Kindertagespflegebeiträge

    • (1) 15.08.19 - 13:02

      Hallo,

      wir wohnen in Unna (NRW).
      Bei uns ist es so, dass sich der Beitrag für die Tagesmutter aus dem Gesamtbruttoeinkommen von mir und meiner Frau und den Stunden, die das Kind bei der Tagesmutter verbringen soll zusammensetzt.


      Bei 35 Stunden pro Woche müssten wir scheinbar 374,00 € pro Monat bezahlen zzgl. Verpflegungskosten.

      Als ich das erfahren habe musste erstmal etwas schlucken. Meine Frau wird nach der Elternzeit in Teilzeit arbeiten, was bedeutet, dass wir ca. 300 € weniger Einkommen haben werden und zusätzlich sollen wir noch 374,00 plus die Verpflegung zahlen.

      Das würde ja bedeuten, dass wir jeden Monat um die 700 € weniger zum leben hätten.
      Von den Beiträgen werden wir leider nicht befreit, da wir wohl zu "gut" verdienen.

      Wie stellen die sich das bloß vor, wie das funktionieren soll?

      Gibt es noch irgendwelche Tipps, oder Tricks, wie man die Beiträge drücken kann?


      Oder wird der Beitrag durch das Elterngeld verringert? Oder muss man, falls es so ist viel nachzahlen?


      Ich finde das ganze leider sehr undurchsichtig und in der Behörde ist auch niemand zu erreichen -.-

      • (2) 15.08.19 - 13:26

        Hi,
        das regelt jede kommune anders, ob und wie Elternbeiträge gestaffelt nach Einkommen sind oder nicht. bzw kann die Tamu ja ggf noch einen zusatzbeitrag erheben.
        Einkommen "drücken" geht im Rahmen des gestzl. erlaubten...wie bei der Steuer 😁

        (3) 15.08.19 - 13:42

        Also 2,60 Euro pro Stunde? Oder doch 2,50 Euro?
        Bei uns liegt der Höchstsatz im Landkreis auch bei 2,50 Euro Eigenanteil. Entweder legt man seine Einkünfte offen und wird danach klassifiziert oder man schaut in die Tabelle wie man eingruppiert werden würde und kann dann entscheiden ob man, weil man eh in der höchsten Stufe landen würde sagt "danke, wir nehmen die höchste Stufe und gut ist".
        Theoretisch kann auch bei uns die Tagesmutter noch zusätzliche Beiträge erheben, ebenso wie zusätzlich die Verpflegung berechnet werden würde. Aber: ein "Einkommen drücken" ist mir auch hier nicht bekannt. Da man hier eben entweder den Steuerbescheid sehen möchte oder aber direkt freiwillig erklären kann, dass man den Höchstbetrag zahlt, führt da auch kein Weg dran vorbei.

        Würden wir nur ein paar Kilometer weiter in der Stadt wohnen, wäre der Spaß noch deutlich teurer, weil es hier dann üblich ist, dass die Tagesmütter auch noch eigene Zusatzbeiträge verlangen. So kenne ich welche, die knapp über 500 Euro für gerade mal 30?35? Stunden Betreuung zahlten und damit war noch längst nicht das Ende der Fahnenstange erreicht...

        • (4) 15.08.19 - 13:44

          Hab mir gerade mal die Beiträge für Unna angeschaut - bei euch wird also in 5 Stunden Schritten abgerechnet. Bei uns z.B. wirklich nach Stunden gesamt.
          Sieh es positiv: sobald das Kind zwei ist, wird es bei euch günstiger. Um ganze 150 Euro pro Monat...

      (5) 15.08.19 - 14:01

      Euer Kitabeitrag bedeutet, dass ihr ein Jahreseinkommen von 68000-74000 EUR habt.

      https://www.unna.de/cms/upload/pdf/jugend_und_soziales/Satzung_Elternbeitrge_Kindertagesein.pdf (Seite 4)

      Von den Beiträgen werdet ihr befreit, wenn ihr ein Jahreseinkommen unter 16 000 EUR hättet.

      Was hast du denn erwartet?

      Hey du.
      Ich schreibe ungern, wo ich genau wohne, allerdings sage ichs mal so : wir wohnen im Kreis Unna und auch wir zahlen dort seit dem 1.Kind die Beiträge.

      Ich verstehe also deinen Unmut. Damals fand ichs einfach frech, dass das Bruttoeinkommen als Maßstab genommen wird. Das, was wir brutto verdienen, haben wir aber ja nicht zur Verfügung. Fairer wäre es anhand des Jahresnettos solche Beiträge zu berechnen. Aber gut. Unser Pech, dass wir in NRW leben. In Hessen zahlt man zb in Kassel gar keine Beiträge und im Umland zb nur eine "Pauschale". Egal wieviel man verdient.
      Ihr fallt ja in die bis 74.000 € Sparte. Da hättet ihr nie die Chance "befreit" zu werden :). Die neue Regelung seit 01.08. gilt für Gering- bzw. Alleinverdiener, die zb auch Wohngeld beziehen (was es ja auch nicht gibt, wenn man "genug" verdient).
      Alternativ könntet ihr nur überlegen, dass deine Frau noch daheim bleibt. Dann euer Kind mit 2 Jahren in die Kita und nicht zur Tamu.
      Rechnet das doch mal durch, ob das nicht finanziell sogar besser wäre?
      Es gibt ja eine Tabelle für Kindertagespflege und Kindertageseinrichtungen.

      Nein du kannst nix drücken. Ihr müsst so oder so jedes Jahr (unaufgefordert) eure Nachweise einreichen, ob ihr genug bezahlt habt. Ansonsten wollen die nämlich irgendwann im Nachgang alle Nachweise haben für jedes Kitajahr.
      Unser Einkommen hat sich jetzt mitten im Jahr geändert. Hab uns hochstufen lassen, da ich kein Schnuppen auf die Nachzahlung habe, wenn ich damit bis zur Steuererklärung warte.

      Alles Gute.

      P.s: hoffen wir mal, dass ab 01.01.2020 tatsächlich in NRW die letzten 2 Kitajahre beitragsfrei werden. Ich fände das top ;).

      • (7) 15.08.19 - 14:27

        Ne, es wäre deutlich unfairer, das anhand des Jahresnettos zu berechnen.

        Ich lasse mir dann schön ein paar Freibeträge eintragen, wegen z.B. Fahrtkosten, und muss dann bei gleichem Brutto auf einmal mehr zahlen als jemand ohne Freibetrag?

      (9) 15.08.19 - 15:29

      Hi,
      dass man in Kassel gar nichts zahlt für die Tagespflege und im Umland nur eine Pauschale stimmt so auch nicht.
      Wir wohnen im Umland und ich bezahle für 28 Std/ Woche insgesamt es 350€. Was allerdings stimmt: es ist unabhängig vom Einkommen. Wenn man allerdings zu wenig verdient, gibt es Zuschüsse.
      LG

      • (10) 16.08.19 - 01:00

        Hi.
        Ich wusste das nur von meinem Bruder. Er wohnt in Vellmar und meinte er müsse nur 150 € bezahlen und er wäre ein Kandidat, der in NRW den absoluten Höchstbetrag zahlen müsste, da er verdammt gut verdient.
        Dann war ich wenigstens mit dem Einkommensunabhängig korrekt :).

    (11) 15.08.19 - 15:39

    Hey,

    erstmal danke ich dir für deine ausführliche Antwort.
    Da du aus der Umgebung kommst, hätte ich ein paar Fragen an dich, wenn es dir nichts ausmacht.


    Weißt du, wie der Beitrag berechnet wird, wenn das Kind 08/2020 zur TaMu soll und ich Vollzeit arbeite und meine Frau bis 08/2020 Elterngeld bekommt und dann den Rest des Jahres in Teilzeit arbeitet? Wird dann zur Berechnung für das erste Jahr Mein Gehalt plus 8 Monate Elterngeld plus 4 Monate Teilzeit genommen, oder müsste man dann nachzahlen, wenn meine Frau das Folgejahr komplett in Teilzeit arbeitet. Weil dass dann ja mehr wäre, als mit Elterngeld? Oder kann man einfach zur Berechnung meine Vollzeit und Ihre Teilzeit, dann aber für 12 Monate zur Berechnung nehmen, oder wäre das dumm?


    Ich möchte diese Nachzahlungen unbedingt so gering halten, wie möglich, aber ich blicke da noch nicht so ganz durch.


    Reicht man die Nachweise für die letzten 12 Monate ein, also in dem Fall dann 08/19 - 07/2020, oder die Nachweise für das Kalenderjahr? und wenn das Kalenderjahr noch nicht zu ende ist, wird dann der Rest geschätzt?

    • (12) 16.08.19 - 00:57

      Hey nochmal.
      Klar kannst du nachfragen :).

      Also es hat sich ja auch einiges geändert. Als unser älteres Kind 2013 zur Kita ging, mussten wir die Jahresendabrechnung von 2012 einreichen (die, die man vom AG bekommt für die Steuer). Was totaaaler Quatsch war, dass man am Vorjahresverdienst bemessen wurde. Da ich zu der Zeit von Teilzeit auf Vollzeit ging, durften wir schön nachzahlen :/.
      Mittlerweile ist es ja so, dass du auf der Anmeldung ja Verdienstnachweise dazugeben kannst oder selbst schätzt.
      Von daher schätzt ihr euch für das erste Jahr am besten selbst ein. Rechnet das mal hoch. Das Elterngeld wird mit eingerechnet. Allerdings nicht die Summe selbst, sondern das was in eurer Steuererklärung unter Progressionsvorbehalt stehen wird. Davon ziehen die auch noch was ab. Wieviel weiß ich nicht mehr. Ich lege dir nur nahe alles GENAU selbst nachzurechnen. Bei uns wurde sich mal zu unseren Ungunsten verrechnet. Das waren 350 Euro Rückzahlung die fehlten! Da musst du verdammt hinter her sein.
      1x pro Jahr ändern die bei Verdienständerungen euren Beitrag. Melde dich am besten 06/2020 dort schriftlich, dass deine Frau arbeiten gehen wird und ihr dann in Stufe bis XXXXX € hochgestuft werden möchtet. Dann erstellen die einen Änderungsbescheid :).
      Hab ich, wie gesagt, dieses Jahr schon gemacht. Ging ohne (nennenswerte) Probleme. Hatte denen meine neue Gehaltsabrechnung eingescannt und konkret aufgedröselt, wer was verdient dieses Jahr von uns.
      Hoffe du hast alles verstanden. Bissel blöd mit dem Aufschreiben :). Wir persönlich würden immer lieber etwas zu viel bezahlen und dann eine Nachzahlung bekommen, as nachzahlen zu müssen.

      • (13) 16.08.19 - 08:52

        Aber wenn ich jetzt z. B. die Jahresendabrechnung für 2019 einreiche und 2020 mehr verdiene, muss ich für 2019 nichts nachzahlen, aber für 2020 würde sich der Beitrag erhöhen richtig?

        Okay, also hast du dann quasi eine Aufstellung für jeden Monat von dir und deinem Partner gemacht? So würde ich das dann zumindest machen wollen.
        Was fällt denn alles ins Einkommen mit hinein?
        Gehälter, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Elterngeld...
        Kindergeld nicht oder? Aber wie sieht es mit dem Mutterschaftsgeld aus? Das bestimmt, oder?


        Wenn ich diese Aufstellung so machen würde, dann wären es bei mir für 12 Monate volles Gehalt und bei meiner Frau dann für 2019 von Januar bis Juli Gehalt, August, September und den halben Oktober Mutterschaftsgeld und von Mitte Oktober bis Dezember dann Elterngeld.

        Könnte man das so machen?

        Und für das Folgejahr müsste man dann eine neue Aufstellung einreichen, da ich dann wieder 12 Monate Vollzeit arbeite und meine Frau dann bis September Elterngeld bekommt und ab Oktober dann in Teilzeit arbeitet, richtig?

        • (14) 16.08.19 - 08:59

          Es zählen die Bruttoeinkünfte, also natürlich Gehalt, Weihnachtsgeld, Elterngeld usw.

          • (15) 17.08.19 - 15:51

            Elterngeld aber abzüglich des Mindestsatz von 300€. Und dann wird noch die Werbungskostenpauschale abgezogen. Wenn man nachweisen kann, dass man immer höhere Werbungskosten hatte als die Pauschale, dann wird auch für die Vorab-Betechnung mehr abgezogen.

            Hier in Köln ist die höchste Stufe „über 100.000€“ und ich finde eher unfair, dass es nicht noch deutlich weiter hoch gestaffelt wird. Die Radiologen-Steuerberater-Familie zahlt da ja dann einen Witz (Kitagebühr zu Haushaltseinkommen), während es für kleinere aber gute Einkommen (z.b. auch 78 - 100.000) prozentual richtig ins Geld geht ohne, dass man davon im JetSet leben würde.

            Ich tröste mich aber auch damit, dass es schon am dem 2. Lebensjahr deutlich günstiger wird.

        (16) 16.08.19 - 12:14

        Hi.
        "Aber wenn ich jetzt z. B. die Jahresendabrechnung für 2019 einreiche und 2020 mehr verdiene, muss ich für 2019 nichts nachzahlen, aber für 2020 würde sich der Beitrag erhöhen richtig?"
        Euer Kind geht ab jetzt September in die Betreuung? Dann musst du dich am besten selbst einschätzen für September bis Dezember 2019. Nächstes Jahr müsst ihr dann unaufgefordert eure Gehaltsnachweise einreichen und wenn du euch richtig eingeschätzt hast, müsst ihr nix nachzahlen. Korrekt.
        Und dann würde ich dann ebenfalls Anfang 2020 eine Hochstufung einleiten, da deine Frau ja dann arbeiten wird ab Herbst 2020. Sonst müsst ihr nachzahlen.
        Bei uns dauerte das 2 Monate mit der Hochstufung und dann waren schon 6 Monate des Jahres rum und wir wurden hochgestuft und mussten 360€ nachzahlen. Also schnellstmöglich immer alle Änderungen mitteilen.

        Oooder du machst es so : du schätzt euch dieses Jahr schon für das Gehalt ein, was ihr nächstes Jahr haben werdet. Weißt du was ich meine?! Dann gibst du 2020 Belege ab, bekommst eine Rückzahlung für 2019, aber BESTEHST darauf nicht runtergestuft zu werden für 2020, da deine Frau arbeiten gehen wird und ihr bei XXXXX € Jahreseinkommen bleibt. Das wäre ggf sogar die geschickteste Vorgehensweise :).

        "Gehälter, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Elterngeld...
        Kindergeld nicht oder? Aber wie sieht es mit dem Mutterschaftsgeld aus? Das bestimmt, oder?"
        Es zählen ALLE Einkünfte. Die wollen euren Steuerbescheid (alle Seiten) und die Jahresendabrechnung. Bei sonstigen Einkünften auch alles an Bescheiden : ALG1 und 2, Elterngeld, Mutterschaftsgeld (AG und KK), Krankengeld usw usw usw
        Urlaubs- und Weihnachtsgeld ist ja in dem Betrag inkludiert in deiner Jahresendabrechnung vom AG. Da steht ja immer ein Gesamtbrutto für das jeweilige Jahr. Ob Kindergeld auch im Steuerbescheid auftaucht weiß ich nicht.. Ich gebe den Nachweis immer mit ab bei unserer Steuerfachfrau, da es ja "Einkünfte" sind genau genommen ;).

(19) 15.08.19 - 18:06

Als ich in der Phase war, kostete es bei uns das doppelte von dem, was Ihr zahlen müsst.

Du musst einfach von einer ganz anderen Seite darauf schauen:
- deine Frau tut etwas für ihre (und damit Eure) Absicherung, indem sie arbeitet.
- sie tut etwa für ihre Rente
- einen Teil der Kosten bekommt Ihr über die Steuer wieder
- du hast jetzt einen Kinderfreibetrag
- falls ein weiteres Kind geplant ist, ist das Elterngeld aufgrund der Teilzeitarbeit höher als ohne
- etc etc

Und mit dem Gehalt gehört Ihr wahrlich nicht zu den Geringverdienern...

Ulrike

Das Jugendamt rechnet mit einem bereinigten Bruttowert bei uns - wir wohnen direkt um die Ecke.

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