Gefühl, eine schlechte Mutter zu sein

    • (1) 02.01.19 - 14:45

      Hallo. Ich habe in letzter Zeit vermehrt das Gefühl, meinem Sohn nicht gerecht zu werden. Immer öfters gerate ich an meine eigene Toleranz-Grenze. Mein Sohn 2j8m macht es einem auch nicht immer leicht. Umsonst werden die Kinder ja nicht terrible twos genannt doch mein bisheriger Trick hilft nicht mehr. Sonst hab ich mir halt immer gesagt, es sei halt dieses Alter und er macht das ja auch nur weil er sich sicher und geborgen fühlt bei mir und weiß, dass Mama ihn dennoch lieb hat aber ich hasse mich inzwischen selbst für mein handeln. Eben warf er einen holzstein vom Sofa runter und traf mich genau am nagelbett vom großen zeh. Ich habe ihn sofort in sein Zimmer gebracht und die Tür hinter mir zu gemacht und geschimpft, dabei hat er mich ja nicht mit Absicht abgeworfen. Und so reagiere ich in letzter Zeit immer.... geht es euch auch so oder bin ich wirklich so schlecht wie ich mich grade fühle?

      • Hallo,
        Erst mal du bist gewiss keine schlechte Mama.
        Denke jede Mama hat Phasen in denen sie schneller sauer oder wütend wird und voreilig handelt. Sich im Nachhinein darüber ärgert.
        Wichtig finde ich dann immer das auch dem Kind mitzuteilen. "du pass auf, der Baustein den du geworfen hast hat mir gerade richtig weh getan. Das hat mich so wütend gemacht. Entschuldigung dass ich dich gleich ins Zimmer geschickt habe."

        Meine drei sind aktuell 4 Jahre, 2,5 und 1 Jahr. Die bringen mich auch ab und an an meine Grenzen.
        Was mir hilft ist mir tagsüber ein paar" "Ruheinseln" zu schaffen. Und wenn es nur 5 min sind in denen ich nen Tee oder Kaffee trinke und in denen ich auch für die Kinder "off" bin. Das hilft mir persönlich schon viel zum Kraft tanken.

        Ausserdem reflektiere ich die Situation oft und hinterfrage mich selbst. Um ein banales Beispiel zu nennen das rum klettern meiner mittleren "Was stört mich daran wenn sie auf den Tisch klettert". "was würde es mit mir machen wenn ich sie es doch machen lasse". "kann ich Alternativen finden die unser beide Bedürfnisse stillen?“

        Vielleicht hilft es dir auch wenn du mal nen Tag oder nen halben Auszeit bekommst. Vllt kann dein Mann oder die Oma mal deinen Sohn nehmen und gönnt dir ein paar entspannte Stunden ohne Verantwortung und ständigem aufpassen.

        Liebe Grüße☺️

        • Danke für deine Antwort. Die Omas und Opas kann ich leider nicht fragen, da diese 260km weit weg wohnen. Mein Mann arbeitet täglich bis mindestens 17Uhr aber eher bis 19Uhr. Ich selber arbeite 5 Tage die Woche bis 14Uhr. Danach hole ich meinen Sohn aus der Kita ab (mit dem Bus wo zu dieser Zeit gefühlte 5000 Schüler drin sind) ich arbeite im OP und muss immer 100%ig dabei sein bei meiner Arbeit, da es um Menschenleben geht. Ich habe nur das Wochenende, wo ich meinen Mann mit einbeziehen kann aber der ist nach einer Arbeitswoche ja auch geschafft und möchte ein bisschen Zeit auch für sich dann mal haben. Ich versuche einfach, mich am Tagesende mal zu reflektieren und hoffe, dass ich so schlechte Eigenschaften aufdecken und abschaffen kann....

      Das mit "dem Alter" kenne ich und ich empfinde das als Ausrede. Man kommt schnell in eine Spirale. Du bist keine schlechte Mutter, du bist einfach voll ausgelastet und wahrscheinlich auch überlastet. Die andere Userin hat einen Text geschrieben, den ich so nur unterschreiben kann.
      Ich würde mir dringend überlegen wie du zu mehr Luft kommst. Arbeitszeiten reduzieren, Babysitter, .. einfach irgendwas damit du wenigstens mal einen Nachmittag nur für dich hast.

      • Danke. Ich werde es versuchen. Ich denke in so einer Spirale bin ich schon länger. In drei Wochen fahre ich zu einer Mutter-Kind-Kur. Ich erhoffe mir da, zu mir selbst zu finden und heraus zu finden, was ich für mich im Leben eigentlich will....

    (6) 02.01.19 - 22:06

    Hallo, meine ist zwar gerade erst zwei geworden und ich will nicht wissen, was noch kommt, aber diese Phasen habe ich auch. Und ich denke, dass es normal ist. Das Gute ist es, dies zu erkennen und daran zu arbeiten und das tust du ja. Versuche zu merken, dass dein fass kurz vor dem überlaufen ist und dann schütte etwas weg, damit du wieder etwas Puffer hast. Ich denke, dass das die Kunst ist, die wir alle lernen müssen und das wird nicht leicht sein. Meist wird das Fass ja nur leer, wenn man ein tolles Ereignis hatte mit dem Kind und es gut drauf ist oder wenn das Fass Mal wieder übergelaufen ist und man sich total mies fühlt. Aber diese Reue dafür ist schonmal der erste Schritt. Entschuldige dich für sein Verhalten und erkläre ihm, warum du das getan hast. Jeder macht Fehler, das ist menschlich und du bist deswegen keine schlechte Mutter.
    Lg

  • Du ganz ehrlich... normal hab ich fast immer eine Engelsgeduld. Mein Sohn bekommt es regelmäßig hin mich unbeabsichtigt total dämlich irgendwie zu erwischen. Das ich noch kein nasenbluten hatte, grenzt an ein Wunder...so oft wie er mir durch ruckartige Bewegungen einen Headnut verpasst hat. Und in der Situation wenn mir die Tränen in die Augen schießen vor Schmerzen... Fang ich weder das erklären an besser aufzupassen noch schick ich ihn irgendwo hin. Zumeist passiert sowas auf der Couch... da schmeiß ich ihn schon mal unsanft vom Schoß auf die recamiere und spring auf und sag durchaus "bleib bloß hier" und heul und Schrei schon mal den Schmerz heraus. Oft fängt er dann an zu weinen weil ich Weine... Aber so lang der Schmerz anhält kann ich ihn nicht an mich ran lassen. Und geh jedes mal weg wenn er ankommt. Er vermutlich total reumütig und voller selbstvorwürfe in dem Moment. Aber unter heftigen Schmerzen Pack ich es nicht angefasst zu werden... auch nicht von meinem Kind. Wenn der Schmerz nachlässt geh ich dann wieder zu ihm und sag ihm das er besser aufpassen muss. Ich aber weiß das das nicht mit Absicht passiert ist und ich kurz Abstand brauchte weil es echt richtig doll weh tat.

    Terrible two hör ich das erste mal. Klingt allerdings so negativ. Klar mit 2,5-3 Jahren fangen viele an die Grenzen zu testen. Und das ist anstrengend... hab selbst so einen. Ich kann die Worte "gleich" und "warte" schon nicht mehr hören wenn ich möchte das er irgendwas macht oder kommt und er rumtrutschelt und nicht selten künstlich was kreiert. Ich versteh ja etwas angefangenes beenden zu wollen. Aber vorhin wieder. Ich will ihm die Zähne putzen... er "noch was trinken"... ok... danach aber..."ja"... trinken fertig. Plötzlich muss er unbedingt noch was essen... isst aber auch nicht gescheit... da geht einen an manchen Tagen auch mal die Geduld flöten wenn man non Stop in solchen Diskussionen festsitzt. Mal macht das noch Sinn und mal is es pure Zeitschinderei.

    Aber wir sind alle nur Menschen und das man mal die nerven verliert. Oh je wenn das jeden gleich zu schlechten Eltern machen würde weil man aus Ungeduld oder situationsbedingt wie unter Schmerzen unverhältnismäßig stark schimpft.

    Ich bin aber auch ehrlich
    Ich entschuldige mich immer bei meinem Sohn wenn ich merke, das ich über's Ziel hinaus geschossen bin.

Top Diskussionen anzeigen