Arbeitsleistung während der Schwangerschaft

Hallo ihr Lieben!

Ich bin jetzt in der 39 ssw und nehme immer noch Medikamente gegen Übelkeit. An meinem letzten Arbeitstag vorm Mutterschutz hat mir mein Arbeitgeber mitgeteilt, dass mein Vertrag doch nicht entfristet wird, weil ich so schlecht gearbeitet habe und nicht motiviert bin. Ich war total überrascht, da keiner mir davor was gesagt hatte und ich offen über meine Übelkeit (trotz Medikamente häufiges Übergeben) gesprochen hatte. Hatte hier jemand auch anhaltende Übelkeit und gab es Konsequenzen auf der Arbeit?

LG,

VB

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Der wollte dich los werden, das hatte nichts mit deiner Arbeitsleistung zu tun. Wir leben immer noch in einer Gesellschaft, wo Frauen mit Kindern man nicht in den Firmen haben möchte, wegen Ausfall wegen Krankheit und weil du nicht mehr Vollzeit danach arbeiten willst nach denen, egal wie deine Pläne sind.
Er kann ja auch nur befristet jemand neuen für dich einstellen, weil er deine Stelle frei halten muss bis du aus der Elternzeit wieder kommst. Du hast alles richtig gemacht dich an den Betriebsrat zu wenden und das es geklappt hat. Mach dir wirklich keinen Kopf, dein Chef ist ein idiot, der immer noch in veralteten Bildern fest hängt.

Bearbeitet von Pinguinbaby89
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Huhu, natürlich muss dein AG einen Vertrag nicht entfristen /verlängern bei einer Schwangerschaft. Aaaaaaber mit der Aussage begibt er sich schon auf dünnes Eis, denn du kannst ja nicht für deine schwangschaftsbedingte Übelkeit.

Hast du einen Betriebsrat? Den würde ich schnell ins Boot holen!

Bei uns in der Pflege gibt's ja meist ein BV, aber niemand würde auf die Idee kommen eine Fachkraft nicht zu entfristen auf Grund einer Schwangerschaft.

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Ich war beim Betriebsrat und auch bei der Arbeiterkammer - wir haben zusammen eine Klage eingereicht und mein Arbeitgeber hat mich jetzt doch entfristet. Ich habe nur manchmal Selbstzweifel in wie weit meine Übelkeit als „Ausrede“ gilt, da mein MitArbeitergespräch wirklich katastrophal war. Anderseits war das Feedback vor der Schwangerschaft gut.

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Ich sehe das nicht als Ausrede. Übelkeit und Erbrechen sind mein persönlicher Endgegner und ich bin so froh, dass ich bisher in keiner Schwangerschaft über leichte Übelkeit hinaus gekommen bin.

Daher tun mir Frauen so unendlich leid, die nicht "nur ein paar Wochen" leiden, sondern dauerhaft.

Zeig ihm einfach nach der EZ, dass er sich geirrt hat in dir und deine Leistung toll ist!

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Habe auch die cariban im Kreissaal abgesetzt ...3x 😅

Ich hatte das Glück,immer sofort im BV zu sein

Ich würde da definitiv nochmal das Gespräch suchen

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Ja, ich hab halt Mega Druck gemacht und wurde jetzt in der 38 ssw doch entfristet. Sie meinten aber immer noch ich sei demotiviert gewesen und nicht engagiert und das liege nicht an meiner Schwangerschaft. Ich finde es schon krass solche Äußerungen zu treffen ohne überhaupt zu wissen, wie es ist sich sechs Monate lang zu übergeben. Ging das Absetzen im Kreißsaal problemlos? War die Übelkeit danach sofort weg?

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Ja tatsächlich 😅

Kind raus,übelkeit weg

Bin jetzt auf gleich .


Zum Thema:
Ich würd mir jetzt erstmal nicht so n Kopf machen...bist ja bald eh erstmal in EZ und dann geht weiter.

Und wenn die immernoch doof sind, dann muss man halt weiter schauen 😅
Wenn verstehst was ich meine 😊

Bearbeitet von 3Kids87
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Hi.
hast du auch vor der SS da gearbeitet, sodass sie deine Arbeitsleistung vor der SS kennen?
ich weiß nicht, ob es Unterschied gemacht hat, dass mein Vertrag unbefristet ist... Durch Abteilung- und Standortwechsel habe ich für meinen (neuen) Chef und den (neuen) Bereichsleiter nur ca. 10 Monate gearbeitet bevor ich schwanger wurde, aber sie haben mich immer toll unterstützt und mir immer wieder gesagt, das wichtigste seien die Kinder (Zwillinge) und ich.
Ich nehme leider auch immer noch Medikamente gegen Übelkeit, bin in der 35.ssw.
Bereits am Anfang der SS hat mein Chef eine Liege für mich bestellt und mir gesagt, ich soll so oft Pause machen, wie ich brauche. Für meine Kollegen war es auch kein Problem, sie haben immer wieder gefragt, wie sie helfen können.

Konsequenzen gab es nicht... mein Bereichsleiter meinte sogar, ich soll mich ohne schlechtes Gewissen sofort krankschreiben lassen, wenn es mir nicht gut geht: Menschen gehen immer vor Arbeit.

Bedeutet denn, dass du nach der Elternzeit mit einem befristeten Vertrag wieder einsteigen kannst, oder musst du dir dann was neues suchen?


LG

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Ich hab im April angefangen, Ende Juni fing die Übelkeit an. Also drei Monate haben sie normale Leistung bei mir gesehen und waren zufrieden. Jetzt hieß es aber „ja das war der Anfang, das reicht nicht um zu wissen, wie du arbeitest“.

Ich wurde entfristet nachdem sich die Arbeiterkammer für mich eingesetzt hat - ich kann also in meinen alten Job zurück. Wahrscheinlich aber in eine neue Abteilung, da mein Vorgesetzter meinte, dass ich nicht mal einfache Aufgaben erledigen kann und ich sie nie lernen werde. Ich finde diese Aussage wirklich brutal. Ich habe einen Doktortitel und zwei Master, das hört sich aber so an als ob ich nicht mal 1+1 addieren könnte.

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Vierlleicht hat dein Chef seine Aussge ja auch nicht auf deine SS bezogen.
Wie dem auch sei. Er ist so und so nicht verpflichtet, deinen Vertrag zu entfristen. Er hätte es auch einfach unbegründet so stehen lassen können oder dir irgendwas vorlügen können.

Du findest sicher nach der EZ was Neues.

LG

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Naja, in Österreich ist es so, dass es illegal ist jemanden aufgrund einer Schwangerschaft nicht zu entfristen. Daher hatte ich ja auch gute Chancen vor Gericht und sie haben mich letztendlich doch entfristet, weil es ihnen zu riskant war.

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Achso, du bist nun entfristet?
Na, dann ist doch alles paletti. Um was geht es dir dann jetzt?

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Du bist leider nicht die einzige, der es so geht. Ich hatte zwar einen unbefristeten Arbeitsvertrag, also dahingehend nichts zu befürchten, aber trotzdem gab es zum Ende meiner 1. SS hin einen großen Streit mit meinem Chef. "Schwangerschaft ist keine Krankheit". Das war der zweite Satz nachdem er mir nach meiner Mitteilung über die SS gratuliert hat und so war offenbar auch seine Erwartungshaltung.
Er warf mir zum Schluss vor, nicht genug Leistung zu bringen. Was er nicht sehen wollte war, dass ich schon lange Zeit zuvor zu wenig Arbeit hatte (und dies einer der Hauptgründe für meine spätere Kündigung war) und dass ich mich trotz Schwangerschaftsbeschwerden jeden Morgen zur Arbeit schleppte. Ich hatte keine andauernde Übelkeit, aber sonst eine volle Palette an Beschwerden. Es gab mehrere Male, wo ich mit starken Bauchschmerzen am Nachmittag nach Hause bin, mich ins Bett gelegt habe und der Abend für mich gelaufen war. Am nächsten Tag bin ich wieder brav mit Schienenersatzverkehr und vollen Bussen zur Arbeit gedackelt, um meinen Pflichten nachzukommen. Kopfschmerzen, Kreislaufbeschwerden, sehr hoher Puls, starke Wassereinlagerungen und dicke Beine sind die anderen Beschwerden, mit denen ich 9 Monate lang zu tun hatte. Nicht lebensbedrohlich, aber auch nicht so, dass man arbeiten könnte, als wäre nichts.

Wie gesagt, wir hatten am Ende deswegen einen großen Streit und ich habe meinen Resturlaub noch genommen, den ich eigentlich für die Zeit nach der EZ eingeplant hatte.
Ich bin dann zwar später für kurze Zeit zurück, aber da er sich noch was anderes geleistet hatte, war ich innerlich schon auf dem Ansprung. 6 Monate nach Rückkehr aus der EZ startete ich bei einem neuen Arbeitgeber und habe es keine Sekunde bereut.

Meine 2. SS war übrigens bis zum 8. Monat völlig unkompliziert. Es ist also nicht so, dass ich zu weinerlich wäre.

Wie ich im Nachtrag von dir gelesen habe, wurde dein Vertrag jetzt doch verlängert. Gut, dass du dich gewehrt hast. Schau dir nach der EZ an, wie dein Chef tickt. Wenn er dich auf dem Kieker hat, wechsel den Arbeitgeber. Andere haben mehr Verständnis.

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Danke, dass du deine Erfahrung mit mir geteilt hast. Ich glaube, viele können sich gar nicht vorstellen, wie anstrengend es sein kann schwanger zu sein. Ich habe das früher auch nie so richtig nachvollziehen können. Was hat dein Chef von dir erwartet? Dass du so fit bist wie vor der Schwangerschaft? Bei mir hieß es, "ja wir haben deine Schwangerschaft berücksichtigt, aber deine mangelnde Motivation und dein mangelndes Commitment hat nichts mit der Schwangerschaft zu tun". Ich sehe das genau umgekehrt, ich bin immer noch arbeiten gegangen weil ich motiviert und committed war ;)

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Ja, man hat sich über meine Schwangerschaft gefreut. Sie sollte aber bitte keine Auswirkungen auf meine Arbeitsleistung haben.
Das hätte ich mir ja auch gewünscht, aber ob ich Kreislaufprobleme habe, weil ich krank bin oder ob ich Kreislaufprobleme habe, weil ich schwanger bin, hat für mich in dem Moment keinen Unterschied gemacht. In beiden Fällen wäre das Ergebnis gleich. Mir ging es nicht gut und klar, leidet dann die Arbeitleistung.
Wie du habe ich mich aber nicht auf die faule Haut gelegt, sondern im Rahmen meiner Möglichkeiten weiter gearbeitet. Mein Chef hat nicht gesehen, wie ich jeden Morgen im Bus saß (oftmals rückwärts, weil nichts anderes frei war) und mich auf meine Atmung konzentriert habe, um nicht zu brechen. Er hat nicht gesehen, wie ich beim Umstieg zur U-Bahn die Beine zusammengepresst habe, weil ich trotz Nicht-Trinkens wahnsinnig dringend auf Toilette gemusst hätte, aber noch 30 Minuten durchhalten musste. Er hat nicht gesehen, dass meine erste Amtshandlung zur Toilette führte, wo ich würgend über der Kloschüssel hing, oder meine schmerzenden dicken Beine am Abend, weil ich sie am Tag nicht hochlegen konnte.
Was er gesehen hat war, Frau X hat in der Zeiterfassung schon wieder nur so und so viel Stunden eingetragen, die man dem Kunden gegenüber abrechnen kann. Das war das, was ihn interessiert hat.

Ich will gar nicht jammern. Bei mir ist es lange genug her und die Kinderplanung durch. Ich will nur sagen, ich verstehe dich und ich verstehe auch, dass jede andere Schwangere nicht nur lächelnd ihren Bauch streichelt, wie die Werbung uns das suggerieren möchte. Ich habe derzeit keine schwangere Kollegin. Sollte es irgendwann wieder soweit sein, werde ich ihr gegenüber Rücksicht und Verständnis zeigen, auch wenn sie mal ausfällt oder nicht so leistungsfähig ist. Nur weil man nicht jedem erzählt, wie es einem geht, heißt es nämlich nicht, dass alles super ist.

Dir alles Gute für den Rest der Schwangerschaft 🍀