40h Woche und Verhalten der Kollegin

    • (1) 20.09.19 - 13:17

      Hallo,

      wir arbeiten im Unternehmen seit einigen Monaten wieder auf Basis einer 40h Woche. Wir haben Gleitzeit und haben ein System, in das wir selbst händisch Arbeitsbeginn und -ende eintragen. Das System rechnet dann automatisch Über- oder Minusstunden aus usw. Am Ende der Woche wird ein Saldo an den Vorgesetzten geschickt, der es genehmigen muss.
      Zu Beginn der Umstellung auf 40 Stunden und Umstellung auf das neue Erfassungs-System gab es hier viele Diskussionen usw. und man hat durchgesprochen, welche Arbeitszeiten nötig sind, um auf 40 Stunden zu kommen, denn das System zieht ab sechs Stunden Arbeitszeit automatisch 30 Minuten Pause ab, das ist nicht beeinflussbar. Somit muss man zB von 6:30 bis 15 Uhr "anwesend" sein, um acht Stunden gearbeitet zu haben.

      Alle Leute im Team haben sich mit Umstellung auf 40 Stunden entschieden, weiter Vollzeit zu arbeiten.
      Nun habe ich jemand im Team, den ich wirklich mag, die/der schon vor der Einführung der 40 Stunden Woche "knapp kalkuliert" gearbeitet hat, also oft so früh gegangen ist, dass man gefühlt nicht auf "Vollzeitstunden" kommen konnte.
      Aber seit der Einführung und der vielen Gespräche, seitdem also jeder die nötigen Zeiten einfach komplett "intus" hat, kommt dieser laufend gegen halb 9 rein und geht um zwei Uhr oder halb drei. Also so, dass es keine Chance gibt, auf wöchentliche 40 Stunden zu kommen, eher auf 30.
      Der/Diejenige hat keine Kinder, ich schon. Wir ertrinken förmlich in Arbeit. Ich arbeite ca 42-45 Stunden in der Woche. Mein Job macht mir Spaß und es ist meistens ok, wenn ich mal länger bleibe. Aber es stößt mir nach inzwischen einem halben Jahr ca. echt sauer auf, dass hier alle mehr arbeiten und einer deutlich weniger.
      Die einzigen Möglichkeiten, die ich sehe, sind
      -Stunden wurden reduziert, es ist aber im Team nicht kommuniziert worden (legitim aber irgendwie nicht sinnvoll, da es hieß, keiner wird reduzieren)
      -irgendeine Vereinbarung mit dem Chef (??) und er/sie arbeitet weniger
      -die Stunden werden nicht korrekt ins System eingegeben ???

      Unser Chef kommt normalerweise recht früh und bleibt sehr lang, ihm MUSS meiner Meinung nach inzwischen aufgefallen sein, dass er/sie zu wenig hier ist. Und er bekommt ja die Stundenabrechnung. Also müsste er es ja sehen UND lesen, dass keine acht Stunden gearbeitet werden.

      Ich habe jetzt ehrlich überlegt, was ich mache. Diejenige Person selbst ansprechen, Kollegen ansprechen, Chef ansprechen. Ich denke, Kollegen ansprechen kann auch nach hinten losgehen und wirkt doof. Also entweder spreche ich die Person an oder den Chef. Und da weiß ich nicht, was richtiger oder besser wäre.

      Heute auch wieder - um viertel vor drei gegangen und zwei Kollegen auf der anderen Raumseite haben sich sehr gedämpft, aber hörbar darüber unterhalten, dass man so nicht auf 40 Stunden kommen kann (wir sitzen im Großraum) und was da eigentlich los ist. Solche Unterhaltungen will ich aber nicht führen, ich möchte hier keine Hetze anzetteln oder irgendwas in der Art. Ich will aber, dass die Arbeit fair verteilt ist.

      Habt ihr einen Rat?

      Viele Grüße,

      ae

      • Bevor ich zig Mutmaßungen anstelle, würde ich denjenigen einfach fragen, ob er Stunden reduziert hat,weil er weniger arbeitet.

        (3) 20.09.19 - 14:06

        Ich würd den Chef unter 4 Augen diskret danach fragen.

        (4) 20.09.19 - 14:58

        Seid ihr so anonym in dem Büro, dass ihr nicht miteinander redet in der Mittagspause oder so. Vielleicht hat derjenige seine Stunden tatsächlich reduziert egal ob er Familie hat oder nicht. Der Chef wird es ja merken, dass er weniger arbeitet so wie du es schilderst. Aber deswegen sauer auf den Kollegen sein, weil ihr Überstunden macht. Der Kollege bekommt sicher weniger wenn er Teilzeit arbeitet. Ihr habt doch jetzt ein Zeitkonto und könnt die Überstunden wenn es passt abbummeln oder wie ist es geregelt.

      • (5) 20.09.19 - 15:05

        Also... Ich würde die Person fragen, seit wann sie denn Stunden reduziert hat. Du hättest das ja gar nicht mitbekommen. Und wie sie das beim Chef durchgebox hätte da sich im Moment so viel Arbeit wir anliegt und alle anderen mehr arbeiten.
        Dann mal schauen, wie sie reagiert.

        Vielleicht ist sie ja krank und hat deswegen sei den reduziert ?

        Mit dem Chef reden erinnert mich an Petzen.
        Würde ich nur machen, wenn ich beweisen könnte, dass ich deswegen von der Person die Arbeit mit übernehme und deswegen länger bleiben müsste.

      Sorry, aber ich finde: Das geht dich einfach nichts an. Da können zig Gründe hinterstehen, sei es eine generelle Reduzierung, eine temporäre Reduzierung,irgendwelche Probleme... Das ist einzig und alleine die Sache des Chefs. Und er bekommt ja die Übersicht. Wenn dein Problem ist, dass zu viel Arbeit ansteht, dann besprich DAS mit deinem Chef.

      • Richtig! Du musst deine persönliche Situation beim Chef besprechen. Er würde ja sehen, dass du seit Wochen Überstunden machst. Dann geht ihr deine Aufgaben durch, er soll priorisieren, dir sagen, wo ggf. kürzer/unpräziser dran gearbeitet werden soll oder er nimmt dir Aufgaben ab und verteilt es um.
        Deine Kollegin hat doch mit deiner Sitution direkt gar nichts zu tun. Man muss keine Kinder haben um in TZ arbeiten zu wollen, es reichen Hobbies, der Wunsch nach mehr Freizeit oder pflegebedürftige Eltern.

        Bei der Gelegenheit kannst du höflich ansprechen, dass im Team über die Arbeitszeiten der Kollegin getratscht wird und das die Stimmung vergiftet. Du würdest dir wünschen, dass offen kommuniziert wird, falls sie doch auf TZ reduziert hat oder was für eine Absprache es da gibt. Es sei ja offenkundig, dass sie nicht auf 40 Std. kommen würde.

    (9) 20.09.19 - 16:55

    Ich würde mal die Kollegin ganz net ansprechen ob sie leicht keine 40ig Stunden arbeitet, ob sie jetzt Teilzeit angemeldet ist. Bzw. das würde ich auch den Chef fragen. Ganz nett und ernst, eben nicht mit einem Unterton oder so fragen.

    (10) 20.09.19 - 17:01

    Hallo,

    ok, ich sehe, die Meinungen sind so vielfältig wie meine eigenen Überlegungen. Ich soll sie ansprechen, ich soll den Chef ansprechen, es geht mich nichts an und ergo soll ich gar nichts sagen.. hm.
    Das direkteste ist wohl, ich frage einfach sie, ob sie reduziert hat. Wenn sie "nein" sagt, wird es halt peinlich. Denn wenn sie "nein" sagt, dann stimmt ja definitiv etwas nicht.

    Danke euch für eure Meinungen.

    Viele Grüße,

    ae

    • (11) 20.09.19 - 17:10

      Peinlich wird es doch höchstens für sie. Wenn sie nicht reduziert hat, würde ich fragen, wie das geht, wenn sie immer später kommt und früher geht.

      Hallo.

      Ich wäre dafür, dass du die Person ganz direkt fragst, ob sie die Stunden reduziert hast. Wenn ja, dann ist es ja geklärt. Wenn nein, dann würde ich fragen, wie sie die Stunden am Monatsende zusammen bringt, bei ihren Arbeitszeiten.

      Sofern ihr euch einigermaßen gut versteht, kannst du sie doch direkt drauf ansprechen. Ist doch nicht verwerflich. :-D

      (13) 20.09.19 - 18:17

      Was bringt es dir denn, wenn du sie fragst?
      Wenn sie ja sagt, hast du dann deinen Seelenfrieden? Fühlst du dich dann besser bei deiner Arbeit und lässt dich nicht mehr ablenken, indem du schaust, wann die Kollegin kommt und geht? Macht es deine Arbeit leichter?
      Wenn sie nein sagt, wie gehst du dann damit um? Bist du dann nicht erst recht unzufrieden? Oder neugierig, was dahinter steckt?
      Du würdest sie dann in eine peinliche Situation bringen, das stimmt. Willst du das? Es können sehr private oder gesundheitliche Gründe dahinter stecken, über die sie nicht sprechen möchte.
      Du sagst ja selbst, dass der Chef es mitbekommen muss. Dann geh doch einfach davon aus, dass es mit ihm angesprochen ist und alles seine Richtigkeit hat.

(14) 20.09.19 - 17:15

Welches Verhältnis hast du zu deinem Chef?

Ich würde meinen wohl drauf ansprechen und auch ganz offen sagen, dass ich das unfair finde. Er ist eher der Kumpeltyp, er reißt niemandem den Kopf ab. Es würde auf ein Gespräch zwischen ihm und der betreffenden Person hinauslaufen, mit dem Ziel, das Fehlverhalten zu ändern. Falls es eine Teilzeit-Regelung gäbe, würde er mir das auch offen sagen, damit keine Missstimmung aufkommt.

Aber das ist halt nur mein Chef. Ich weiß nicht, wie deiner drauf ist. Jedenfalls musst du das mE nicht schlucken und schweigen! Dich stört es völlig zu Recht. Ihr müsst schließlich nacharbeiten, was die Person liegenlässt. Völlig egal, dass die Überstunden ausgeglichen werden - die müssen bei einer 40-Stunden-Woche erstmal gemacht werden. Und das, obwohl du ein Kind hast, das du sicherlich ab und an ganz gerne mal im Hellen siehst.
Nö. Da würde ich keine Rücksicht auf Befindlichkeiten nehmen. Nimmt die Person ja auch nicht.

  • (15) 20.09.19 - 18:02

    Es ist doch völlig egal was sie Fair oder unfair findet.
    Sie wird für die Erledigung ihres Jobs bezahlt. Fertig. Was andere tun geht sie schlicht nichts an. Wenn sie ihren Job nicht schafft, dann sollte das Thema eines Gesprächs mit dem Chef sein und nicht, ob der Kollege auf seine Stunden kommt.
    Für mich sieht das einfach nach Neid aus. Jeder sollte sich um seine Angelegenheiten kümmern.

    • (16) 20.09.19 - 19:58

      Die TE schreibt, dass sie in Arbeit ertrinken! Sie selbst macht jede Woche 2-5 Überstunden, während besagte Person sich einen Lauen macht, und dass die Arbeit nicht fair verteilt wird.
      Und da soll die TE die Augen zukneifen und so tun, als wüsste sie nicht, warum sie in Arbeit ertrinkt? Soll sich blöd stellen? Wenn du das kannst, Glückwunsch, ich könnte es nicht!
      Und selbstverständlich ist es relevant, was die TE und ihre Mitarbeitenden fair finden oder nicht. Sonst ist der Bürofrieden ganz schnell im Arsch. Das wiederum kann die Arbeit nachhaltig stören. Das will kein AG.

      Ich weiß nicht, wie es auf deiner Arbeit ist, aber auf meiner arbeiten wir Hand in Hand. Wenn einer schludert oder faulenzt, leidet die Arbeit der anderen darunter. Da ist es schlicht unmöglich, nur auf die eigene Arbeit zu starren und so zu tun,als würde man nicht merken, was die anderen tun. Im Gegenteil. Darunter würde letztlich auch der Ruf der Firma leiden, weil dann Termine nicht eingehalten werden oder die Qualität nicht mehr stimmt.

      • Es zwingt sie doch niemand, Überstunden zu machen, wenn es sie stört und ärgert. Dass und warum die Kollegin zur Zeit keine 40 Stunden arbeitet, ist eine andere Baustelle und geht nur den Vorgesetzten und die AN etwas an. Bei uns wird die DSGVO auch so ernst genommen, dass sie seitens der Firma keine Auskünfte über die Arbeitszeit und eventuelle Vereinbarungen mit der Kollegin bekäme.

        Ja, dan kann sie es ja beim Chef ansprechen.

        Sollte sich herausstellen, dass die Person nicht auf TZ gekürzt hat und das Verhalten keinerlei Konsequenz hat, ist ja klar, was man selbst ab nächsten Monat macht. Definitiv keine Überstunden. Sondern auch mal bewusstes deutlich unter 40. Mal sehen wir dann reagiert wird. Ich muss mir das ja nicht an den Hals binden, ich kann ja das unerledigte vom Kollegen mal liegen lassen. Wenn immer alles erledigt ist, obwohl einer deutlich weniger arbeitet... warum sollte der Chef dann reagieren? Scheint ja zu laufen! Wer will, dass der Chef reagiert muss es auch dazu kommen lassen dass es überhaupt Reaktionsbedarf gibt.

(19) 20.09.19 - 18:04

Und warum sie die Arbeit machen muss die er nicht schafft, ist mir auch ein Rätsel. Jeder macht seinen Job und wenn einer die Klamotten liegen lässt und früher abhaut, dann liegen sie halt auch morgen noch da.
Wenn die Kollegen die Arbeit dann an sich reißen um sich wichtig zu tun, und das ist es in meinen Augen, dann sind sie selbst schuld.

  • (20) 20.09.19 - 20:04

    Weißt du, es gibt Leute, die fühlen sich ihrem AG auch emotional verbunden. Die haben oft Pflichtbewusstsein und wollen tatsächlich, dass das Unternehmen weiter zu den Guten gehört. Die sind oft auch stolz auf das, was das Unternehmen leistet. Denen ist es wichtig, dass die anfallende Arbeit erledigt wird, und zwar ordentlich.
    Unpopulär, ich weiß. Aber das sind die Leute, die nicht mit "leck mich am Arsch, verklagt der Kunde uns halt" nach Hause gehen.

    • (21) 20.09.19 - 20:37

      Ja aber gerade dann muss man doch mit dem Chef sprechen dass es so nicht funktioniert. Die Arbeit wird ja nicht besser erledigt oder die Stimmung toll, wenn man gehetzt Überstunden macht und sich jeden Tag ärgert und alles in sich hinein frisst.

      Und bevor das hier falsch rüber kommt. Ich arbeite sehr gerne und auch deutlich mehr als ich müsste. Ich habe lange auch mehr als 60 Stunden die Woche gearbeitet weil mir der Erfolg des Unternehmens wichtig war. Aber ich habe es gerne gemacht.

      • (22) 20.09.19 - 22:03

        Ja genau, das meine ich ja auch!
        Die TE sollte mit ihrem Chef darüber sprechen, dass es so nicht funktioniert. Und wenn es nicht funktioniert, weil Kollege Schnuffelpups sich einen lauen Lenz macht, dann sollte sie das auch genau so ansprechen. Letztendlich leidet nämlich das Unternehmen darunter.

        Ich habe einen Kollegen A, der hat nach einem Blut-Schweiß-Tränen-Projekt glasklar nach oben kommuniziert, dass er nicht mehr mit Kollege B zusammenarbeiten wird. Weil Kollege B eine Strafe für jedes Teamwork ist. Klar hätte A auch einfach nichts sagen und nur auf seine Arbeit starren können, statt das Gesamtbild anzuschauen. Er ist auf sehr viel Verständnis gestoßen, es hatte keine negativen Konsequenzen für ihn, und den Kollegen B haben wir auch behalten. Aber er wird jetzt nicht mehr für zeitkritische Projekte an entscheidender Stelle eingesetzt. Davon profitieren alle. Auch Kollege B selbst.

(24) 22.09.19 - 08:01

Man könnte es auch einfach Teamgedanken nennen...auch wenn es die Person vielleicht nicht verdient hat. Hat nicht immer was mit wichtig machen zu tun, wenn man schaut, dass die Abteilungsarbeit getan ist.

(25) 20.09.19 - 18:23

Arbeiten von zu Hause? So kommt man auch auf seine Zeit, ohne im Büro zu sein.

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