Steuernachzahlung bei 3/5 mit Elterngeld - welchen Rechner empfehlt ihr?

Liebe Mädels,

ich bin aktuell am Überlegen, ob ich zum Beginn der Elternzeit in Steuerklasse 5 wechsele, damit mein Mann mit Steuerklasse 3 netto mehr hat und somit wir als Familie mehr haben. Aktuell haben wir 4/4 (ähnliches Gehalt).

Nun habe ich des Öfteren gehört, dass das sehr gefährlich sein kann bzgl. möglichen Steuernachzahlungen.

Mein Lohnsteuerverein sagt zu mir, dass das eine Beratung für einen Steuerberater wäre...:-( Wobei mir eigentlich gesagt wurde, dass genau der Lohnsteuerverein dafür da wäre. Nun gut.

-> Könnt ihr mir eine Vorgehensweise sowie Online-Rechner empfehlen, mit denen ich das mal ausrechnen kann?

Was genau benötige ich alles dafür, reicht das Jahresbruttoeinkommen meines Mannes? Er hat keine Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit.

Ich plane ca. 9-12 Monate Basiselterngeld zu beziehen und ggf. danach einige Monate Basisgeldplus und nebenbei Teilzeit zu arbeiten (wenn es mit dem Baby klappt). Bisher habe ich aufgrund von haushaltsnahen Dienstleistungen immer so ca. 1.500 € an Steuerrückzahlung erhalten. Ich werde wohl für 2023 auch wieder ca. 3.000 € an haushaltsnahen Dienstleistungen absetzen können.

Mein Elterngeld wird 1.800 € monatlich betragen, mein ET ist aber erst Ende August 2023, somit habe ich für 2023 auch noch normale Lohneinnahmen, da ich bis zum Mutterschutz arbeiten möchte (ca. 30.000 € Bruttoeinnahmen durch Lohn). Mein regulärer monatlicher Bruttolohn liegt bei ca. 5.000 € Brutto.

Über Tipps und Empfehlungen freue ich mich!

Danke und LG,
Cami

Bearbeitet von Cami85
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Ich erstelle unsere Steuererklärung mit Elster. Darüber kannst du auch eine Proberechnung erstellen, bevor du die Steuererklärung abgibst.

Wiso und alle andere gängige Software dürfte eine ähnliche Vorabberechnung haben.

Einen anderen Rechner kenne ich nicht. Es sind aber auch zu viele Detailangaben notwendig, als dass man den Steuerabzug pauschal für alle Fälle mit einem nicht individualisierten Rechner ausrechnen kann, gerade wenn du noch zusätzliche Posten wie Haushaltsnahe DL o.ä. hast.

Ich würde daher eine normale Steuersoftware nutzen. Elster ist nicht an allen Punkten einfach zu verstehen, kostet aber nichts. Klassiker unter den kostenpflichtigen Programmen ist Wiso. Dort soll man gut durchgeführt werden.

Wenn du in den Programmen deine Daten eingibst, kannst du auch gleich die Steuererklärung damit machen. Ist dein Mann selbständig? Dann ist der Lohnsteuerhilfeverein für eure Steuererklärung nicht zuständig, denn die erstellen sie nur für Arbeitnehmer und somit auch nur die Lohnsteuer und keine anderen Steuerarten.

Bearbeitet von Anna5678
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Im Internet gibt es einen Rechner mit dem man sich die Steuern mit Lohnersatzleistungen wie Elterngeld ausrechnen kann. Wichtig ist, dass du mit Steuerklassenwechsel nie mehr Geld bekommst, du zahlst immer die gleichen Steuern, du hast eben am Ende des Jahres eine Steuernachzahlung oder -rückzahlung. Was ich dir aber empfehlen kann ist, dass du mindestens 3 Monate vor Beginn des Mutterschutz in Steuerklasse 3 wechselst um dein Netto zu erhöhen. Damit erhöhst du die Berechnungsgrundlage des Mutterschaftsgelds. Hat bei mir mehrere tausend Euro ausgemacht und ist vorallem praktisch wenn man schon den Höchstbetrag an Elterngeld bekommt und das nicht mehr beeinflussen kann.

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Musstest du den nachzahlen?

Wenn ich mehr Mutterschaftsgeld kriege, wird mein Mann netto weniger haben. Wir packen eh alles mehr oder weniger zusammen.

Mutterschaftsgeld unterliegt ja auch dem Progressionsvorbehalt, somit hätte ich zwar mehr netto aber ggf. höhere Nachzahlungen.

Hast du einen Rechner den du empfiehlst? Und muss ich dann das gesamte Einkommen eintragen, also mein Mann und ich?

Wie hoch das zu versteuerte Einkommen ist, weiß ich nicht. Ich dachte immer, es wäre das Bruttogehalt aber da wurde ich eines besseren belehrt.

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Da ich nur 3 Monate vor Beginn des Mutterschutz in die 3 bin war die Zeit relativ kurz. Nach Beginn des Mutterschutz sind wir beide sofort wieder in die 4. Mein Mutterschaftsgeld wurde dann ja nicht mehr versteuert und mein Mann hat sein vorheriges Netto wieder bekommen. Nachzahlen mussten wir deswegen nichts. Ja, das Mutterschaftsgeld unterliegt dem Progressionsvorbehalt aber du bekommst mit diesem Trick auf jeden Fall am Ende mehr Geld raus als ohne. Während du Entgeltersatzleistungen wie Elterngeld oder Mutterschaftsgeld beziehst macht es laut meiner Steuerberaterin Sinn wenn beide in die 4 gehen um Nachzahlungen zu vermeiden. Eventuell ist es sogar besser sich getrennt zu veranlagen. Ich hab damals "Elterngeld Lohnersatzleistungen" gegoogelt und den Rechner genommen der mir vorgeschlagen wurde.

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Am einfachsten ist Elster. Dort kannst du das grob simulieren.
Bitte vergiss bei deiner Kalkulation nicht, dass du dann auch zusätzlich ein Kind hast. Du bekommst zwar Kindergeld, aber wahrscheinlich ist der Freibetrag für dich günstiger, oder? Das macht sich steuerlich also schon positiv bemerkbar.
Ansonsten kann man durchaus auch für ein Baby Kosten steuerlich absetzen.

Es zählen nicht Einkünfte nur nichtselbstständige Arbeit, sondern alle Einkünfte. Und ja, in deinem Fall ist tatsächlich der Steuerberater zuständig. Denn wie du andeutest, habt ihr sehr wohl andere Einkünfte. Schau mal hier:
https://www.steuerverbund.de/mitgliedschaft/wer-darf-beraten-werden

Wir mussten in der Kombi 3/5 nix zurückzahlen.

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Weder mein Mann noch ich haben Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit, somit müsste der Lohnsteuerverein doch eigentlich der richtige AP sein?

Ich dachte das Kindergeld macht mehr Sinn als der Freibetrag? Wie kann ich das den rausfinden, was sinnvoller wäre?

Boah, bin durcheinander 😩

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Du beantragst das Kindergeld, weil du dem Finanzamt natürlich keinen zinslosen Kredit gewährst.
Das Finanzamt überprüft automatisch am Jahresende im Rahmen der Günstigerprüfung bei der Einkommensteuererklärung, was für euch finanziell besser ist. Im optimalen Fall bekommt ihr also noch mehr Geld. Weniger als das Kindergeld geht nicht.
Du findest im Internet die Schwelle, wieviel man an Brutto haben muss, damit man den Freibetrag erhält. Das ist erschreckend niedrig. Gerade weil es sich dabei um ein Familienjahreseinkommen handelt.

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Hi,
wir haben Steuerklassen 4/4 und haben das auch nicht vor oder während der Elternzeit geändert (ich war 6 Monate in EZ, mein Mann 8 Monate). Dabei verdiene ich deutlich besser und habe auch die maximale Summe an Elterngeld von 1800 Euro bekommen.
Wir mussten nichts nachzahlen sondern haben wie üblich eine Rückzahlung bekommen (deutlich niedriger als sonst, klar).
Ich würde auch empfehlen, beide Varianten in Elster o.ä. vorher durchzurechnen. Wenn man das eh nutzt, ist es ja kinderleicht, dort einfach die Zahlen mal auszutauschen.
Wenn der Lohnsteuerverein dazu nichts sagen kann - -sorry, aber wofür ist der denn dann gut?
LG
N.

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"Wenn der Lohnsteuerverein dazu nichts sagen kann - -sorry, aber wofür ist der denn dann gut?"

Vermutlich wird die TE dort, genau wie hier, die Begriffe vertauscht haben, sodass der Verein davon ausgegangen ist, der Mann der TE ist selbständig.

PS: Wir blieben in 4/4 und unsere Rückzahlung war mehr als 2 1/2 mal so hoch wie sonst.

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Nein, das habe ich schon kommuniziert...der Verein meinte, sowas Komplexes müsste ein Steuerberater machen.

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Das Finanzamt muss dich kostenfrei beraten zum Thema.

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Wenn man in Berlin im Finanzamt anruft, wird man schnell nach einer allgemeinen Aussage abgewimmelt 🤷🏻‍♀️

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Ja, okay, beraten gehört aber eigentlich zu deren Aufgaben.

Hier auf'm Dorf ist das auch so.

War nur eine Idee.....

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Wir hatten 3/5 im EG Bezug und haben nichts nachgezahlt. Wir haben sogar Geld wiederbekommen.

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Hattet ihr viel zum Absetzen? Darf ich fragen, ob du viel Elterngeld bekommen hast? Du hattest dann bestimmt SK 5, oder? So dass dein Mann netto mehr hat (in SK 3)?

Ich habe halt den Höchstsatz von 1.800 € Elterngeld und scheinbar, rächt sich das dann später mit einer Nachzahlung...

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Hallo

Ich hatte 980 Euro EG, mein Mann 4800 Netto. Ja, konnten einiges absetzen.
Ich hatte 5.