Schlechtere Steuerklasse Elterngeldberechnung

    • (1) 13.08.19 - 18:08

      Hallo. Ich habe eine Frage und hoffe, dass irgendwer meinen Gedankengang nachvollziehen kann 😂

      Ich bin ab 02.01.20 im Mutterschutz. Mein Partner und ich möchten Ende September heiraten. Hier steht ja dann ein Steuerklassenwechsel von der 1/1 in 4/4 oder 3/5 an. FĂŒr eine Erhöhung des Elterngeldes ist ein Wechsel in die fĂŒr mich gĂŒnstigere Steuerklasse ja eh zu spĂ€t (da ich ja 9 von den 12 Monaten der Bemessungsgrundlage in der Stkl. 1 bin). Die Elterngeldstelle wird dann die Steuerklasse 1 fĂŒr die Berechnung heranziehen. So konnte ich das jetzt herauslesen.

      Wenn ich nun fĂŒr die Monate 10-12/2019 die schlechtere Steuerklasse wĂ€hle, gilt das dann ebenfalls? D.h. Ich verdiene zwar 3 Monate weniger (der Zuwachs beim Netto meines Partners wĂ€re aber höher als mein Verlust), das Elterngeld bleibt aber gleich hoch, weil durchgĂ€ngig mit Steuerklasse 1 gerechnet wird???? Kann das sein???

      Klar hĂ€tte das dann Auswirkungen auf Mutterschutzgeld und auch die Verteilung der Steuerklassen ab Januar mĂŒsste ich mir mal noch durch den Kopf gehen lassen... đŸ€” Mir qualmt der Kopf 😂

      • (2) 13.08.19 - 20:53

        Am besten ist es, als Frau die "bessere" Klasse 3 zu nehmen. Das Elterngeld ist durch, aber fĂŒr die Mutterschutzzahlungen ist ein hohes Netto auch so spĂ€t noch sinnvoll. Alles andere fĂŒhrt in Summe zu weniger Geld.

        • (3) 14.08.19 - 11:27

          In den meisten FĂ€llen stimmt das, aber nur bis zu einem bestimmten Einkommen. ich hatte z.B. mehrheitlich die Steuerklasse IV und habe trotzdem das volle Elterngeld bekommen.

          Was meinst du denn mit "als Frau?"
          Mein Mann verdient 4800€ brutto und ich 4700. Wir wĂŒrden bei Mutterschutz keine Steuerklasse wechseln. Und wenn mein Mann dann in Elternzeit geht auch nicht.
          Wir blieben 4/4.

          Ende des Jahres gibt es dann ca 2500€ SteuerrĂŒckzahlung.

          • Mutterschutzgeld wird, wie jede Lohnersatzleistung, nach dem Nettoverdienst berechnet, im Mittel der letzten drei Monate davor. Außnahmen gibt es, wenn Änderungen dauerhaft sind (Lohnerhöhung Bsp.). Also ist es fĂŒr diese Leistung, die nun mal nur Frauen erhalten, sinnvoll, Klasse 3 zu nehmen. Als Frau.
            Das Gleiche gilt sinngemĂ€ĂŸ fĂŒr Elterngeld. Außer, die Frau geht direkt wieder arbeiten, und der Mann bleibt 12 Monate zu Hause. Dann muss man die Steuerklassen im Vorfeld etwas anders gestalten.

            Wer das nicht tut, weil die monatlichen Zahlungen womöglich niedriger ausfallen und man sein restloches Geld erst im Folgejahr vom Finanzamt erhÀlt, verzichtet bewusst auf höhere Leistungen beim Mutterschutz und Elterngeld. Das freut jeden Steuerzahler.

            • Es wird doch aber immer gleichermaßen versteuert?? Wenn ich bsp 9000€ brutto gemeinsam verdiene, betrĂ€gt die Steuerlast zb 3500€ bei 4/4 (alles fiktiv!!)
              Netto sind das dann nach Soli, Pflegeversicherung etc zb 4500€ zusammen.
              Jeder 2250€
              Dann sind zu viel Steuern bezahlt worden und es gibt was zurĂŒck.
              Bsp fiktiv monatlich 200€
              So das im Schnitt 2450€ netto verdient wĂŒrden/die Steuerlast entsprechend ist.


              Bei 3/5 netto meinetwegen 5100... Aber dann sind zu wenige steuern bezahlt worden. Durchschnittlich hat netto jeder 2550€
              Sprich hundert Euro im Monat zu viel...
              Nachzahlung 1200€.

              • (7) 15.08.19 - 11:30

                Nur wird fĂŒrs Elterngeld eben nicht geschaut was am Ende des Jahres fĂŒr beide Partner rauskam - sondern eben nur auf die Steuerklasse abgestellt.
                Anderes Beispiel: Ehemann selbstÀndig, daher in der V - rein theoretisch. Frau nicht-selbstÀndig sozialversicherungspflichtig beschÀftigt - Steuerklases III.
                Zur Berechnung des Elterngeldes wird zwar das Brutto genommen, je nach Steuerklasse aber eben ein unterschiedlicher Satz an "fiktiven Steuern" abgezogen.

                Es kann ja sonst auch gut und gerne sein, beide sozialversicherungspflichtig nicht-sebstÀndig angestellt, dass beide gaaaaaanz viele Werbungskosten haben, weshalb sowohl in der Kombi IV/IV als auch III/V deutlich zu viel gezahlt wurde. Interessiert die Elterngeldstelle nur nicht, weil eben nicht das "echte monatliche Netto" genommen wird, sondern das Elterngeldnetto und das berechnet sich eben anhand des regulÀren Bruttos abzgl. pauschaler BetrÀge bzw. pauschaler SÀtze je nach Steuerklasse.

                Alles richtig. Hier geht es aber nicht um Steuern sondern um Lohnersatzleistungen. Und letztere orientieren sich (fĂŒr mich aus nicht offensichtlich nachvollziehbaren GrĂŒnden) am durch den Lohnsteuerjahresausgleich unbereinigten Monatsnetto.

      (9) 14.08.19 - 10:34

      FĂŒr die Elterngeldberechnung wird immer die Steuerklasse genommen, die du in den 12 Monaten vorher mehrheitlich hattest. So wurde mir das erklĂ€rt. Es mĂŒsste also stimmen, dass die Berechnung dann auf Grundlage von Klasse 1 fĂŒr alle Monate erfolgt. In der Regel gibt es doch in jeder Stadt eine Elterngeldstelle von der Stadt. Da kannst du ja nochmal anrufen und dich beraten lassen.
      Alles andere was du geschrieben hast, stimmt glaub ich auch so. Du könntest dein Mutterschaftsgeld noch optimieren, wenn du SK 3 nimmst. Ob sich das mehr lohnt oder das höhere Gehalt deines Partners, wenn er dann die 3 hĂ€tte, mĂŒsst ihr wissen.

      • (10) 14.08.19 - 10:37

        Nachtrag, gerade nochmal nachgedacht: Da man durch die Steuerklassenkombination nie Geld verliert (Ausgleich durch SteuererklĂ€rung), wĂŒrde ich an deiner Stelle die 3 bis Ende des Jahres nehmen. Dann hast du mehr Mutterschaftsgeld und, da ihr insgesamt nix verliert, habt ihr dann insgesamt optimiert.

        • (11) 14.08.19 - 11:41

          Ja. Das ist mir dann gestern Abend auch so durch den Kopf geschossen.
          Werde mich auf jeden Fall noch mal an die Elterngeldstelle wenden, um das genau zu klĂ€ren. Vielen Dank 😉

    (12) 14.08.19 - 11:08

    Hallo!

    Ich gehe auch am 02.01.2020 in Mutterschutz :-)

    Mein Mann und ich haben seit der Hochzeit 2016 jeweils SK 4.
    Ich Ă€rgere mich immer noch so dermaßen darĂŒber, dass ich vor ein paar Monaten nicht in die SK 3 gewechselt bin. Jetzt ist es natĂŒrlich schon zu spĂ€t, aber das wusste ich damals nicht. Das macht bei 12 Monaten Elterngeld knapp 2000 Euro aus, die ich jetzt einfach so "verschenke"...

    Im Endeffekt ist es ĂŒbrigens egal, in welche SK ihr nach der Heirat wechselt. Ob 3/5 oder 4/4 - durch die SteuererklĂ€rung bleibt das Netto immer gleich.
    Wenn dein Mann in SK 3 geht, mĂŒsst ihr euch auf eine ordentliche Nachzahlung beim Finanzamt gefasst machen.

    LG und eine schöne Schwangerschaft!

    • (13) 14.08.19 - 11:55

      Das ist wirklich Ă€rgerlich. Zu verschenken haben wir natĂŒrlich nichts. 😂

      Naja, also ein weiterer Weg zur Elterngeldstelle und dann nochmal genau rechnen, mit welcher Kombination wir ĂŒber die nĂ€chsten 1.5 Jahre am besten fahren.

      Auch dir noch eine schöne Schwangerschaft đŸ™‹đŸŒâ€â™€ïž

      (14) 15.08.19 - 09:01

      Aber mit der SteuererklÀrung bekommt ihr das doch wieder.
      Ihr gewinnt doch bei 3/5 kein Geld.
      Nur im laufenden Monat ist es mehr... Aber man muss was zurĂŒck legen zwecks Nachzahlung

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