Wie kommt ihr mit dem Einkommensverlust klar?

Mein Partner und ich sind gerade in der Kinderwunschphase, noch bin ich nicht schwanger aber mich beschäftigt schon länger ein Thema. Ich bin 35 und in meinem Umfeld sind viele Mütter mit kleinen Kindern. Viele Freundinnen haben vor der Elternzeit gute Jobs mit guten Gehältern gehabt, nach der Elternzeit sind sie dann oft in Teilzeit wieder eingestiegen mit entsprechendem Einkommensverlust was für viele nicht einfach ist. Wie kommt ihr damit klar? Mir war meine Selbstständigkeit schon immer sehr wichtig, die Vorstellung jetzt plötzlich finanziell abhängig von jemandem zu sein macht mir ein bisschen Angst. Ich war immer sehr sparsam, das meiste meines Gehalts geht gleich aufs Tagesgeldkonto bzw. in meinen Aktiensparplan. Mir geht es weniger darum materiell auf etwas verzichten zu müssen sondern um die langfristigen Auswirkungen auf Rückzahlung, Rente etc. Wie kommt ihr damit klar bzw. wie habt ihr euch damit arrangiert?

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Hallo,

Für mich ist es ganz einfach: ich sehe uns als Familie mit gemeinsamen Einkommen und Ausgaben in allen Lebenslagen.

Unabhängigkeit ist mit Kind in allen Lagen schwierig....

Kinder ändern oft Prioritäten im Leben.

Und man wächst da rein. Ich bin nach 1 Jahr vom 1. Kind 35h, nach Kind 3 dann 24h. Wir haben auch gleich noch die Steuerklassen gewechselt, so dass es noch weniger war...

Lg

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Hallo.

Nun ja...kommt halt drauf an. Teilzeit ist ja nicht gleich Teilzeit.
Ich bin nach dem 2. Kind auf 30 Stunden/Woche runter gegangen und muss sagen, es ist optimal für mich. Der Einkommensverlust ist nicht sooo riesig.

20 oder 25 Stunden wären mir eindeutig zu wenig gewesen.

Wäre eure Kinderbetreuung geregelt?

LG

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Wir wohnen in einer mittleren Kreisstadt, da gibt es Gott sei Dank viele Möglichkeiten der Kinderbetreuung. Ich möchte ein Jahr zu Hause bleiben, danach würden wir beide mit 30h bzw. 35h wieder einsteigen. Bei meinem Arbeitgeber wird inzwischen, Dank Corona, homeoffice ausdrücklich befürwortet. Somit wäre ich auch flexibel was die Arbeitszeiten betrifft

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Na, dass ist doch super. Wenn du beispielsweise mit 35 Std. wieder einsteigst, dann hast du ja eh kaum Verluste.#kratz

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Ich habe auch sehr lange studiert und schon viel gearbeitet bevor ich schwanger wurde. Entsprechend gut habe ich verdient, immer schon mehr als mein Mann. Ich habe dann ein Jahr EZ gemacht in der ich den EG-Höchstsatz bekommen habe. Damit sind wir super zurecht gekommen und es hat uns gezeigt, dass wir finanziell auf jeden Fall ohne Probleme mit weniger zurecht kommen.

Dann habe ich nach einem Jahr TZ in EZ erstmal so viel gearbeitet, dass wir das gleiche Geld haben wie in der EZ. Sprich genau so viele Stunden, dass ich netto so viel raus habe wir EG-Höchstsatz+Kinderbetreuung. Das waren 25 Std.

Mittlerweile habe ich den AG gewechselt und arbeite 30 Stunden. In denen verdiene ich fast so viel wie beim vorherigen AG on Vollzeit. Zudem verdiene ich damit immer noch deutlich mehr als mein Mann. Ich mache mich also von niemandem abhängig und wir können immer noch prima leben.

Mit Abhängigkeit hätte ich tatsächlich ein riesiges Problem. Da waren unsere Fronten aber schon lange vor Hochzeit und Kind klar geregelt.

Wegen der Rente mache ich mir aufgrund meines Gehaltsniveaus und meiner privaten Vorsorge weniger Sorgen. Ich bin allerdings in einem berufsständischen Versorgungswerk, da zählen wiederum Erziehungszeiten nicht als Beitragszeiten.

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Die Erziehungszeiten kannst du dir allerdings bei der DRV anrechnen lassen, sinnvoll spätestens ab dem 2.Kind.

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ja ich weiß, da es bei einem Kind bleibt erreiche ich damit aber vermutlich nicht die Mindestanwartschaft.

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Ach wir haben geplant gemacht und getan...
Mein würde ein bis zwei Jahre zu Hause bleiben.
Dafür hatten wir gemeinsam gespart.

Ein Teil der Kohle ist nun aber für die Kinderwunschklinik draufgegangen 😂🙆🏻‍♀️

Sollte es Klappen, schränken wir uns etwas ein. Sparen weniger und nehmen ggf. Was vom Sparkonto.
Ich zerbreche mir nicht mehr den Kopf darüber.

Alles kam komplett anders als gedacht 🙈🙆🏻‍♀️🤷🏻‍♀️🙃🤪

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Och hatte vor dem 1. Kind einen vergleichsweise mies bezahlten Job. Mit Steuerklassenwechsel, Elterngeld und Kindergeld hatten wir unterm Strich nicht weniger als wenn ich gearbeitet habe (wir haben eine gemeinsame Kasse und differenzieren nicht).
Beim 1. Kind war es ähnlich. Nach abgeschlossener Familienplanung habe ich mir den ersten gut bezahlten Job gesucht.

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Hi,
ich hatte nie eine Kinderwunschphase, ich bekam 2 Kinder, mit 3, 5 Jahren Abstand.

Ich habe schon immer gespart, und viel mehr vom Geld gehabt, als die Arbeitskollegen.

Ich ging so arbeiten, 2008, wie es mit Kindergarten und Betreung klappte. Das 2. Erziehungsjahr konnte ich mir nur leisten, in dem ich an das Sparbuch ging. Beim 2. Kind blieb ich nur 1 Jahr daheim, und ging wieder mit 26 Std.

Um meine Rente mache ich mir gar keine Gedanken. Ich muß jetzt um die Runden kommen. Bis ich in Rente gehen, haben die Politiker schon soviel umgeworfen, das es entweder die Rente ab 75 Jahren gibt, oder oder oder

Es war 12 Jahre sowas von knapp. Erst seit 2, 5 Jahren kann ich wieder was sparen.

Kinder sind Geld-Vernichtungs-Maschinen. Irgendwo muß sich eingeschränkt werden.

Überlegts euch viellicht nochmal, weil darum habe ich mir überhaupt keine Gedanken gemacht, nur wie wir das "Jetzt" bestreiten können.

Bis zur Rente, sind die Kids schon mindestens 15 Jahre für sich selbst verantwortlich.

Gruß

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Hi,

ich habe keinen Einkommensverlust - es ist ja nicht zwangsläufig so, das ein Elternteil (egal ob Mutter oder Vater) in Teilzeit gehen muss, wenn ein Kind da ist.
Die Elternzeit haben mein Mann und ich uns geteilt, ich war die erste Hälfte zu Hause, er die Zweite.
Wir arbeiteten beide danach wieder Vollzeit. Allerdings haben wir "nur" ein Kind - ob das mit zweien auch klappen würde, weiß ich nicht.
Die Betreuungszeiten im Kindergarten passen so zu unseren Arbeitszeiten, das einer von uns das Kind immer bringt und der andere es abholt. Für uns super so.
Auch jetzt bald mit der Schule werden wir es so handhaben können.
Und wie ja schon geschrieben wurde: Teilzeit ist nicht gleich Teilzeit! 20 Stunden pro Woche machen natürlich im Vergleich zu 40 Stunden finanziell einen großen Unterschied. Aber 35 oder 32 kaum.

LG
N.

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"Wie kommt ihr damit klar bzw. wie habt ihr euch damit arrangiert?"

Gar nicht. Ich werde Vollzeit wieder einsteigen.
Deutschland hat die größte Teilzeitquote in der westlichen Welt bei den Frauen. Das ist in Westdeutschland historisch nach dem 2. WK so gewachsen. Ich als gebürtige Ostdeutsche kenne es gar nicht anders, als dass man Vollzeit arbeiten geht, auch mit Kindern. Auch in allen anderen Ländern um uns herum ist das westdeutsche Modell unüblich.

Jeder kann für sich entscheiden, wie er es handhaben möchte. Meiner Tochter geht es gut, mir geht es gut und in der Rente erwartet mich ein schönes Sümmchen, sosass ich nicht zur Tafel gehen muss.