PKV oder GKV? Vor- und Nachteile

    • (1) 29.07.19 - 17:26

      Hallo liebe Urbias,

      Ich werde im September wieder verbeamtet #huepf
      Nun stellt sich mir die Frage, ob ich wieder in meine ruhende PKV zurückgehen soll, oder besser freiwillig in meiner aktuellen GKV bleibe.

      Ich habe so oft schon gelesen, dass die PKV sich nur vermeintlich lohnt und vor allem im Alter einem teuer zu stehen bekommt. Kann mir da jemand genauere Infos geben?
      Ich habe bereits herausgefunden, dass es für gesetzlich versicherte Rentner die Möglichkeit gibt, in eine günstigere Krankenversicherung für Rentner zu gehen. Ob das für mich als freiwillig gesetzlich versicherter verbeamteter Pensionär auch gelten würde, habe ich aktuelle bei der KVdR angefragt.

      Warum würdet ihr sonst von der PKV abraten? Ich war 7 Jahre in der PKV und nachteilig fiel mir auf:
      - Keine Mutter-Kind-Kur
      - Kein Krankengeld wenn Kinder erkranken
      - unter Umständen sehr viel Papierkram

      Positiv dagegen:
      - Ich hatte einen Bandscheibenvorfall und sehr viel mehr Physiotherapie als andere Leidensgenossen in der GKV.
      - Sehr viel günstiger als die GKV, da ich 70% und meine Kinder 80% Beihilfe erhalten.
      - Mein Sohn hatte starke Neurodermitis und bekam teure Cremes voll erstattet.
      - Auslandskrankenversicherung weltweit inklusive. Allerdings zahlt die Beihilfe glaube ich keinen Krankenrücktransport #kratz

      Eine Mutter-Kind-Kur wäre für mich jetzt gar kein Thema mehr, Kind-krank-Tage aber schon, vor allem da ich alleinerziehend bin und ohne große Unterstützung alles alleine stemmen muss. Bei meinem aktuellen Teilzeit-Gehalt würden mich GKV und PKV ungefähr gleich viel kosten, wenn ich aber (was geplant ist) in ein paar Jahren aufstocke, wäre die GKV fast doppelt so teuer..

      Habt ihr sonst noch Argumente, die ich hier vergessen habe?
      Entstehen für meine Kinder durch die PKV später irgendwelche Nachteile? Können sie im jungen Erwachsenenleben aus der PKV austreten oder wie ich nur durch Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit? Also wären sie evtl als Student dann teuer privatversichert (aktuell ist alle noch echt günstig).

      Ich wäre dankbar für weiter Infos, Tipps und Erfahrungen.
      #winke

      • "Entstehen für meine Kinder durch die PKV später irgendwelche Nachteile? Können sie im jungen Erwachsenenleben aus der PKV austreten oder wie ich nur durch Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit? Also wären sie evtl als Student dann teuer privatversichert"

        Zu meiner Zeit 2001 konnte man sich bei Beginn des Studiums entscheiden, wie man versichert sein will. Wechseln kann man dann aber nicht mehr.

        Ab einem best. Alter muß man sich als Student selbst versichern und ist nicht mehr Familienversichert (ab 25?). Die Kosten sind in etwa gleich, allerdings hatte ich weniger Leistungen als bei der GKV (Basistarif) und eine Selbstbeteiligung von 500,- pro Jahr... bei gleichem Beitrag. Man musste höllisch aufpassen, was die lieben Ärzte machen wollten, da es im Basistarif viele Ausschlüsse gab die man dann am Ende eh selbst zahlen durfte (bestes Beispiel Knirschschiene für die Zähne, in der GKV damals inklusive, bei der PKV galt das als Zahnersatz und wurde nur zu 20%!!! bezuschußt).

        Ich war froh nach Ende des Studiums mit Beginn der Arbeit die PKV loszusein. Das kann mal schnell durch lange Studienzeit, Fachrichtungswechsel etc. zu einem Faß ohne Boden werden.

        • Ohje, also der Basistarif der PKV ist glaube ich in allen Fällen die schlechteste Alternative. Ich hatte auch mal die Wahl und hätte dann aber bei einer späteren Rückkehr in den Normaltarif sogar noch einmal Gesundheitsfragen beantworten müssen 😱 Das wäre mir echt teuer zu stehen gekommen...

      (4) 29.07.19 - 22:40

      Ich kann jetzt nur auf den letzten Abschnitt eingehen:
      Soweit ich weiß, kann man da jederzeit austreten, zumindest war es damals bei meiner Schwester kein Problem, als sie für ihr FSJ privat verscihert sein musste.

      Bis zum 25. Geburtstag bzw. zum Ende des Studiums waren die Beiträge auch im Rahmen (hat sich natürlich im dem Alter geändert, hab aber gerade einen Bescheid gefunden, als ich 20 war, da waren es monatl. knapp über 40€). Durch BAföG war das für uns total in Ordnung, da wird ja die exakte Höhe der Beiträge mit eingerechnet.

      Für uns als Studenten zumindest war es damals billiger in der PKV unserer Eltern zu bleiben.

      • (5) 30.07.19 - 12:00

        Austreten kann man nicht jederzeit, das ist nur zu bestimmtem Zeitpunkten und Umständen möglich.

        Im Grunde ist der Wechsel von PKV zu GKV am einfachsten bei Übergang Schule zu Studium oder Ausbildung. Bei Ausbildung ist man automatisch in der GKV, da sozialbeitragspflichtige Beschäftigung. Bei Studium darf man einmalig! zu Beginn wählen. Das gilt dann bis zur Exmatrikulation. Zwischen Bachelor und Master darf man auch wechseln, wenn zwischen beiden Zeitpunkten mind. 1 Monat dazwischen liegt und nach dem Bachelor eine Exmatrikulation erfolgte. Sollte man z.B. nach dem Studium eine Selbstständigkeit anstreben kann man nicht wechseln und ist in der PKV verhaftet.

        Bei mir hatte 2006 der Basistarif ca. 60-70 € gekostet, da war ich über 25. Dann fällt auch der Beihilfeanspruch weg. Wenn man 30 wird fallen alle Vergünstigungen weg, auch wenn man noch studiert. Wenn alles klappt wie man das plant, also mit dem Studium bis 25 fertig ist, ist die PKV durchaus günstiger, kommt halt auf den Versicherer an. Wenn es dann doch länger dauert kann man schon ganz doll ins Schwitzen geraten. Bei mir kamen damals noch die neuen Studiengebühren dazu. Man mußte also deutlich mehr Geld aufbringen für .... nix?

        Und dann noch je nach Tarif die Selbstbeteiligung. Bei mir damals waren es 500,- pro Jahr. Interessehalber hatte ich gestern mal nachgesehen wie das bei meinem alten Versicherer jetzt ist. Da wir die SB auf einzelne Behandlungen und Material aufgeteilt. Jede Position auf der Rechnung hat da jetzt die SB von max. 10,-.

        Mal fiktiv gedacht, man schneidet sich am rostigen Zaun und das muss genäht werden:
        Arzt 10,-
        Verband 10,-
        Nahtmaterial 10,-
        Betäubung 10,-
        Tetanusimpfung? 10,-
        Wunddesinfektion 10,-
        und und und...

        Besonders als Student wäre mir das zu unsicher. Man hat eh wenig Geld und dann das... nene, ich bin nur zum Arzt im Notfall, zum Glück bin ich weitestgehend gesund, anderfalls...

        • Ohja, die Studiengebühren wurden zu Beginn meines Studiums eingeführt und zu Ende meines Studiums wieder abgeschafft. Toll, dass ich voll zahlen durfte und ich kann mich noch erinnern, dass es verschiedene Arbeitskreise gab, die überlegt haben, worin man das viele viele Geld denn am besten investieren könnte 😣

          Und ja, es ist wirklich gar nicht so leicht aus der PKV wieder raus zu kommen. Sollte ich in ein paar Jahren auch auf Lebenszeit verbeamtet werden komme ich nie wieder raus. Drum muss ich wirklich gut nachdenken..

    (7) 30.07.19 - 21:24

    Nachteile PKV: Reha sehr schwierig zu bekommen, je nach Tarif
    Keine U-Untersuchungen der Kinder (manche Kinderärzte machen trotzdem vergleichbare Untersuchungen)
    Keine DMP's bei chronischer Erkrankung
    Jeder Arzt darf alles machen und abrechnen, der Patient kann die entsprechende Qualifikation kaum überprüfen
    Oft werden unnütze Untersuchungen und Behandlungen gemacht, die dem Arzt einfach nur Geld bringen.
    Chefarzt Behandlung im Krankenhaus: beim gesetzlich Versicherten macht es bei komplizierten Geschichten derjenige, der es am Besten kann. Beim Privat Versicherten immer der Chef, ob er es kann oder nicht😊
    Kein Kinderkrankengeld, keine Haushaltshilfe
    Ich bin Ärztin und ganz bewusst freiwillig in der GKV, denn ich lege Wert auf Qualität, Unterstützung im Krankheitsfall mit meinen (chronisch kranken Kindern) und gute Rehabilitation bei Bedarf.

    • (8) 30.07.19 - 23:04

      Naja, außer zur Rückversicherung Neugeborener würden die PKVs chronisch kranke Kinder nicht oder nur mit Zuschlägen nehmen. Da ist die beitragsfreie Versicherung in der GKV klar besser.

      Der Chefarzt behandelt dich genau dann, wenn du bei den Wahlleistungen Chefarztbehandlung wählst. Ich verzichte immer. Gibt ne ordentliche Rückerstattung.
      Außerdem hätte ich noch freie Arztwahl.
      Es kommt halt ganz auf den Tarif an.

      (9) 31.07.19 - 10:41

      Meine Kindee sind über mich privat versichert und haben bisher alle Us (inkl. Hüftultraschall beim Orthopäden) durchlaufen, und die Kosten wurden von meiner PKV und der Beihilfe komplett übernommen. Wir werden auch regelmäßig angeschrieben, und die erfolgte U wird von der Kinderärztin gemeldet. Da besteht absolut kein Unterschied zu gesetzlich versicherten Kindern.

      (10) 01.08.19 - 12:08

      Das Kinderkrank-Geld habe ich als Beamter leider auch dann nicht, wenn ich freiwillig in der GKV bleibe. Das dürfen Selbstständige mitversichern, Beamte leider nicht, da habe ich gerade die Rückmeldung von der GKV erhalten..
      Was die U-Untersuchungen angeht: Ich war ja schon einige Jahre in der PKV und in der Zeit sind meine beiden Kinder geboren. Die U-Untersuchungen haben wir ganz normal gemacht wie alle anderen auch mit U-Heft usw.
      Das mit der Reha stimmt 🙁 und die Chefarzt-Behandlung habe ich schon das letzte mal ausgeschlossen gehabt, da muss man nur im Krankenhaus echt hinterher sein und lieber zweimal zu oft sagen, dass man das nicht versichert hat und auch nicht bezahlt..

(11) 30.07.19 - 21:50

Als PKVler muss einem halt klar sein, dass man für fast jeden Behandlungsposten das 2-3fache des normalen GKV Satzes zahlt. Ein PKVler mit den exakt gleichen Behandlungen wie ein GKVler zahlt also auf Dauer gesehen mehr. Daher geht die Rechnung nur dann auf, wenn man weniger beim Arzt ist. Dem wiederum widerspricht die längere Lebenserwartung, so dass man am Ende also etwa gegenüber dem GKVler im Vergleich nicht viel spart. Die Beihilfen des Staates sind ja quasi zurückgehaltene Lohnbestandteile, dadurch ist die Versicherung ja nicht günstiger.

  • Es gibt keinen „GKV-Satz“, die Abrechnung erfolgt bei Kassenpatienten völlig anders

    Ja klar, der Arzt darf beim PKVler für die gleiche Arbeit mehr abrechnen wie beim GKVler, aber das zahlt ja nicht der Versicherte, sondern die Versicherung.
    Und doch, durch die Beihilfe ist meine Versicherung deutlich günstiger, bei 70% Behilfe muss ich mich nur noch zu 30% privat versichern. Der Selbstständige muss sich zu 100% privat versichern, das ist ordentlich mehr Geld. Und naja, also mein Gehalt ist am Ende trotz Behilfe eigentlich recht ordentlich..

(14) 30.07.19 - 22:59

In Bayern zahlt die Beihilfe nur noch, wenn man die anteilige PKV nachweist.

Wenn ich also in die GKV ginge, würde ich den Beihilfeanspruch komplett verlieren.

Weiß nicht, ob das in deinem Bundesland auch so ist.

  • (15) 01.08.19 - 12:15

    Ja, das ist in BaWü genauso. In der GKV verliert man den Beihilfeanspruch und es wird auch kein Arbeitnehmeranteil an die GKV gezahlt, sondern du musst selbst voll zahlen. Also nur vom KK-Beitrag her ist Behilfe+PKV in jedem Fall die günstigere Alternative.

(16) 31.07.19 - 02:55

Hallo,

meiner Erfahrung nach zahlt die PKV auch keinen Rücktransport bei Reisen und sowohl bei PKV und Beihilfe werden Kosten nur in der Höhe übernommen in der sie auch in Deutschland anfallen. Ich würde daher basierend auf meinem Kenntnisstand nicht auf eine Reisekrankenversicherung verzichten wollen.
VG

(18) 31.07.19 - 18:42

Hallo,
ich gehe davon aus, du bist Lehrerin? 😉
Ich selbst bin GKV und hab lange Jahre gedacht, dass eine PKV viel besser ist, bis meine Schwiegermutter (pensionierte Lehrerin) schwer an Krebs erkrankt ist dieses Jahr und auf ganz vielen Kosten sitzen bleibt.
Das Problem ist halt, dass PKV sehr günstig sind, so lange du jung bist. Wenn du älter wirst, steigen entweder die Kosten oder die Leistungen sinken. Bei meiner Schwiegermutter begann es mit dem Zweibettzimmer, Chefarztbehandlung, Wunschklinik (weil nicht vorher angefragt)... dann müsste Sie Verbandsmul selber zahlen und zu guter letzt hat sich die Beihilfe geweigert die Hälfte der Chemo zu zahlen, weil die letzten beiden Behandlungen an einem Tag erfolgt sind. Klar, Sie hat oft Einspruch eingelegt und dann etwas mehr herausbekommen aber dafür brauchte sie Schreiben von Ärzten etc... am Ende ist sie bis jetzt auf fast 15000€ Kosten hängen geblieben. Und das, wenn man krank ist und wirklich andere Sorgen hat. Jetzt muss und will sie eine Reha machen (ihr wurde der Kehlkopf entfernt, eine intensive Therapie zwingend notwendig), tja und die Bewilligung lässt auf sich warten... klar, Sie hätte ihre Beiträge einfach hoch setzen sollen, aber dann zahlt man einfach sehr, sehr viel.
Ich denke, es ist eine Wette auf die eigene Gesundheit und ich weiß nicht ob man die Gewinnen kann🤷‍♀️

  • (19) 01.08.19 - 12:21

    Ohje, das ist heftig!
    Also als ich früher in der PKV war habe ich auch oft mit der Behilfe diskutieren müssen und es gab einiges an hin und her. Das ist halt das blöde am Vorstrecken des Geldes, wenn man dann nur einen Teil wieder bekommt. In der GKV weißt du eher von Beginn an, was du zuzahlen müsstest. Insgesamt zahlt auch die PKV mehr als die Beihilfe zahlt, war zumindest immer mein Eindruck..

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