ALG I - Wie lange Anspruch?

Hallo ihr lieben Leute!

Heute geht es um ein Thema bei dem ich meiner besten Freundin leider nicht helfen konnte.

Sie war von Mai 19 bis Ende April 20 (12 Monate) in einem festen Anstellungsverhältnis. Davor war sie zuhause seit Anfang 2017 und hat ihr Kind betreut.

Aufgrund der Pandemie hatte sie zum 31. April ihren 30-Stunden-Job verloren. War vom 1. Mai bis Mitte Juni arbeitssuchend gemeldet. Aufgrund der Betreuungssituation hatte sie sich dann Mitte Juni beim Arbeitsamt "abgemeldet". Krankenversichert war sie dann über ihren Ehemann und quasi "Hausfrau & Mama".

Nun hat sich die Betreuungssituation zum Guten gewendet bei ihr und sie kann sich wieder auf die Suche nach einer Anstellung machen.

Nun hatte sie die Frage, ob sie weiterhin Anspruch auf ALG I hätte, sobald sie sich beim Arbeitsamt wieder arbeitssuchend meldet.

Hat es zudem noch Vorteile sich arbeitssuchend zu melden, außer dass sie dann wieder übers Amt krankenversichert ist, anstatt familienversichert über ihren Mann?
Ich kann ihr bei diesen beiden Fragen (GsD?!) nicht weiterhelfen, da ich bisher noch nie arbeitssuchend gemeldet war... toitoitoi

Oft scheinen ja hier Mitglieder mit wirklicher Ahnung unterwegs zu sein. Daher dachte ich, werfe ich die beiden Fragen hier mal auf. Natürlich informiert sie sich auch noch direkt beim Amt genauer.

Vielen Dank schonmal fürs lesen!!

LG dieHoffnung

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Ja, wenn sie sich wieder arbeitssuchend meldet, hat sie noch einen Restanspruch: mindestens viereinhalb Monate (bei 12 Monaten Beschäftigung erwirbt man 6 Monate Anspruchsdauer, davon hat sie ja ca. anderthalb verbraucht. Inwieweit sie noch weitere Restansprüche aus der Zeit von vor der Geburt haben könnte, kann man ohne die genauen Daten nicht sagen. Allerdings wird das ALG aufgrund der TZ-Beschäftigung gemindert.
Wenn sie wirklich arbeiten will, ist es immer besser, arbeitssuchend zu sein, da man dann auch rentenversichert ist, was ggf. für spätere Anwartschaften wichtig sein könnte. Nicht zu vergessen, wenn ein zweites Kind geplant sein sollte, eine baldige Anstellung erhöht das künftige Elterngeld und man macht sich unabhängiger vom Partner. Hierbei hätte sie dann auch Anspruch auf Mutterschaftsgeld, was in der kostenlosen Mitversicherung nicht immer der Fall ist.

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Vielen Dank für deine ausführliche Antwort, hab es erstmal so weitergegeben.

So ähnlich war auch Ihre Vermutung, dass sie also noch einen Restanspruch hat. Allerdings fragen wir uns jetzt, ob es da auch eine gewisse "Verjährungsfrist" gibt, die einzuhalten ist.

Vielleicht hast du da ja auch eine Antwort für uns - es liest sich so, als hättest du Ahnung in dem Bereich

LG dieHoffnung

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In der Regel kann sie innerhalb von 2 Jahren ab erstem Eintritt der Arbeitslosigkeit bzw. Beschäftigungsende ihren Anspruch noch geltend machen, diese Frist kann sich verlängern, wenn man z.B. in Reha war, aber die restliche Zeit für die gezahlt wird, bleibt gleich.

Die Frage wegen der Sperrzeit kann ich nicht beantworten, sie könnte auch Glück haben, dass keine verhängt wird. Man bekommt nicht immer eine Sperre, wenn die Dreimonatsfrist nicht eingehalten ist.
Ich habe z.B. mal eine Stelle selbst gekündigt, hatte auch schon eine neue, aber zehn Tage Pause dazwischen und wurde nicht gesperrt. Für diese zehn Tage habe ich dann Leistungen bekommen.

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Sobald die Betreuungssituation geklärt ist, kann sie sich arbeitslos melden. Das Arbeitsamt rechnet dann aus wieviel Monate sie noch Geld bekommt.
Bedenkt aber, dass man sich eigentlich 3 Monate im Voraus melden muss, da man sonst erstmal eine ALG Sperre bekommt.

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Danke auch dir für die Antwort!!
Ok, das mit der Sperre hatte ich gar nicht im Hinterkopf.

Sie hat jetzt die Eingewöhnung mit dem Nachwuchs durch. Betreuungszeiten sind lediglich 4 Stunden. Und nun hat sie kurzfristig jemanden gefunden, der nach dem KiGa "weiterbetreuen" könnte, sodass sie wieder 30Std Arbeit pro Woche anstreben kann.
Gibt es mit dieser Hintergrundinfo denn auch eine Sperre?

LG dieHoffnung

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Hallo!

Das war quasi auch meine Info, dass noch Anspruch (Rest) auf ALG1 besteht. Ich habe allerdings keine Ahnung, bis wann ein solcher Restanspruch besteht, quasi bis wann der Rest in Anspruch genommen werden kann, bis er verfällt.

Ich denke, das ist auch wichtig zu wissen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie in (sagen wir einfach mal) 5 Jahren noch Anspruch noch geltend machen kann.

LG Tati mit MiniMe 🍀❤

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Auch dir ein Danke.

Das ist quasi dieselbe Frage die noch offen ist: gibt es eine "Verjährungsfrist" für den Restanspruch von rund 4.5 Monaten.

LG dieHoffnung