Darf der Arbeitgeber mir ein BV geben, obwohl mein Arbeitsplatz sicher ist?

    • (1) 12.08.19 - 23:24

      Hallo ihr Lieben.
      Ich arbeite im Einzelhandel (Drogerie). Und bin aktuell 27. SSW.
      Ich habe eine sehr liebe Chefin.
      Nun zum eigentlichen Anliegen.
      Sie hat mich heute nach meinem 3 wöchigen Urlaub gefragt wie es mir so geht usw. Und hat mich gefragt ob ich nicht schon ab September ins BV gehen möchte. (mein Mutterschutz beginnt ab 05.10.)
      Sie meinte das wäre für die Filialplanung einfacher, da sie meine Stunden nicht bräuchten und gut aufgefangen bekommen und es für mich ja auch entspannter wäre, ansonsten könnte sie mich eben nur oben drauf planen, wenn sie mich einfach so zu Hause lässt, habe ich über 100 Minusstunden. Ich hatte sie gefragt ob das BV vom AG kommen soll oder vom Frauenarzt und sie meinte vom Frauenarzt. Aber dieser darf ja nur bei gesundheitlichen Gefahren für Mutter und/oder Kind ein BV ausprechen. Ich bin viel am rumlaufen, oft aus der Puste und die Beine tun mir abends weh klar, aber es ist nicht so dass ich sonstige großartige Probleme in der Schwangerschaft habe. Mir würde es trotzdem zu gute kommen, ab September bereits frei zu haben. Vor allem, wenn der AG es mir so leicht macht.
      Aber dürfte sonst der AG ein BV ausstellen? Ich meine die Schichten sind abgedeckt, im Prinzip ist im September ja alles geregelt, so dass ich wegbleiben könnte, man weiß ja auch nicht wie es sich bei mir noch entwickelt. Ich hab in dem Beitrag oben gelesen, dass der AG nur ein BV ausstellt, wenn er keinen sicheren Platz für Schwangere gewährleisten kann. Das kann ich bei uns nicht behaupten. Ich hab ne Liege bekommen, Sitzmöglichkeiten, gefährliche Bereiche darf ich nicht verräumen, muss nicht auf Leitern oder Elefantenfuß steigen usw...
      Gibt es trotzdem ne Möglichkeit?
      Nicht falsch verstehen, hätte bis zum Ende durchgezigen bzw versucht, aber wenn einem das angeboten wird und man nicht weiß was noch auf einen zukommt, dann will man es schon gerne annehmen. Hat jemand Erfahrungen?

      Diese Frage solltest du dir selbst beantworten können. Meinst du, es ist erlaubt, die „Allgemeinheit“ finanziell zu belasten, damit du grundlos ins bv gehen kannst? Dass dein Arbeitgeber zuviel Personal hat ist sein Problem und die Lösung kann nicht sein, dass andere ihm das finanzieren. Frechheit!

    • Danke für eure 'konstruktiven' Meinungen. Ich hab mir schon gedacht, dass es falsch verstanden wird. Es geht mir nicht darum, dass ich es unbedingt will. Das stand vorher für mich nie zur Debatte vorher aufzuhören. Ich habe es aber auch noch nie gehabt, dass der AG einem das anbietet. Wenn es da eine Möglichkeit gäbe, bin ich mir sicher dass einige von euch auch dieses Angebot genutzt hätten. Ich bin nicht der Mensch, der beim FA sitzt und simuliert, daher ja meine Frage über Erfahrungen. Vielleicht hatte jemand ja schon mal so einen Fall. Ich wollte euren Umgang mit der Situation wissen. Ich bin selber überrumpelt worden gestern mit dieser Frage. Wenn es da keine vernünftigen Möglichkeiten gibt, dann würde ich auch mit meiner Chefin reden, dass es nicht geht und sie mich sonst einfach oben drauf planen soll und gut.

      • Wenn deine Chefin dich wegen zu viel Personal nicht arbeiten lassen kann oder will ist das ihr Problem. Du darfst durch die Schwangerschaft keine Nachteile haben. Es gibt 2 legale Möglichkeiten:
        Entweder bezahlte Freistellung oder wie du schreibst oben drauf planen, wodurch du aber keine Minusstunden aufbauen solltest, denn es ist ja nicht deine Schuld wenn nicht genug Arbeit da ist. Solange du deine Arbeitskraft anbietest, aber diese nicht voll abgerufen wird darfst du hierdurch auch keinen Nachteil haben.

        Ich hoffe ich konnte etwas helfen.

      • >>>Ich hab mir schon gedacht, dass es falsch verstanden wird. Es geht mir nicht darum, dass ich es unbedingt will.<<<

        Ich habe dich nicht falsch verstanden.

        Aber es liegt doch auf der Hand: Was deine "sehr liebe Chefin" vorhat, ist nicht in Ordnung, man könnte es auch Betrug nennen.
        Sie möchte die Kosten ihrer falschen? Personalplanung auf die Allgemeinheit der AG abwälzen (BV) oder auf dich (Aufbau von Minusstunden).
        Und das ist mehr als dreist.

        Dein Arbeitgeber darf dich gern auf eigene Kosten bezahlt freistellen.

        Was dein Arbeitgeber aber will, ist seine Kosten der Umlagekasse aufzudrücken. Und den Kopf dafür hinhalten soll dein Arzt, indem er das ungerechtfertigte BV unterschreiben soll.

        Vielleicht war es dir bewusst, vielleicht nicht.

        Fakt ist, BV werden verteilt wie Bonbons. Der Missbrauch grassiert und es gibt kaum Unrechtsbewusstsein.

        Und die angehenden Mütter sind regelmäßig entrüstet, weil sie doch ganz unbedarft sind und man von einem irrationalen, hormongefluteten Hirn keine Reflektion oder kritisches Denken erwarten kann.

        Das Kokettieren mit dem Sterotyp unbedarfte, natives Muttertiere ist ebenso beliebt wie zum Kotzen.

        Dein Arbeitgeber will die Umlagekasse bescheißen. Entweder machst dich zur Komplizen, weil du unkritisch den Quatsch hinnimmst und dabei mit Freizeit bei voller Bezahlung belohnt wirst, dann verdienst du die skeptische Reaktion. Oder du findest deine Eier, und schlägst dem AG vor, sie mögen dich auf eigene Kosten freistellen oder den Betrug selber verantworten.

        Solange Schwangere den Scheiß mitmachen und sogar propagieren, hab ich kein Mitleid wenn die Drölfmillionste ein paar klare Worte gesagt bekommt.

        Konstruktiv sind die Worte auch, wenn das zartbesaitete Schwangere Gemüt sich entrüstet zurückzieht, um die schweren Wunden zu lecken.

        Oh nein, ich würde im Internet kritisiert, man rufe den Notarzt.

      Wenn sie Dir angeboten hätte, dass sie das BV ausstellt, dann wäre das ein Angebot gewesen. Und dann hätte sie begründen müssen, warum sie Dich jetzt nicht mehr mutterschutzgerecht beschäftigen kann.
      Sie hat Dir aber nichts angeboten, sondern Dich mehr oder weniger aufgefordert, Dir durch einen Arzt ein BV ausstellen zu lassen.

      Ich habe dich auch nicht falsch verstanden. Das Frechheit galt deiner Chefin. Sie macht Dir allerdings kein Angebot, sondern erwartet, dass deine gyn Dir ein bv gibt (was diese nicht darf)

Hallo,
für mich liest sich deine Beschreibung nicht so als würde deine 'sehr liebe Chefin dir ein BV anbieten' sondern als würde sie dich unter Druck setzen, ein BV beim FA zu erschleichen und droht dir ansonsten mit Minusstunden. Das ist ganz sicher nicht zulässig und dagegen kannst du dich auch wehren.
Die einzigen Möglichkeiten, die mir einfallen, sind: 1. Du arbeitest normal, 2. sie spricht ein (evtl auch Teil-Zeit-) BV aus (wird aber schwierig mit Begründung und würde wohl auch überprüft werden, das ist dann allerdings ihr Problem), 3. sie stellt dich bezahlt frei, 4. du hast tatsächlich Beschwerden und lässt dich krankschreiben - da weniger als 6 Wochen fällst du nicht ins Krankengeld und hast da schwangerschaftsbedingt keine Nachteile beim Elterngeld.
An deiner Stelle wäre ich vom Verhalten deiner Chefin sehr irritiert: sie will dich zu illegalen Handlungen nötigen und gleichzeitig für dumm verkaufen.

Lass dich nicht unterkriegen und eine schöne Restschwangerschaft, liebe Grüße, c

Der Arbeitgeber darf dir auch ein Berufsverbot ausstellen wenn er dir keinen Arbeitsplatz anbieten kann der die Mutterschaftsrichtlinien erfüllt

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