Wer stellt in dem Fall das BV aus?

    • (1) 23.08.19 - 10:01

      Hallo,
      ich würde gerne wissen, wer in meinem Fall das Beschäftigungsverbot ausstellen müsste.
      Kurze Schilderung:
      Ich bin in der 24 ssw und seid dieser Woche wegen Verdacht auf vorzeitige Wehen krank geschrieben. Ich bin Erzieherin, bei uns fehlt eine 100 % Kraft, meine andere Kollegin war jetzt häufig krank oder im Urlaub. Ich war somit wochenlang oft mit fast 20 Kindern alleine in der Gruppe, davon 14 zwischen 2 und 3 Jahren. Durch das ständige bücken, knien, auf den Boden sitzen, tragen der Kinder etc. habe ich langsam extreme Schmerzen im Unterbauch/Rücken bekommen, sodass ich am Abend nicht mehr laufen konnte, teilweise auch die ganze Nacht nicht schlafen konnte. Da ich noch eine 6 jährige Tochter daheim habe tat sie mir echt leid, weil ich kaum noch was mit ihr machen konnte vor Schmerzen.
      Zusätzlich kommt natürlich der extreme Stress wenn man alleine mit sovielen Kindern ist und die Lautstärke, ich konnte mich weder kurz hinlegen, selbst wenn ich aufs Klo musste, musste ich erst warten bis jemand aus der anderen Gruppe (Krippengruppe) kurz kommt. Der Arzt hat auch festgestellt, dass mein Kind unterversorgt ist (vom Gewicht auf der 1. Perzentile :-( ), was wohl durch den dauerhaften Stress entstehen kann.
      Seid ich jetzt zu Hause bin geht es mir deutlich besser, ich kann wieder schlafen und habe auch keine starken Schmerzen mehr.
      Ich weiß aber, dass sich bei mir auf der Arbeit nichts ändern wird und die Beschwerden wieder kommen werden.
      Jetzt weiß ich natürlich, das der Arbeitsplatz so nicht schwangerengerecht ist, ich habe dies auch oft zur Ansprache gebracht, geändert hat sich nichts. Mein Arbeitgeber will mir aber kein Beschäftigungsverbot ausstellen, weil er meint er kann das nicht in dem Fall, das muss der Frauenarzt machen. Steht mir ein individuelles Beschäftigungsverbot zu?
      Auch damals wo mein Impfstatus noch unklar war, hat mir der Arbeitgeber kein befristetes Beschäftigungsverbot ausgestellt sondern der meinte auch ich soll mich solang krank schreiben lassen bis die Ergebnisse da sind...

      Liebe Grüße

      (5) 23.08.19 - 10:14

      Ein BV = du kannst theoretisch arbeiten. Du hast beschwerden.. also bekommst du eine AU vom Arzt. Dein AG muss deinen Arbeitsplatz anpassen.. ggf gewerbeaufsichtsamt anrufen

      • (6) 23.08.19 - 10:40

        Das verstehe ich jetzt aber nicht so ganz, wenn man theoretisch arbeiten kann, kriegt man doch kein Beschäftigungsverbot? Weil dann kann man doch zur Arbeit.
        Klar gibt es das generelle BV, das ich bekommen hätte, wenn ich zB keinen Impfschutz hätte.
        Aber wenn meine Beschwerden vom Arbeitsplatz ausgelöst werden, greift da nicht das individuelle?

        Wegen dem Gewerbeaufsichtsamt informiere ich mich mal, Danke.

        • (7) 23.08.19 - 11:20

          Dass du dich abends kaputt fühlst, ist aber kein Grund für ein BV

          • (8) 23.08.19 - 11:36

            Ich fühle mich nicht „kaputt“ sondern bekomme Schmerzen (u.a. vorzeitige Wehen), wodurch mein Kind schlechter versorgt wird, da ich eine Insertio Velamentosa habe. Es wird wohl dann ein Gefäß abgedrückt, das für die Versorgung zuständig ist. Mein Frauenarzt ist auch Pränataldiagostiker.
            Und diese werden wahrscheinlich ausgelöst durch das Tragen der Kinder bzw. das dauernde bücken und den Stress.
            Mein Frauenarzt hat es übrigens zur Ansprache gebracht das ich eins kriege, ich komme nicht von alleine auf die Idee und wäre das auch nicht. Nur meinte er soll ich erstmal mit den AG reden, da er mir eins ausstellen sollte, dieser meint aber das ist Sache vom Frauenarzt. Deswegen richtete sich auch meine Frage darauf wer nun „Recht“ hat.
            Finde es übrigens ziemlich dreist zu unterstellen nur weil ich „kaputt“ bin will ich jetzt ein BV. Dann sollte man sich die Antwort lieber sparen.

            • (9) 23.08.19 - 15:28

              Dein Arbeitgeber muss dir einen geeigneten Arbeitsplatz anbieten. Eben ohne schwer heben und Co. Denn das darfst du gar nicht mehr. Dazu gibt es das Mutterschutzgesetzt.
              Kann er das nicht, schickt er dich ins BV.
              Gemeint ist, du kannst arbeiten aber es gibt eben keinen geeigneten Platz für dich als Schwangere.

              (10) 23.08.19 - 17:16

              Du solltest die zuständige Aufsichtsbehörde einschalte, um den AG das Mutterschutzgesetz näher zu bringen und Du solltest lernen, NEIN zu sagen und Tätigkeiten, die nicht mutterschutzgerecht sind, ablehnen.

              Dein AG ist verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen und Dir mutterschutzgerechte Arbeitsbedingungen zu schaffen, indem er Dich z. B. in einen anderen Bereich versetzt oder die Aufgaben anders aufteilt. Ist das nachweislich nicht möglich, muss er ein BV aussprechen.

              • Danke, an die wende ich mich auch am Montag und werde nochmals davor mit meinem AG reden.

                Das mit dem „nein“ sagen stimmt zwar, ich empfinde es bei meinem Beruf aber als schwierig. Es geht ja um die Kinder, die können für die Situation nichts und ich liebe meinen Job ansonsten. Ich finde die sollten trotz allem möglichst gut betreut werden, sonst hätte ich es so lange auch nicht hingenommen. Alleine mit so vielen Kindern ist nicht schwanger auch schon ein Unding und ich hatte einige Gespräche mit meinem AG darüber.
                Die Situation ist nämlich leider schon seid Monaten so.

    (12) 23.08.19 - 12:57

    Mein Beschäftigungsverbot hat mir meine Frauenärztin ausgestellt.

    Ich bin ganz normal in einem Unternehmen angestellt und war mit Zwillingen Schwanger. Nachdem meine Eisenwerte wohl sehr schlecht waren, hat sie festgelegt, dass ich ab der 28 SSW nicht mehr arbeiten gehen soll.

    Ich weiß aber nicht, ob das in Deinem Fall aber anders gelagert ist.

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