Infopapier des BAFZA zur Beschäftigung Schwangerer (SARS-CoV-2)

https://www.bafza.de/fileadmin/Rat_und_Hilfe/Ausschuss-fuer-Mutterschutz/Informationspapier_Mutterschutz_und_SARS-CoV-2_200409.pdf

Hat jemand das gelesen/erhalten und insbesondere verstanden? Eventuell jemand der mit Arbeitsschutz zu tun hat oder im Personalwesen arbeitet? Wenn ich das richtig lese und verstehe, sollten demnach Schwangere, die die Schutzmassnahmen (z.B. einen Mindestabstand) nicht einhalten können und denen kein anderer Arbeitsplatz geboten werden kann vom AG ins BV zu schicken.

Hier heißt es, unter Pkt. 2.4.1.

„ Die Tätigkeit kann in der momentanen Situation im Einzelfall daher zu einer unverantwortbaren Gefährdung für schwangere Frauen führen, wenn:
 Kontakt zu ständig wechselnden Personen bzw. einer wechselnden Kundschaft besteht (z.B. im Gesundheitswesen, im Verkauf) oder
 regelmäßig Kontakt zu einer größeren Zahl an Ansprechpersonen, auch betriebsintern, (z.B. in der Kindernotbetreuung, in einem Großraumbüro)
besteht.
Bei der Auswahl geeigneter Schutzmaßnahmen sollte geprüft werden,
 ob ein Mindestabstand von 1,5 m im Kontakt zu anderen Personen sichergestellt werden kann,
 ob andere notwendige Schutzvorkehrungen getroffen werden können,
 ob die Schwangere an einem Einzelarbeitsplatz ohne Infektionsgefährdung beschäftigt werden
kann oder ob sie von zu Hause aus arbeiten kann.
Dabei ist insbesondere zu beachten, dass bestimmte Schutzmaßnahmen wie z.B. FFP3-Masken für Schwangere nicht dauerhaft geeignet sind.
Können Schutzmaßnahmen nicht in ausreichender Weiser ergriffen werden, ist ein Beschäftigungsver- bot auszusprechen.“

Weiß jemand, inwieweit so ein Papier bindend/gültig ist? Mein AG weiß nichts davon, die Betriebsärztin war nicht erreichbar.

😕

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Das ist doch nur eine Handreichung. Eine Ausarbeitung von Experten, was die empfehlen, damit unsere Regierung EVENTUELL dazu eine gesetzliche Regelung bringt.
Das ist weder gültig, noch bindend. Lies das Vorwort. Da steht es auch.

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Es gibt derzeit noch keine rechtlich bindenede Aussage daher gilt lt Mutterschutzgesetz das eine unverantwortliche Gefährdung auszuschliessen ist.
Wie im verlinkten Dokument beschrieben kann daher vom AG und Betriebsarzt allerdings solch ein Dokument als Grundlage der 'Gefährdungsbeurteilung genutzt werden.
Im Dokument heisst es " Vor dem Hintergrund, dass die Auswirkungen einer SARS-CoV-2-Infektion derzeit
noch nicht zuverlässig bewertet werden können, und der Erreger als biologischer Arbeitsstoff der Risikogruppe 3 eingruppiert ist, ist ein erhöhtes Infektionsrisiko mit SARS-CoV-2 am Arbeits- oder Ausbildungsplatz aus präventiven Gründen als unverantwortbare Gefährdung einzustufen."

Daher würde ich hier die Punkte in der Gefährdungsbeurteilung geklärt haben und wenn der AG/Betriebsarzt dies nicht sieht soll er seine Einschätzung fachlich begründen. Alternativ bliebe dann der Weg zur Klärung über die Aufsichtsbehörden meist die Gewerbeaufsichsämter ABt Mutterschutz