Beschäftigungsverbot 1000 Fragen

    • (1) 09.09.19 - 09:20

      Hey ihr Lieben,

      Quäle mich nun seit 4 Wochen mit Blutungen rum... Erst eine plazenta praevia (diese ist nach oben gewandert), nun ein Hämatom... Bin dementsprechend seit 4 Wochen krank geschrieben...

      Ich bekomme Zwillinge und bin bei 15+3

      Nun hat mir mein Arbeitgeber nahe gelegt ein Beschäftigungsverbot zu bekommen, da selbst wenn die Blutungen aufhören, ich trotzdem noch eine lange Fahrtzeit habe und die auch dann besser ohne mich planen können als wenn ich mal da bin und mal wieder nicht...

      Denkt ihr, es ist möglich vom Frauenarzt dann dieses beschäftigungsverbot zu bekommen? Wer zahlt dann eigentlich weiter mein Gehalt? Muss es nicht trotzdem der Arbeitgeber zahlen und nicht die Krankenkasse? Dann hat der ja eigentlich nichts davon...

      Lieben Dank

      • Ins Krankengeld will ich natürlich auf keinen Fall fallen!!!

        Hey 😊das beschäftigungsverbot muss dein Arbeitgeber aussprechen. Meist mit der Empfehlung eines Betriebsarzt. So war es zumindest bei mir. Dein Gehalt bekommst
        Du dann erstmal regulär bis zum Mutterschutz von deinem Arbeitgeber. Alles gute 🍀🍀

        • (4) 09.09.19 - 10:23

          Das stimmt nicht. Es gibt ein Beschäftigungsverbot, das mit dem Arbeitsplatz zusammenhängt - zB in der Pflege. Da muss der AG entweder einen schwangerschaftsgerechten Arbeitsplatz zur Verfügung haben oder ein BV aussprechen.

          Es gibt aber auch ein BV, das aufgrund einer Erkrankung (hier die Blutungen) zustande kommt, das spricht der Frauenarzt aus. Der AG kann ja gar nicht einschätzen, wie krank Du bist etc. Ich hatte so eines, auch wegen Blutungen, allerdings die Arbeitszeit auf 4 Stunden reduziert. Habe vom AG mein volles Gehalt bekommen, und er hat von der KK die Hälfte zurückbekommen.

          Also die Zahlung erfolgt zwar über den AG, aber er holt sich das Geld von der KK zurück. Liebe TE, mach Dir also keine Sorgen und denke an Dich und Dein Baby!

      Ich habe ein BV vom AG, das Gehalt wird natürlich vom AG gezahlt. Momentan bin ich insgesamt 18 Wochen im Mutterschutz, da wird ein kleinerer Teil von der Krankenkasse und der größerer Teil vom AG gezahlt. LG

      • Falsch, bei einem BV wird das Geld nicht vom AG gezahlt sondern von der KK. Man bekommt zwar den Lohn noch vom AG überwiesen, der bekommt es aber von der KK zurück. Deshalb finden viele AGs ein BV ja toll, weil es kosten spart.

        • Wir hatten bei der AOK nachgefragt, sie meinten der AG bekommt nichts zurück. Lg

          • Dann haben die keine Ahnung. 🤔 laut meiner Info bekommt der AG das erstattet, wenn der Betrieb maximal 30 Angestellte hat, über das Umlage verfahren. Größere haben dafür eine extra Versicherung, die dann einspringt. Dann zahlt das zwar nicht deine KK aber die Versicherung des AG. Ich glaube kein AG ist so doof und lässt sich das entgehen.

    (9) 09.09.19 - 09:28

    Kannst gerne mal mit deiner FÄ darüber reden, auch gerade weil du Zwillinge erwartest, müsste es eigtl machbar sein. Es sei den sie stellt sich kreuz und quer dir eins auszusprechen, „weil sie nicht der meinung ist das du oder dein baby eine gefährdung hättet“ ... aber ich würd Sie darauf ansprechen.

    Allerdings kann dein AG dich auch ins BV schicken, zwar Berufsbedingt, aber trotzdem. Ist ja im enddefekt „eigtl“ egal....

    Dein AG zahlt dich mit vollem Gehalt weiter, kriegt es als Umlageverfahren von der Krankenkasse alles zurück gezahlt.
    Da hast du keine finanzielle verlüste.

    Ich hoffe ich konnte bisschen weiter helfen.
    Lg

    (10) 09.09.19 - 09:28

    Wenn dein Arbeitgeber dir das nah legt, dann musst du zum Betriebsarzt und der stellt dir das BV aus. Eigentlich sollte es immer über den Arbeitgeber gehen, im Grunde hat ein Frauenarzt da nichts mit zu tun. Höchstens es ist wegen deiner Gesundheit.
    Der AG hat auch keinen Schaden, denn er bekommt dein Gehalt von der KK und kann somit wen neues einstellen.
    Du bekommst dein normales Gehalt auch weiter....
    Lg
    Mara 7+3

    (11) 09.09.19 - 09:30

    Dass er dir ein BV nahelegt ist klar, dann muss er ja deinen Lohn nicht mehr zahlen. Allerdings dürfte dir deine FA laut Gesetz keine geben, da die Probleme ja nicht durch die Arbeit kommen, sondern durch die Schwangerschaft. Dein Chef kann dich auch ins BV schicken, wenn er deinen Arbeitsplatz nicht anpassen kann. Du kannst deine FA mal fragen wegen BV, aber die sind da vorsichtig, da sie sonst das Geld zurückzahlen müssen an die KK.
    Und Krankengeld rutschen ist immer doof, lässt sich aber manchmal nicht vermeiden. Immerhin wird es aufs Elterngeld nicht abgerechnet, wenn man wegen der Schwangerschaft krankgeschrieben war.

    (12) 09.09.19 - 09:32

    Normalerweise Sache des AG, aber bei entsprechender Indikation ist auch eins vom FA möglich. Ich hatte zb bei Blutungen ein befristetes bv von meiner gyn. Und später hat sie mich komplett ins bv geschickt, hatte aber auch vorzeitige Wehen, weil mein AG sich so schwer tat das auszusprechen (da wusste keiner wer da wirklich zuständig ist)
    Das Gehalt zahlt der AG er bekommt es aber soweit ich weiß von der KK zurück erstattet.

    Sowohl der Arbeitgeber als auch der Frauenarzt kann ein Beschäftigungsverbot aussprechen. Ich habe meins vom Frauenarzt bekommen.

    • Darf ich fragen, aus welchen Gründen? Hatte das Thema nämlich neulich mit ner schwangeren Freundin, deren FA meinte, sie könne und dürfe ein BV ausschließlich bei Mehrlingsschwangerachaften oder einer von zwei ziemlich ernsten Erkrankungen aussprechen (meine Freundin hat sich nicht gemerkt, welche). Und ich dachte auch immer, das ginge auch bei anderen Diagnosen.

      • (15) 09.09.19 - 10:25

        Ich habe meines vom Frauenarzt bekommen, weil ich immer wieder Blutungen hatte. Dabei arbeite ich im Büro, also sitzende Tätigkeit und damit die ungefährlichste Arbeit überhaupt ;-) Bei mir war tatsächlich das Sitzen das Problem. Ich war erst krankgeschrieben. Immer 2 Wochen, dann 1 Tag gearbeitet, wieder geblutet, wieder krank, wieder gearbeitet, wieder geblutet usw. Bevor ich dann ins Krankengeld fiel, hat meine FÄ mir ein BV ausgesprochen.

        Ich bekomme keine Zwillinge. Habe das Beschäftigungsverbot aufgrund einer schwerenbWirbelsäulen OP bekommen, die ich 2004 hatte und aufgrund dessen starke Probleme bei langem Sitzen. Da ich nen Bürojob habe bei dem es auch sehr stressig sein kann Termin druck ect und ich nur sitzen kann hat sie das Beschäftigungsverbot ausgesprochen. Habe aber auch teilweise nachts nicht mehr geschlafen weil ich schmerzen hatte.

(17) 09.09.19 - 09:44

Beschäftigungsverbot kannst du dir vom Arzt holen, habe ich auch gemacht. Bei uns macht das aber kein frauenarzt sondern ein Betriebsarzt kann das nur. Dementsprechend habe ich eine Ueberweisung bekommen und habe sofort ein Beschäftigungsverbot vom Arzt erhalten. Das Geld bekommst du wie gewohnt vom Arbeitgeber bis zum Mutterschutz. Danach zahlt er ja nur anteilig und den Ausgleich die Kasse.
Bei meiner anderen Schwangerschaft, bekam ich ein Beschäftigungsverbot vom Arbeitgeber. Also was ich sagen möchte, beide Varianten sind möglich :D

(23) 09.09.19 - 09:49

Hey.
Also der AG kann dir nahe legen was er will, gesetzlich ist es klar geregelt aus welchen Gründen er dir auch selber(sonst auch der Betriebsarzt) ein BV aussprechen kann...und zwar:
Wenn dein Arbeitsplatz oder deine Tätigkeit an sich eine Gefahr für dich oder deine Babys darstellen(z.B Arbeit mit Chemikalien).
Und wenn dies auch nicht durch Umgestaltung des Arbeitsplatzes oder anderer Tätigkeit zu umgegen ist.

Der Frauenarzt kann dir(auch befristet) nur ein BV ausstellen nur wenn ganz allgemein deine oder die Gesundheit deiner Babys durch das Arbeiten an sich gefährdet ist.

Sonst schau mal i. Mutterschutzgesetz nach, da ist eigentlich alles sehr gut erklärt :)

  • Dem Beitrag stimme ich voll und ganz zu. ☺
    Der AG kann nur bei einem unsicheren Arbeitsplatz ein BV aussprechen. Der Arzt bei Gefährdung von Mutter und Kind. Beide können dies zeitlich befristet oder bis zum Beginn des MuSchutzes aussprechen. Ebenfalls ist es möglich ein Teil-BV auszusprechen. ZB gehst du normal 8h arbeiten und mit dem Teil-BV nur noch 4h. Bekommst aber 100% vom AG als Lohn gezahlt.

    Der AG zahlt bis zum MuSchutz dein Gehalt normal weiter. Und über das Umlage 2 Verfahren bekommt der AG dann das Gehalt vom Beschäftigungsverbot von der KK erstattet.

(25) 09.09.19 - 09:58

Guten Morgen,

also erst mal ein BV kann vom Arbeitgeber(Betriebsarzt) und vom Frauenarzt ausgesprochen werden. Wer zuständig ist, liegt alleine am GRUND des BV.

Bei einer medizinischen Indikation, wo es Gesundheitlich um das Leben von Mama oder Baby geht, kann der FA ein BV aussprechen, dafür gibt es aber ganz klare Kriterien, die mittlerweile von den KK auch genauer geprüft werden, da es häufig in der Vergangenheit vorkam, das ein BV widerrechtlich ausgestellt wurde. Es gibt Erkrankungen, die zwar in der SS auftreten/damit zu tun haben, aber absolut kein BV rechtfertigen, wo nur die Krankmeldung in Frage kommt und mit Pech rutscht man dann in den Krankengeldbezug. Ein Hämatom ist an sich kein Grund für ein BV. Aber besprich das ganze doch mal mit deinem FA, vielleicht liegen ja genug Gründe für eins vor. Es zählt immer das Gesamtbild/Diagnosen.

Dein AG kann nur dann ein BV aussprechen, wenn du in einem Beruf arbeitest, in dem er dir absolut keinen Arbeitsplatz entsprechend den Mutterschaftsrichtlinien zur Verfügung stellen kann.
Dies ist zb in meinem Job der Fall. Ich arbeite im Rettungsdienst, also auf dem Rettungswagen. Hohes Infektionsrisiko, permanentes Tragen schwerer Lasten etc pp.

Das Gehalt wird bei einem BV vom AG überwiesen. Dieser bekommt dein Gehalt dann aber von der Krankenkasse wieder. Sprich für deinen AG ist ein BV natürlich das beste, denn in dieser Zeit kostete du ihn kein Geld und er kann eine andere Kraft bezahlen ohne zusätzliche Kosten.
Wenn du nur "krank" bist, muss er nämlich für dich plus die Aushilfskraft bezahlen.

Ab Mutterschutz, bekommst du dann ganz normal das Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse plus die Differenz zu deinem Gehalt vom AG.

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