Kind krank - Überzeit abgezogen.

    • (1) 18.09.19 - 14:00

      Hallo,

      mein Kind war im Juli 5 mal krank. 2 mal jeweils 2 Tage am Stück und dann noch mal einen Tag.
      Mein Arbeitgeber arbeitet hier mit einem Zeitkonto. Das läuft durch einen Chip.

      Nun zu meiner eigentlich Frage. Ich habe für diese Tage eine Freistellung ohne Lohnfortzahlung bekommen (der Lohn für diese Tage habe ich von der Krankenkasse erhalten. Das verstehe ich auch.
      Aber mir wurden für diese Tage, meine Atbeitsstunden (Tag= 5,48 Std) nicht gut geschrieben. Klar ich war da nicht arbeiten. Aber wenn ich krank bin, bin ich ja auch nicht arbeiten.
      Der Arbeitgeber hat mir erklärt, da ich für diesen Tag keine Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber erhalte, erhalte ich für diese Tage keine Arbeitszeit.

      Das sind in meinem Fall ein Minus von fast 30 Stunden.

      Ist das rechtens? Beim alten Arbeitgeber war das nie so.

      LG
      Steffi

      • (2) 18.09.19 - 14:07

        Nein, dass ist nicht rechtens. Sie können dir nur Stunden abziehen, wenn sie diese auch bezahlen.

        (3) 18.09.19 - 14:11

        Ich glaube nicht dass es rechtens ist. Du hast nicht gefehlt oder Stunden abgebaut. Du warst krankgeschrieben. Du „schuldest“ dem Unternehmen auch keine Arbeitszeit, da der AG diese nicht entlohnt hat. Musst du diese Stunden nun wieder reinbringen? Ohne Bezahlung? Das wäre absurd und kann nicht richtig sein.

        • NEIN!
          Es war eben nicht SIE krank, sondern ihr Kind. Das sind zwei völlig verschiedene Dinge.
          Die Lohnfortzahlung im Falle einer "Vorübergehenden Verhinderung" , wie es das Gesetz nennt, sind in §616BGB geregelt. Die Abwesenheit wegen Krankheit des Kindes wäre so ein Fall.
          Allerdings kann der §616 im Arbeits- oder Tarifvertrag ausgeschlossen werden. In diesem Fall gibt es dann Krankengeld.

      (8) 18.09.19 - 15:10

      Hallo!

      Auch wenn sich hier alle schon drüber aufregen das das ja gar nicht geht ...

      ... mit deinen Angaben kann man die Frage gar nicht abschließend beantworten.
      Offensichtlich ist bei euch §616BGB abbedungen. Das ist vertraglich möglich, genau deshalb zahlt die KK für diese Zeit Krankengeld.
      Die andere Frage ist, wie der AG das abrechnet. Eine Möglichkeit wäre es, die Tage im System mit 0 Std. zu buchen - denn in der Tat wurde an diesem Tag ja weder Arbeitszeit erbracht, noch gab es einen Grund das dieser Tag wie gearbeitet betrachtet werden müsste.
      Dann wäre es allerdings der korrekte Weg am Monatsende die Lohnzahlung entsprechend zu kürzen und das Konto wieder zu nullen.
      Was nicht geht ist sowohl weniger Gehalt zu zahlen, als auch die Stunden als nicht-erbracht im Arbeitszeitkonto zu belassen.
      Hast du denn in den betreffenden Monaten wirklich weniger Lohn bekommen?

      (9) 18.09.19 - 15:13

      Ohne mich da rechtlich jetzt auszukennen, würde ich aber sagen das es richtig ist. Er hat für die Tage 0 Stunden gebucht, weil ja keine Arbeitszeit geleistet wurde. Diese fehlende Arbeitszeit hat sie wiederum von der KK bezahlt bekommen. Wenn Sie jetzt dafür auch noch Stunden geschrieben bekommen würde, würde sie ja doppelt „bezahlt werden“. Diese Minusstunden, insofern sie vom Arbeitgeber abgezogen werden, wurden durch die KK bezahlt.
      Das ist meine logische Herleitung.

      (14) 19.09.19 - 12:57

      So wurde es mir leider auch vom Arbeitgeber ( personalverwaltung) erklärt.

      Wenn es wirklich rechtens ist,ist es aber echt eine Gemeinheit mit den Überstunden zu büßen, wenn das Kind krank ist.

      • (15) 19.09.19 - 14:20

        Wozu hättest du denn dann das Attest gebraucht?

        Dann hättest du Überstunden abgefeiert und wärst bei deinem kranken Kind geblieben und gut.
        So hat ja der AG "Profit draus geschlagen". Er musste dir die Kindkranktage nicht bezahlen und hat dir auch noch die Überstunden gekürzt.

        WAS sollte daran rechtens sein?!?#schock

(16) 18.09.19 - 15:26

Ganz einfach:
Hat dir der AG die Stunden vom Lohn abgezogen? Dann sind die Minusstunden nicht ok.

Hat er Dir das normale Gehalt gezahlt, darf er sie Dir als Minusstunden im System angeben.

(19) 18.09.19 - 16:00

Ob der AG Lohnfortzahlung machen muss, hängt vom Arbeitsvertrag bzw. Tarifvertrag ab.

Ohne Lohnfortzahlung:
Der AG berechnet in der Gehaltsabrechnung weniger Gehalt. Die Krankenkasse zahlt Dir Kinderkrankengeld, es sei denn, die Kinderkranktage sind aufgebraucht.
Bei Dir wird es vermutlich so sein, dass Du trotzdem Dein Gehalt bekommst und jetzt Minusstunden hast. Ob die Krankenkasse Die etwas zahlen darf, weiß ich nicht.

  • (20) 18.09.19 - 16:07

    Hi,
    das darf aber nicht der AG entscheiden (wobei das aus meiner Sicht finanziell die beste Lösung ist, wenn Gelegenheit zur Nacharbeit besteht).
    Wenn sie sich korrekt abgemeldet hat dann muss der AG diese Tage behandeln, als gäbe es sie nicht, also weniger Gehalt, aber auch keine Minusstunden.
    Wenn das volle Gehalt gezahlt wurde, kann man natürlich nicht auch bei der KK das Kinderkrankengeld beantragen.
    Was natürlich gar nicht geht ist Gehaltskürzung und Minusstunden.
    lg

    • (21) 18.09.19 - 16:11

      Was genau ist denn mit Minusstunden gemeint? Sie war nicht da, sie hat keine Stunden gut geschrieben bekommen, also 0. Damit hat sie in diesem Monat weniger Stunden gearbeitet, als sie es vertragsgemäß gemusst hätte, wird natürlich nur auf Grundlage der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit entlohnt und bekommt den Verdienstausfall zum Teil von der GKV ersetzt. So verstehe ich auch Freistellung ohne Lohnfortzahlung.

      • (22) 18.09.19 - 16:23

        Ja, so wäre es ja auch korrekt, aber sie beschreibt doch, dass sie durch die Aktion ins Minus gerutscht ist.
        Als Beispiel:
        Eigentlich hätte sie, sagen wir mal, 80 h in dem Monat arbeiten müssen. durch das Kindkrank hat sie aber an 20 h gefehlt.
        Korrekt wäre es jetzt als Soll für den Monat 60 h zu nehmen, die fehlenden werden nicht genullt, sondern komplett gestrichen - und dann natürlich auch das Gehalt entsprechend gekürzt.

    (23) 18.09.19 - 17:14

    Ja, natürlich darf der AG nicht allein entscheiden, Überstunden bzw. Minusstunden zu nehmen.
    Es kann auch ein Fehler sein. Mein Chef kürzt das Gehalt und macht die Gehaltsabrechnung. Seine Sekretärin pflegt die Zeiterfassung. Sie erfasst diese Zeiten manuell, sobald sie eine Info vom Chef bekommt, dass ich kindkrank war.
    Erstmal würde ich die Gehaltsabrechnung anschauen und dann mit dem Chef sprechen.

(25) 18.09.19 - 17:29

Kann doch nicht sein. Wieso solltest du in deinem Fall 30 Stunden nacharbeiten, obwohl du ein ärztl. Attest hattest?!?
Wir haben das gleiche Zeiterfassungssystem und wenn ich (oder mein Kind) krank bin, dann steht dort KRANK und es werden keinerlei Stunden abgezogen.

LG

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