„Ist doch nicht schlimm...“ & „ist nichts passiert“ 🤦🏼‍♀️

    • (1) 06.02.19 - 09:32

      Ihr Lieben,
      ihr kennt es bestimmt auch (ob von euch selbst, oder dem Bekannten-/Familienkreis...)

      Das Kind fällt hin/ stößt sich etc. und weint... und zack kommen alle möglichen Leute „ist doch nicht so schlimm“, „ist doch nichts passiert“- ich hasse das!

      Doch, in dem Moment ist es schlimm (für das Kind), sonst würde es nicht weinen! Und sei es nur ein Schreck (aber das Kind weint).

      Ich habe dazu irgendwo (Quelle vergessen 🙈) mal einen guten Bericht gelesen- in dem halt stand, dass es für das Kind sehr wohl schlimm ist denn schließlich weint es ja- und habe nur gedacht „ja, stimmt ja eigentlich auch...“

      Und dementsprechend trösten wir, wir sagen, dass es zum Beispiel weh getan haben muss/ bestimmt weh tut und dass sowas doof ist (also wir können das Kind nachvollziehen) und ganz ehrlich, ich habe noch nie ein Kind gesehen, was sich so schnell wieder beruhigt hat (egal, wie doll sich unser Kind gestoßen hat...).

      Also denkt vielleicht mal drüber nach :)

      Wie habdhabt ihr das so?

      Wir machen es wie ihr.
      Auf jeden Fall nicht runterspielen. Wie du sagst, für das Kind ist es schlimm und deshalb sagen wir nicht "Hat doch nicht weh getan" oder ähnliches.
      Meinem Mann musste ich das aber erstmal erklären, der kam nämlich automatisch mit solchen Sprüchen.
      Meiner beruhigt sich auch sehr schnell wieder (16 Monate knapp)

    Ich muss grad Schmunzeln... Erst gestern genau so erlebt. Meine Maus ist gestürzt, schon arg, mit dem Kopf auf den Boden. Hat natürlich fürchterlich geweint und meine Mama und Schwester: „Ist doch gar nichts passiert. War doch gar nicht so schlimm.“ 🙄😂

    Ich weiß ja, dass das gar keine böse Absicht ist bzw. dass keine böse Absicht dahinter steckt. Man meint es gut, wenn man dem Kind somit den Schmerz „nimmt“. Bevor ich selber Kinder hatte, habe ich solche Sprüche auch gesagt und ich hab’s echt gut gemeint. Ich dachte, ich tu dem Kind einen Gefallen und der Schmerz wird weniger (?), wenn man ihn runter spielt. 🤔 Heute weiß ich es besser.


    Am besten ist außerdem „Ein Indianer kennt kein Schmerz.“ 🤦🏼‍♀️🤷🏼‍♀️😂

    • Nein, nein, es ist sicherlich nicht böse gemeint.
      Ich meine, stell dir mal vor, dein Mann oder du kommt von der Arbeit, schüttet sein Herz aus, wie stressig es ist und wie geschafft man ist und dir gegenüber du/dein Partner klopft dir auf die Schulter „ist doch nicht so schlimm“ 🤣🤣. Aber bei Kindern geht sowas natürlich 😜

(11) 06.02.19 - 10:06

Das kann man doch nicht alles über einen Kamm scheren.

Es gibt jede Menge Situationen, bei denen das Kind nicht vor Schmerz oder aus Verzweiflung weint. Oft ist es schlicht und ergreifend der Schreck oder die Verunsicherung. Und da hilft es durchaus, wenn ich ruhig bleibe, das Geschehen nicht künstlich aufbausche sondern eher herunterspiele. Wenn ich ihm zeige "da war doch nichts", dann kann ich ihm Sicherheit vemitteln und Selbstvertrauen mit diesen Situationen routinierter umzugehen.
Wenn ich dann auch noch rumsäusle und ihm vermittle, dass es sehr wohl eine schrecklich schlimme Situation ist, werde ich es eher weiter verunsichern.

Wenn mein Kind aber mit dem Kopf gegen eine Steinwand kracht oder sich anderweitig richtig weh tut, ist ein "das ist doch nicht so schlimm..." natürlich fehl am Platz.

  • (12) 06.02.19 - 10:18

    Wir bauschen die Situation ja nicht künstlich (dadurch) auf!
    Selbst, wenn es „nur“ aus Schreck weint, so ist auch ein Schreck etwas unangenehmes für ein Kind (warum würde es sonst weinen). Wir nennen die Situation einfach beim Namen- wenn ich weiß, es tat weh, sage ich das, wenn ich weiß, es war nur ein Schreck, sage ich das ;).

    Sehe ich genauso.
    Außerdem habe ich die Auffassung, dass man auch irgendwo aufpassen muss, sich keine Dramaqueens heranzuziehen. Mein Gastkind ist mit 4 Jahren bei den kleinsten Kleinigkeiten sofort lautstark in Tränen ausgebrochen. Beim Spielen auf dem Teppich hingefallen - riesiges Geschrei. Und ich denke, sowas kann eben dabei herauskommen, wenn man Situationen noch mit Mitleidsstimme und „mein armer Schatzi, da hast du dich ganz doll erschrocken“ aufbauscht.
    Ich nehme meine Tochter natürlich auch in den Arm, wenn sie weint, sage dann aber auch „alles gut“.

    Toll geschrieben 😉

    (15) 06.02.19 - 22:24

    Ich sehe das genauso. Auf den Punkt gebracht.

    Ich tröste mein Kind, indem ich auch sage, warum es weint. Weil es z.b. weh tut oder weil es traurig ist. Oder eben weil es sich „nur“ erschreckt hat. Und oft ist es tatsächlich nur der Schreck. Da finde ich es völlig ok, wenn man den Schreck nimmt indem man auch sagt, dass es nicht schlimm ist.

    Aussenstehende werden es einem eh nie in jeder Situation recht machen, über so etwas rege ich mich gar nicht erst auf.

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