Krankenschwester und Familienleben

Hallo,

Ich brauche mal etwas Input, im besten Fall Erfahrungen wie es bei euch läuft.
Ich bin Krankenschwester und habe der Kinder wegen die letzten Jahre immer in Arztpraxen gearbeitet, um morgens und abends für die Kinder da zu sein. Mein Mann hatte viele Jahre Dienstreisen und so ging es nicht anders.
Nun ist er schon seit einem Jahr jeden Abend Zuhause, dreimal die Woche aber erst 18 Uhr, sodass Spätdienste nur freitags und am Wochenende machbar sind. Eine Stelle für nur Frühdienst finde ich logischerweise nicht. Ich möchte aber aus der Praxis raus und meiner Ausbildung entsprechend wieder mehr verdienen, bzw weniger Stunden machen.
Jetzt habe ich die Chance 30-35Std als Dauernachtwache anzufangen. Ich wäre für die Kinder mehr da als jetzt. Ich müsste los, wenn sie ins Bett gehen, morgens macht mein Mann sie fertig. Die Große geht zum Bus, die Kleine bringt er zum Kindergarten. Jedenfalls wenn ich arbeite.
Da ein ND 10 Arbeitsstunden ausmacht, müsste ich nur drei Nächte pro Woche machen. Klingt machbar oder?

Wie macht ihr das in den Ferien und am Wochenende mit dem Schlafen? Oropax? 🙈
Die Stelle an sich gefällt mir mega gut und wenn ich mit den Nachtdiensten nicht zurecht komme, gibt's Möglichkeiten zu wechseln.

Teilt doch gern mal eure Erfahrungen, wie es so für euer Familienleben läuft.

LG Elvira

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Eine befreundete Mama ist Krankenschwester und hat während der 1. Klasse noch so gearbeitet. Anscheinend war das ihr aber zu viel, seit der 2. Klasse arbeitet sie nur noch frühdienst. Esist ihr 2. Kind, das grosse auf dem Gymnasium. Sie sagte zu mir, so ist ihr Leben vieeel entspannter.

Ich würde es na deiner Stelle testen, warum nicht? Sonst fragst du dich später, was wäre wenn....

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Danke für deine Nachricht :-)
Nur Frühdienst gibt's hier nicht. Glaub mir, ich suche 😅 das ist wohl der Traum einer jeden Krankenschwester.
LG

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Sie arbeitet in diesen Krankenhaus auch schon lange (sie ist 42bund arbeitet da mindestens 15 Jahre, so wie ich das verstanden habe) , es war also nicht einen neuen Job. Vielleicht wenn du mit Nachtdienst anfängst, kannst du irgendwann zu frühdienst wechseln.

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Meine Patentante hat jahrelang Nachtdienst gemacht, immer So/Mo und Mo/Di. Jeder wusste, dass man Montag und Dienstag am Vormittag nicht anrufen durfte, weil sie da schlief.

Also ja, wenn das in den Siebzigern im konservativen Dorf machbar war, dann heute erst recht.

LG Irene

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Never ever würde ich nochmal freiwillig in den Wochenenddienst und Schichtbetrieb gehen. Schon gar nicht mit kleinen Kindern.

3 Tage in der Woche hört sich erstmal nicht viel an, aber du wirst wahrscheinlich eher immer 6 Nächte am Stück haben. Das ist eine andere Hausnummer als nur 3.

Ich kenne aus meiner Zeit mehrer Frauen, welche das jahrelang gemacht haben. Alle gingen irgendwann nur noch auf dem Zahnfleisch und bekamen gesundheitliche Probleme, Schlafstörungen etc.

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Ich bin seit 6 Jahren dauernachtwache. Ich würde es niemanden empfehlen. Meine sind jetzt in der Grundschule aber...

Ich habe 10 kg zugenommen. Bin träge geworden und nicht so nervlich belastend.
3 Nächte klingt in der Woche nicht viel aber es sind 3 Nächte ohne Schlaf. D.h auch wenn du morgens ins Bett kommst, ist es nicht der gleiche Schlaf wie nachts. Besonders im Sommer auch wenn es dunkel ist. Da fangen die an mit rasen mähen, Kinder sind laut, Vögel zwitschern, Müllabfuhr, Postdienst und und und... Bedenke es denkt niemand an dich das du nachtschicht hattest.

Konzentrieren fällt schwer, besonders Autofahren, etwas merken usw.

Tageslicht blendet.

Kreislauf Probleme. Kopfschmerzen

Nervlich ist man auch angespannt und die sozialen Kontakte gehen kaputt. Wir sind bei uns 4 Muttis die das machen und wir alle wollen weg. Auch wenn man weniger verdient. Im ersten Jahr hat es mir nichts ausgemacht aber von Monat zu Monat wird es immer heftiger sich umzustellen. Du musst auch bedenken das du funktionieren musst wenn Kids krank sind, Hausaufgaben, Haushalt, usw. Teste es aber denk an deine Gesundheit. Meine Nacht dauert 11 Std und ich mache 8 -12 im Monat. Jetzt in der coronazeit ist Für mich das wechseln finanziell zu unsicher. Deswegen muss ich durchhalten danach bin ich definitiv raus.

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P.s ich habe heute meine 3 Nacht und darf morgen dank corona durch machen. Weil meine Kinder nicht in der notBetreuung ( theoretisch dürften sie ) sind damit ich das Virus ins Krankenhaus Schleppe. Darf dann Pädagoge spielen und um 19.00 ins Bett.

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Das hört sich megaanstrengend an. Aber: Ich würde meine Kleinen in die Notbetreuung geben, denn: Du wirst ja langfristig gebraucht. Zu Hause vor allen Dingen und auch im Krankenhaus. Es bringt doch niemandem etwas, wenn du ein Burn Out hast und länger ausfällst. Klar hat man kein reines Gewissen, aber es dient deinem Überleben und deiner Gesundheit, damit du deiner Verantwortung gerecht werden kannst.

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Ich denke, dass verpackt jeder anders. Es gibt 3 Mamas in meinem direkten Umfeld, die das seit vielen Jahren ohne Probleme machen. Probier es aus, sonst bereust du es irgendwann. Wenn es nicht klappt, suchst du dir was neues. Alles Gute :-)

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Ich möchte es dir nicht ausreden. Gar nicht. Ich finde es toll wenn man versucht soviel wie möglich für Kinder da zu sein ohne sich selbst oder seinen Beruf aus den Augen zu verlieren.
Hier sollte man sich nur ein paar Dinge fragen.
Ich bin selbst Krankenschwester und nach der Elternzeit auch in eine Arztpraxis gewechselt um für meine Kinder da sein zu können. Sie sind noch klein und gehen vormittags in den Kindergarten und ich arbeite 4 Vormittage.

3 Nächte hören sich nicht viel an. Aber auf den zweiten Blick ist die Belastung doch sehr hoch. Du wechselst laufend zwischen Nacht und tagrhythmus. Das ist gesundheitlich echt puh. Du schläfst tagsüber wahrscheinlich viel weniger und schlechter als nachts. Und wenn du aus den nächten wieder raus bist geht es fast wieder von vorn los. Da warten nachmittags ja trotzdem Kinder Haushalt Termine und und und. Dann brauchst wieder Zeit dich umzustellen und zack geht der Spuk von vorn los.

Ich bin vielleicht nicht das beste Beispiel weil ich dieses wechseln schon ohne kinder unglaublich belastend fand. Ich bin nach der Ausbildung in die Anästhesie damit es etwas weniger schichtwechsel gab.

Wenn du das immer gut gepackt hast dann los. Ich stelle es mir sehr anstrengend vor.

Viel Erfolg und liebe Grüße

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Das ist tatsächlich Übungssache. Bei mir sieht das so aus: Ich komme am Montag aus dem Nachtdienst, lege mich hin, mein Mann arbeitet Spätdienst. Ich hole die Kleine ab (hier sind drei Kinder), kümmere mich um die Kids. Am nächsten Tag klingelt normalerweise um 6:00 der Wecker weil Schule und Busfahrt anstehen und der Tag beginnt. Als Teili hat man ja meist mehrere Tage frei. Aber auch mein Mann macht das so als Vollzeitkraft. Dafür hat Schichtdienst den Vorteil, dass meist vormittags und nachmittags jemand zu Hause ist, so dass Haushalt, Sporttermine, Arzttermine usw. meist kein Problem darstellen. Anstrengend sind die Wochen in denen wir beide viel arbeiten und diverse Prüfungen und sonstige Termine anstehen. Da bin ich abends ehrlich fertig. Wir arbeiten hier gemeinsam 160% und wenn jetzt die Kleine in die Schule kommt, reduziert mein Mann.

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"Da ein ND 10 Arbeitsstunden ausmacht, müsste ich nur drei Nächte pro Woche machen. Klingt machbar oder? "

Eine Freundin macht das, ähnlich wie von dir beschrieben: sie hat nur Nachtschichten, frühstückt morgens mit den Kindern (ihr Abendessen) , schläft dann, ist wach, wenn die Kinder von der Schule nach Hause kommen.

Für ihren Biorhythmus ist es super. Schlafen klappt in einem eigenen Raum.
Der Partner zieht mit und passt zu seinen Arbeitszeiten. Wer ist wann als Notfallkontakt der erste, der angerufen wird usw.


Allerdings: es werden oft mehr Nachtschichten als im Vertrag stehen.
Chronische Unterbesetzung.

Sie hat zwar die Wahl zwischen vielen Stellen.

Die Unterschiede sind dann aber nur
- Weg / Ort
- Vorgesetzten.

Was überall ähnlich ist: viele fehlen, werden krank wegen Überlastung.
Freizeitausgleich ist ein tolles Wort. Für sie wie "leben auf dem Mars".

Gesucht wird händeringend. Aber 1. wird nicht gefunden, was gesucht wird (Menge), 2. stehen nicht alle unbesetzten Stellen ausgeschrieben (Kostenfrage) und von denen, die gesucht werden, finden sich nur wenige Bewerber.


Da aber jede Region, jedes Krankenhaus / Pflege / medizinischer Schwerpunkt /Station etc. sehr unterschiedlich ist,
würde ich es mir auf jeden Fall ansehen.

Dann weißt du, ob es dir dort zusagt, ob du es dir dort vorstellen könntest,
weißt dann auch wie deine Chancen stehen.


Ob du zusagst und in Probezeit ausprobierst, würde ich davon abhängig machen,
wie schnell du etwas Neues passendes finden könntest.

Probezeit heißt ja auch, mitbekommen, wie es einem selbst dort geht, wie das mit den Versprechungen im Vorfeld so gehandhabt wird,
wie es zu eurer Familie passt.

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Ich kann dir auch nur von einer Freundin erzählen, die seit Jahren alle zwei Wochen am Wochenende Nachtschicht macht.
Das funktioniert gut, da ihr Mann auch Schicht arbeitet und das abgestimmt ist. Es ist aber halt nicht jede Woche.

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Hallo Elvira,

ich kann dir das aus meiner Erfahrung etwas beschreiben. Im Gegensatz zu vielen Kollegen habe ich immer gerne während der Nacht gearbeitet. Einerseits weil Nachtdienste halt was ganz anderes sind als Tagdienste (ich habe den speziellen Groove gemocht), andererseits auch, weil man sich so diverse Vorteile rausspielen konnte, v.a. wenn man nicht so ein grosses Schlafbedürfnis hat.

Die Nachtdienste als Arzt sind etwas anders als eure, zwischendurch kann man sich durchaus auch mal eine Stunde ausruhen, wenn man auf Resultate warten muss oder ähnlich - manchmal geht aber die Post ab. Wie es halt so ist in Akutbereichen. Dafür dauerten unsere Nachtdienste geschlagene 15 Stunden, und dies 7 Nächte am Stück. Dafür danach 7 Tage frei.

Als unsere Kinder noch klein waren, habe ich sehr viele dieser Nachtwochen gemacht, um die Kids möglichst wenig fremdzubetreuen. Rückblickend war es eine gigantische Belastung. Dies aus mehreren Gründen:

- mit Kids schläfst du nie mehr so tief wie früher. Selbst mit Oropax, Kopfhörern etc. sind die Antennen ständig auf Empfang.
- Die dauernde Umstellung Tag-Nacht-Rhythmus macht dich fertig
- Du selber stellst dich noch mehr zurück, denn Du willst ja am normalen Familienleben teilnehmen
- es braucht sehr viel Konsequenz, eben dann NICHT verfügbar zu sein, wenn durch den Tag was wichtiges ist (Paket entgegennehmen, Monteur empfangen, Kinder abholen etc. etc.)
- das Zubettbringen der Kinder fällt weg - war für mich manchmal recht schwierig.

Spätdienste finde ich da die deutlich bessere Alternative. Wenn dein Mann dies nicht so deichseln kann, könnt ihr evtl. eine Betreuung für die paar Stunden organisieren.

Im Grunde genommen klingt es aber so, als "müsstest" du es versuchen. Da die Möglichkeit besteht, zu wechseln - probier es!