Verhalten in "Konfliktsituationen"

    • (1) 15.03.19 - 20:47

      Hallo Zusammen,
      Meine Tochter wird im Mai 2 Jahre.
      Mir ist mittlerweile schon öfter jetzt aufgefallen, dass sie bei Konflikten mit anderen Kindern immer ein bestimmtes Verhalten zeigt.
      Sie geht noch nicht in die Kita und auch nicht zur Tagesmutter. Sie geht aber in die Spielgruppe und zum Kinderturnen. Und ansonsten trifft man sich halt auch mmit Freunden und deren Kindern.
      Also gleichaltrige Kinder sind ihr nicht fremd...

      Sobald ein Kind etwas "grob" ist und sie beiseite drückt weil sie vor einem bestimmten Spielzeug steht, oder ein Kind ihr das Spielzeug weg nimmt, welches sie in der Hand hat, reagiert sie immer gleich.

      Sie bleibt wie angewurzelt stehen, senkt den Kopf, nimmt ihre finger und drückt vor ihrem Bauch auf ihre Finger rum. Letztens konnte ich sogar beobachten, dass sie an ihrem Fingernagel zog/kratzte.
      Sie bleibt so stehen und "schielt" zwischen durch nach oben, ob die Situation wieder vorbei ist?! Also ist meine Interpretation.

      Bisher habe ich so ein verhalten bei keinen anderem kind beobachtet. Klar, dieses verdutze Gesicht nach dem motto "was passiert hier gerade" aber alle anderen sind spielen dann weiter, suchen sich was anderes oder nehmen sich das Spielzeug einfach wieder zurück.

      Unsere Maus zieht immer den kürzeren und steht dann da "wie ein Opfer" um es hart auszudrücken. Ich hoffe ihr versteht wie ich das meine.

      Sie ist noch sehr jung. Das ist mir bewusst. Aber was will sie mit diesem verhalten ausdrücken? Wie kann ich sie stärken und unterstützen?

      Vielen Dank.

      Niki

      • Für mich schließt sich das angegebene Alter und die Beschreibung "Konfliktsituation" gegenseitig aus. Ich würde es einfach beobachten und mir keine Sorgen machen.

        Was du beschreibst, macht mein Sohn (3 Jahre) auch ab und zu. Einmal zB als ein Freund zu Besuch war und mit ihm rumgealbert hat, dann hat er ihn hochgehoben und das war wohl plötzlich zu viel. Er stand dann da und hat kein Wort gesagt, die Lippen fest zusammengekniffen und auf den Boden gestarrt (aber nicht geweint), dann hat der Freund mich gerufen, weil er gar nichts damit anzufangen wusste.
        Ich bin dann in die Hocke und hab erstmal gefragt, ob er mir sagen kann, was passiert ist. Keine Antwort, also hab ich "geraten" (meist erkenn ich es doch sehr schnell) und gesagt "Fandest du das doof, dass X dich hochgehoben hat? (Nicken seinerseits) Achso okay, na dann sag doch beim nächsten Mal "Stopp, das will nicht nicht", ja?" und prompt ist er wieder ganz normal.

        Wenn sowas mit anderen Kindern ist frage ich immer erst ihn, ob er eine Idee hat, was er beim nächsten Mal anders machen kann, wenn nichts kommt, schlage ich was vor. Oft hat es mit Stopp sagen zu tun, gerne auch Handzeichen dazu. Manchmal ruft er dann auch nun ganz laut Stopp, natürlich ist das Kind dann längst weg, aber es geht einfach
        darum Routine zu bekommen.

        Gib deinem Kind Worte, wie es sich ausdrücken kann und übt das körperliche Abgrenzen, Hand ausgestreckt vor den Körper, dem anderen in die Augen schauen etc. das kann man auch im Rollenspiel ganz gut.
        Achja, du solltest dein Kind nicht zu loben, wenn es dann Nein sagt. Das sollte es ja für sich selbst machen und nicht, weil du das gut findest (sag ich nur, weil ich das oft beobachte).

        Aber ich würde mir da jetzt keine großen Sorgen machen. Die einen Kinder überspielen ihre Unsicherheit mit lachen, toben, schreien, die anderen sind still und machen keinen Mucks - aber unsicher sind sie alle, sowas ist einfach nicht angeboren.

        Ich finde mimimika hat es toll erklärt. Wir üben/besprechen zu Hause auch manchmal Situationen. Z.b. hat im Kindergarten mal ein Junge meiner Tochter absichtlich auf den Fuß getreten. Das war furchtbar schlimm für meine Tochter (war aber schon 3) und dann haben wir zu Hause geübt, ich bin ihr auf den Fuß getreten und sie hat sich entsprechend gewehrt, wie wir es besprochen haben. Das haben wir ein paar Tage machen müssen, und es tat ihr unheimlich gut. Mit meiner jetzt 2 jährigen bespreche ich auch ganz oft Situationen die ihr nicht gefallen haben. Vielleicht hilft es euch ja auch wenn ihr es nach spielt und sie sich wehrt.
        LG

      • Hallo,

        google mal nach „Übersprungshandlung“, das erklärt das Verhalten deiner Tochter sehr gut.

        Sie ist in dieser Situation einfach überfordert und braucht etwas Unterstützung.
        Sobald sie eine Strategie entwickelt hat, wie sie sich in der Situation verhalten kann, wird es aufhören.

        Lg
        Beerle

        Klingt nach einer der reaktionen bei emotinaler Überforderung..

        Flucht, Angriff oder wie hier, Erstarrung.

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