Kündigung in Frühschwangerschaft - wer war betroffen? HILFE

    • (1) 26.07.19 - 19:15

      Hallo ihr Lieben,

      und zwar habe ich noch keine Antwort von meinem Anwalt, wollte mich aber erkundigen ob jemand in der gleichen Situation war.

      Laut ET und der Zurückrechnung der gesetzlichen 280 Tage, bestand meine SS bereits wenige Tage vor der Kündigung. Was ist jedoch wenn sich der ET ein paar Tage nach hinten ändert? Was ja wohl häufig während der SS vorkommt. Wenn sich mein ET nur um 3 Tage nach hinten schiebt, ist die SS nach der Kündigung eingetreten.

      Ist der erstgenannte ET entscheidend? Aber spätestens zur Errechnung der Mutterschutzes wird dem AG ja eine Änderung des ET auffallen. Hat die Kündigungsschutzklage dann überhaupt bestand?

          • Grundsätzlich ist die Kündigung nur unwirksam, wenn der Arbeitgeber von deiner Schwangerschaft Bescheid wusste.... Dann greift das Muschu Gesetz, so lange muss geprüft werden auf welche Gründen die Kündigung kam...

            • Wie gesagt, stimmt deine Aussage nicht.

              Wenn Sie Ihre Schwangerschaft selbst erst nach Erhalt der Kündigung festgestellt haben, führt dies nicht zwangsläufig zum Verlust des besonderen Kündigungsschutzes während der Schwangerschaft. Bei eigener Unkenntnis von der Schwangerschaft müssen Sie die Mitteilung an Ihren Arbeitgeber von der Schwangerschaft unverzüglich nachholen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob Sie Ihre Schwangerschaft erst erst kurz vor Ablauf oder nach Ablauf der Zwei-Wochen-Frist festgestellt haben (BAG, Urteil v.26.09.2002, 2 AZR 392/01). Bei der späteren Feststellung der Schwangerschaft kommt es darauf an, ob die Schwangerschaft objektiv bei Zugang der Kündigung bereits bestand. Auch hierfür ist das ärztliche Attest maßgeblich. Sollten Sie aber bereits Anhaltspunkte für eine bestehende Schwangerschaft haben (z.B. weil die Periode ausgeblieben ist oder aufgrund eines positiven Schwangerschaftstests) sollten Sie Ihren Arbeitgeber unverzüglich über Ihre Schwangerschaft informieren. Das ärztliche Attest können Sie dann noch nachreichen.

              „Unverzüglich“ heißt ohne schuldhaftes Zögern. Sie müssen Ihren Arbeitgeber damit nicht sofort informieren. Sie können sich zunächst von einem spezialisierten Anwalt für Arbeitsrecht beraten lassen. Von der Rechtsprechung wird Ihnen daher eine gewisse Überlegungszeit eingeräumt. Ein Zeitraum von einer Woche wird dabei noch als ausreichend für ein unverzügliches Nachholen der Mitteilung der Schwangerschaft angesehen (BAG, Urteil v.26.09.2002, 2 AZR 392/01).

              • Das ist richtig, aber im Text steht für mich nicht verständlich, dass sie von der ss noch nichts wusste....

                • Weil ich es nicht für relevant hieß da ja nicht meine Frage war ob ich Anspruch auf Kündigungsschutzklage habe oder nicht, sondern was passiert wenn sich der ET ändert. Aber diese ganzen Juristen Sachen sind echt verwirrend :)

                  Das ist auch unerheblich, der Text ist nicht ganz korrekt. Niemand ist verpflichtet, den AG innerhalb einer bestimmten Frist übereine Schwangerschaft zu informieren. Frau muss nur im Falleiner Kündigung die 2wöchige Frist einjhalten, um rückwirkend unter Kündigungsschutz lt MuSchG zu stehen. Auch das muss sie nicht sofort tun, sondern innerhalb der Frist.

      War deinem AG denn zum Zeitpunkt der Kündigung die SS bekannt?

Huhu ich würde mit meinem Fa reden und den neuen et einfach nicht in den mupa schreiben (wenn nach hinten datiert)
Denke wenn du deine Situation erklärst ist das möglich.

Wie schon geschrieben - entweder wusste dein Chef zum Zeitpunkt von deiner SS oder du hast es ihm binnen 14 Tagen danach gesagt. Wenn beides nicht der Fall ist, ist die Kündigung wirksam.

  • Hier auch nochmal:

    Wenn Sie Ihre Schwangerschaft selbst erst nach Erhalt der Kündigung festgestellt haben, führt dies nicht zwangsläufig zum Verlust des besonderen Kündigungsschutzes während der Schwangerschaft. Bei eigener Unkenntnis von der Schwangerschaft müssen Sie die Mitteilung an Ihren Arbeitgeber von der Schwangerschaft unverzüglich nachholen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob Sie Ihre Schwangerschaft erst erst kurz vor Ablauf oder nach Ablauf der Zwei-Wochen-Frist festgestellt haben (BAG, Urteil v.26.09.2002, 2 AZR 392/01). Bei der späteren Feststellung der Schwangerschaft kommt es darauf an, ob die Schwangerschaft objektiv bei Zugang der Kündigung bereits bestand. Auch hierfür ist das ärztliche Attest maßgeblich. Sollten Sie aber bereits Anhaltspunkte für eine bestehende Schwangerschaft haben (z.B. weil die Periode ausgeblieben ist oder aufgrund eines positiven Schwangerschaftstests) sollten Sie Ihren Arbeitgeber unverzüglich über Ihre Schwangerschaft informieren. Das ärztliche Attest können Sie dann noch nachreichen.

    „Unverzüglich“ heißt ohne schuldhaftes Zögern. Sie müssen Ihren Arbeitgeber damit nicht sofort informieren. Sie können sich zunächst von einem spezialisierten Anwalt für Arbeitsrecht beraten lassen. Von der Rechtsprechung wird Ihnen daher eine gewisse Überlegungszeit eingeräumt. Ein Zeitraum von einer Woche wird dabei noch als ausreichend für ein unverzügliches Nachholen der Mitteilung der Schwangerschaft angesehen (BAG, Urteil v.26.09.2002, 2 AZR 392/01).

Auszug eines Anwalts:

Nun kann es sein, dass die Schwangere – zunächst – nichts von ihrem Zustand weiß und daher die Zweiwochenfrist versäumt. Die fehlende Kenntnis ihres Zustandes führt grundsätzlich zu einer unverschuldeten Fristüberschreitung.



Folglich ists egal ob dein ET sich verschiebt.

  • Das stimmt nicht. Es ist lieb dass du helfen möchtest aber das stimmt so nicht. Deswegen wollte ich ja Erfahrungsberichte.

    Wenn man von der SS nach der Kündigung erfährt, kann ich den AG noch informieren (unabhängig ob die zwei Wochen Frist versäumt ist) und muss Kündigungsschutzklage erheben. Das einzige ist dass ich unverzüglich informieren muss wobei das Recht bei unverzüglich auch 7 Tage nach bekanntgeben anerkennt.

    • Wie weit bist du denn ?
      Ich habe gelesen, dass nur in den ersten 12 weichen der et offiziell korrigiert wird und danach nichtmehr.
      Und die verschieben es auch tatsächlich nicht um ein paar Tage. Ich war in der 8 SSW beim FA und lag drei tage zurück und dann meinte sie zu mir, dass man bei so minimalem Abweichungen vom errechneten ET ausgeht, da das Kind es noch aufholen kann. War dann in der 10SSW und in der 13 SSW nochmal da und da hatte ich bei beiden Terminen die Entwicklung vom errechneten ET und nicht wie beim ersten US drei Tage zurück.

      Also solltest du dir deswegen keine Gedanken machen.

      Ich wünsche dir alles Gute 🍀

      • 6. SSW. Danke für deine liebe Antwort :) Habe nächste Woche wieder einen Termin und dann mal sehen :)

        • Huhu,

          wenn sich dein ET im Nachhinein ändert spielt das keine Rolle, das kommt ja immer mal vor.

          Wichtig ist, du hast festgestellt das du SS bist und dies deinem AG mitgeteilt. Daraufhin kann er eine ärztliche Bescheinigung verlangen.
          Die kannst du dir aber auch so von deinem FA ausstellen lassen, kostet 5 Euro.
          Warum steht das die SS festgestellt wurde, in welcher SSW du bist und wann der voraussichtliche Entbindungstermin ist.
          In der 6 SSW, kann die SS ja schon im US festgestellt werden.
          Das sind für dich die erst mal relevanten Daten und in deinem Fall auch rechtlich bindend/korrekt.

          Was du fragtest, bzgl das sich evtl im Verlauf der SS der ET ändern könnte, ist dann nur relevant für den Beginn des Mutterschutz(Also die 6 Wochen vor Geburt) und für dein Mutterschaftsgeld, nämlich ab wann du dieses bekommst.

          Jetzt ist wie gesagt erst mal nur Maßgeblich, du bist SS und was in der Bescheinigung steht.

          Der Tipp von jemandem hier, ggf einen geänderten ET nicht in MuPa eintragen zu lassen ist Blödsinn. Weil 1. Es ist ein Medizinisches Dokument und darf von niemandem ohne dein Einverständnis eingesehen werden und 2. Schon wichtig für evtl mitbetreuende Ärzte, wenn du zb mal in die Klinik musst, vertretungsarzt etc pp.
          Und 3. Weil du für den Mutterschutz und das Mutterschaftsgeld ca zur 33 SSW eine Bescheinigung von deiner FÄ bekommst, mit dem ET und Beginn Mutterschutz, mit der du ja wiederum dein Mutterschaftsgeld beantragst und eben den Beginn deines Mutterschutzes belegst.

          Nicht umsonst, gibt es diese 2 Bescheinigung.

          Sobald du deinem AG deine SS mitgeteilt hast, gelten die Muttwrschaftsrichtlinien.
          Auf Verlangen deines AG's musst du eine ärztliche Bescheinigung vorlegen. Die der AG bezahlen muss 😉

          Solltest du diese noch nicht haben, lass sie dir einfach ausstellen, denn da hast du schon mal was in der Hand, was rechtlich bindend ist.

          Meine gyn meinte zu mir, alles unter 7 Tage wird nicht korrigiert und sehr wahrscheinlich ist es doch nicht, dass der errechnete et sich so verschiebt

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