Warum frühes Trocken werden so verteufelt?

    • (1) 10.02.19 - 11:30

      Hallo,

      unser Baby ist zwar noch nicht geboren, aber durch Freunde und dieses Forum bekomme ich mit, dass das frühe Trocken werden stark „verteufelt“ wird. (Verteufelt in Gänsefüßchen da mir nichts passenderes einfällt).
      Wir DDR Kinder waren doch eigentlich alle mit 1- 1 1/2 trocken?🤔 Weiß leider nicht wie es im Westen war...
      Warum soll es heutzutage so schlimm sein, sein Kind früh ans Töpfchen zu gewöhnen?
      Dies soll kein Angriff sein, ich frag mich das wirklich. Kann jetzt keinen „Schaden“ bei mir feststellen, dass das Töpfchentraining angerichtet haben soll.

      Über ein paar Anregungen würde ich mich freuen ☺️.

      • Hey Schnuppi,

        ich bin da ganz bei dir. Ich finde zwar 1 Jahr sehr sehr früh, aber ich finde es nicht normal, wenn ein Ü3 Kind noch Windeln trägt.
        Ich bin auch dagegen, Kinder wie früher so lange aufs Töpfchen zu zwingen, bis was rauskommt - denke so war das wohl früher auch bei uns - mal ganz davon abgesehen, dass heutzutage kaum eine Mutter zu Hause ist, die sich dafür Zeit nehmen könnte es so zu machen.

        Aber spätestens mit 3 sollte man sich mal eine Frist von einem Monat nehmen, in dem man einfach tagsüber keine Windel mehr anzieht und dann eben mal mehr Wäsche hat. Da muss man vielleicht alle Stunde mal mit dem Kind zum Töpfchen gehen. Die Kinder fühlen ja heute nicht mehr, wie sich nass sein anfühlt.
        Ich hab damals bei meinem Sohn kurz vor 3 angefangen einfach die Windel wegzulassen. Es hat 1 Woche gedauert, dann hat er es rausgehabt.

        • Also das die Mütter früher die Zeit hatten, weil sie zu Hause waren, stimmt zumindest nicht für die meisten DDR Muttis. Die waren ja alle sehr zeitig wieder arbeiten und hatten kein Babyjahr wie jetzt so viele Mamas 🤔.

          Das mit dem Töpfchentraining stimmt wohl, wobei mir keiner meiner Elterngeneration sagen kann wie das lief. Viele meinen wirklich es lag an den Windeln. Dass wir halt früh gespürt haben wenn es nass usw wurde...

      Hallo,

      also ich denke nicht, dass es verteufelt wird früh trocken zu sein. Es wird ja eher verteufelt sein Kind unter Druck zu setzen.

      Es gibt eben viele Eltern die mit ihren Kindern ein Töpfchentraining veranstalten oder es unter Druck setzen weil es ein gewisses Alter erreicht hat ohne ganz auf die Anzeichen des Kindes zu schauen.

      Kinder können unterschiedlich trocken werden. Aber man sollte nicht pauschal sagen "Man muss mit dem und dem Alter trocken sein" weil es eben nicht jedes Kind mit 3 oder 2 Jahren schafft zu sagen ob man muss oder nicht.

      LG

      • Nee da geb ich dir Recht. Mein Bruder war mit 1 trocken, ich erst mit 1 1/2. Trotzdem ist es ja heutzutage meistens viel später. Eher so Richtung 3 Jahre.

        Ich möchte ja nur den Unterschied kennen lernen wieso heutzutage alle Kinder tendenzielle später trocken werden. Das mit dem Druck mag stimmt, aber den machen doch auch viele Eltern später bei schulichen Leistungen und da sagt auch keiner was. Weißt du wie ich es meine?
        Also frag ich mich, wieso wird es beim Trocken werden als negativ angesehen, aber in der Schule zb nicht?

        Und für das Wort „verteufeln“ ist mir einfach nichts besseres eingefallen 😊.

        • Manche Mütter bzw Eltern möchten ihre Kinder selbst entscheiden lassen , wann sie auf die Toilette gehen wollen & können es nicht nachvollziehen das man ein so junges Kind aufs Töpfchen setzt, weil sie denken das die Kinder noch nicht wissen was sie da machen. 😉

    Ich habe noch nicht erlebt, dass frühes Trocken werden "verteufelt" wird, aber, dass viele es "normal" finden, wenn ein Kind mit über 3 noch dauerhaft Windeln trägt.

    Meine Mutter hat damals die Erfahrung gemacht, dass Kinder mit Stoffwindeln schneller trocken werden (meine älteste Schwester war 1,5) als Kinder mit Wegwerfwindeln, die die Flüssigkeit besser aufsaugen (wir anderen, irgendwann im 3. Lebensjahr;-)).

    Warum sollte man nicht früh mit Töpfchentraining anfangen? Es ist doch für die Eltern nur entspannt (und günstiger), wenn sie früh nicht mehr wicken müssen;-)

    • Ja stimmt. Eine Antwort war ja schon das der Druck hinter dem frühen Trocken werden verteufelt wird.
      Ist ein gutes Argument.
      Nehmen wir aber an dein Kind ist mit 1 1/2 Jahren trocken weil du es durch Windelfrei und Stoffwindeln früh geschafft hast. Ich glaube dann denkt jeder du hast deinem Kind einen unglaublichen Druck ausgesetzt, oder?
      Ich fand halt das die TE die gefragt hat wie sie ihr Kind mit 2 Jahren Richtung trocken werden bekommt, sehr viel Gegenwind bekommen hat. Daher kam mir die Fragestellung wieso es so schlimm ist sein Kind früh dran zu gewöhnen.

      • "Ich glaube dann denkt jeder du hast deinem Kind einen unglaublichen Druck ausgesetzt, oder?"
        Das wäre mir ziemlich egal.
        Ich denke, es gibt noch viel mehr Dinge, die andere Eltern an meiner Einstellung oder Erziehung kritisieren könnten. Da muss man einfach drüber stehen, denn man kann es eh nicht allen recht machen.

Meine Mutter liegt mit auch ständig damit in den Ohren, ob er schon aufs Töpfchen geht.
Damals war das wohl eher ein antrainiertes Pipi lassen wenn man sitzt. Für mich klingt das immer eher nach abhalten.
Ich wüsste nicht, wie sich unser Krümel aktuell bemerkbar machen sollte wenn er muss. Oder wie ich ihm das begreifbar mache. Ich wäre eher skeptisch wenn jemand erzählt, sein Kind wäre mit x Monaten trocken.
Ich fände es natürlich schön, wenn es schon klappen würde, da wir jedes Mal einen Kampf am Wickeltisch haben.

  • Bei meinen Neffen beobachte ich zb das er sich in eine ruhige Ecke verzieht, hinhockt und in die Windel macht. Sogar immer zur selben Uhrzeit mit +/- 15 min. Da hätte ich versucht ihn in dieser Zeit auf „Toilette“ was exklusives zu bieten. Bei ihm kannst du echt die Uhr danach stellen. Aber da heißt es, er ist mit 2 noch so klein und meckert danach ja nicht das die Windel voll ist. Ich nehme das so hin und denke mir, mehr Anzeichen kann der Kleine doch gar nicht mehr machen 🤷‍♀️.

    • Vielleicht wartest du ab, bis du ein Kind hast dass dann im Alter 1plus ist. Es spricht nichts dagegen früh ein Töpfchen anzubieten. Die Frage ist nur was will dein Kind? Würdest du es wirklich festhalten? Mit Süßigkeiten belohnen? Fernsehen lassen nur damit es auf den Topf geht? Mir wäre das zu doof. Irgendwann kommt bei jedem Kind der Punkt an dem es selber möchte da ist es dann viel einfacher. Wir hatten früh ein Töpfchen im Bad. Trotzdem waren meine beiden erst mit 2 3/4 richtig trocken. Dafür hatte ich aber weder nasse Teppiche / Betten/Sofas noch Unmengen an Wäsche. Aber ich bin dafür dass jeder das mit seinem Kind so macht wie er das für gut findet und man andere dann auch machen lässt. Egal ob man trainiert oder abwartet.

      • Nein. Ich möchte das Kind nicht mit Süßkram oder ähnlichem belohnen.
        Irgendwo hab ich mal gelesen das eine Mutti ihrem Kind bestimmtes Spielzeug auf dem Töpfchen geboten hat. Hatte eher an sowas gedacht.

        • Klar kann das funktionieren muss aber nicht und das ist eben ein schmaler Grat zwischen es klappt spielerisch früh. Dann finde ich das total super. Oder dem Kind ist das exklusiv Spielzeug egal und geht trotzdem nicht freiwillig. Und das ist der Punkt wo Töpfchentraining für mich in Druck ausartet, wenn das Kind eben kein Interesse zeigt und trotzdem drauf gesetzt wird. Und ich eben den Weg gegangen bin dass ich meine Kinder in Ruhe gelassen habe. Der Große hat wirklich nie Interesse bis er von heute auf morgen trocken und sauber war. Bei der kleinen war es ein Dreivierteljahr ein hin und ein her. Es hat tagelang geklappt. Wenn ich dann dachte so jetzt haben wir es geschafft dann wollte sie wieder eine Windel. Hab ich die verweigert hatten wir bestimmt 3 Unfälle am Vormittag bis ich ihr ihren Willen gelassen hatte und eine Windel anzog. Ziemlich genau im Alter des Großen war es bei ihr dann auch soweit dass sie nie wieder eine Windel anhatte. Muss aber auch sagen dass wir nie ein wickelproblem hatten.

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