Kleinkind

  • 17.06.17 - 16:33
    kufe4 (1)

    Eigentlich sollte ich drüber stehen.....

    Hallo ihr Lieben,

    ich bin hier oft stille Mitleserin, aber heute bräuchte ich einmal euren Rat. Es geht um folgendes. Mein Mann und ich haben einen 18 monate alten Sohn. Mein Mann arbeitet auswärts und ist daher nur am Wochenende da. Anfangs hatte er viel Angst, dass der Kleine ihn vielleicht "vergißt", weil er eben nur am Wochenende und Urlaub da ist. Dem ist natürlich nicht so, im Gegenteil. Der Kleine hängt sehr an seinem Papa. Allerdings habe ich manchmal das Gefühl, dass ich vielleicht von Anfang an den Fehler gemacht habe, ihm immer alle schönen Sachen zu überlassen (weil ja nur am We da) und das zu übernehmen, was der Kleine eben nicht mag. Zähneputzen, Fingernägel schneiden... Natürlich bleibt auch der ganze Haushalt an mir hängen. Davon hielt mein Mann eh noch nie viel und bevor ich mich darüber dauernd streite, mache ich es eben selber. Nur langsam habe ich das Gefühl, dass der Kleine hier ein völlig falsches Bild geliefert kriegt. Ungefähr so: wenn der Papa da ist, spielt er immer mit mir, verbietet nix, erlaubt dagegen alles. Das finde ich nicht gut, da mein Mann sich auch nicht an die gemeinsam abgesprochenen "Verbote" hält. Und der Kleine hat jetzt gerade sein erste Trotzphase und ich finde es schon wichtig, ihn auch mal bocken zu lassen und nicht immer nachzugeben. Dadurch fühle ich mich so langsam immer mehr in die Rolle der "Bösen" gedrängt, die dann eben doch auch "nein" sagt und die überdies eben nicht immer Zeit hat, weil ja der ganze Haushalt an mir hängen bleibt. Momentan verbringe ich das We gefühlt nur mit Kochen, Waschen, Putzen und den beiden hinterher räumen. Wäre ja alles halb so schlimm, aber wenn der Kleine mir dann zu verstehen gibt, dass er lieber zu Papa auf den Arm will und brüllt, wenn ich ihn hochheben möchte, dann versuche ich mir zwar zu sagen, dass ich da drüber stehen muss, aber tief drinnen tut es unheimlich weh und es macht mir auch Angst, wenn er dann irgendwann richtig sprechen kann und neben Gesten vielleicht auch noch Worte wie "mein du nicht, Papa soll" dazu kommen. Ich weiss, das ist vielleicht alles albern und ich habe mich daher noch nicht getraut mit jemand drüber zu sprechen, aber vielleicht kennt jemand von euch diese Situation und kann mir einen Ratschlag geben oder eben den Kopf ordentlich zurecht rücken. Ich muss noch dazu sagen, dass wir unseren Sohn einer ICSI verdanken und gerne ein Geschwisterchen hätten. Wir hatten zwei Kryo´s, aus denen ich auch schwanger wurde, leider beides FG´s. Momentan sind mitten im ersten Vollversuch fürs Geschwisterchen und die Hormonspritzerei trägt sicher auch nochmal zu meiner Empfindlichkeit bei.

    Entschuldigt, dass es so lang geworden ist und liebe Grüße

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    • Huhu,
      Ich kann nicht aus Erfahrung sprechen. Aber ich verstehe was du meinst. Ich kann mir vorstellen, dass das anstrengend und belastend ist. Dein Mann/ der Papa ist quasi nur für den Spaß da und du musst "alles" machen. Eins kann ich dir aber versichern, wenn es drauf ankommt bist du die Nr. 1. Im übrigen sollte dein Mann sich schon an Absprachen halten, also z.B. das Kind auch mal bocken lassen und nicht nur ja und Amen sagen.

      Auch wenn du Zuhause bist, finde ich es blöde, wenn nur du den Haushalt machen musst. Als wir noch kein Kind hatten und ich auswärts studiert habe, bin ich auch nur am Wochenende heim gekommen und habe meine eigene dreckwäsche gemacht. Die Wäsche der Woche von meinem Freund/ jetzt Mann hat er entweder selbst gemacht oder seiner Mutter gebracht :-p
      Du bist die Woche über ja quasi Alleinerziehende, da sollte er am Wochenende schon sein Teil dazu beitragen und wenn es halt eben nur seine Wäsche ist, die selbst man(n) auch abends erledigen kann ;-)
      Wird sich an eurer Situation was ändern, wenn (hoffentlich; Daumen drück) das 2. Kind im Anmarsch ist?

      17.06.17 - 17:33

      hmm sicherlich schwierig. Ein stückweit wird es immer so sein, dass wenn Dein Mann nur am Wochenende da ist, Dein Kind und er vor allem die schönen Momente teilen. Aber es kann nicht sein, dass er sich über vorher vereinbarte Regeln hinwegsetzt (er kann ja mit dir diskutieren, dass er die sinnlos findet, etc. aber wenn es ausgemacht ist gilt es). Ganz generell muss Mama und Papa aber nicht immer alles gleich machen. Mein Mann und ich bringen die Kinder komplett unterschiedlich ins Bett. Es funktioniert im Grunde genommen beides. Beim Großen schon immer problemlos, die Kleine ist gerade sehr Mama fixiert, sie geht eh nur mit Papa ins Bett, wenn ich nicht da bin ...

      Ansonsten hör auf alles zu machen. Dann bleibt halt mal was liegen. Aber ich würde meinem Mann nicht alles hinterher räumen. Sicherlich würde ich in einer solchen Konstellation versuchen, so viel wie möglich aus den Wochenenden rauszuhalten. Aber gerade was am Wochenende anfällt wird zusammen gemacht. Da hilft aber nur, wenn Du Dich dazu äußerst was Du gerne hättest.

      Werdet ihr langfristig eine Wochenendbeziehung haben?

      17.06.17 - 17:53

      Hallo:-) also bei uns ist die Situation eigentlich identisch. Mein Mann ist seid unsere Tochter 1 1/2 ist nur am Wochenende hier. Das ganze 18 Monate lang. Mittlerweile ist die kleine fast 2 1/2. Ich finde es ist ganz normal das die kleinen Mäuse sich auf den Papa stürzen wenn er dann mal zuhause sind. Ist bei uns genauso. Am Wochenende darf ich auch oft nicht die Windel wechseln, sondern es soll der Papa machen und in der Woche ist hier natürlich auch nicht die volle Bespassung angesagt, weil ich natürlich auch noch den Alltag nebenbei laufen habe. Am Anfang habe ich mich auch manchmal so gefühlt wie du und fühlte mich ein bisschen weggestoßen an den Wochenenden aber mittlerweile garnicht mehr. Ich verstehe dass meine Tochter die Zeit mit Papa voll ausnutzen möchte aber darum hat sie mich nicht weniger lieb als ihren Papa. Mein Mann macht am Wochenende aber auch mal Hausarbeit weil ich mir dann auch gerne mal ein wenig Zeit für mich gönne. Wenn mein Mann länger hier ist relativiert sich das ganze bei unserer Tochter auch. Aktuell hat sie auch eine Phase in der ich viel machen soll am Wochenende obwohl der Papa da ist. Bei uns ist jetzt langsam auch das Ende der Zeit in Sicht, weiß nicht wie es bei Euch aussieht. Ich denke du musst dir nicht zu viel Gedanken machen. Dein Kind hat dich genauso gerne und wird dich nicht als den "bösen" Teil wahrnehmen.

      Liebe Grüße


    • Hallo,

      ich bin während der Woche auch alleine mit unseren 2 Kids und noch dazu schwanger in der 35. SSW.
      Bei uns übernimmt die unangenehmen Dinge wie Nagelpflege, Haareschneiden und am WE auch das Zähneputzen der Papa :-). Dafür lässt sich Zwerg (21 Monate) nur von mir ins Bett bringen - Papa hin oder her.
      Und natürlich bespaßt mein Mann unsere Kids die ganze Zeit. Und ich? Ich freue mich darüber:-)).....1. ich kann mit den Beiden im hochschwangeren Zustand nicht mehr so toben, wie ich gerne möchte, 2. bin ich so die Kids auch mal los (ganz ehrlich gesagt;-)) und 3. finde ich so auch mal Zeit für mich und mein Mann genießt die Zeit mit unseren Kindern.
      Natürlich packt mein Mann auch im HH mit an, aber HH hat am WE niedrigste Priorität bei uns :-). Lass doch auch mal was liegen und genießt euere Zeit als Familie :-).
      Der HH läuft nicht weg und ich habe während der Woche genug Zeit (bin noch in EZ bzw. seit heute im Mutterschutz). Würde ich arbeiten, hätten wir wieder eine Perle? Wäre das eine Option für euch?

      Wünsche euch alles Gute!

    • 17.06.17 - 20:30

      Du darfst das wirklich nicht persönlich nehmen. Du bist seine Mama, verbringst die meiste Zeit mit ihm und wirst daher wenn es hart auf hart kommt, immer an erster Stelle stehen.

      Diese "nein, nicht du, sondern Mama/Papa/Oma/Opa" haben die Kleinen phasenweise immer wieder mal. Das hat nichts damit zu tun, dass er den Papa lieber mag als dich. Wenn er sowas sagt, dann wohl eher, weil er weiß, dass er mit manchen Sachen beim Papa durchkommt und bei dir nicht. Kinder haben einen nicht weniger lieb, nur weil man Regeln aufstellt oder auch mal "nein" sagt.

      Alles Gute & mach weiter so!

      18.06.17 - 14:00

      Hallo, ich bin in einer etwas anderen Situation, kann aber genau nachempfinden, wie du dich fühlst.

      Ich

      • Sorry, zu früh abgeschickt.

        Ich bin seit Anfang des Jahres allein erziehend und meine Tochter sieht ihren Papa 2x pro Woche für jeweils 4 Stunden. Klar, in dieser kurzen Zeit werden nur "schöne" Dinge erledigt und sie genießt ungeteilte Aufmerksamkeit, während ich mich im Alltag natürlich auch noch um andere Dinge kümmern muss und nicht nonstop mit ihr spielen kann. Gelegentlich kommt es vor, dass sie lieber bei ihrem Papa bleiben möchte und weint, wenn ich sie dann auf den Arm nehmen möchte. Das tut natürlich erst einmal furchtbar weh, aber ich weiß ja, dass es nicht gegen mich gerichtet ist, sondern sie einfach Ihren Papa vermisst und die Zeit mit ihm genießt.

        Nimm es einfach nicht persönlich.

        Trotzdem bin ich auch der Meinung, dass dein Mann ein paar Alltagsdinge übernehmen sollte und sich vor allem nicht über gemeinsame Absprachen hinweg setzen darf!
        Liebe Grüße, Kokosmilch

      19.06.17 - 10:00

      Ich kenne deine Situation, nur ist unsere Tochter bereits 3,5 Jahre alt und wächst in einer Wochenendbeziehung auf. Auch bei uns war es mal so, dass meine Tochter den Papa angehimmelt hat, wenn er nach Hause kam. Er hat sich auch immer intensiv mit ihr beschäftigt und macht das auch heute noch. Während ich Haushalt mache, kümmert er sich um sie, spielt mit ihr und sowas.

      Allerdings hat er sich auch nie vor den lästigeren Pflichten gedrückt und hat immer alle Pflichten rund ums Kind genauso wahrgenommen wie ich. Natürlich ist es dann oft holpriger gelaufen, weil ihm die Routine absolut fehlte und die Kinder sich auch von Woche zu Woche ändern können. Du musst deinen Mann vielleicht bestärken, dass er auch diese Dinge übernimmt und dich dann (wichtig!!!) aber auch nicht einmischen. Viele Männer trauen sich an sowas gar nicht mehr ran, weil die Frauen sie immer kritisch beäugen.

      Ansonsten finde ich es nicht sooo schlimm, dass der Papa "der Gute" ist und eben mehr der Spielpapa. Den beiden fehlt die Routine und wenn Papa da ist, ist meist Wochenende - da sind die Abläufe ohnehin andere als sonst. Da darf der Papa das Wpchenende mit Kind schon auch mal genießen und seinen Sohn etwas verwöhnen.

      Was absolut nicht geht, ist Uneinigkeit bei Ge- und Verboten. Ihr müsst zeitnah eine Einigung herbeiführen, denn unterschiedliche Vorgehensweisen bei Erziehungsfragen sind - besonders in einer Wochenendbeziehung - nicht gut. Euer Kind wird spätestens mit 3 Jahren lernen, euch gegeneinander auszuspielen, wenn ihr nicht höllisch aufpasst! Und die richtigen Trotzphasen kommen erst noch...
      Sprecht euch ordentlich und in Ruhe ab. Erkläre deinem Mann, wie wichtig es ist, sich daran zu halten. Wir gehen auch oft so vor, dass ein Elternteil eine Situation komplett alleine bewältigt, sodass es keine Differenzen geben kann. Mischen zwei Elternteile mit, kann es immer dazu kommen, dass der eine etwas erlaubt und der andere nicht.

      Gleichwohl muss man auch akzeptieren, dass Elternteile in gewisser Weise auch unterschiedlich erziehen. Man muss dem Partner Raum für seine eigenen Ideen und Vorgehensweisen lassen, darf ihn nicht überwachen und dauernd korrigieren - vor allem nicht VOR dem Kind. Beherzigt das auf jeden Fall.

      Warum machst du den Haushalt komplett alleine und räumst deinem Mann hinterher? Beim Kind kann ich es verstehen, das ist zu jung zum selbst aufräumen. Aber dein Mann? War er schon immer so oder hat er früher seine Sachen selbst erledigt? Was ist mit der Haushaltsführung während der Woche? Warum kann er nicht am Wochenende einen Teil übernehmen? Habt ihr überhaupt darüber gesprochen?

      19.06.17 - 20:38

      Guten Abend ihr Lieben,

      erstmal möchte ich mich ganz herzlich für eure lieben Worte, eigenen Erfahrungen und gute Hinweise bedanken. Nachdem ich mich am Sonntag erstmal "ausdampfen" musste und mir daher einen familienfreien Nachmittag mit Freundinnen gegönnt habe, habe ich am Abend nochmal in Ruhe mit meinem Mann gesprochen und er hat sich doch tatsächlich bereit erklärt, zukünftig a) mehr im Haushalt zu helfen, aber vor allem b) sich an unsere abgesprochenen Vereinbarungen bezüglich "Erlauben/Verbieten" zu halten. Das es auf die Dauer mit andauerndem Nachgeben wohl eher kontraproduktiv ist, musste er wohl feststellen, während ich unterwegs war :-p. Jetzt bin ich mal gespannt, was die nächsten Wochen so bringen. Jedenfalls hat es mir schon total gut getan, mir einfach mal alles von der Seele zu schreiben. Vermutlich wird es auch noch längere Zeit ein Wochenendbeziehung bleiben, weil mein mann einfach einen super Job hat und ich nicht umziehen möchte. Dazu haben wir hier ein viel zu tolles Umfeld und da mein Mann unter der Woche wirklich stark eingespannt ist, würde uns auch nicht wirklich viel Familienzeit bleiben.

      Ich hoffe jetzt jedenfalls mal das Beste und werde mich auch meinerseits bemühen, ihm nicht auf die Finger zu schauen und ihn auch einfach mal machen zu lassen. Ehrlich gesagt, habe ich gerade das Gefühl, dass ich das ganz schön unterschätzt habe. Ich meine, dass als Familie zusammen zufinden.

      Danke euch jedenfalls nochmal sehr. Es ist toll, dass es mit diesem Forum einen Ort gibt, wo man Zuspruch, Trost und Hilfe bekommt. Werde euch dann berichten, wie es sich so entwickelt.

      Liebe Grüße #liebdrueck

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