Gyn will kein BV ausstellen 😔 ratlos

    • (1) 23.08.19 - 18:11
      Inaktiv

      Hallo Ihr Lieben,
      ich befinde mich derzeit Ende der 8SSW und bin im Aussendienst tÀtig.
      Dabei muss ich tÀglich mehrere verschiedene Arztpraxen als auch KrankenhÀuser anfahren und fahre im Schnitt mind. 120km pro Tag ( die letzten Wochen deutlich mehr).
      Gerade die letzten beiden Wochen haben mich extrem angestrengt weil ich heftige Bauchschmerzen hatte und mir aufgrund der Fahrzeiten natĂŒrlich auch öfter den Toiletten Gang verkneifen muss. Das Resultat war dann eine schöne BlasenentzĂŒndung.
      Gerade ab der zwölften SSW hĂ€tte ich Gerne ein BV weil dann zum einen der Herbst losgeht ( nasse, glatte Straßen, frĂŒher dunkel) zum anderen aber auch die Grippe Saison ( und ich sitze tĂ€glich in mind.7 Versch. Wartezimmern). Dazu kommt teilweise der beschrĂ€nkte Zugang zu Toiletten ( wenn dann Tankstellen oder Arzt Toiletten oder auch lange Zeit nichts wenn keine in der NĂ€he ist). Das alles macht mir ziemlich zu schaffen und ich habe auch Bedenken zumal es meine erste SS ist und ich auch bereits zu den Risiko schwangeren gehöre.
      Meine Gyn sagt, es ist kein individuells BV sondern resultiert aus meiner TĂ€tigkeit,also soll ich den Betriebsarzt ansprechen.
      Meine Firma sitzt in Bayern und ich weiß garnicht ob der ĂŒberhaupt existiert. Dazu denke ich, werden die alles tun um mich nicht in ein BV zu bekommen ( persönliche EinschĂ€tzung dieser Firma).
      Ich bin gerade wirklich verzweifelt, sauer und hilflos zugleich.
      Fakt ist, ich möchte meinem Baby und mir das nicht zumuten!
      Erst nicht mit der erhöhten Unfallgefahr durch die viele Zeit im Auto und auf den Autobahnen.
      Hat jemand von euch noch einen Tip? Kann ich notfalls auch einfach ins KH gehen und mir da ein BV ausstellen lassen?

      • (2) 23.08.19 - 18:15

        Ein BV kann nur der Arbeitgeber ausstellen.
        Vom Arzt bekommst du höchstens eine BU, aber das ist hier ja nicht der Fall

        • (3) 23.08.19 - 18:18

          Das stimmt nicht. auch ein Arzt kann ein BV ausstellen.
          Der AG ist zustÀndig wenn es Arbeitsplatzbedingt ist und der Arzt wenn es medizinisch bedingt ist

          • (4) 23.08.19 - 18:21

            Ja so hab ich es eben auch verstanden. Ich verstehe es nicht, zum einen haben wir lange versucht ĂŒberhaupt schwanger zu werden ( bin 35 in wenigen Wochen) zum anderen habe ich ihr von meinen BauchkrĂ€mpfn und meinem hohen Puls erzĂ€hlt. Dazu kommt, dass ich ziemlich hohen Druck und Umsatzverantwortung habe ( Vetrieb). Sie weiß das alles. Sagte aber, dass sie Angst hĂ€tte weil Ärzte angeblich RĂŒckzahlungen der GehĂ€lter vornehmen lassen mussten weil die AG geklagt haben.

            • Deine Ärztin hat absolut Recht, fĂŒr Deine Arbeitsbedingungen ist er nicht zustĂ€ndig. Hier ist Dein AG in der Pflicht, das Mutterschutzgesetz einzuhalten und Dir ggf anders einzusetzen. Die Tatsache, dass irgendwann Herbst ist, ist natĂŒrlich keine Indikation fĂŒr ein BV und der lange Weg zur Arbeit auch nicht.

        (6) 23.08.19 - 18:21

        Nein, das ist so nicht korrekt. Ich habe ein TeilbeschÀftigungsverbot vom Arzt bekommen. Bei o.g. Fall geht es aber nicht um die GefÀhrdung der Schwangerschaft, sondern darum, dass der Arbeitsplatz nicht schwangerschaftsgerecht ist, da stellt der Arzt kein BV aus. Zuerst muss der Arbeitgeber den Arbeitsplatz entsprechend verÀndern, also vielleicht in den Innendienst oder Àhnliches.

    (7) 23.08.19 - 18:19

    Hallo

    Da hat dein Frauenarzt leider recht. Dieser kann nur aus gesundheitlichen GrĂŒnden dir ein BV ausstellen. Die GrĂŒnde die du aufzĂ€hlst sind allerdings eher unter die Kategorie „Sicherheit am Arbeitsplatz“ zuzufĂŒgen.

    Da du deinem Arbeitgeber aber vor der 12. ssw nichts sagen möchtest - soweit ich es raus lese - musst du dich entweder krank schreiben lassen oder es deinem Arbeitgeber frĂŒher mitteilen. Denn nur dann kann er die mutterschutzrechtlinien einhalten und eine gefahrenbeurteilung durchfĂŒhren.

    Ich kenne mich bezĂŒglich Lager Autofahrten nicht aus, aber du könntest auf der Fahrt Toiletten aussuchen und in den Arztpraxen nach der privaten fragen, wegen der Schwangerschaft. Also ehrlich gesagt alles keine GrĂŒnde fĂŒr ein BV.

    GrĂŒse

    (8) 23.08.19 - 18:21

    Darf ich fragen wieso du Risiko Schwanger bist ??

    (9) 23.08.19 - 18:22

    Hi dein Arzt hat Recht.
    Und im Krankenhaus bekommst du kein BV ausgestellt.
    Rede mit deinem AG.
    Und das Risiko beim Autofahren ist kein Grund fĂŒr ein BV, dann dĂŒrften Schwangere ja generell nicht fahren.

    • (10) 23.08.19 - 18:32

      Naja es muss ja einen Sinn haben, warum es im Mutterschutz Gesetz extra einen Paragraphen fĂŒr Schwangere im Aussendienst gibt.
      Es ist denke ich schon ein Unterschied, ob ich einmal tĂ€glich hin RĂŒckweg zum Arbeitsplatz habe oder tĂ€glich 5-6 Std auf der Autobahn verbringe

      • (11) 23.08.19 - 18:35

        Bei 120km bist du doch nicht 5-6Std auf der Autobahn?

        hab dazu gefunden:

        Fahrten im Außendienst
        § 4 Abs. 1 MuSchG bestimmt, das werdende MĂŒtter nicht mit schweren körperlichen Arbeiten oder mit Arbeiten beschĂ€ftigt werden dĂŒrfen, bei denen sie schĂ€dlichen Einwirkungen von gesundheitsgefĂ€hrdenden Stoffen oder Strahlen, von Staub, Gasen oder DĂ€mpfen, von Hitze, KĂ€lte oder NĂ€sse, von ErschĂŒtterungen oder LĂ€rm ausgesetzt sind.

        Hieraus können sich EinschrĂ€nkungen bei den von der Außendienstmitarbeiterin zu unternehmenden Kundenfahrten ergeben. HierfĂŒr ist im Einzelfall zu ĂŒberprĂŒfen, ob etwa durch ErschĂŒtterungen, durch die WitterungsverhĂ€ltnisse, die StraßenzustandsverhĂ€ltnisse oder die jeweiligen VerkehrsverhĂ€ltnisse gesundheitsschĂ€dliche Belastungen auftreten können, die ein Unterlassen oder eine BeschrĂ€nkung der FahrtĂ€tigkeiten im Außendienst erforderlich erscheinen lassen. Diese PrĂŒfungspflicht gilt insbesondere dann, wenn die BeschĂ€ftigungszeit zu mehr als der HĂ€lfte aus Fahrzeit besteht. Auch ist insbesondere in den Wintermonaten zu beachten, dass aufgrund Ă€ußerst widriger StraßenverhĂ€ltnisse nach § 4 Abs. 2 Nr. 8 MuSchG die FahrtĂ€tigkeit wegen der erhöhten Unfallgefahr unzulĂ€ssig sein kann.


        Rede am Besten mit deinem AG!

        • (12) 23.08.19 - 18:37

          Nein natĂŒrlich nicht am StĂŒck aber ĂŒber den Tag verteilt.
          Ich fahre tÀglich etwa 7-10 Arztpraxen an innerhalb eines Bundeslandes.
          Den Großteil verbringe ich nun mal im Auto! Eben Aussendienst.
          Danke ja, werde ich wohl machen mĂŒssen

          • (13) 23.08.19 - 18:43

            DrĂŒcke dir die Daumen, dass ihr eine gute Lösung findet.
            Ich kann dich ja verstehen, hÀtte in meiner letzten Schwangerschaft so eine Fahrerei auch nicht gekonnt.
            Erstens wegen Übelkeit und zweitens hatte ich plötzlich total Probleme im Dunkeln zu fahren.
            Und dauernd in Wartezimmern mit Kranken zu warten ist natĂŒrlich auch nichts fĂŒr eine Schwangere.
            Aber wie gesagt da ist dein AG zustÀndig, dein Arzt nur bei gesundheitlichen Sachen

            • (14) 23.08.19 - 19:29

              Danke ja
              Geht nicht darum dass ich nicht will.
              Sondern einfach Sorgen habe und es mir schwer fÀllt was im Verlauf spÀter sicherlich nicht einfacher wird.
              BĂŒro wĂ€re kein Problem.

          (15) 24.08.19 - 00:47

          Ähm, so hattest du es geschrieben und so kommt es nach meiner Rechnung auch raus. Bremen und Hamburg sind auch BundeslĂ€nder 😉 Und alleine dein Alter gilt nicht als Risiko.
          Wurde selbst 3x Mama, mit 35 das erste Mal und dann sogar erst nach dem 15. Embryotransfer. Das hat mir knapp eine Risikoschwangerschaft gebracht. Im Hauptjob gabs ein BV vom AG (Rettungsdienst), im Nebenjob (Dozentin an RD-Schulen im halben Bundesland verteilt, FlĂ€chenbundesland) nicht. habe bei Kind 1 +2 bis kurz vor Sectio gearbeitet, aber alles gut geplant und mit dem Auftraggeber besprochen. HierfĂŒr ist natĂŒrlich zwingend erforderlich, fair, offen, freundlich und nicht nach einem BV fordend ins GesprĂ€ch zu gehen.
          Informiere dich bzgl. der Mutterschaftsrichtlinien und ĂŒber
          GefÀhrdungsbeurteilungen, teile deinem AG die Schwangerschaft mit. Gib deinem AG die Chance, sich an die Gesetze zu halten.
          So wie du deinen Eingangspost geschrieben hast, klingt es nun einmal nach der "ich-bin-schwanger-und-arbeiten-geht-nicht-weil-schwanger-Flucht" an. Vielleicht hast du es auch unglĂŒcklich formuliert, aber das ruft eben Leute auf den Plan, die sich immer rechtfertigen mĂŒssen, weil sie ein BV haben.
          Glaub mir, was ich mir deswegen in der letzten Schwangerschaft anhören musste, weil ich plötzlich, doch nicht gearbeitet habe.
          Leider wurde jahrelang mit BVs rumgeaast und nun sind die Richtlinien verschĂ€rft worden, sowohl fĂŒr den Arzt als auch den AG.

          Alles Gute
          Hummel

          • Und vor allem sind dann MĂŒtter wie ich angepisst, die kein BV deswegen von einem Arzt bekommen, obwohl es mehr als angebracht gewesen wĂ€re. Das hört sich fĂŒr mich dann immer wie "mimimi, es könnte ja was passieren" an.

            Hatte bei Kind Nr. 2 bereits eine FrĂŒhgeburt nach Plazentainsuffizenz, PrĂ€klampsie/Hellp, Fehlgeburten, Bluthochdruck, und SS-Diabetes auch keins bekommen (ich glaub ich hatte bei Risikofaktoren 10 Punkte mit ja). Und die Maus sollte fast bei 28+0 geholt werden. Also wenn da nicht Gefahr bestand weiss ich auch nicht. Aber nein.... ich wurde nur Krank geschrieben ĂŒber mehrere Wochen (inkl. Lohnfortzahlung). Und ich hab alles versucht. Hausarzt machte es nicht. Frauenarzt auch nicht, Vertretung meinte an eigenen wenden. Andere FA boten erst Termine in 2 Monaten an und so weiter.

            • hallo,

              ich kann deine medizinsche Indikation schon als Grund fĂŒr ein BV ansehen, aber wenn dein Gyn sagte, kein BV, dann sieht er es leider so. Warum auch immer. Schlecht informiert, Angst vor Regress? đŸ€·â€â™€ïž Ich will nur sagen, dass eine Risiko SS nicht zwangslĂ€ufig individuelles BV bedeudet. Ich hĂ€tte mit Blutungen bei Placenta Praevia auch eines bekommen, wenn ich nicht eh schon eines gehabt hĂ€tte.
              Deine Geschichte ist tragisch und verstehe deinen Ansatz. Es ist bei vielen mittlerweile die Einstellung zu spĂŒren, lieber vorsichtshalber ein BV haben, bevor was passiert. Und ganz realistisch sind Komplikationen zum GlĂŒck sehr selten und dann ein individuelles BV auch sinnvoll, wenn es sichere Anzeichen fĂŒr solche gibt.
              Bei der TE geht es aber um die Bedingungen am Arbeitsplatz fĂŒr die schlichtweg der Gyn nicht zustĂ€ndig ist, sondern der AG. Schlimm bzw. schade finde ich, dass gleich gemault wird, weil Gyn keins ausstellt, weil nicht zustĂ€ndig bevor der AG ĂŒberhaupt eine Chance hat, die Bedingungen anzupassen.

              • Mich stört es halt, wenn immer gesagt wird, daß man angeblich ein individuelles BV bekommt, wenn Gefahr fĂŒr Leib und Leben besteht. Das ist leider eben nicht der Fall.

                Hier mal alles, was ich bei Nr. 2 hatte:
                1, 3, 4, 10, 14, 17, 18, 19, 21, 23, 28, 32, 33, 39, 43, 46, 47, 50

                Und dann hört man von anderen "ja aber es könnte ja was passieren"

                • ich verstehe deinen Ärger vollkommen und sehe da ein BV völlig gerechtfertigt. Schade natĂŒrlich, dass dein Gyn es anders sah. nur wegen evtl vielleicht könnte was sein soll es kein BV geben. Dann wĂŒrde jede Frau die Ă€ngstlicher ist eines bekommen.
                  Wie geschrieben, ich bin da völlig bei dir.

(20) 23.08.19 - 18:39

Der Hinweis darauf, dass man im Privatleben ja auch Auto fĂ€hrt, Reinigungsmittel benutzt, mit potentiell infektiösen Menschen Kontakt hat, Kinder hochhebt, die mehr als 10 kg wiegen, (Liste bitte beliebig fortsetzen) ist wenig hilfreich. Im Privatleben haftet man fĂŒr das alles selbst, und im Zweifel lĂ€sst man es eben einfach sein. Damit man es im Berufsleben auch einfach sein lassen kann, bzw. damit man nicht durch seinen Arbeitgeber angewiesen werden kann, gefĂ€hrdende Dinge zu tun (und der Arbeitgeber letztlich haften muss), gibt es das Mutterschutzgesetz.

(21) 23.08.19 - 18:41

Dein Arzt hat Recht. Die Gefahren fĂŒr Deine Schwangerschaft ergeben sich aus der TĂ€tigkeit, damit ist der AG zustĂ€ndig.

(22) 23.08.19 - 18:47

Hey, wie die anderen schon schreiben, deine Gyn kann da nichts tun.
Sage deinem AG Bescheid, mit der Bitte um Diskretion, da du noch vor der 12. Ssw bist.
Er kann dich dann in den Innendienst versetzen, wenn er nicht die Mutterschutzrichtlinien im Außendienst einhalten kann. Ich denke aber nicht, dass du ein BV erhalten wirst.

(23) 23.08.19 - 18:50

Dein FA hat schon recht, dein AG ist dafĂŒr zustĂ€ndig. Das einzige was er tun kann, damit du kein BV bekommst, ist deinen Arbeitsplatz Schwangerengerecht zu gestalten, was dann ja auch in deinem Sinne wĂ€re. Er oder der Betriebsarzt muss mit dir eine Gefahrenbeurteilung ausfĂŒllen. Trifft auch nur eine Gefahr zu, muss er diese Beseitigen sprich, du darfst diese TĂ€tigkeit nicht mehr ausfĂŒhren oder wirst an einen Schwangerengerechten Arbeitsplatz versetzt. Kann er dies nicht, muss er dich ins BV schicken.

(24) 23.08.19 - 18:54

AG informieren, GefĂ€hrdungsbeurteilung mit ihm zusammen ausfĂŒllen.
Wenn denn AG nix weiß, kann er deinen Arbeitsplatz auch nicht an das MuschG anpassen.
Nur er kann dich in dem Falle ins BV schicken. Sollte der AG sich quer stellen, musst du zum Gewerbeaufsichtsamt gehen, die leiten dann Schritte gegen den AG ein.

Dein FA hat recht, dass er dir kein BV ausstellen kann. Und ja es mussten schon Ärzte GehĂ€lter zurĂŒck zahlen, wegen BV die nicht gerechtfertigt waren.

(25) 23.08.19 - 19:13

Also mal ehrlich, wenn du tĂ€glich 120km fĂ€hrst (was ich fĂŒr Außendienst nicht viel finde) und dabei 7-10 Praxen abklapperst, fĂ€hrst du ja selten mehr als 20-25 Minuten am StĂŒck. Da kann ich wirklich kein Toilettenproblem erkennen.

Wenn du deine Schwangerschaft Zuhause verbringen möchtest und kein BV bekommst, kannst du bezahlten oder unbezahlten Urlaub nehmen oder kĂŒndigen. Aber das was du aufgezĂ€hlt hast, sind keine GrĂŒnde.

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