Was ist gerecht? Finanzen in der Ehe!

    • (1) 30.08.19 - 09:31

      Hallo,

      In den nächsten 2 Jahren werden mein Partner und ich (wenn alles so läuft wie in der Theorie geplant) heiraten und auch das erste Kind bekommen.

      Nun machen wir uns auch Gedanken bezüglich der Finanzen. Ich möchte darauf achten das ich wenn ich beruflich zurückstecken muss dies auch finanziell ausgeglichen bekomme. ( da ich weniger verdiene und auch vom Job her eher reduzieren kann wird es auf mich als Hauptbetreuungsperson hinaus laufen.)

      Momentan studiere ich noch ( im BA) und arbeite ca 150 Stunden im Monat.

      Mein Partner verdient bereits jetzt wesentlich mehr als ich (ca. 4x soviel) und es wird sich bei ihm jedes Jahr steigern, das heisst es wird immer einen sehr hohen Unterschied geben.

      Jetzt stellt sich mir die Frage was ist fair?

      Man liesst ja immer so schön „ wir sind eine Familie alles geht in einen Topf“ aber greift das auch bei so großen Unterschieden?

      Irgendwie ist ja bei den meisten Paaren der finanzielle Verdienst nicht so hoch da macht es Sinn, aber wenn es wirklich mehrere (5—10.000) Euro und mehr werden wie sieht es dann aus....

      Gibt es hier Paare wo es ähnlich ist?
      Wie teilt ihr auf?
      Vom Zugewinn würde ich ja sehr profitieren.
      Gütertrennung würde ich aber auch nicht einsehen, da er ja in dem Pensum auch nur arbeiten kann wenn ich ihm einen Großteil der Arbeit abnehme. Und ich ja in der Zeit weniger arbeiten kann.

      • Vielleicht ginge Gütertrennung mit der Option, dass ihr deinen finanziellen Nachteil, den du durch die Kinderbetreuungszeit hast, ausrechnen lasst und du diesen vertraglich zugesichert bekommst. Dasselbe gilt dann für einen finanziellen Ausgleich deiner Rentenanwartschaften für die Kinderbetreuungsszeit.

        Ich weiß ja nicht, was du vorhast, aber diese 1-3 Jahre kann man doch von jemandem berechnen lassen, der sich auskennt. Und wenn du danach wieder arbeiten gehst, hat eben jeder seins und dein Mann zahlt hoffentlich zumindest in der Ehe mehr an laufenden Kosten als du, und falls es ein "nach der Ehe" geben sollte, hat wieder jeder seins plus du den Ausgleich aus den Kinderbetreuungszeiten.

        Ist aber sicher auch nur eine Möglichkeit von vielen. Was sagt er denn dazu? Und wer ist derjenige mit dem Kinderwunsch?

        • Das Thema kam gerade zum ersten Mal auf, und ist daher noch nicht weit durchdacht worden.
          Es war mehr so die Theorie das es ja irgendwo unfair sei, im Falle einer Scheidung das 50:50 geteilt wird, wenn der Unterschied eben so hoch ist.

          Das ich finanzielle Nachteile ausgeglichen bekomme ist schon mal geplant.

          Ich finde das Thema halt grundsätzlich schwer weil man in der Ehe das nicht so gut trennen kann. Man würde ja dann nicht getrennt in Urlaub fahren weil der eine 5000 und der andere 1000 investieren möchte.
          Oder einer will das große Haus, der andere eine kleine Wohnung.

      (5) 30.08.19 - 10:49

      Früher war es üblich, dass der Mann das Familieneinkommen sichert, die Frau höchstens ein kleine "Zubrot" verdient. Entsprechend ist unser Steuersystem immer noch ausgelegt. Warum sollte das unfair sein? Wenn man heiratet, wird man laut Kirche "ein Fleisch". Klingt altmodisch, bedeutet aber, dass man eine Einheit wird. Jeder bringt sich ein, soweit er kann, und jeder bekommt, was er braucht. Was ist, wenn dein Mann schwer krank wird und du zum Hauptverdiener wirst? Steht ihm dann plötzlich weniger Geld zur Verfügung? Ist er dann weniger wert?
      Wie wäre es mit 3 Konten? Ein gemeinsames Konto, auf das alle Einnahmen fließen und von dem alle gemeinsamen Ausgaben weggehen, auch Urlaub, Rücklagen... Und noch für jeden ein Taschengeld Konto, über das jeder frei verfügen kann.

      • (6) 30.08.19 - 18:14

        Hallo, also 3 Konten werde ich auch anpeilen. Da ich es gut finde wenn jeder sein eigenes hat mit dem er machen kann was er will
        Die Frage wäre, wie viel wird dann monatlich auf die „privaten“ Konten getan. Profitiere ich da von seinem Gehalt, oder jeder das was er tatsächlich verdient hat? Oder Prozentual irgendwas?

        • (7) 30.08.19 - 18:26

          Warum das, was man "verdient"? In manchen Kulturen sind Kinder das Wertvollste, was es gibt. Was "verdient" man durch die "Pflege und Aufzucht" von Kindern? Er ist gleich verantwortlich für seine Kinder wie du. Nur da du ihn von einem Teil seiner Verantwortung freistellst, kann er so viel arbeiten und Geld verdienen. In der Ehe seid ihr gleichwertig und gleichberechtigt. Natürlich steht jedem von Euch beiden die gleiche Menge Taschengeld zu!

          Bei uns eine ähnliche Situation umgekehrt. Ich verdiene mehr als doppelt so viel wie mein Mann. Und ja, wir finden es fair nur ein gemeinsames Haushaltseinkommen zu betrachten.

          Wir haben auch ein 3-Konten-Prinzip. Ein Gemeinschaftskonto auf das unsere Gehälter gehen und von dem wirklich alles bezahlt wird außer dem persönlichen Luxus von mir und meinem Mann allein. Für diesen persönlichen Luxus (Kleidung, nicht nötige Technikspielereien, Ausgehen allein mit Freunden, Geschenke,...) haben wir dann jeder unser eigenes Konto, worüber niemand Rechenschaft ablegen muss. Auf dieses Konto bekommen wir monatlich „Taschengeld“ überwiesen. Wir haben uns dafür entschieden, dass jeder gleich viel bekommt. Hier fände ich es aber auch fair, wenn man einen Gesamtbetrag festlegt, der vom Haushaltseinkommen als Taschengeld abkömmlich ist und den dann prozentual nach Brutto(!!)Einkommen teilt. Vom Gemeinschaftskonto werden auch Versicherungen und Altersvorsorge bezahlt, die nur einen betreffen, weil jeder von uns da ca. gleich viel hat.

          Das einzige mal, wo wir etwas differenziert haben war beim Kauf unserer ETW. Da stammte das gesamte EK aus meinem Erspartem von vor der Ehe. Das haben wir vertraglich festgehalten, damit klar ist, dass im Fall eines Verkaufs wegen Scheidung mein Anteil am Erlös entsprechend höher sein muss.

          Weitere Vorkehrungen haben wir nicht getroffen, weil wir aus ähnlichen Familienverhältnissen kommen und für mich immer klar war, dass ich keine klassische Rollenverteilung leben will und wir keinen ganzen Stall voller Kinder wollen. Ich wusste also, dass ich nach einem Kind relativ schnell wieder arbeiten gehen will und auch nach einer Weile wieder Vollzeit. (Arbeite aktuell TZ und verdiene damit schon mehr als mein Mann in VZ). Daher gibt es in unserem Fall kein Ungleichgewicht, also dass einer für die Familie mehr zurück steckt.

          Wenn das anders ist, sich beide bewusst für klassische Rollenverteilung entscheiden. Dafür, dass die Kinder möglichst lange selbst betreut werden, dafür, dass frau ggf. auch wenn die Kinder zur Schule gehen max. Teilzeit arbeitet, dann würde ich da auf jeden Fall Regelungen treffenden Form eines Ehevertrages. Denn dann muss klar sein, dass es im Fall einer Trennung nicht nur Kindesunterhalt gibt, sondern auch Unterhalt für die Frau, z.b. gestaffelt nach Alter der Kinder, je älter desto weniger, da mehr Arbeit machbar. Denn dann hat man den Anschluss an die alte Karriete verloren und wird nie wieder in die Gehaltsbereiche vordringen, in die man es ohne Kinderwrziehung geschafft hätte. (In deinem Fall verrichtest du womöglich sogar zu Gunsten der Familie auf einen Master-Studiengang?!). Zudem sollte unbedingt für die Frau eine private Altersvorsorge abgeschlossen werden und auch nach Trennung dann noch vom Ex-Mann weiterhin einbezahlt werden. Wenn ein gut verdienender Mann solchen Regelungen nicht zustimmt, dann ist es wohl doch kein gemeinsam gewünschter Lebensentwurf. Dann kann er ja alternativ die Kinderfrau anteilig bezahlen und die Ehefrau macht auch Karriere.

          Ich hoffe ich konnte dir ein paar Denkanstöße geben ohne Angst zu machen. Das Scheidungsrecht ist da stark revolutioniert und zwar zu Lasten der Frauen in klassischer Rollenverteilung. Das sollte man dann nicht aus den Augen verlieren, auch wenn man nicht hofft, dass es je so weit kommt

    Hallo,

    Mein Mann verdient deutlich mehr als ich.
    Außerdem haben wir 3/5 in den Steuerklassen....

    Ich arbeite mit 3 Kindern nur noch 24h.

    Deine Gedanken sind für mich fremd.

    Ich denke nicht über einen Ausgleich nach.... warum auch?

    Wir haben 3 Kinder, 1 Hund, 1 Haus, 2 Einkommen und nur 1 Konto,....etc. Alles UNSERES!

    Wir fahren wunderbar damit. Es gibt nie Streit. Bei uns gibt es aber klare Regeln!

    Lg

Hallo ich schreibe dir mal wie wir es machen. Mein Mann ist Ingenieur und ich bin Krankenschwester. Ich arbeite jetzt mit Kind nur 19,25 stunden die Woche. Auch mit einer Vollen Stelle hat mein Mann wesentlich mehr verdient als ich. Trotzdem haben wir eine Zugewinngemeinschaft und nur ein gemeinsames Konto. Mein Mann hat für mich in eine Private Altersvorsorge investiert damit ich finanziell in der Rente nicht schlechter da stehe. Für uns funktioniert das super.
Aber letztendlich muss das jeder für sich entscheiden wie er es mit den Finanzen regelt. Wir machen es so wie schon unsere Eltern vor uns.
L.G.

(14) 30.08.19 - 11:58

Wir haben auch die Konstellation, dass er arbeitet und ich studiere. Wir sind seit 4 Jahren verheiratet und haben ein gemeinsames Konto.
Da gibt es wirklich kein "Mein und
deins". Mein Mann hat auch nicht die Einstellung, dass er nur entscheidet, was mit dem Geld passiert, nur weil er es eben verdient.
Finde aber gut, dass ihr euch vorher darüber Gedanken macht. Für meinen Mann war das eben nie ein Gedankenpunkt.
Aber natürlich heißt das auch für den Mann, dass er die Verantwortung für die Familie trägt. Das kann auch nicht jeder verkraften.

(15) 30.08.19 - 12:38

Gerecht ist, was IHR BEIDE als gerecht empfindet und worauf ihr euch geeinigt habt.

Was wir hier im Forum dazu denken, kann euch egal sein. Außerdem kann sich eure Meinung zu eurem Plan noch unzählige Male ändern - einfach weil sich eure Lebenssituationen ändern werden.

Mein Mann hatte vor unseren Kindern das 5-fache Einkommen von mir. Sein Einkommen ist jährlich gestiegen - bis heute, ein paar Beförderungen gab es auch noch. Irgendwann kamen die Kinder und ich bin vollständig zu Hause geblieben - 5 Jahre lang. Während der 5 Jahre stellte sich heraus, dass die Kinder pflegebedürftig sind. Ich arbeite heute nur noch einmal im Jahr ca. 1 Woche. Da verdiene ich soviel, wie andere im ganzen Jahr...netto. Dazu kommt das Pflegegeld für 2 Kinder. Heute hat mein Mann trotz mehrerer Beförderungen und ständiger Lohnerhöhungen nur noch das doppelte Einkommen von mir.

Der Zugewinn wird übrigens erst bei der Scheidung ausgeglichen. Da würde ich mir 2 Jahre vor der Hochzeit noch gar keine Sorgen machen.
Sowohl Zugewinngemeinschaft als auch Gütertrennung haben ihre Berechtigung - deine Begründung zeigt eigentlich, dass du dich entweder damit nicht wirklich beschäftigt hast, oder du damit nichts anzufangen weißt.

(18) 30.08.19 - 13:22

Bei uns ist es leider alles andereals gerecht, nur sehe das lediglich ich so.

Wir sind seit 5 Jahren verheiratet, 2 Kinder und haben ein Haus (günstig vom SV abgekauft)
Die Konten sind seit jeher getrennt und werden es auch bleiben.
Mein Mann rückt da kein bisschen von seiner Position ab, er wurde da sehr von seinem Vater geprägt, der mit gemeinsamem Konto+Trennung schlechte Erfahrungen hat. Wir sind beide in Stuerklasse 4.

Die laufenden Kosten sind jeher bei uns hälftig aufgeteilt sprich mein Mann zahlt das Haus(Grundbesitzabgaben, Müll, Wasser+Abwasser),Versicherungen, sein Auto (Steuer, Versicherung, Sprit), Ausgaben für sich(Kleidung, Schuhe, Handy, etcpp), Telefon+GeZ.

Ich bezahle Betreuungsgebühren für die Kids, Versicherungen, mein Auto (Steuer, Versicherung, Sprit), Strom (darüber läuft auch unsere Heizung), Lebensmittel+Drogerieartikel, Ausgaben für die Kids und mich (Kleidung, Schuhe, Handy, etcpp), sämtliche Ausflüge und Freizeitaktivitäten.

Wir kommen fast annähernd auf den gleichen Betrag. Nur verdiene ich, je mach Zulagen, 1000-2000€ weniger.

Zumindest hab ich abwimmeln können, das wir in die Steuerklassen 5/3 wechseln, das wäre für mich nur mit einem gemeinsamen Konto eine Option gewesen.

  • (19) 30.08.19 - 14:36

    Und warum verteilt Ihr die Ausgaben dann nicht gemäß Eurer Einkommen? Oder überweist jeder einen Prozentsatz x des jeweiligen Einkommens auf ein gemeinsames Konto, von dem dann alle gemeinsamen (also Wohnen, Kinder, Lebenshaltung) betreffenden Kosten abgebucht werden?

    • (20) 30.08.19 - 17:21

      Das war auch mein Vorschlag, aber mein Mann ist da festgefahren. Ich meine, er hat damals mit 14 eine echt schmutzige Trennung seiner Eltern mitbekommen, da krieg ich ihn in keinster Weise aus seiner Position gezogen.

(21) 30.08.19 - 16:05

Sind die Kinder eure gemeinsamen oder sind die dir allein? Weil du die Kinder alleine finanzierst?

Ich würde mich in so einer Konstellation ziemlich scheiße fühlen ( außer, die Kinder wären nicht von ihm und du bekommst vom Vater Unterhalt)

  • (22) 30.08.19 - 17:29

    Es sind unsere gemeinsamen Kinder.
    Ich komme mir auch ziemlich besch****** vor, aber mein Mann ist da so sehr festgefahren und hört in Sachen Finanzen nur auf seinen Vater.
    Das ist so oft Streitgespräch, aber wir kommen auf keinen grünen Zweig.

    Ich habe ja für mich selbst kaum was über. Meist geht alles für die Kids drauf, da irgendeines immer einen Wachstumsschub macht oder etwas braucht.
    Keine Ahnung, wann ich zuletzt was neues zum Anziehen gekauft habe...

(23) 30.08.19 - 17:43

Hast Du Deine Stunden zwecks Kinderbetreuung reduziert?

  • (24) 30.08.19 - 19:58

    Ja, ich arbeite nur 19,25 Stunden in der Woche

    • (25) 30.08.19 - 21:42

      Dann wird er wohl um 10 Stunden reduzieren müssen, damit Du 10 Stunden aufstocken kannst. Wenn er schon möchte, dass die finanzielle Last 50/50 getragen wird, dann sollten doch annähernd gleiche Voraussetzungen geschaffen werden. Dann muss er eben mehr in Haushalt und Kinderbetreuung leisten, wenn er nicht bereit ist, sich finanziell seinem Einkommen und seinem Anteil an der restlichen Familienarbeit entsprechend einzubringen.

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