Homeoffice - Tanz in allen Räumen??

Hallo Urbia.

Wie regelt Ihr das mit dem Homeoffice und kleinen Kindern? Meine Partnerin ist seit heute morgen mit ihrem Kind bei mir. Sie hat Homeoffice, ich arbeite ohnehin als Selbstständiger von zuhause aus. Partnerin hat mich gebeten, bei Calls auf die Kleine afuzupassen, was ich gerne tue. Kind will aber nicht mit mir zum Spielen im eigens eingerichteten Kinderzimmer bleiben, sondern schleppt alles Spielzeug quer durchs Haus. Spielzimmer wird dann ins Wohnzimmer verlegt, wo jetzt die Partnerin gerade arbeiten soll, was sie jetzt aufgegeben hat, weil Kind auf Schoß reiten will. Ich bin auf die benachbarte Terrasse gezogen, um in Rufbereitschaft zu sein, wenn ich wieder übernehmen soll. Es dauert keine 10 Minuten, dann wird die Terrasse in Beschlag genommen, da spielen dann Mama und Kind Verstecken, aber natürlich darf ich nicht mitspielen. Arbeiten ist nicht möglich. Kind ist 4.

Ich habe eine Teenie-Tochter, die ich als Freiberufler ab dem zweiten Lebensjahr alleine groß gezogen haben, ohne irgendwelche Unterstützung, außer Kindergarten. Wenn der zu hatte (wie jetzt quasi zu Corona), musste ich auch Kind und Job unter einen Hut kriegen, weil ich keine 3 Wochen lang die Firma dicht machen konnte (wegen KiGa-Ferien).

Aber wir hatten halt klare Regeln und auch klar abgesteckte Räume, dass ich zumindest geschäftliche Telefonate auch in Ruhe erledigen konnte. Mich stresst das HickHack sehr, gefühlt wird in allen Räumen RambaZamba gemacht und alle 5 Minuten wird was anderes angefangen: 5 Min spielen im Kinderzimmer, 5 min Puzzeln im wohnzimmer, 5 min Verstecken auf der Terrasse, 5 min Rumrennen im Garten, 5min TV im Wohnzimmer, 5min malen im Esszimmer, 5 min auf dem Schoß sitzen, dann die nächste Action wieder, dann gab es noch Megatrouble heute morgen wegen unserer Katze, die ich jetzt weggeben soll (das wünscht meine Partnerin), weil die Katze angeblich das Mädel an der Hand gekratzt haben soll - aber keiner hat es gesehen.

Ich behaupte von mir, echt viel Erfahrung mit Kind und Homeoffice zu haben; ich habe das über 10 Jahre lang gemacht, dann war ich 4 Jahre im Angestelltenverhältnis und bin jetzt wieder ganz frisch in der Selbstständigkeit von zuhause aus, habe viele Akquisecalls, die ich nicht spät abends oder früh morgens machen will/kann. Bin jetzt wieder in meinem Büro im oberen Stockwerk, unten steppt der Bär...für mich ist das too much. Meine Partnerin war übrigens selbst viele Jahre lang selbstständig - das Thema Homeoffice ist nichts Neues für sie. Aber von Regeln mit Kind hält sie nix. Wenn die Kleine quängelt, kriegt sie Süßigkeiten. Ich habe vorhin einen Obstteller gerichtet - der ist natürlich blöd. Mal was fertig machen: blöd.

das finde ich auch alles blöd.

Welche Regeln habt Ihr für Eure Kids im Homeoffice?

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Oh man ich kann gut nachvollziehen, dass du gestresst bist. Das wäre ich auch!
Ich arbeite auch im Home Office und wenn ich im Büro bin, ist die Tür zu und Mann und Kind beschäftigen sich irgendwo anders im Haus oder Garten. Sie kommen vielleicht mal ans Fenster wenn sie im Garten sind um zu winken oder auch schon mal rein um kurz Hallo zu sagen, das war's dann aber auch. Ich kann mit Kleinkind nicht arbeiten.

Wie arbeitet denn deine Freundin in der Situation? Sie kann doch unter den Umständen auch nichts geregelt kriegen.

Ich würde feste Zeiten ausmachen wer wann arbeitet und wer in der Zeit allein aufs Kind aufpasst und den anderen nicht stört. Dann wird getauscht. Ich denke, nur so kann man in der Zeit arbeiten.

Aber wie ich das so lese, habt ihr noch ganz andere Probleme als das Home Office....

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Ja...durch die ganze Situation wird mir so einiges bewusst.

Ich bin auch ein gutmütiger Kerl und mache viel für meine Tochter - die letzten paar Tage hatten wir auch ordentlich Stress miteinander, das hat sich aber gelegt. Zudem bin ich gesundheitlich sehr angeschlagen, reiße mich trotzdem zusammen.

Aber in Sachen Kindererziehung leben wir auf zwei unterschiedlichen Planeten. Meine Freundin erlaubt der Kleinen alles. Die Großeltern machen es genauso, und der Kindsvater auch. Die Kleine pupst - alle springen. Sie geht bei mir seit einem Jahr ein und aus, aber einen Draht kriegen wir einfach nicht zueinander.
habe ein Kinderzimmer eingerichtet, den Garten zum Spielparadies gemacht - aber ich bin und bleibe der Fremde. Aber die Mama gibt ja auch immer wieder Gelegenheit, auszuweichen.

Keine Ahnung - ich merke immer mehr, dass mir die Lust vergeht, mich zu bemühen. Und ich habe auch keine Lust darauf, mein Leben auseinanderreißen zu lassen - so empfinde ich das, was meine Partnerin da macht. Wir haben eine echt anstrengende Zeit miteinander durch (sie war sehr krank), das hat uns vermeintlich zusammengeschweißt. Aber wir zerbrechen doch am Alltag durch unterschiedliche Lebensauffassungen.

Wenn sie mit dem Kind alleine ist, ist es ähnlich chaotisch. Die Kleine ist es gewöhnt, alles tun und lassen zu können, was sie will. Sie steht auf, wann sie will, sie geht schlafen, wann sie will. Sie isst, wann sie will usw. Man nennt das wohl bedürfnisorientierte Erziehung.
Ich bin auch sehr gutmütig und mache viel für meine Tochter. Aber:

Bei uns gab es Regeln und Abläufe, dazwischen war viel Zeit und Raum für Spontanes.

Aber diese Unruhe - auch bei meiner Freundin daheim - die macht mir zu schaffen.

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Man nennt das wohl bedürfnisorientierte Erziehung.

Ich denke eher, man nennt es KEINE Erziehung 🙈. Leider ist dieses "bedürfnisorientierte Erziehung" oft einfach nur ein Vorwand weil einem die Kinder auf der Nase rum tanzen.
Ich bin der Meinung, Kinder brauchen feste Strukturen und Regeln an denen sie sich orientieren können.
Heißt nicht, dass man nicht im Wohnzimmer spielen darf, unser Wohnzimmer sieht auch aus wie ein Spiel Paradies, aber ich glaube daran hapert es ja im Grunde nicht.

Ich habe den Eindruck, du wirst nicht ernst genommen und deine Bedürfnisse (wenn wir schon mal dabei sind) spielen für deine Freundin keine große Rolle. Du solltest Mal generell darüber nachdenken, welche Rolle du (in ihrem Leben) spielst.

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Euer Problem ist, dass das Kind nicht in seiner gewohnten Umgebung ist. Ist einfach aufregend gerade.

Aber auch sonst: mein Sohn ist 6 und spielt lieber in dem gleichen Raum in dem ich auch bin. Darg er auch. Abend räumen wir das Zeug wieder in sein Zimmer.
Lediglich wenn ich eine wichtige Telko habe, in der ich auch viel sprechen muss bitte ich ihn sein Zimmer oder er hat Glück und es ist Fernsehzeit.

Wie ich es gemacht hätte als er vier war: keine Ahnung.

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Die Kleine ist zuhause ja auch so. Mir ist das jedenfalls zu viel. Jetzt grad auch: Mittagessen ist blöd. "Gut, dann brauchst Du das nicht essen. Willst Du einen Pudding?" Pudding wurde natürlich prompt serviert - aber bitte nur den mit den Smarties im Becher. Alles andere wird ja nicht akzeptiert.
Regeln? Wer braucht das. die Bereiche anderer mal respektieren? Nö...freie Entfaltung ist wichtiger.

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Hallo
ich habe Deinen Thread mit der Katze auch gelesen.
Ich denke das zusammen ziehen bei euch beiden passt einfach nicht,da es zuviele Unterschiede gibt.
Du bist jetzt schon unzufrieden und ich denke das wird sich so schnell nicht ändern.
Wenn zu mir jemand kommen würde und verlangen würde das ich mein Haustier abgebe und sogar noch an dessen Behausung tritt wäre der Ofen bei mir aus...und zu Liebe meiner Kinder,denn denen das geliebte Tier weg nehmen ginge gar nicht und das Hass auf den neuen Partner wäre seitens der Kinder groß...und das mit Recht...da solltest Du eher an deine Tochter denken als an deinen Partnerin plus verzogenes Kleinkind.

Zusammen ziehen würde ich in Eurer Konstellation absolut nicht,man kann eine Beziehung auch in getrennten Wohnungen führen .Da hat dann jeder seinen eigenen Platz und seine eigenen Regeln und Gewohnheiten.

Ob ich mir eine Beziehung vorstellen könnte zu einem Partner mit verzogenem Kind sei jetzt mal dahin gestellt.

Denke an Dich,deine Gesundheit,deine Tochter und deine Katze

Alles Liebe

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Danke für die Rückmeldung.

Das Kleinkind bringt mich echt an meine Grenzen und ich ertappe mich immer wieder bei dem Gedanken, dass ich am liebsten die Uhr zurückdrehen würde und beim Kennenlernen nicht weiter forciert hätte. Aber ich war ja auch mal Alleinerziehend mit Kleinkind - deshalb verstehe ich ja viele Dinge und Situationen. Aber dieser Terz geht über das hinaus, was ich noch leisten kann und will.

Ich bewerte nicht und spreche ja auch nicht von "unerzogen" - aber unsere Ansichten von Leben mit Kleinkind gehen sehr weit auseinander - zumal es ja kein gemeinsames Kind ist, das man gemeinsam erzieht. Ich kriege ja immer nur das Ergebnis der Erziehung anderer serviert und soll mich damit arrangieren.

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deshalb solltest Du hier den Fokus auf Dich und deine Tochter lenken,was sagt sie den zu der Situation? Geht es ihr wie Dir? ist sie genervt?

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Ich hab zufällig gerade den Katzen-Post von Dir gelesen. Ich glaube, Ihr habt ganz andere Probleme...

Wenn sie will, dass Du das Kind betreust, muss sie Dir auch die Regeln überlassen. Ich bin allein mit 3 Kindern und habe (auch vor Corona schon) Home Office, Vollzeit. Wenn die Kinder merken, dass ich telefoniere, haben sie leise zu sein und den Raum zu verlassen. Danach komm ich dann raus und bin für sie da. Das ist sehr strikt geregelt, funktioniert auch nicht anders. War hier nie ein Problem.

Lasst das bloß mit dem Zusammenziehen, Ihr habt so viele Baustellen, die Dich jetzt schon nerven...

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Hi zurück. 3 Kinder allein - Hut ab!

Und ja -es ist auch meine Meinung: Wenn ich arbeiten MUSS (um die Kohle für die Annehmlichkeiten des Nachwuchses herbeizuschaffen), dann muss der Nachwuchs für Zeitraum X einfach auch mal leise sein.

Man opfert so viel und macht so viel möglich - da dürfen auch Kids mal drauf Rücksicht nehmen und verstehen, dass Mama/Papa nicht die Dauerentertainer sind.

Ne, das Thema Zusammenziehen habe ich abgehakt. Und wenn ich das mitteile, ist eh der Ofen aus, das weiß ich jetzt schon.

Aber ich glaube, dass die heutige Eskalation auch gut war, um genau das zu sehen: Dass ich so nicht leben will.

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Sei froh, auch wenns grad blöd ist. Ich hab solche Entscheidungen zweimal falsch getroffen und mich hinterher furchtbar geärgert, dass ich nicht auf meinen Bauch gehört habe.

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Hi,

sorry, aber das was deine Partnerin da macht, ist unmöglich.

Meine Tochter ist 3,5 Jahre alt. Seit sie 10 Monate alt ist, kennt sie „Homeoffice“. Homeoffice findet bei uns tatsächlich im Wohnzimmer statt. Sie hat ihren eigenen kleinen Tisch, da kann sie malen und spielen. Sie weiß, dass sie ruhig zu sein hat, wenn das Telefon klingelt. Braucht sie Kuscheleinheiten unterbreche ich aber auch meine Arbeit. Das ist nicht immer sofort, aber möglich mache ich es. Wenn ich im Büro bin, ist es auch schon passiert, dass sie mit musste. Ich konnte sie bisher problemlos mit in Meetings mitnehmen. Sie stört nicht, sie malt oder puzzelt. Einzig auf meine Kollegen muss man manchmal aufpassen, weil die meinen, sie müssten mein Kind bespaßen. Das sind Regeln, die kennt meine Tochter „schon immer“ und sie weiß sich daran zu halten. Für die Tochter deiner Partnerin scheint das neu zu sein, um so wichtiger, dass ihr euch einigt und es Regeln gibt, die die kleine zu befolgen lernt. Das gilt auch für die Katze. Katzen und Kleinkinder passt für mich nicht. Zum einen weil ich keine Katzen mag, zum anderen weil Katzen tiefe Kratzer machen. Die verheilen oberflächlich und darunter fängts dann an zu eitern, eklig! Aber: Die Katze war schon vorher da und das Kind ist vier Jahre alt. Den Umgang mit Tieren kann man lernen. Dann kratzt die Katze auch nicht und es gibt keine eiternden Wunden. Ganz einfach und alt genug ist die Kleine. Deine Partnerin und ihre Tochter sind Gäste, die Regeln solltet ihr aber gemeinsam festlegen. Dir alles durcheinanderbringen und dich gleichzeitig als Babysitter zu missbrauchen, klingt für mich nicht nach einer fairen Lösung

Ich lerne meinen Mann im Homeoffice gerade auch von einer anderen Seite kennen. Für ihn ist das neu und er macht mich echt wuschig. Er schafft am Ende auch nicht viel, weil seine eigene Unorganisation ihn daran hindert. Meine Tochter hats durchschaut und stört ihn viel mehr als mich. Geht er in einen Call, versucht sie zB ans Headset zu kommen. Ich gehe dann mit ihr nach oben oder spazieren. Ich selbst kann mir die meiste Zeit frei einteilen, manche Sachen erledige ich in der Nacht. Das rettet uns gerade, weil auf der anderen Seite ist unsere Tochter auch darauf programmiert: Beide im Haus, das muss Wochenende oder Urlaub sein, also Gaudi. So ist es ja bisher auch immer gewesen.

Alles Gute ☘️☘️☘️

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Zum einen weil ich keine Katzen mag,

Denke das ist der Hauptgrund. Wir hatten schon vor dem Kind Katzen und es hat noch nie Probleme gegeben. Die Katzen durften nie ans Kind und seitdem das Kind ein paar Monate alt und mobil ist, weiß er, dass er die Katzen nicht ärgern darf. Bisher klappt es sehr gut, der Kleine ist jetzt 20 Monate alt.

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Danke für Deine Nachricht.

Hm, also meine Partnerin arbeitet auch Homeoffice und hat davor auch ein bisschen selbstständig gearbeitet, mit Kind. Also, die Abläufe sind ihr geläufig und das ist für sie nicht neu, dass man das organisieren muss. Sie kriegt es nur absolut nicht auf die Reihe, einfach erkennbare und deutliche Regeln zu entwickeln. Ich soll also der Babysitter sein - aber ich soll keine Regeln haben. Ich bin der Spaßclown, den sich die Kleine holt, wenn sie Bock drauf hat. Und das mit der Katze wäre nicht passiert, wenn das Kind lernen würde, dass es Absprachen und Regeln gibt. Sie saß eigentlich im Esszimmer und wollte KiKa am Tablet schauen, ich war nur 3 Meter davon entfernt auf der Terrasse und die Absprache lautete: Wenn Du aufstehen willst, dann rufe mich bitte.
Hat sie nicht gemacht. Sie ist aufgestanden, ich habe es nicht gemerkt, die Mama , die im gleichen Raum saß, ebenso wenig, dann kam es im Flur auf dem Weg ins Kinderzimmer wohl zu der Begegnung mit unserer Katzenoma und das Geschrei war groß. Ich habe es erst mitgekriegt, als ich das heulen hörte, da hatte meine Freundin schon gegen die Schlafkiste der Katze getreten.
Ich habe gesagt, dass ich diese Fürze nicht mitmache - jeder macht hier, was er will, das geht nicht und ich dulde dieses HeckMeck nicht. Da hat meine Freundin gebrüllt, dass sie es ein Unding findet, dass ihr Kind sich nicht im Haus bewegen könnte, ohne von der Katze attackiert zu werden.

Wohlgemerkt: Niemand hat gesehen, wie es wirklich war und es gibt keine Kratzer.

Meine Bilanz des heutigen Tages: Gut, dass es Corona gibt - denn so kam es zu einer Situation (beide arbeiten zuhause mit Kind), die man vielleicht erst kennen lernt, wenn der andere schon eingezogen ist.

Ich will dieses Theater nicht mehr. Mein haus. Meine Regeln.

Meine Tochter habe ich allein groß gezogen und sie wusste auch: Wenn Mama telefoniert, dann ist Sendepause. Sie hatte, als sie klein war, so einen Einhängestuhl für die tischplatte. den nimmt man eigentlich für Restaurantbesuche mit. Ich habe ihn an meinem Schreibtisch montiert und da werkelte sie kräftig am "großen Arbeitstisch" mit. Meine Freundin kann keine klaren Regeln aufstellen, fällt mir immer in den Rücken, fühlt sich sofort angegriffen, wenn ich was wegen der Erziehung sage, aber ihr Kind reißt die Bude auseinander.

Wie oft habe ich gesagt, dass ich es nicht will, dass mit den Schuhen auf dem Sofa rumgehampelt wird? Bitte Schuhe aus, wenn man sich aufs Sofa flackt.

Alle halten sich daran - nur die Mutter nicht und das Kind auch nicht. Stattdessen kommt die Antwort: "Was soll das? Deine Katzen dürfen auch aufs Sofa."

Ach, es hat keinen Zweck. Der Wille war von mir da. Ich habe die Schnauze voll.

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