Kurzarbeit während Elternzeit-Teilzeit

Hallo zusammen,

mein Sohn ist vor kurzem 1 Jahr geworden und geht in eine Kita. Ich hatte eigentlich vor ab September wieder arbeiten zu gehen mit 30h/Woche in Elternzeit-Teilzeit bis er 3 Jahre wird.
Nun bekam ich eine E-Mail meines Arbeitgebers, dass ich mich ab dem geplanten ersten Arbeitstag "bis auf Weiteres" in "Kurzarbeit null" befinde.

Jetzt hab ich natürlich viele Fragen dazu. Darf er mich überhaupt in Kurzarbeit schicken? Wieviel steht mir noch an Geld zu? Von wem bekomme ich das? Ist bei dem Setzen der Mitarbeiter in Kurzarbeit auch eine Sozialauswahl zu treffen? Und ist dieses bis auf Weiteres überhaupt rechtens, muss hier kein konkreter Zeitraum angesetzt werden?

Vielen Dank im Voraus!

1

Nun mal mein Wissen. Ich bin allerdings kein Profi und würde in deiner Situation vermutlich bei der Arbeitsagentur anrufen.

Teilzeit schützt meiner Meinung nach nicht vor Kurzarbeit. Ebenso wenig wie der soziale Stand.

Allerdings muss der Arbeitgeber Rücksprache mit dem Betriebsrat halten. Viele Unternehmen mit Betriebsrat versuchen Mitarbeiter aufgrund ihrer sozialen Situation rauszunehmen. Habt ihr einen Betriebsrat an den du dich wenden könntest?

Ansonsten würde ich offen und ehrlich deinem Arbeitgeber deine Bedenken schildern.
Vielleicht besteht ja auch die Möglichkeit die Elternzeit-Teilzeit vorzeitig zu beenden (der Arbeitgeber muss zustimmen). Dann würdest du finanziell ähnlich dastehen, wie unter Elterngeld Bezug.

Dein Arbeitgeber muss dich noch eine Kurzarbeitsreglung unterschreiben lassen und dort sollte auch ein Zeitraum drin stehen. Dies kann bis zu einem Jahr angemeldet werden (wegen Corona bestehen hier ein paar Sonderregeln, wenn die Kurzarbeit bereits 2019 bestand. Dann geht es auch länger). Allerdings kann der Arbeitgeber dich je nach Wirtschaftslage auch früher aus der Kurzarbeit holen und du müsstest kurzzeitig wieder zur Verfügung stehen.

Allerdings: Du bist nicht Verpflichtet diese Kurzarbeitsreglung zu unterschreiben und somit auch nicht die Kurzarbeit anzutreten. Vielleicht versucht dein Arbeitgeber dann dich zu kündigen. Ob er damit Erfolg haben könnte, weißt du vermutlich besser als ich (Kleinunternehmen ja oder nein, Elternzeit etc.), ebenso, ob du dauerhaft in dem Unternehmen bleiben willst oder nicht.
Bedenke auch, dass die Kurzarbeit ein Mittel ist, weil es wirtschaftlich nicht gut um das Unternehmen steht. Es wird also vermutlich keine böse Absicht gegen die Mitarbeiter sein. Das kannst du aber auch besser einschätzen.

Ich persönlich würde versuchen mit dem Arbeitgeber auf einen Nenner zu kommen.

2

Noch vergessen: Bevor der Arbeitgeber für einen Mitarbeiter Kurzarbeit anmelden darf muss der Mitarbeiter alle Überstunden und Urlaubstage aus dem letzten Jahr abgebaut haben.
Wenn du also noch welche von vor dem Mutterschutz übrig hast, dann müsstest du diese vorher nehmen.