Elternzeit Ablauf und Frist von Arbeitgeber

    • (1) 26.07.19 - 14:08

      Hallo ihr Lieben,

      meine Kleine kam am 27.12.2018 zur Welt und ich habe ein Jahr, also bis zum 26.12.2019 Elternzeit angemeldet. Jetzt kam heute ein Schreiben von meinem Arbeitgeber, dass ich bis spätestens 15.09.2019 mitteilen soll, ob ich die Elternzeit verlängern will, oder die Arbeit danach wieder aufnehme. Die Kleine habe ich ab Februar in einigen Krabbelstuben angemeldet, aber ich weiß noch nicht ob sie auch einen Platz bekommt. Verlängern muss ich ja sowieso, aber wie lange? Wie soll ich denn jetzt vorgehen und ist es rechtens, dass mein Arbeitgeber so früh schon eine Entscheidung von mir verlangt, obwohl ich noch nicht einmal weiß ob ich einen Platz für sie finde?

      Wir wohnen übrigens in Frankfurt und da müssen die Kleinen über eine Plattform angemeldet werden…ist vielleicht zufällig noch jemand aus Frankfurt und kann mir Tipps geben (alle Nicht-Frankfurter-Anworten helfen mir natürlich auch weiter ;-) )

      Lg
      songirl

      • (2) 26.07.19 - 14:23

        Hi,

        eigentlich entscheidest du dich für die ersten zwei Jahre deiner Elternzeit bindend. Da du nur ein Jahr eingereicht hast, könnte der Arbeitgeber sagen, du kommst ab 27.12.2019 wieder. Also ist es ja nett, dass er dir die Chance auf Verlängerung gibt.
        Da du danach bestimmt nicht Vollzeit arbeiten möchtest würde ich die Elternzeit auf das Maximum von 3 Jahren ausweiten und gleich mitteilen, dass du geplant hast ab März / April in Teilzeit zu arbeiten (denke an die Eingewöhnung). Du würdest 3 Monate vorher auf ihn zukommen und mitteilen, ob du einen Platz bekommen hast und mit welcher Stundenanzahl du wieder anfangen möchtest.

        LG
        ChaosSid

        (3) 26.07.19 - 14:25

        Eigentlich ist das ganz schön nett von deinem AG, dass er selbst fragt, ob du verlängern willst.

        Meines Wissens meldet man die EZ ja an und da kann der AG nix sagen. Möchte man dann aber doch verlängern, muss der AG zustimmen (er muss ja auch planen).

        Am besten du fragst den AG, dass falls du verlängerst und doch früher zurück könntest, das auch ok wäre? Meist kann sprechenden Menschen geholfen werden ;)

      (7) 26.07.19 - 16:39

      Hallo und danke für eure Antworten,

      hm, mir ist schon klar, dass ich wegen dem „nur“ einem Jahr bei einer Verlängerung auf die Genehmigung angewiesen bin, aber für eine Ablehnung braucht der AG auch wichtige betriebliche Gründe.
      (Will der Arbeitnehmer in den ersten zwei Jahren nach Geburt des Kindes eine Elternzeit verlängern, dann muss der Arbeitgeber nach „billigem Ermessen“ laut § 315 Abs. 3 BGB handeln. Das bedeutet: Die Entscheidung darf nicht willkürlich bzw. nach Gutdünken getroffen werden, sondern sollte in Abwägung aller Interessen erfolgen)

      Ich habe vor der SS auch schon Teilzeit gearbeitet und zurzeit gibt es eine Vertretung für mich. Die Vertretung wurde aber nicht extra eingestellt, sondern hatte vorher Stunden von jemanden anderen, der Zeit gekürzt hatte und jetzt aber wieder Vollzeit da ist. Hat also mit meiner SS und Elternzeit gut gepasst.
      So, jetzt will ich ja nächstes Jahr ab April/Mai/Juni wieder zurück, aber ich weiß halt „jetzt“ noch nicht ob ich einen Platz in der Kita bekomme. Wer weiß denn schon über ein halbes Jahr vorher ob er einen Platz bekommt!? Länger Elternzeit anmelden und dann doch früher zurück kommen geht nicht, da der AG die Vertretung dann ja nicht einfach vor die Tür setzen kann und auch nicht tun wird.
      Also, mir ging es hauptsächlich darum, dass der AG das jetzt schon wissen will und ob er mir diese Frist mit 15.09. setzen darf? Was ist denn mit der allgemeinen Frist von 7 Wochen?

      Lg
      songirl

      • (8) 26.07.19 - 19:02

        Doch, länger Elternzeit anmelden und früher Teilzeit in Elternzeit zurück kommen geht selbstverständlich, und viel einfacher!!

        Dass dein AG solange Zeit gibt ist sehr kulant von ihm!! Normalerweise könntest du garnicht verlängern! Selbst bei 2 auf 3 Jahre hast du die Frist von 7 Wochen!

        • (9) 26.07.19 - 19:57

          Irgendwie frage ich mich schon, wieso das so ist.
          Weil wenn ich meine eigene Situation mal betrachte. Für mich wurde eine Vertretung eingestellt. Er hat eine Befristung für das eine Jahr bekommen plus ein Monat Übergabe. Wenn ich jetzt sagen würde, ich verlängere um 1 Jahr, würde er ja auch um ein Jahr verlängert. Wenn ich dann plötzlich sage, ich komme doch schon eher wieder, hat er trotzdem ja seinen Vertrag und mein Arbeitgeber hat auf einmal einen Headcount mehr, den er ungeplant bezahlen muss und was nicht unbedingt ins Budget passt.
          Also eigentlich macht es aus Arbeitgebersicht doch mehr Sinn, Verlängerungen der Elternzeit zu befürworten, anstatt Verkürzungen.

          • (10) 26.07.19 - 20:00

            Ja genau, so sehe ich das auch!

            (11) 26.07.19 - 20:33

            Dann ist dein AG, sorry, dämlich und macht anscheinend keine sachgeundbefristeten Verträge... natürlich kann Mann Teilzeit IN ELTERNZEIT früher zurück kommen! Von Elternzeit einfach vorzeitig beenden schreibt ja keiner

            • (12) 26.07.19 - 22:06

              Er ist nicht dämlich, sondern es ist einfach so, wie ich es geschrieben hab. Ob ich Teilzeit wiederkomme oder Vollzeit wäre doch vollkommen unerheblich...wenn die Vertretung einen befristeten Vertrag hat und dieser dann verlängert wird, wenn ich länger Elternzeit haben will, ist doch logisch. Und dass man ihn nicht mal eben kicken kann, wenn ich doch eher Teilzeit oder Vollzeit zurück komme ist doch auch logisch. Es sei denn, man holt sich wen aus der Zeitarbeit. Klar. Den kannst du schneller loswerden. Toll ist das für denjenigen dann aber auch nicht grad.

              • (13) 27.07.19 - 00:34

                Wenn dein AG solche Verträge macht ist es sein Problem.

                Natürlich kannst du dein Recht auf Teilzeit in Elternzeit durchsetzen, egal ob Vertretung da ist oder nicht. Dann muss dein AG der Vertretung kündigen. Ich glaube , so viel Ahnung von der rechtlichen Seite bzw von den eigenen Rechten herrscht hier nicht wirklich.

        (14) 26.07.19 - 19:59

        Aber ich hab doch vorher auch schon in Teilzeit gearbeitet und werde es danach auch wieder tun. Wie schon geschrieben, es gibt derzeit eine Vertretung, die meine Stunden hat und wenn ich wieder komme, sind für sie ja keine Stunden mehr da und daher wird sich der AG auf keinen Fall auf ein früheres Zurückkommen einlassen.

        Warum sollte ich nicht verlängern können? Laut Gesetz stehen mir genauso 36 Monate Elternzeit zu, nur muss es der AG halt genehmigen und bei wichtigen betrieblichen Gründen kann ich es mir eventuell halt nicht 100%ig aussuchen.
        Mein AG hat mir die Frist bis spätestens 15.09. gesetzt...das sind nicht 7 Wochen sondern 15. Und wie er auf den 15.09. kommt ist mir sowieso schleierhaft...das ist nämlich ein Sonntag #kratz
        Naja, egal, ich werd schon eine Lösung finden.

        lg
        songirl

        (19) 27.07.19 - 00:23

        Ich vermute mal, dass deine Personalie nicht die einzige bei deinem AG sein wird.
        Warum bis 15.09.? Vielleicht überlegt er einen Azubi einzustellen, deine Vertretung will/soll Stunden erhöhen, Befristungen laufen ab, vielleicht gibt es weitere Schwangere.....oder, oder, oder.
        Vielleicht ist die Vertretung ja so gut, dass sie sich anderweitig umschaut, wenn sie keine Zukunftsperspektive sieht. In vielen Branchen herrscht ein absoluter Mangel an Fachkräften. Die gewinnt bzw. behält man nicht mit befristeten Verträgen.

        Kurz gesagt: dein AG möchte wohl längerfristig planen können.

        (20) 27.07.19 - 02:04

        Nicht verlängern können, weil du dein Recht auf Elternzeit für die ersten zwei Jahre verbindlich erklären musst. Wenn du das nur für ein Jahr tust, dann ist das Pech, wenn dein Arbeitgeber einer Verlängerung nicht zustimmt, da er das nicht muss.

        Du hättest einfach 2 Jahre anmelden und direkt sagen sollen, dass du vorhast, Teilzeit in Elternzeit zu arbeiten (wobei das nur nett von dir gewesen wäre, du wärst nicht verpflichtet gewesen!).
        Aber nun ist das Kind ja in den Brunnen gefallen und du hast Glück, dass du so einen kulanten Chef hast!

        • (21) 27.07.19 - 03:23

          Ok, einstimmig beschlossen...ich hab einen kulanten und netten AG, aber das hilft mir jetzt ehrlich gesagt auch nicht weiter. Ich hab nun mal noch keine Zusage von der Kita und auch keine Oma, Familie usw. die unsere Kleine betreuen könnte.
          Und die ganzen Anworten von wegen "ätsch bätsch" Pech gehabt, helfen noch weniger.

          Und noch einmal, auch wenn man die ersten zwei Jahre verbindlich erklären muss, eine Verlängerung kann man immer stellen, aber es braucht die Zustimmung des AG. Und der AG kann auch nicht einfach sagen…Pech gehabt, hättest halt mal länger anmelden müssen!
          Alle die das nicht glauben wollen, sollten sich mal das BAG Urteil unten durchlesen!
          Übrigens wird wohl kein AG so blöd sein und einen Antrag auf Verlängerung ablehnen wenn der Antragsteller keinen Kita Platz hat und noch dazu jemanden kündigen müsste, mit dem er sehr zufrieden ist und der gerne bleiben möchte!

          Eigenltich hab ich hier geschrieben, weil ich auf Erfahrungen, Hilfe, Tipps usw. gehofft habe, aber offenbar ist das nicht möglich und man wird nur belehrt was man hätte besser machen können.

          https://www.hensche.de/Elternzeit_BAG_erleichtert_Verlaengerung_der_Elternzeit_BAG9AZR315-10.html#tocite

          • (22) 27.07.19 - 10:37

            Vielleicht geht es bei dem Termin im September ja tatsächlich um die Befristung der Vertretung. Ich würde mich also an Deiner Stelle nicht fragen "darf er das überhaupt?", sondern "wie kriegen wir das für alle Seiten zufriedenstellend hin?"

            Der Vorschlag, wie das sinnvoll zu lösen ist, kam doch schon: Du meldest noch mindestens ein Jahr Elternzeit an, und teilst dem AG dann sieben Wochen vor der geplanten Wiederaufnahme der Arbeit mit, ab wann Du mit wie vielen Stunden wieder einsteigst. Im Idealfall kann Dein AG dann die (mögliche) Verlängerung der Befristung der Vertretung mit Sachgrund machen. Dann ist der Vertrag, bzw. die Stundenzahl eben nicht bis Termin x befristet, sondern bis Du aus der Elternzeit kommst.

            Wir mussten übrigens Anfang Oktober die Plätze für Eingewöhnung 01.03. zusagen. Das ist kein halbes Jahr, aber so ungewöhnlich ist eine lange Vorlaufzeit nicht. Hilft Dir aber nicht, weil das ja von Kommune zu Kommune stark abweicht, bzw auch noch mal vom Träger abhängig ist.

            (23) 27.07.19 - 11:46

            Wieso denn? Der Tipp ist: Verlängere noch um ein weiteres Jahr und sobald du dann den Kitaplatz hast stellst du einen Antrag auf Teilzeit in Elternzeit.

            Niemand zwingt dich jetzt komplett zu Hause zu bleiben in der verlängerten Elternzeit. Schreib das deinem AG doch so, ganz offen und ehrlich. Du verlängerst um ein weiteres Jahr, du hast leider noch keinen Kita-Platz, sobald du einen hast möchtest du gern Zeilzeit in Elternzeit arbeiten und wirst das mit der nötigen Frist beantragen. Genauere Details kannst du leider noch nicht benennen, da du von der Kita abhängig bist. Fertig! Dann kann dein AG auch planen , z.b. eine entsprechend kurze Kündigungsfrist mit deiner Vertretung vereinbaren, sich überlegen ob er sie dann woanders einsetzen kann, o.ä. Das ist dann nicht dein Problem, du warst offen, ehrlich und fair.

            • (24) 27.07.19 - 14:52

              Hallo very431 und ourohope123,

              danke euch beiden fürs Antworten.
              Wenn ich jetzt nochmal um ein Jahr verlängere, dann wäre ich bis Ende 2020 in Elternzeit. Für ein früheres Zurückkommen (z.b. Mai/Juni) brauch ich doch dann wieder die Genehmigung vom AG, oder? #kratz
              Zumindest steht es so auf der Internetseite des Familienministerium (siehe Link), bzw. lese ich das so raus. Seht ihr das anders oder lest ihr da was anderes raus?

              https://familienportal.de/familienportal/familienleistungen/elternzeit/kann-ich-waehrend-der-elternzeit-teilzeit-arbeiten-/124794

              Lg
              songirl

              • (25) 28.07.19 - 01:32

                Nö, da steht genau das drin, was hier schon angesprochen wurde: Du kannst mit siebenwöchigem Vorlauf Teilzeit in Elternzeit beantragen.

                Also verlängerst Du Deine Elternzeit, das lässt Dein AG ja kulanterweise zu, und kündigst ihm gleichzeitig an, dass Du beabsichtigst, ab Kitastart+Eingewöhnungszeit mit x Stunden an y Tagen in Teilzeit zu arbeiten. Über den genauen zeitlichen Ablauf kannst Du erst Auskunft geben, wenn Du eine Zusage für den Kitaplatz hast.

Top Diskussionen anzeigen