Wie lange Elternzeit macht Sinn?

Ich bin nun in Woche 13 angekommen und der Nestbau ist bei mir schon im vollen Gange. 😁

Nun ist auch bald der Tag der Wahrheit, dass ich es dem Arbeitgeber sagen muss und ich zerbreche mir den Kopf wenn das Kind da ist wegen der Elternzeit. Ich möchte auf jeden Fall 1,5 Jahre zu Hause bleiben (1 Jahr Elterngeld). Und dann wĂ€re Teilzeit vielleicht nicht schlecht, aber ich weiß noch nicht...

Nun lese ich oft, dass viele jedoch erst einmal nur 2 Jahre Elternzeit beantragen, aber man hat doch 3?! Warum dann nicht alle 3 Jahre direkt nehmen?
Kann mich jemand aufklĂ€ren was der Vorteil an 2 Jahren ist und was macht ihr dann mit dem ĂŒbrigen Jahr?

Falls es das falsche Forum ist, sorry. FĂŒr mich gehören die Gedanken gerade zur Baby-Vorbereitung. 😁

1

Guten Morgen,
ich habe es so verstanden das man 1 Jahr Elterngeld erhĂ€lt (ca 65-67% vom Einkommen des Jahres vorher) aber es auch splitten kann in 24 Monate und dann halt nur die HĂ€lfte an Geld jeden Monat hat (Elterngeld plus). Das 3 Jahr kann man zuhause bleiben aber ohne Entgelt. Aber das kann man sich auch voran schob genau ausrechnen lassen bei der zustĂ€ndigen Elterngeldstelle. Hoffe ich hab jetz nichts falsches geschrieben 😅 Viele GrĂŒĂŸe und eine schöne Kugelzeit

2

Das ist auch grade so etwas was mich beschÀftigt. Mir wurde mitgeteilt, man kann 3 Jahre zuhause bleiben aber 2 davon unbezahlt. Es gibt aber zahlreiche andere Möglichkeiten die den Partner mit einbeziehen und eben die Möglichkeit Teilzeit zu arbeiten.

Ich persönlich bevorzuge 2 Jahre. (Eins davon bezahlt, das zweite unbezahlt) aber das muss man sich eben auch leisten können, ein Jahr nur mit einem Gehalt des Mannes klar zu kommen) und du musst bedenken, das es SteuerrĂŒckzahlungen an das Finanzamt mit sich zieht , wenn man Elterngeld bekommt. Das kann bis zu 2.000 Euro sein

6

Ich will es eben auch so machen. 1 Jahr zu Hause bezahlt mit vollem Elterngeld und 1/2 Jahr eben unbezahlt. 2 Jahre geht bei mir leider nicht, da ich der Hauptverdiener bin und uns so schon viel Einkommen wegbricht...
In der Zeit wo das Kind 1-1,5 Jahre ist erfolgt die Eingewöhnung vom Kind bei der Tagesmutti. Dem Platz habe ich schon. 😁
Tja, und dann wĂŒrde ich ja gern erstmal ruhig mit dem Job wieder loslegen. Und eben der KĂŒndigungsschutz und der Elternzeit ist ja eine feine Sache. Daher ĂŒberlege ich eben, warum viele nicht direkt 3 Jahre Elternzeit anmelden?

Wegen der Nachzahlung beim Finanzamt habe ich wohl GlĂŒck. Das Kind kommt bei mir im Dezember. Somit veranlage ich uns in meinem Elterngeldjahr einfach getrennt. Kein Einkommen, keine Steuerprogression. âœŒđŸ»đŸ™ƒ

3

Hi logarithmus,

Ich stelle mir aktuell ganz Àhnliche Fragen (19+0). Bin aber glaube ich schon einen Schritt weiter.
Mein Mann und ich werden uns die Elternzeit teilen. Ich werde die ersten 18 Monate machen, er die folgenden 6.
2 Jahre hat bei uns einfach den Grund, dass in unserem Bundesland ab dem 2. Geburtstag der Kindergartenplatz kostenlos ist. Vorher mĂŒssten wir die Betreuung mit 500-600€ im Monat selbst bezahlen und wenn ich den Betrag von meinem halbtags Gehalt abziehe bin ich sogar unter dem Kindergeld mit meinem Einkommen. Dann kann ich ehrlich gesagt auch die Zeit noch mit meinem Kind nutzen 😉

Die Aufteilung 18/6 liegt ĂŒbrigens nur daran, dass ich 17 Monate nach der Geburt (zumindest mal geplant) mein Studium fertig habe und dadurch die 3fach Belastung Arbeit, Studium und Kind umgehe. Außerdem kann mein Mann kein ganzes Jahr in seinem Job fehlen, dann wĂ€re er fachlich zu sehr raus.

Das dritte Jahr Elternzeit gibt es, klar, da bekommst du aber kein Elterngeld mehr, das gibt es fĂŒr maximal 2 Jahre (+/-). Da es bei uns finanziell nicht möglich ist, dass einer von uns ohne Einkommen zuhause bleibt, fĂ€llt das 3. Jahr fĂŒr uns raus.

Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen und vielleicht bekommst du ja auch von anderen, die deutlich mehr Ahnung haben noch ein paar Antworten 😊

Liebe GrĂŒĂŸe
Chewy

4

Guten Morgen,

Ein paar Eckpunkte zur Elternzeit:
Den 1. Antrag muss dein Arbeitgeber akzeptieren. Jede Änderung davon kann er auch ablehnen.
Du kannst bis zu 3 Jahre Elternzeit nehmen.
Du kannst in Elternzeit auch Teilzeit arbeiten.
WĂ€hrend der Elternzeit hast du KĂŒndigungsschutz.

Ich wĂŒrde zwar schon mal mĂŒndlich die PlĂ€ne ankĂŒndigen, den offiziellen Antrag aber erst spĂ€t einreichen, fĂŒr den Fall dass ich es mir noch mal anders ĂŒberlege.
Du kannst auch in den Antrag rein schreiben: 3 Jahre Elternzeit (wegen KĂŒndigungsschutz), aber nach 18 Monaten RĂŒckkehr in Teilzeit.

Liebe GrĂŒĂŸe

5

Es ist kein Antrag, sondern eine Anmeldung. Der Arbeitgeber hat da nĂ€mlich so ĂŒberhaupt nicht dran herumzumeckern oder nicht. Man meldet Elternzeit im Rahmen der entsprechenden Fristen (spĂ€testens 7 Wochen vor deren Beginn, wenn das Kind das dritte Lebensjahr noch nicht vollendet hat) beim Arbeitgeber an und gut ist.
Die Aussage mit der Änderung stimmt so auch nicht. Wenn man 2 Jahre anmeldet und mit 7 Wochen Frist vor Ablauf der zwei Jahre verlĂ€ngert (egal, ob um ein ganzes Jahr oder drei Monate oder 47 Tage oder "wie auch immer"), hat der Arbeitgeber immer noch kein Mitspracherecht und kann da auch nach wie vor nichts verwehren.
Die Elternzeit kann auf bis zu drei Abschnitte aufgeteilt werden - erst beim dritten Abschnitt hat der Arbeitgeber ein Mitspracherecht. Siehe §16 BEEG.

Der Arbeitgeber hat aber immer ein Mitspracherecht beim Antrag auf Teilzeit in Elternzeit. Hier muss der Arbeitgeber aber auch entsprechende Fristen wahren. Faktisch kann der AG sowas aber nur verwehren, wenn "dringende betriebliche GrĂŒnde" dem entgegenstehen oder es sich um einen sehr kleinen Arbeitgeber handelt.

@ TE: die Empfehlung mit den zwei Jahren rĂŒhrt daher, dass man sich mit seiner ersten Anmeldung fĂŒr die ersten zwei Jahre verbindlich entscheidet. Wenn man nur 1 Jahr anmeldet, dann aber doch verlĂ€ngern möchte, ist man eben doch auf den guten Willen des Arbeitgebers angewiesen. Er kann dann grundsĂ€tzlich ablehnen, eben mit Verweis darauf, dass die Erstanmeldung bindend fĂŒr die ersten 2 Jahre ist.

Irgendjemand schrieb hier auch was von 24 Monaten Elterngeld plus. Wenn man 8 Wochen Mutterschaftsgeld bezogen hat und kein Reinrutschen des Mutterschafsgeldbezugs in den 3. Lebensmonat des Kindes fÀllt (passiert dann, wenn das Kind z.B. 10 Tage vor ET kommt), dann bleiben nur noch 10 Monate Basiselterngeld, die in Elterngeld Plus umgewandelt werden können, weshalb man auf maximal 22 Monate Elterngeldbezug kommt. War man vorher nicht beschÀftigt und hat auch keinen Anspruch auf Mutterschaftsgeld, sondern startet quasi ab Geburt mit Elterngeld, dann sind 24 Monate Elterngeld Plus möglich. Alternativ auch, wenn man alleinerziehend ist.

8

Ah, vielen Dank euch beiden fĂŒr eure Antworten! đŸ‘đŸ» Das erhellt mich gerade tatsĂ€chlich und macht wohl Sinn, dass sich in diesem Fall viele Frauen erst einmal fĂŒr 2 Jahre fest entscheiden, wenn einer spĂ€teren VerlĂ€ngerung um 1 Jahr keiner widersprechen kann. Das hatte ich noch nicht so genau irgendwo rausgelesen.

Ich war gedanklich immer bei den scheinbaren Widerspruch hĂ€ngen geblieben: "Elternzeit = 3 Jahre KĂŒndigungsschutz" und viele melden nur 2 Jahre an!?! Wieso? đŸ€”đŸ€”đŸ€”đŸ˜

Komplizierte Sache. Es ist schon schwierig 3 Jahre vorraus zu planen. Wo ist die Glaskugel... 🔼? 😁

weitere Kommentare laden
7

Hey, das dritte Jahr kannst du auch theoretisch noch bis zum vollendeten 8. Lebensjahr nehmen.
Ich wĂŒrde auch erstmal nur zwei Jahre empfehlen und danach ggf. noch was anhĂ€ngen.


LG

9

Ich vermute das liegt daran, weil man sich fĂŒr die ersten 2 Jahre nach der Geburt direkt festlegen muss. Manche verlĂ€ngern dann nochmal um das 3. Jahr die Elternzeit oder sie schieben das 3. Jahr erst einmal und nehmen es wenn das Kind ein bisschen Ă€lter ist (glaube man kann die Elternzeit dann nehmen bis das Kind 8 Jahre alt geworden ist).

11

Das kommt tatsĂ€chlich sehr auf die individuellen VerhĂ€ltnisse und WĂŒnsche an. FĂŒr uns war unbezahlte Elternzeit keine Option. Daher haben wir beschlossen beide Elternzeit zu nehmen, aber nacheinander bzw. abwechselnd. So haben wir 14 Monate bezahlte Elternzeit.

Vorteile fĂŒr uns:
- 14 Monate Betreuung durch Mama und Papa
- Einkommen nur wenig geschmÀlert, keine finanziellen Sorgen

Es kommt darauf an, ob man sich vorstellen kann, so lange zu Hause zu sein (und im Zweifel nur das Kind zu bespaßen). Ich liebe meinen Sohn ĂŒber alles. Aber er hat definitiv davon profitieren dĂŒrfen, dass ich zwischendurch drei Monate gearbeitet habe und ausgeglichener war, weil ich mal wieder was anderes sein durfte als „nur“ Mama.
Es gibt umgekehrt Eltern, die sich gar nicht vorstellen können ein unter 3jÀhriges Kind fremdbetreuen zu lassen.

Dazu kommen die finanziellen Möglichkeiten. Kann man sich unbezahlte Jahre leisten?

Wie sieht es nach der Elternzeit aus? Ich gehe zum Beispiel mit 75% wieder arbeiten. In meinem Beruf bedeutet das, dass ich meinen Sohn um 14 Uhr aus der Betreuung holen kann. Sollte das nicht funktionieren kann ich problemlos wieder Elternzeit einreichen oder auf 50% gehen.

Rechtlich mĂŒssen einige Fragen geklĂ€rt werden. Ist es zum Beispiel leichter eine Elternzeit vorzeitig zu beenden oder zu verlĂ€ngern wenn sich die PlĂ€ne Ă€ndern? Dazu gibt es ausfĂŒhrliche Informationen, BroschĂŒren etc

12

Ich denke das hĂ€ngt sehr von den eigenen Vorstellungen ab. Ich wollte immer unbedingt zu Hause bleiben bis mein Kind die ersten eigenen Schritte gemacht hat. Das war bei meinem 1. Kind mit 14 Monaten der Fall, bei meinem 2. mit 12 Monaten. Danach habe ich den rest der 2jĂ€hrigen Elternzeit dann Teilzeit in der Elternzeit gemacht (30 Stunden; viel Heimarbeit) und anschließend als die Kinder in der Kita waren bin ich wieder Vollzeit arbeiten gegangen. Bei beiden habe ich mir das 3. Elternzeitjahr fĂŒr spĂ€ter "aufgehoben". Wenn meine Große in die Schule kommt werde ich wohl 1 Jahr nehmen und da dann "nur" 50-75% arbeiten und wenn die Kleine in die Schule kommt nochmal das gleiche. Ich möchte gerade im ersten Schuljahr einfach mehr Zeit fĂŒr die Kids haben, bis sie sich so richtig an den neuen Lebensabschnitt gewöhnt haben ;-)

13

Teilzeit in der Elternzeit deshalb ĂŒbrigens, weil ich im Anschluss an dieses Jahr dann wieder Anspruch auf meine Vollzeitstelle habe. Bei "normaler" Teilzeit hat man den nicht. Wenn blöd lĂ€uft und einfach keine "Stellenanteile" mehr ĂŒbrig sind bzw. anderweit vergeben wurden, dann kann einem die VollzeittĂ€tigkeit auch verweigert werden (ist einem Kollegen nĂ€mlich passiert!)

14

Elternzeit und Elterngeld sind nicht notwendigerweise miteinander verbunden.

FĂŒr mich war von vornherein klar, dass ich ein Jahr zuhause bleiben wollte (und Elterngeld beziehen möchte) und dann in Teilzeit wiedereinsteigen möchte. Das habe ich der Firma so mĂŒndlich auch angekĂŒndigt, trotzdem aber auf Rat unserer Personalabteilung 3 Jahre Elternzeit beantragt.
Nach dem einem Jahr bin ich dann auf Teilzeit in Elternzeit wiedereingestiegen.

Das hatte zwei GrĂŒnde:
- in der gesamten Elternzeit bist du gesondert geschĂŒtzt (u.a. KĂŒndigungsschutz)
- der Arbeitgeber muss dir eine Teilzeitstelle gewÀhren (15-30Stunden) wÀhrend der Elternzeit, nach Ablauf der Elternzeit (also wenn das Kind 3 Jahre ist) muss er auch nicht zustimmen wenn du wieder Vollzeit arbeiten möchtest

Daher war das fĂŒr mich die beste Lösung - sowohl beruflich als auch finanziell. Nun bin ich in Elternzeit von Kind 1 mit Kind 2 schwanger geworden - ich werde wieder nach einem Jahr Teilzeit einsteigen aber 3 Jahre Elternzeit anmelden.

Ich denke, dass du dich zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht festlegen wie lange du Elternzeit beantragst. Ich wĂŒrde einfach mitteilen, dass du vor hast 1.5 Jahre zu Hause zu bleiben.