Private oder gesetzliche Krankenversicherung für das Kind?

Hallo in die Runde,

ich bin gesetzlich versichert. Mein Mann über die freie Heilfürsorge. Wir könnten unser Kind nun sowohl gesetzlich, als auch privat versichern.

Ich frage mich, ob sich die monatlichen Kosten für die private Krankenversicherung wirklich lohnen würden? Ich habe auch mal gehört, dass tw. die gesetzliche Krankenversicherung bei Kindern mehr zahlt, als die private, z. B. Physiotherapie?

Habt ihr Erfahrungen?

Liebe Grüße

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Hallo

Das kommt auf den Tarif an, den du bei der Privaten abschließt. Unser Sohn ist Beihilfe und 20% privat. Kostet keine 30 Euro und bis jetzt wurde alles bezahlt.

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Habt ihr schon irgendwelche "besonderen" Leistungen benötigt, wie Brille, Logo, Physio, etc?

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Ob es sich lohnt, hängt damit zusammen, was dein Kind brauchen wird. Bei uns hat es sich sehr gelohnt! Allerdings hätten wir es uns nicht aussuchen können, mein Mann ist privat Versichert und unser Kind MUSSTE auch in die Private.

Gelohnt hat es sich bei uns, weil unser Kind mehrere OP's brauchte und eine langwierige Behandlung. Es gab immer Chefartztbehandlungen, Privatzimmer und auch eine (versicherungstechnisch) stressfreie OP im Ausland, die übernommen wurde. Wir sind auch nicht auf die Medikamente angewiesen, die die gesetzlichen vorschreiben so dass wir teilweise etwas "bessere", bzw. besser verträgliche, verschrieben bekommen und auch bei benötigter Hilfsmittel, wie zum Beispiel eine Brille, Einlagen, der zugezahlte Betrag viel höher liegt.
Ansonsten ist es auch so, dass wir für ihn sofort einen Artzttermin bei jeglichen Fachärtzten bekommen (Orthopäde, Hautarzt, Augenarzt...). Aus Gesprächen mit anderen Eltern, die zum Teil bei den gleichen Ärzten einen Termin bekommen wollen, habe ich gemerkt, dass während wir innerhalb einer Woche einen Termin erhalten, gesetzlich versicherte Kinder zum Teil bis zu 4-5 Monaten auf einen Termin warten müssen.

Allerdings muss man dann auch sehen, was man für einen Vertrag bei der privaten hat, unser Kind ist vollversichert, insofern wird unglaublich viel übernommen.
Was man (leider) auch bedenken muss, man gerät immer mal wieder auf Ärzte t, die das gerne ausnutzen und mehr Untersuchungen als nötig verordnen und auch gerne mal viel schneller zu einer OP tendieren, als bei gesetzlich versicherten. Man muss immer ein Auge drauf haben und das eine oder andere hinterfragen.
Natürlich sind die Kosten für die Private auch nicht ohne, bei uns zumindest.
Auch ein wichtiger Punkt: Man hat keinen Anspruch auf Kind-krank-Tage! Diese Tage werden nur von der gesetztlichen übernommen! Man kann "nur" mit dem Arbeitgeber aushandeln, dass man für soche Fälle 5 Sonderurlaubstage erhält. Das muss man auch mitbedenken!

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Wir haben unseren Sohn auch privat versichern lassen. Wir sind beide Brillenträger, mein Mann hatte als Kleinkind die erste Brille. Skoliose liegt in der Familie, Allergien, Zahnspangen.
Wir gehen davon aus, dass es sich lohnen wird.

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Ihr müsst euch den Vertrag genauer anschauen! Privatversichert ist nicht gleich Privatversichert.
In erster Linie ist es so, dass die Private das Kind ohne gesundheitliche Untersuchung "nur" zum Tarif der Eltern annehmen muss, alles was darüber hinaus geht, muss man mit der Versicherung besprechen, bzw. sie kann eine Gesundheitsprüfung verlangen.

Bei uns ist es so, dass mein Mann schon "vollversichtert" war, er hat in seinem Vertrag alle möglichen Leistungen, insofern wurde unser Kind sofort auch genauso versichert, ohne dass die Versicherung auf eine Gesundheitsprüfung bestehen konnte. Wenn dein Mann allerdings einen "Spartarif" haben sollte, wird es das sein was eurem Kind auch "nur" zusteht, wenn ihr mehr Leistung wollt, dann müsst ihr das mit der Versicherung besprechen.

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Du hast dann keine Kindkrank Tage! Dein Mann nur aus Kulanz des Arbeitgebers.

Gerade bei Logopädie etc. Gibt es in der Tat häufig Probleme. Nutze mal die Suchfunktion. Die Praxen können so viel abrechnen wie sie wollen aber die PKV zahlt aber nur einen gewissen Satz.

Falls ihr euch für die GKV entscheidet aber unbedingt eine Anwartschaft abschließen! Dann kann dein Kind immer ohne Risikoüberprüfung trotzdem in die PKV Wechseln.

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Ach und das Kind kann sich nur so versichern, wie das Elternteil. Ich habe keine Wahlleistungen im Krankenhaus bekommen wegen Vorerkrankungen und somit mein Kind auch nicht. Das muss man nämlich extra versichern und ist nicht automatisch in der PKV mit drin.

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Hallo,
ich würde GKV mit Anwartschaft nehmen. Du kannst so jederzeit wechseln, falls du es für notwendig erachtest. Aber du kannst jetzt solange es dir möglich ist, die beitragsfreien Jahre der Familienversicherung mitnehmen.

Es gibt in der PKV schon einige Dinge nicht, die die GKV bietet und die gerade bei kleinen Kindern wichtig sind. Typische Beispiele sind hier das Kinderkrankengeld, und die Mutter-Kind-Kur.

Zur Wartezeit bei Ärzten: ich war sowohl in der PKV (als vollversicherter Patient), als auch GKV. Dieses Drama um Wartezeiten gibt es in den allerwenigsten Praxen und in Krankenhäusern schon gar nicht. Je deutlicher ein Arzt sich auf sein Fachgebiet spezialisiert hat, desto mehr verschwindet auch diese Vorauswahl nach Privat und Gesetzlich. Wir haben als PKV-Patienten für das SPZ 6 Monate gewartet, für das KJP 8 Monate. GKV-Patienten hatten identische Wartezeiten. Nur Akutpatienten wurden sofort aufgenommen. Aber da natürlich die wenigsten GKV-Patienten einen PKV-Patienten kennen, wird hier natürlich erstmal über die ewig langen Wartezeiten gelästert. Und klar...da sind die PKV-Patienten schuld.

Die PKV zahlt einfach die Rechnung die sie erhält bis zur versicherten Höchstgrenze. Ansonsten wirst du, sobald eine gewisse Anzahl an Therapieeinheiten gelaufen ist, bei der PKV einfach einen Antrag auf Kostenerstattung stellen müssen - im Vorfeld. Nur die GKV zahlt auch nicht ewig. Auch hier muss ein Grund vorhanden sein.

Meine Kinder waren damals in der PKV, heute sind sie zum Glück in der GKV. Da mein Mann in der PKV ist, zahlen wir das natürlich teuer. Aber die Versicherung ist eindeutig besser. Uns sind damals Dinge passiert...niemals wieder PKV. Falls das Kind etwas schwerwiegendes hat, könnte es sonst sein, die PKV schreibt dir einen Brief wie mir damals:
...die Kostenzusage kann aus wirtschaftlichen Gründen nicht erteilt werden....“

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Das mit den Wartezeiten kann ich absolut nicht bestätigen, eher im Gegenteil! Jegliche Termine für meinen Sohn bekomme ich innerhalb kürzerster Zeit, während tatsächlich Kinder die nicht Privat versichert sind bis zu 4-5 Monate warten müssen. Das weiß ich weil es schon mehrmals vorkam, dass Kinder von Freunden zeitgleich auch Termine bei den gleichen Ärzten gemacht haben. Am stärksten ausgeprägt ist das bei Orthopäden, Augen- und Hautärzten. HNO, Zahnartzt und Kinderartzt nicht so sehr.

Viele Ärzte haben Sprechzeiten, die rein für die Privatpatienten vorenthalten sind. Dadurch bekommt man sehr schnell einen Termin und hat sehr kurze Wartezeiten wenn man da ist.

Teilweise ist es sogar so, dass du gleich beim Anruf erstmal durch eine Automatenstimme gefragt wirst ob du Privat- oder Gesetzlichversichert bist. Entsprechend wirst du weiter geleitet. Was es mittlerweile auch immer öfter gibt, sind sogar separate Wartezimmer. Das normale für die Gesetzlichversicherte und das Wartezimmer für die Privatpatienten, wo es dann Sessel gibt, einen Fernseher, diverse Getränke, Kaffe, Tee, Kekse... Es ist sogar, je nach Praxis so, dass die Patienten selbst das gar nicht wirklich mitbekommen. Ich weiß es auch zum Teil auch nur, weil ich mit meinem Sohn in das entsprechende Wartezimmer geleitet werde, sonst hätte ich das teilweise nicht mit bekommen.

Wie es in SPZ Zentren aussieht, kann ich dir nicht sagen, da wir noch nie in eins mussten.

"Uns sind damals Dinge passiert...niemals wieder PKV. Falls das Kind etwas schwerwiegendes hat, könnte es sonst sein, die PKV schreibt dir einen Brief wie mir damals:
...die Kostenzusage kann aus wirtschaftlichen Gründen nicht erteilt werden....“ "

Auch das kann ich von unserer Krankenversicherung nicht bestätigen, sondern sogar eher vom Gegenteil berichten. Bis jetzt wurde rein gar nichts verweigert, OP's im Ausland wurden übernommen und sogar über den Satz, den sie zahlen mussten. Genauso was die Brille für mein Kind angeht, die unglaublich kostspielig ist und regelmäßig gewechselt werden muss, das sich mein Kind noch im Wachstum befindet und sich die Sehkraft entsprechend schnell verändert. Auch wenn sie nicht den kompletten Betrag bezahlt, übernimmt sie mehr als sie verpflichtet wäre.
Sämtliche Rechnungen werden auch sofort beglichen ohne nennenswerte Wartezeit, innerhalb ein paar Tagen ist das Geld auf unser Konto, so dass wir selten eine Rechnung beim Artzt ausgleichen müssen, bevor wir das Geld von der Versicherung haben.

Ich denke, das Problem liegt eher daran, welche Versicherung man sich aussucht und was man für einen Tarif hat. Man muss die Versicherungen im Vorfeld sehr genau prüfen, vorallem was die Leistungen angeht. Bei uns, bzw. bei meinem Mann und meinem Kind, passt alles super und das obwohl die Versicherung für beide schon seeeehr viel Leistung erbringen musste und bei meinem Kind noch lange erbringen muss. Wir sind tatsächlich unserer PKV immer wieder sehr dankbar, sie haben schon sehr viel unterstützt und geleistet, vorallem für mein Kind!

Das mag zwar wie ein Werbefilm klingen, aber ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie mein Mann und ich sehr lange darüber nachgedacht haben inwiefern ein Wechsel für ihn in die PKV sich lohnen würde. Kurz nach dem Wechsel hat sich etwas ereignet, worübe wir dann sehr froh waren, dass er schon gewechselt hat, da die GKV niemals diese hohen Kosten, die nötig waren, übernommen hätte.
Als ich schwanger war, ist uns das erste Mal bewusst geworden, dass WIR keine Wahl haben, was die Versicherung unseres Kindes angeht, wir mussten ihn privat versichern, so sieht es der Gesetzgeber vor. Im Nachhinein hat sich auch das für uns als ein Glücksfall herausgestellt.

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Ich denke, das ist der springende Punkt: welche Versicherung und welcher Tarif. Kannst du mir eine empfehlen? :)

Zu den Wartezeiten: ich als GKV wurde tatsächlich noch nie am Telefon bei Terminvereinbarung nach der KK gefragt. Hatte vor zwei Jahren eine Erkrankung, die mich tatsächlich zu sehr vielen Fachärzten geführt hat. Wartezeiten waren tw. aber schon sehr lang. Sagst du am Telefon dann direkt, dass ihr PKV seid? Ich musste mit meinem Kind neulich zum Kinderpneumologen. Der Kinderarzt gab mir einen Code mit, über den ich dann über eine Terminvereinbarungsstelle innerhalb kürzester Zeit einen Termin für mein GKV Kind bekam. Ich denke also, dass da GKV Patienten, zumindest in dringenden Fällen, nicht benachteiligt sind.

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Mein Mann hat auch freie Heilfürsorge. Bei uns sind die Kinder aber alle mit über mich gesetzlich versichert. Meine Tochter kam aber auch mit mehreren Herzfehlern zur Welt.

Außerdem befürworte ich das Solidarsystem der GKV und habe noch nie Probleme gehabt etwas nicht bewilligt oder bezahlt bekommen zu haben. Auch übernimmt die GKV eher Kuren und eben die Kindkranktage.

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Generell ist es so dass wenn das privat versicherte Elternteil über der Jahresarbeitentgeld-Grenze verdient dann muss das Kind privat oder freiwillig gesetzlich versichert werden. Die freiwillige gesetzliche Versicherung liegt bei etwa 180€ im Monat, dies variiert geringfügig nach der Kasse.

LG von einer Sozialversicherungsfachangestellten