Kleinkind hochbegabt? Bitte um Erfahrung und Rat

    • (1) 06.12.18 - 20:05

      Hallo liebe Mamis und Papis, ich habe ein Thems, welches mich wirklich sehr beschäftigt.
      Von alleine wäre ich (noch) nicht auf die Idee gekommen, wurde nun aber schon des Öfteren von verschiedenen Personen darauf angesprochen.
      Es geht um meine Tochter. Sie war in der Entwicklung schon immer weiter als gleichaltrige Kinder (hat z.B. mit 6 Monaten angefangen zu sprechen Etc.). Jetzt ist sie gerade 2 geworden.
      Z. B. Ist ihr Wortschatz enorm. Weit mehr als 150 Worte. Sie spricht Sätze mit 3-4 Wörtern und versteht schon extrem viel und kann es dann bei Bedarf auch um-bzw einsetzen.
      Sie kann die Zahlen 1-10 sicher lesen ( nicht zählen). Ebenso diverse geometrische Formen ( die sie bei Bedarf auch farblich passend sortiert) . Nun ist sie bei den Buchstaben und es werden jeden Tag mehr.
      Sie liest am liebsten Bücher, in denen sie etwas lernt und die Duden kinderreihe haben wir komplett durch... da gibt es zu den Wörtern auch noch Erklärungen von ihr, wozu es verwendet wird etc. Es gibt noch etliche weitere Punkte...
      Meine Frage ist nun, ob sich damit jemand auskennt. Ich habe auch schon mit einer Praxis, die darauf spezialisiert ist gesprochen, aber vor 30 Monaten wird nicht getestet.
      Nun geht die kleine bald in den Kindergarten und ich weiß nicht, ob die Krippe wirklich der richtige Ort ist. Sie kann mit jüngeren, oder Gleichaltrigen nichts anfangen.
      Mit ist es im völlig egal, ob nun Hochbegabt, oder nicht, ich möchte nur dass es ihr damit gut geht.
      Ich selber bin es auch und es wurde leider erst im Erwachsenenalter rausgefunden. Die Schulzeit und sich der Kindergarten war für mich die Hölle.
      Vielen lieben Dank schon mal

      • (2) 06.12.18 - 20:34

        Hallo du,
        also ich kenne deine Tochter nicht und mich auch wenig mit Hochbegabung aus. Da kann ich leider keinen Tipp geben.

        Aber ich bin Führungskraft und kann dir sagen: Erfolgreich und geschätzt bist du dann, wenn du es lernst mit allen Menschen die dich umgeben, irgendwie zurecht zu kommen. Seien sie nun aus deiner Sicht strohdumm oder viel zu schlau.

        Schicke dein Kind in den Kindergarten. Es ist extrem wichtig, dass es die soziale Intelligenz auch lernt, parallel zu allem anderen.
        Wenn sie hochbegabt ist, wird sie ja sicher eh eher eingeschult werden oder irgendwann in eine andere Fördereinrichtung wechseln.

        Bis dahin sollte sie aber auch lernen zu spielen und mit anderen Kindern zurecht zu kommen.

        Alles Gute 🍀

        Es kann sein, das sie hochbegabt ist, es kann aber auch nicht sein. Es klingt für mich jetzt erstmal nicht soooo ungewöhnlich, was sie kann. Es kommt ja auch stark auf den Input an. Meine Tochter merkt sich z.B. unheimlich schnell Melodien und dann auch den Text dazu. Ob sie deshalb musikalisch besonders begabt ist? Wer weiß... Wir singen aber auch einfach viel gemeinsam... 🤗
        Es hat schon seinen Sinm, dass so "spät" erst getest wird... Letztlich bringt es dir / euch auch gar nichts, es zu wissen. Die Krippe und Kindergartenzeit ist unheimlich wichtig, um soziale Kompetenzen zu erlangen und den Grundstein zu legen für die Schule und das Leben...
        Woher willst du außerdem wissen, dass sie mit Gleichaltrigen nichts anfangen kann? Sie geht ja scheinbar noch nicht in die Krippe? Da gehört soooo viel mehr dazu, als sich mit Gleichaltrigen abzugeben. Wenn sie dann in der Krippe durch außergewöhnliche Begabungen auffällt, kann sie ja immernoch "hochgestuft" werden...

        Ich kenne deine Sorge 😉 ich bin auch hochbegabt und in meiner Tochter erkenne ich mich häufig wieder. In Sachen Kita kann ich dich beruhigen. Meine Tochter liebt es. Sie "hilft" den Erzieherinnen gerne und wird aus Spaß als Schulkind bezeichnet. Sie ist 2,5. Sprachlich ist sie auf dem Stand einer fünfjährigen. Aber in der Kita kann sie auch einfach Kind sein. Sie spielt viel, malt und bastelt. Die Erzieherinnen gehen zum Glück gut auf sie ein und haben viel Spaß mit ihr.

        Ich fördere sie nicht bewusst, sondern gebe ihr, was sie einfordert. Aber ich schütze sie auch vor der Überforderung von außen. Obwohl sie alles versteht und alles kommunizieren kann, ist sie erst zwei.

        • Oh das ist schön zu hören. Vielleicht ist es in meinem Text falsch rübergekommen . Sie soll auf jeden Fall in den Kindergarten. Die Frage ist halt eher, ob sie schon in den Elementarbereich soll. Hatte ein Gespräch mit der Kitaleitung bei dem dies zur Sprache kam.
          Ich fördere auch nicht, eher ist es so, dass sie sehr viel Wissen einfordert.
          Meine Tochter spielt auch gerne etc, aber alle Kinder unter 3 Jahren sind für Sie Babys ( sagt sie sich immer) und dementsprechend behandelt sie sie wie ihre Puppen. Kommt nicht bei allen Kindern gut an😉. Mit älteren Kondern spielt sie ohne Probleme.

          • 😅 dann ist sie echt so wie meine Tochter. Alles, was nicht spricht, ist ein Baby. Ich würde sie trotzdem bei den gleichaltrigen lassen. Da lernt sie emotional, was ihrem Alter angemessen ist. Sie ist dann auch nicht das einzige Kind mit Windel, Schnuller, Mittagsschlaf etc. Meine Tochter lernt bei bei den gleichaltrigen und jüngeren Kindern Rücksicht zu nehmen, Verständnis und Geduld zu zeigen.

            Der Betreuungsschlüssel ist bei uns bis drei auch besser, so dass sie mehr bei den Erzieherinnen einfordern kann. Sie nimmt oft ein Buch und bittet darum es vorgelesen zu bekommen. Dafür hat immer jemand Zeit und Ruhe.

            Ich selbst war in einem Montessori Kindergarten mit behinderten und nicht-behinderten Kindern. Dort habe ich viel Menschlichkeit gelernt, die anderen Kopfmenschen fehlt. Ich würde der Versuchung widerstehen ein obtimales Umfeld für mein besonderes Kind zu schaffen. Denn das Umfeld ist nie perfekt. Spätestens in der Schule oder im Arbeitsalltag muss jeder lernen sich anzupassen und zurück zu nehmen. Das fällt leichter, wenn man es gewohnt ist.

      Hi, ich kenne mich mit Hochbegabung nicht aus und will definitiv nicht sagen, dass du zu viel hineininterpretierst. Aber bei den von dir genannten Beispielen musste ich an meinen Sohn denken und ich denke nicht, dass er hochbegabt ist. Zumindest wäre ich nie auf die Idee gekommen ihn testen zu lassen, wozu auch in dem Alter?

      Bei uns war es genauso wie du es beschreibst, großer Wortschatz mit 2 Jahren, mit 3-4 Wort-Sätzen. Zählen und Zahlen sicher lesen konnte er mit 2 auch (hatten da gerade einen Termin beim Augenarzt und er hat den „Kinderaugentest“ verweigert, dafür aber alle Zahlen richtig von der Zahlentaffel abgelesen). Buchstaben kannte er sogar die meisten schon vor dem zweiten Geburtstag, Formen und Farben genauso. Klar kann das nicht jeder 2-jährige, aber dass das sooo wahnsinnig ungewöhnlich ist finde ich nicht. Manche Kinder sind halt weiter in bestimmten Bereichen, dafür langsamer in anderen. Oder ist deine Tochter bei allem weiter als gleichartige? Mein Sohn hat sich zum Beispiel echt lange mit Puzzles schwer getan, da waren viele gleichartige schon deutlich weiter. Malen ist auch nicht so Seins.
      Ich schiebe es darauf, dass wir ihm seit er ein paar Monate alt ist schon Bücher vorgelesen haben, einfach sehr sehr viel gelesen, auch meistens Bücher für ältere Kinder als er es war. Ich war selbst auch so mit 2 Jahren laut meiner Mutter und ich bin nicht hochbegabt.

      Mein Sohn ist in der Kita seit er 13 Monate alt ist, jetzt ist er 3 Jahre und 4 Monate und seit 3 Monaten im Kindergarten. Bisher hatten wir dort keine besonderen Probleme. Ich muss auch sagen, dass ich mittlerweile keinen so großen Unterschied mehr zu gleichaltrigen Kindern feststellen kann. Sein Interesse an Zahlen und Buchstaben hat im letzten Jahr nachgelassen, es ging also nicht im selben Tempo weiter wie damals mit 2.
      Aber wie gesagt, kann bei deiner Tochter auch anders sein, du hast hier ja nur 3-4 Beispiele genannt.

      Bin gespannt was du noch für Antworten bekommst.

      • Es ist eher so, dass ich von mehreren Erwachsenen schon angesprochen wurde, dass mein Kind für ihr Alter sehr weit ist.
        Ich habe mit ihr viele Kurse und Spelgruppen besucht und dort würde ich auch öfters angesprochen. Ich selber habe es vorher auch nicht anders gesehen als Du.
        Puzzle macht sie ohne Probleme und bei Büchern zieht sie tatsächlich eher Bücher vor, mit denen sie etwas lernt, als Bilderbücher.

    Hallo, bei unserem Ältesten war es in dem Alter ähnlich. Er konnte sogar schon die Uhrzeit ect.ablesen.
    Kannte sich im Bereich Dinosaurier super aus, hat mit 2,5 gerechnet(+-im 10er Bereich), hatte jedoch auch das Problem im sozialen Bereich. Ganz ehrlich? Was bringt es dir dein Kind testen zu lassen? Dann weisst du es und dann? Wichtig war uns immer das er lernt mit Kindern zu spielen und auch daran Spaß zu haben. Der Besuch des Kindergartens ist dabei super wichtig. Wir waren zusätzlich beim Mutter-Kind-Turnen, haben uns viel mit anderen Kindern getroffen um dann altersangemessene Sachen zu machen.
    Waren auch beim Psychologen zur Testung um evtl.Asperger auszuschliessen.
    War es Gott sei Dank nicht.
    Er hat in der Schule 1 Klasse übersprungen und ist inzwischen ein ganz normaler 15jähriger Teenager der gut in der Schule klarkommt.

    • Ich bin halt etwas Zwiegestalten, was das Testen angeht. Bei mit wurde es erst als Erwachsene entdeckt und ich wünschte es wäre eher gewesen. Ich hatte in meine Klasse nie Freunde, weil ich halt immer „anders“ war. Das möchte ich ihr ersparen.
      Wir sind auch immer mit anderen Kindern zusammen (Spielgruppen, Kurse etc). Soziale Kontakte sind super wichtig und die hat sie täglich seit ihrer Geburt.

      • Ich finde ehrlich gesagt, dass du da zu überehrgeizig ran gehst, wahrscheinlich aufgrund deiner schlechten Erfahrung. Und gerade deswegen kannst du mir nicht erzählen, dass es dir überhaupt nicht aufgefallen ist und natürlich nur anderen. Du bist da einfach vorbelastet um die Sache realistisch einzuschätzen. Ich kann das verstehen und würde sie einfach lassen und mit Gleichaltrigen in die Kita geben und da gar kein Wind drum machen...denn das merken die Kleinen sofort, auch die nicht hochbegabten. Alles Gute

        Ein Test wird daran Nichts ändern, es vielleicht noch schlimmer machen. Ich wusste immer, dass ich anders bin. Mit vier habe ich mein erstes Buch gelesen 🤷 das war klar, dass andere Kinder das nicht tun. In der Grundschule ist die Hochbegabung in einem Standard Test aufgeflogen. Trotzdem sollte ich alles so machen, wie die anderen Kinder. Erst an der Uni durfte ich mich entfalten. Aber mich verfolgt immer das Gefühl, ich hätte so viel mehr, so viel schneller erreichen können. Es ist wichtig unseren Kindern diesen Druck zu nehmen und andere Kinder zu finden, die ähnlich ticken.

        Ganz ehrlich? In den meisten Fällen " verwächst" sich das.
        Unser Ältester konnte mit nicht mal 3 Jahren Vorschulbücher machen, mit knapp 5 konnte er mal und geteilt rechnen usw. Er konnte mit 3 zeichnen wie ein 10 jähriger.
        Er hat sich im Kiga sehr schwer getan. Freunde hatte er bis zur Einschulung.
        Wir haben irgendwann angefangen gegenzuarbeiten sprich die Tagesabläufe so zu legen das er sich viel mit altersgemäßen Sachen beschäftigen"musste".
        Er hat dann je ein Halbjahr die erste und die zweite Klasse besucht und ist dann direkt in die Dritte. Wobei ich nicht finde das er hochbegabt ist sondern er war einfach ein pfiiffiges Kerlchen gewesen.
        Das denkte ich bei deiner Tochter auch.

3-4 Wortsätze sind in dem Alter nicht so ungewöhnlich. -Ein wortschatz von 150 Wörtern ebenfalls nicht. Mein Sohn ist ebenfalls gerade zwei geworden und zählt auch bis 10 auswendig. Alles trifft auf 4 von 10 Kindern in seiner kita-Gruppe zu.

Was mich allerdings stutzig macht, ist der Satz "Sie ließt gerne...". Ist das wörtlich so gemeint? Ließt sie tatsächlich selbst? Das wäre durchaus bemerkenswert.

Alles andere klingt eher nach einem normalen, etwas "fitteren" Kleinkind.

  • Ich hatte schon sehr viele Kinder betreut und ich hatte noch nie ein gerade mal 2jähriges welches tatsächlich Bücher lesen kann.

    Bin ganz bei dir rinchen, DAS ist bemerkenswert.

    Für mich ist das sogar noch mehr bemerkenswert, weil ich 2 entwicklungsverzögerte Kinder habe und auch wenn ich beruflich mit Kindern arbeite (Kita), so denkt man ja meist zuerst an seine eigenen Kinder wenn man so etwas liest.

    @TE: Ich würde hospitieren, schnuppern und mit den Erziehern im engen Gespräch bleiben. Vllt lässt sich eine Kompromiss schließen, insofern es deiner Tochter tatsächlich zu fad werden würde.
    Die Kita wird sicherlich nicht einwilligen können, dass dein Kind zu den Ü3 Kindern kommt. Aber insofern alles im selben Haus ist, kann man gute Kompromisse schießen und auch Angebot für fittere Kinder gibt es dann zur Genüge.

    LG Snow

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