sie größer sind. Nicht jedes Kind ist gleich. Zwei meiner Söhne sind sehr anhänglich und noch nie gerne in Fremdbetreuung.

Beim ersten Kind vor 30 Jahren war ich ein Jahr zu Hause, dann in unterschiedlichen Jobs/Umschulungen Vollzeit arbeiten/lernen, dann Studium, danach ein Jahr Vollzeit, dann 4 Jahre selbständig, dann noch ein Kind mit geteilter Elternzeit erstes halbes Jahr ich, zweites halbes Jahr der Papa, beide wieder VZ, allerdings so, dass ich sehr früh los bin und nachmittags eher zurück und der Papa später los und später da war, so dass sich die Zeit in der Kita in akzeptablen Grenzen hielt - und jeder für die Kinder auf seine Art verantwortlich und da war, aber auch jeder seinen Job machen konnte.

In deinem Beitrag habe ich mich sehr gut wiederfinden können. Ich komme mir teilweise auch etwas außenstehend vor, wenn man die meisten anderen Themen hier ließt.
Ich hab nach meinem Masterstudium schon ganz gut Karriere gemacht und war vor der Geburt meines Sohnes in leitender Position. Auch ich verdiene deutlich mehr als mein Mann, weshalb relativ schnell für uns beide auch klar war, dass ich ein Jahr zuhause bleibe und dann wieder anfange zu arbeiten. Er macht dann noch 2 Monate Elternzeit. Alles vorausgesetzt mit einem Kita Platz oder einer Tagesmutter läuft alles wie erhofft. Das weiß man ja nie. Sollten wir keinen Platz kriegen, müssen wir natürlich umdisponieren. Aber rein finanziell würde es hier Sinn machen, wenn mein Mann länger zuhause bleibt.
Ich bin aktuell aber trotzdem zwiegespalten. Ich vermisse das arbeiten schon, da ich einfach gerne mit meinen Kollegen zusammen gearbeitet habe und mir die Arbeit auch Spaß gemacht hat. Auf der anderen seite ist es stand jetzt für mich noch nicht so vorstellbar meinen Sohn abzugeben. Er ist jetzt 4,5 Monate alt. Hätte ich vor seiner Geburt auch nicht gedacht, dass es doch so intensiv ist. Da bin ich dann doch mal gespannt, wie das wird.

Ich wollte eigentlich nach 3-6 Monaten wieder arbeiten, weiß aber nicht, ob das umsetzbar ist 🙈🤷‍♀️

Das kommt auf deinen Partner an, deinen Familiensupport, ob du stillst, deinen Arbeitsweg,...

Ich kenne tolle Frauen in Führungspositionen, die sind nach 3 Monaten wieder fast Vollzeit arbeiten gegangen, haben abgepumpt und das Kind wurde Vollzeit vom Vater und mit Support der Oma betreut. Geht alles und muss dabei sich gar nicht zu Lasten des Kindes gehen!

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Ich würde durchaus auch sagen, dass ich „Karriere“ mache. Ich habe schon immer deutlich mehr verdient als mein Mann, immer mal wieder strategisch den AG gewechselt, bilde mich selbst weiter und werde durch den AG weiter gebildet und strebe Führungsverantwortung an (habe bisher nur Projekt- aber keine Personalverantwortung, mittleres Management). Hab nen Dipl-Ing, nen M.Sc. und 10 Jahre Berufserfahrung. Beim ersten Kind wollte ich trotzdem ein Jahr ganz zu Hause sein, das ist jetzt bald um und ich gehe wieder 25 Std. arbeiten. Mein Mann macht EZ und Kita-Eingewöhnung. Ich werde noch ein Jahr TZ in EZ arbeiten, danach ggf. auch wieder Vollzeit. Wir hoffen, dass mein Mann den Job wechseln kann und dann etwas teilzeitfähiges findet.

Ich wurde auch gerade abgeworben und wechsel ungeplant in der EZ den AG. Wer hätte gedacht, dass einem das als „Teilzeit-Mutti“ passiert?! Also ich hab auf jeden Fall (trotz Kind) noch richtig was vor. Sollte es ein zweites geben werde ich früher wieder arbeiten gehen, mir ist jetzt nach 9 Monaten schon so langsam die Decke auf den Kopf gefallen. Im Sinne der Gleichberechtigung kann mein Mann beim zweiten dann den Großteil der Vollzeit-Elternzeit nehmen.

Ich schreibe dir jetzt einfach mal meine Gedanken…

Wir kommen beide aus Elternhäusern, in denen die Mütter eher gearbeitet haben und die Väter eher zu Hause waren und wir haben das beide gut gefunden. Mein Mann ist auch deutlich mehr zu Hause als ich.

Karriere habe ich trotzdem nicht gemacht! Und zwar bewusst.

Es ist nicht möglich absolut im Beruf zu sein und absolut Mutter/Vater zu sein und absolut Partner zu sein.

Ich erlebe das aktuell mit unseren Ex Partnern ganz extrem. Sie wollte unbedingt Karriere machen. Hat es mit 39 immer noch nicht geschafft ihre Habilitation abzuschließen,ä. die Kinder, die wirklich extrem früh in Fremdbetreuung waren, entarten, es geht so richtig schief. Der Vater hat seine Karriere soweit man das so nennen kann komplett abgebrochen und ist jetzt viel zu Hause, aber es reicht nicht.

Wenn man keine richtige echte Trennung - einer zu Hause, einer arbeiten - macht, sondern beide irgendwie mehr oder weniger arbeiten, mehr oder weniger Familie Machen… Dann geht es schief. Wir haben es wirklich häufiger vor Augen und aktuell mit Menschen, die wir eigentlich lieb haben extrem.

Insofern würde ich dir (völlig unabhängig davon wer zu Hause bleibt so) dringend davon abraten.

Ich kenne nur das genaue Gegenteil. Wenn man einen Mann hat, der sich als vollwärtiges Teammitglied in einer Familie sieht, ist das kein Problem wenn man eben alle Aufgaben teilt.

Ist schon etwas verstaubt, dass das "getrennt" werden muss.

Du willst ja aber nicht teilen; sondern loswerden

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Ich habe meine 1. Elternzeit frühzeitig nach 5 Monaten abgebrochen, weil mir eine Leitungsposition angeboten wurde. Vollzeit. Mein Mann hat die übrigen 9 Monate Elternzeit genommen und ist danach auch wieder Vollzeit los. Der Kleine mit 11 Monaten in die Fremdbetreuung.
Ich wurde von vielen verachtet, weil ich als Mutter wieder losgegangen bin und dann auch noch Vollzeit, aber da stand ich drüber. Mein Mann ist ein toller Vater und hat das mit dem Kleinen fantastisch gemacht. Allerdings musste auch er sich einiges anhören, vor allem ungebetene Tipps und Ratschläge, was bei ihm wirklich am Selbstwertgefühl genagt hat.

Ich habe übrigens gerade mein 2. Kind entbunden und langweile mich zu Hause maßlos. Auch kein 2. Kind ist einfach toll, aber zu Hause sitzen ist nicht meins. Leider kann ich nicht frühzeitig zurück, das lassen die Verträge nicht zu. Aber sowohl mein Mann als auch ich würden das jederzeit genau so wieder machen, wenn sich die Chance bietet.

Und übrigens... trotz aller Kritik, ist unser Sohn ein tolles Kerlchen, das nach einem Jahr immer noch gerne in den Kindergarten geht, der seine Eltern trotz allem einfach liebt ... und der von Anfang an kennenlernt, was es heißt, wenn Mama und Papa vollzeit arbeiten gehen. Ich steige dieses Mal nach einem Jahr übrigens auch wieder Vollzeit ein.

Das Gute in meiner Position ist, dass ich flexible Arbeitszeit mit Homeoffice, ohne Zeiterfassung habe. Mein Chef vertraut mir blind, sodass ich immer für meine Kinder da sein kann. Ob krank, Aufführung oder Ausflug, ich kann mir die Zeit immer und alles einplanen. Das ist mehr, als so manche Teilzeit-Mutti kann, aber daran denken die wenigsten bevor sie urteilen.
Für uns als Familie läuft alles richtig so.

Vielleicht als kleines Beispiel noch: selbst Vollzeit arbeitend habe ich zwei Wochen der Kita-Eingewöhnung übernommen, ohne dass auch nur ein einzige Urlaubstag bei drauf gegangen wäre.

Danke, dann bin ich ja doch nicht ganz alleine #winke

Ich tendiere noch zwischen 3-6 Monate Elternzeit. Gerne würden wir beide nach dem ersten Jahr TZ arbeiten um uns gut aufzuteilen. Ist aber ja leider auch immer eine Geldfrage. Oft ist es doch: entweder du hast Geld, oder Zeit. Wahrscheinlich werden wir irgendwo den Mittelweg nehmen.

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Hm, Karriere ist relativ....
Mein 1. Kind habe ich im Studium bekommen, bereits 6 Wochen nach der Geburt musste ich eine wichtige Prüfung abschließen. Dann kamen Praktika usw. Ich habe eigentlich direkt weiter studiert, meine Größe wurde familiär betreut, bis wir einen Krippenplatz hatten. Kind 2 kam nach erfolgreichem Diplomabschluss in Naturwissenschaften. Da bin ich 1 Jahr zu Hause geblieben und habe danach eine Promotion gestartet, danach kam Nr. 3. Mit ihr war ich 14 Monate voll zu Hause und habe mit Weiterbildungen (Sprache) und einer sehr flexibelen Dozentenstelle weitergemacht. Dies war alles sehr anspruchsvoll, brachte aber finanziell nicht so das Erwünschte. Daher ruderte ich um, als die damals Jüngste 2 war und absolvierte ein weiteres Diplom im pädagogischen Bereich und dann später Lehramt. Jetzt beim 4. Kind habe ich kurz nach dem Mutterschutz stundenweise Nachhilfe gegeben, die Kleine wurde von meinem Mann oder der Oma in den paar Stunden betreut. Ez habe ich auch jetzt nur für ein Jahr genommen, da ich der höher verdienente Part in der Familie bin. Innerhalb meines Berufes habe ich mich stetig hochgearbeitet durch sehr spezifische Weiterbildungen, so dass ich nun eine Nische besetze, die sehr abwechslungsreich und erfüllend ist und der Verdienst für meine Wohngegend sehr akzeptabel ist. Für andere wären es vielleicht Peanuts, ich für mich habe etwas gefunden, wo ich Familie und gutes Geld sehr gut vereinbaren kann. Allerdings bin ich auch sehr gerne Mama und mache auch noch viel nebenher, was mir auch wichtig ist. Also ich möchte es nicht mehr anders haben und würde nicht wieder zurück in die Pharmaforschung gehen. Jetzt kann ich meinen Forscherdrang mit meinem sozialen Spleen kombinieren und fühl mich da sehr wohl. Also vielleicht ist es sowas wie Karriere?

Hallo,

Ich war nach den beiden ersten Kindern nach 1 Jahr wieder arbeiten, auch jetzt nach dem 3. Kind gehe ich nach einen Jahr wieder arbeiten.
Die Kinder gehen in die Kita.

Lh

Ich bin Geschäftsführerin eines Vereins (Sozialbranche) und will nach 8 Wochen wieder arbeiten. Vielleicht auch nach 12.

Das finden viele merkwürdig.
Ist halt einfach noch nicht gängig

Ich bin auch in der Sozialbranche und gerade da ist das "klassische" Familienbild zementiert - zumindest habe ich mir dazu ne Menge Sprüche anhören dürfen: Das Kind gehört zur Mutter! Du wirst heulend am Schreibtisch sitzen. Die Zeit kommt nie wieder. Usw usw.

Ich habe Diplom und Fachwirt, verdiene deutlich mehr als mein Mann und habe mit flexiblen Arbeitszeiten und Option auf Homeoffice sehr viel bessere Konditionen als er im Handwerk. Bei uns war es schon vor der Schwangerschaft klar, dass er voll in EZ geht und danach in TZ arbeitet. Ich werde nach dem Mutterschutz noch stundenweise Urlaub abbummeln und danach wieder Vollzeit gehen. Stillen und abpumpen ist geplant - mal sehen ob der Kleine das mitmacht ;-)

LG
Muriel 🐇

Jeweils nach den 8 Wochen Mutterschutz.
Nach dem 1. Kind wieder Vollzeit. Seit dem 2. Kind 30 Std./Woche.
Kinder wurden während meiner Arbeitszeit von der Oma betreut. #winke

Hi,

ich wäre rein theoretisch nach dem Mutterschutz (hatte 3 Monate wg. Mangelgeburt) wieder arbeiten gegangen. Da die Firma aber ins Ruhrgebiet umzog und ich da nicht mit hin wollte, gab es eine Abfindung. Dadurch konnte ich fast ein Jahr Zuhause bleiben.

Für mich / uns stand nie zur Debatte, dass ich längere Zeit Zuhause bleibe. Ich habe damals fast doppelt so viel verdient wie mein Mann, da er gerade erst seine 2. Ausbildung abgeschlossen hatte. Und ich sehe mich bis heute nicht als Hausfrau... mein Mann kann das viel besser und ist seit mehr als 16 Jahren Vollzeitpapa und Hausmann mit Minijob (geplant war TZ 20h - ging aber gesundheitlich nicht und als Mann im ländlichen Bereich hat man irgendwann keine Chance mehr). Mittlerweile könnte ich mir vorstellen, weniger Stunden (z.B. 30h) zu arbeiten, aber nicht, ganz aufzuhören.

Unser Sohn ging mit 1 Jahr in die Kita. Ihm gefiel das - er fehlte bis zur Einschulung nur dann, wenn er wirklich krank gewesen ist.

ABER: bis heute bekommt mein Mann zu hören "willst du nicht noch was erreichen?" / "willst du immer nur Hausmann sein?" / "hast du keinen Ehrgeiz?" oder zu mir "bedauerst du es nicht, immer gearbeitet zu haben?" / "hat dein Sohn kein Problem damit, dass du den ganzen Tag arbeitest?" etc. Unser Lebenskonzept können viele nicht nachvollziehen - wäre ich Zuhause würde da nicht einer dumm gucken.

Gruß
Kim