Kurz vorm Abi ungewollt schwanger

Guten Morgen zusammen,
meine Cousine und ihr Freund (beide 18) sind kurz vorm Abi und haben die (mittlerweile) erfreuliche Nachricht erhalten, dass sie trotz Kupferspirale schwanger sind.
Natürlich war es erstmal für alle ein großer Schock.
Die Kupferspirale saß perfekt. In den ersten Wochen mussten sie sogar ins Krankenhaus um sie sich ziehen zu lassen, da sie sonst eine Risiko Schwangerschaft hätte.
Mittlerweile haben sie sich an den Gedanken gewöhnt, dass sie Eltern werden.
Beide wohnen noch zu Hause bei ihren Eltern.
Natürlich stellen sie sich nun die Frage, wie sie das alles finanziell schaffen können.
Ihr Freund kann natürlich sein Abi machen. Sie allerdings aufgrund von Corona nicht.
Ihre Frauenärztin hat ihr nun den Rat gegeben sich mal bei ProFamilia zu melden...
Wie sieht es generell aus? Welche Ansprüche hat sie denn?
Elterngeld? Arbeitslosengeld?
Wie läuft das ab wo muss sie sich melden?
Hat vielleicht jemand von euch Erfahrung damit?

Vielen Dank im Voraus!

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Sie soll sich wirklich von ProFamilia beraten lassen. In ihrem Fall ist das nämlich ein wenig kompliziert, weil sie diverse Unterhaltsansprüche hat. Z.B. gegenüber dem Kindsvater und gegenüber ihren Eltern. Auf ALG1 wird sie keinen Anspruch haben - da braucht es Anwartschaftszeiten. Auf ALG2 hat Deine Cousine prinzipiell auch keinen Anspruch (sofern die Eltern kein ALG2 beziehen) weil jünger als 25. Ob das Baby daran etwas ändert, weiss ich nicht.
Elterngeld wird sie vermutlich nur den Basis-Satz von 300€ bekommen und natürlich Kindergeld.

Was ich aber nicht verstehe ist das mit dem Abitur. Da die Abiturprüfungen gerade gelaufen sind, gehe ich davon aus, dass Deine Cousine nächstes Jahr Abitur macht. Vielleicht sollte sie lieber mit der Schule bezüglich einer Pausierung reden, statt ganz auf's Abi zu verzichten. Das wäre nämlich wirklich dämlich, so kurz vor dem Ziel.

Grüsse
BiDi

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Natürlich kann sie ihr Abi machen.

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In erster Linie sind die Eltern von beiden für den Unterhalt zuständig. Beide sind noch minderjährig, somit sind die Eltern für den Unterhalt zuständig.
Arbeitslosengeld I geht natürlich nicht, sie haben ja auch noch nie eingezahlt.
Evtl käme Alg II in Frage. Kommt dann auf ihr Vermögen.

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ALG2 könnten die beiden bekommen und man kann auch so noch nebenbei arbeiten gehen.

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Zusätzlich zu dem, was schon geschrieben wurde, sollte sie sich mit der Schule in Verbindung setzen. Es kann gut sein, dass da trotz Covid etwas möglich gemacht wird.
Ich weiß von einer jungen Frau, die vor der Pandemie in einer ähnlichen Situation war und weil ihr errechneter Geburtstermin genau zur Abizeit lag, hat die Schulleitung ihre mündliche Prüfung vorgezogen, damit sie das Abi fertig hat, bevor das Kind kommt.