Trotzphase mit fast 2,5 Jahren - Hilfe!

    • (1) 04.03.19 - 22:56

      Meine Tochter trotzt im Moment 1-3 mal am Tag. In der Regel lassen wir sie trotzen, bieten ihr immer wieder unsere Nähe an und erklären ihr später in Ruhe, warum das oder das nicht ging. Nun ist es aber so, dass sie sich offen unseren Anweisungen widersetzt und sich teilweise damit auch selbst gefährdet. Gestern war der Tisch schon gedeckt, sie fing an zu trotzen, weil wir unsere Vereinbarung den Dudu gibt es erst nach dem Essen (eigentlich ist das klar und sie fordert es auch gar nicht anders ein) einhalten wollten. Dann nimmt sie einen Teller vom Tisch und wirft der hin kaputt, obwohl sie weiß, dass sie an die Porzellanteller Night dran darf. Zum Glück ist niemand etwas passiert, aber das hätte auch ins Auge gehen können. In dem Moment wusste ich mir nicht anders zu helfen, als sie zu schnappen, in ihr Zimmer zu tragen und mich mit ihr da einzuschließen und ihr zu sagen, wir gehen hier erst wieder raus, wenn du dich wieder benehmen kannst. Mein Mann meinte nachher, das können wir nicht machen, sie einzuschließen, auch wenn wir uns miteinschließen, ich finde aber, dass gewisses Verhalten Konsequenzen mit sich bringen muss, zudem muss ich sie ja irgendwohin bringen, wo sie sicher ist, wenn sie sich gefährdet.

      Habt ihr Tipps, wie man im Trotz mit dem Kind umgehen kann?

      • Moin, also ich finde das schon hart das Kind einzusperren, es ist 2 5 Jahre alt. Wenn meine Tochter einen Anfall hat, werde ich lauter und erkläre ihr das sowas nicht OK ist. Aber einsperren geht gar nicht!!!!!
        Was machst du denn wenn sie beim einkaufen mal einen Trotz Anfall bekommt?
        Sie ist erst 2 5 Jahre alt!!!

        Ich / wir kennen das von unserem Sohn (2.5 Jahre ) auch.

        Im Trotz sucht er sich spontan irgendwas zum werfen, runterschmeissen etc. Das kann sein Spielzeug sein (das ist dann weg bis zum nächsten Tag), andere unzerbrechliche Sachen (die muss er dann wieder aufheben) oder auch mal was Unangenehmes wie ein voller Kaffeebecher. In diesem Fall darf er dann in sein Zimmer (Tür aber nicht abgeschlossen) bis er sich beruhigt hat. Das dauert meist nur wenige Minuten.

        Der Tip kam von einer Erziehungsberatung, mein Mann hatte da die selben Einwände wie deiner. Wichtig sei die Tür offen zu lassen, also nicht abzuschließen. Kürzlich habe ich bei Jesper Juul den tip gelesen das der Erwachsene mitgeht - quasi eine gemeinsame Auszeit. Du hast mMn instinktiv gar nicht schlecht reagiert. Ich hätte das Kind auch erstmal aus der Situation rausgenommen. Und sie hätte hinterher helfen dürfen den Teller aufzufegen. Eine ernste Ansage hätte es auch gegeben, sowas ist gefährlich.

        Immer erklären wir hinterher das wir nicht mit Dingen werfen bzw sowas gar nicht geht. Den Kaffee durfte er dann auch helfen aufwischen. Da gab es auch wieder Geschrei, aber hey- wer Chaos macht, der räumt es auch wieder auf.

        Ich würde übrigens nicht erwarten das ein Kind in dem Alter im Trotz bzw Zorn Verbote achtet. Klar weiss sie das die Teller tabu sind. Sucht aber in dem Moment ein Ventil für die in sich. Da ist der Teller gerade recht. Ihr könnt versuchen ihr eine Alternative anzubieten. Ein Kissen zum Reinboxen etwa. Bei uns hat das bislang allerdings eher mäßig funktioniert.

        Hallo
        ich würde keine Porzellanteller auf den Tisch stellen, so lange sie unbeaufsichtigt am Tisch ist. :-)
        Sie wollte den Schnuller, den hat sie nicht bekommen. Dass sie dann in ihrem Trotz das Erstbeste nimmt, was da steht, ist doch verständlich. Impulskontrolle und emotionale Beherrschung sind für 2.5 jährige noch sehr schwer.
        Du könntest ihr zeigen, was sie stattdessen machen kann: mit dem Fuss auf den Boden stampfen, ein Kissen werfen, in ein Kissen Boxen. Verständnis dafür zeigen, dass sie nicht immer einsieht, warum ihr etwas verweigert wird. („Absprachen“ mit einer 2.5 jährigen sind vielleicht auch überfordernd, das könnt ihr machen, aber erwarten, dass sie sich dann dran hält, halte ich fü zuviel gefordert.)
        Wenn ich merke, dass mein Sohn gleich in Rage gerät, dann versuche ich ihn zu lenken: Komm, du kannst mir helfen, den Tisch decken/abwaschen/Wäsche waschen/ usw...“ Das klappt meist auch ganz gut.
        Generell geht es doch darum, dass ein Kind in diesem Alter erst ganz am Anfang des„Vernunftprozesses“ steht und wir ihnen zum einen viel Verständnis entgegen bringen sollten, aber eben auch Alternativen aufzeigen können, damit sie ihrer Emotion (meist Wut) nicht hilflos ausgeliefert sind.

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