Finanzielle Auswirkungen von Kindern

Mir bereitet es ehrlich gesagt ziemliche Kopfschmerzen, wenn ich daran denke, was für finanzielle Einbußen auf der einen Seite und Ausgaben auf der anderen Seite durch ein Kind auf uns zukommen.
Einer von uns muss stark seine Erwerbstätigkeit runter fahren oder wir beide zu gleichen Teilen.
Wir haben uns das Mal ausgerechnet.
Wenn wir beide auf 30 Stunden reduzieren, fehlt jedem ja ca.20 Prozent des bisherigen Nettos.
Das ist richtig viel Geld , was dann fehlt obwohl ja ein Kind dann auch einiges kostet, vor allem durch den hohen Beitrag zur Kita.
Wenn ich auf 20 Stunden gehe bzw.er, und einer weiter Vollzeit mit Zuschlägen arbeitet, sieht es nicht viel besser aus.
Ein 45 Stunden Platz in der Kita kostet hier 480 Euro im Monat.
Und den brauchen wir, wenn wir beide auf 30 Stunden runter gehen, durch Fahrtzeiten.
Außerdem müsste ich meinen bisherige Stellung aufgeben, denn Teilzeit ist in dieser Position nicht möglich.
D.h ich verzichte nicht nur kurzfristig auf Gehalt durch geringere Stundenzahl, sondern dauerhaft durch die Übernahme einer schlechter bezahlten Position und die beruflichen Nachteile die durch Teilzeit entstehen.
Mir macht das Angst.
Rente? Ich habe mir ausrechnen lassen was mich das an Einkommen kostet und auch an Rentenpunkten wenn ich 3, 5 oder 10 Jahre nur 30 Stunden auf einem tieferen Jobgrade arbeite.
Und den fiktiven Verlust durch entgangene Karriereschritte.
Das ist nicht lustig.
Bei meinem Partner sieht es ähnlich aus, obwohl er wahrscheinlich auch in Teilzeit seine Jobposition behalten könnte.
Wir verzichten auf 10Jahre gesehen hier auf mehrere 100.000 Euro...
Das ist doch Wahnsinn.
Wie seht ihr das?

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Ich sehe das so:

wenn man so akribische das
Finanzielle aufdröselt und dass das einzige ist,
was einem zum Thema Kinder kriegen einfällt, dann ist man (noch) nicht so weit und sollte das auch lassen.

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Mein Mann würde jetzt sagen "du wolltest ein Fahrrad, jetzt tritt" 🤣

Würdest du wegen Geld auf ein Kind verzichten wollen?

Für mich persönlich stellt sich die Frage nicht. Ich kann das ganze Geld nicht mit rübernehmen (wo auch immer "rüber" ist). Dann investiere ich es lieber in die "Zukunft" 😉

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Hallo,

Bei allem Respekt bei dieser Einstellung solltest ihr auf Kinder verziehen. Du siehst nur Kosten, Kosten, Kosten und Verzicht. Wer so denkt wird mit Kind nicht glücklich, sondern nur unzufriedener. Wir haben uns nie Gedanken darüber gemacht, was das Kind so kosten wird. Wir wollten ein Kind, weil es unser Herzenswunsch war. Und wir sind für unsere Tochter durch die Hölle gegangen.

Wir haben nur geschaut wieviel Erspartes wir haben um zu sehen wer wie lange Elternzeit nehmen kann.

Kinder kann man nicht mit Geld aufwiegen. Geld ist nett und notwendig, Kinder zu haben ist unbeschreiblich.

LG Morgain

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Sehe ich nicht so, bzw. es ist unbeschreiblich.
Unbeschreiblich anstrengend und unbeschreiblich teuer.
Es lohnt sich hinten und vorne nicht.
Ich hätte lieber mehr Geld, Zeit und Freiheit.
Ein Kind wiegt diese Nachteile bei Weitem für mich nicht auf.

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Puh krass, ich weiß nicht ob du Kinder hast, ich hoffe, wenn ja, du lässt sie das nicht spüren (deinen Frust), wenn nein ist ja alles paletti und du schuldest niemandem etwas...

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Dass Kinder viel Geld kosten ist nichts Neues. Wenn ihr euch das nicht leisten möchtet, ist doch alles ok. Du kannst dann in deine Karriere investieren und finanziell aufsteigen. Vielleicht schaut ihr dann lieber in 5 Jahren nochmal ob es besser passt.

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Das Geld ist mir relativ egal.
Ich verdiene genug, damit wir mit Alleinerziehend TZ satt werden.

Als Single hatte ich mehr EInkommen. Netto blieb am Monatsende weniger übrig. Ich habe ohne Kind deutlich mehr ausgegeben. Weniger Verantwortung, weniger bewusst eingekauft.

Mag sein, dass ich durch mein Kind andere Ausgaben habe. Diese sind mir jeden Cent wert!
Davor war es nur ein hirnloses rausschmeißen, weil ich es hatte.

Rente: ich bin froh, wenn ich das Rentenalter erreiche. Gesundheit war schon am Limit.

Wenn du nicht bereit bist für ein Kind oder anderes wichtiger ist, dann ist es ok. Es ist auch ok KEINE Kinder zu bekommen.
Solltest du ein Kind bekommen, hoffe ich, dass du es nicht als Statussymbol bekommst und ihm/ihr dann vorhältst.
Wenn du ein Kind aus Liebe bekommst, wird sich der Gesamtbetrag relativieren und deine Prioritäten verschieben. Einzelne Punkte sind durchaus weiterhin zu beachten und mitzubedenken. Es wird sich nur neu verteilen.

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Hallo,

dann solltest du auf Kinder verzichten.

Bei uns kostet die staatliche Kita um die 650€ -die Berechnung erfolgt gemäß der Gehälter- für einen 45 Stunden Platz. Da die Plätze nicht vom Himmel fallen und ich ab nächstes Jahr wieder arbeiten gehe will, werden wir unser Kind auch in einer privaten Kita anmelden. Kosten 750€ + Anmeldegebühr. wenn der Arbeitgeber meines Partners den Platz in der privaten Kita nicht bezuschussen würde, könnten wir uns das nicht leisten. Die Kita kostet sonst das doppelte. In diesem Fall müsste ich nach aktueller Lage in den Kitas, 2 Jahre Zuhause bleiben.
Außerdem suchen wir nach Eigentum und das kostet weit mehr monatlich als unsere Miete. Und dennoch haben wir uns für ein Kind entschieden.
Einfach weil es viel mehr wert ist als ein Haus oder ein Job. Auch wenn ich mit meinen Stunden etwas zurückfahren werden, so verdiene ich nicht viel weniger als ich. Und das finde ich ok. Ich kann bei mir im Job trotzdem aufsteigen und auch die arbeit in Teilzeit ausüben.

Wem die kita, die Schulzeit, Kleidung etc. zu teuer ist, der sollte einfach keine Kinder bekommen.
Alle, die Kinder bekommen, sehen mehr als nur den negativen speziellen effektiv.

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Hallo Bosena,

ich kann deine Überlegungen nachvollziehen und bin ehrlich gesagt auch erstaunt über einige Antworten.

Wir haben es doch hier mit einem POLITISCHEN Missstand zu tun. Es geht nicht darum, dass ein Kind für die meisten Menschen alles Geld der Welt aufwiegt. Es geht darum, dass wir in Bezug auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nach wie vor nicht gut aufgestellt sind, Stichwort "Motherhood Penalty".

Gerade heute kamen Ergebnisse einer Bertelsmann-Studie heraus:

"Die Entscheidung für Kinder führt bei Müttern mit einem Kind zu durchschnittlichen Einbußen an Lebenserwerbseinkommen von rund 40 Prozent im Vergleich zu kinderlosen Frauen. Bei Frauen mit drei oder mehr Kindern beträgt die Motherhood Lifetime Penalty nahezu 70 Prozent." (Quelle: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-projekte/beschaeftigung-im-wandel/projektnachrichten/kurzexpertise-frauen-auf-dem-deutschen-arbeitsmarkt)

Für mich gibt es nichts wichtigeres als meine Familie, aber man darf sich doch trotzdem als politischer Mensch äußern.

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Nicht bei Urbia! Du hast das böse "P" Wort gesagt... 🙈
Solche Diskussionen sind hier leider nicht erwünscht.

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*Es geht darum, dass wir in Bezug auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nach wie vor nicht gut aufgestellt sind, Stichwort "Motherhood Penalty".*

Ja, das hast auch absolut recht, keine Frage.
Was das angeht, läuft hier echt etwas schief. (ohje, hoffentlich ist das jetzt zu politisch und im Forum schon wieder verboten...)


Ich sehe es aber JETZT so, wie es ist. Wenn sich hier einmal etwas ändert, haben wir wohl alle nicht mehr viel oder nichts davon.
Ich hatte nicht mal Elterngeld, das kam erst später, aber ich kann es auch nicht ändern.

Aber natürlich sollte dieser Missstand bearbeitet werden.

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Es ist gut und wichtig, dass man schaut, ob man sich das, was man vor hat, auch leisten kann. Generell bei allem, finde ich.

Und ja, Kinder sorgen für Einbußen, in ALLEN Bereichen und für LÄNGERE Zeit.

Das muss einem schon klar sein und es ist schon gut, wenn man das vorher weiß und nicht wild drauf los Kinder bekommt und dann da steht und nicht klar kommt.

Aber: Du kannst niemals alles im Leben so akribisch planen.
Wir kennen es doch alle: Da ist die Freude über ein bisschen mehr Geld von Oma, Opa oder das Weihnachtsgeld etc. und ZACK - haben sich alle Elektrogeräte abgesprochen und gehen nach und nach kaputt.
Dann steht man da und nix war es mit der Freude über das Geld und dem schon im Kopf geplanten Urlaub.

So ist das Leben. Es kommt selten so, wie man plant. Ihr könnt durchsprechen, wer wann und wie lange daheim bleibt. Ihr könnt ausrechnen, ob ihr ein Zimmer einrichten könnt und monatlich mit dem fehlenden Geld über die Runden kommt.
Ihr könnt überlegen, wie ihr die Kinderbetreuung organisiert.

Aber es ist in meinen Augen absolut unmöglich, sogar bis zu deiner Rente zu planen! Übrigens auch ohne Kind. Corona hat uns doch schön vor Augen geführt, was Pläne wert sind.

Verlasst euch auf euer Gefühl, wenn ihr bereit seid, euer Leben etwas umzustellen, ein bisschen zu verzichten, anders zu planen, verschlafen durch die Gegend zu rennen, dann freut euch auf euer Kind.
Denn eines kann man planen: Die Kinderaugen, die dich anlachen, weil sie dich lieben, die sind es wert, dass man nicht alles ganz haarklein nach Schema F durchgeplant hat.

Alles Gute ;-)

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Jeder setzt seine Prioritäten anders und wenn für dich im Moment die Karriere und das Geld im Mittelpunkt stehen, ist das völlig in Ordnung aus meiner Sicht. Vielleicht solltet ihr dann aber das Thema Kind noch ein bisschen ruhen lassen. Sonst könnte ich mir vorstellen, dass es schnell zu Unzufriedenheit kommt.

Mir ging es in unserer langen Kinderwunschzeit eher anders herum. Ich liebe meinen Job und bin stolz darauf, was ich erreicht habe, aber ich hab mir immer öfter die Frage gestellt: Wofür? Ja ein Kind kostet Geld, und da ist die Erstausstattung noch der kleinste Teil. Aber ich liebe es, mein Geld nun genau dafür auszugeben, eine schönere Verwendung könnte ich mir gerade nicht vorstellen :-)