Kummer in der Kita

Ich hatte vor etwa zwei Wochen geschrieben, weil mein Sohn, gerade zwei geworden, Zuhause viele zornige Autonomieanf√§lle ūüėČ bekam und beim schlafen schwierig war.
Ich habe ihn begleitet ausquartiert und es hat sich gelohnt, ich habe meinen zauberhaften Jungen zur√ľck (mit normalen Stimmungsschwankungen).

Daf√ľr l√§uft es in der Kita nicht gut. Er ist immer gerne hingegangen, die Eingew√∂hnung vor einem Jahr lief gut, er freute sich immer auf die anderen Kinder. Die Erzieher habe ich immer als sehr engagiert erlebt, auch in unser jetzigen Situation. Er weint viel und l√§sst sich kaum mehr beruhigen und das erz√§hlten fast alle im Team, einige male fiel das Mittagessen f√ľr ihn aus, weil er sich so reinsteigerte und dann vor Ersch√∂pfung einschlief.
Einige Tage lang lief er freudig einem anderen etwas √§lteren Jungen entgegen und die haben toll miteinander gespielt. Die letzten zwei Tage aber war mein Kleiner v√∂llig √ľberfordert damit und fing sofort an zu weinen, ohne dass das andere Kind aggressiv war, maximal √ľberschw√§nglich.

Heute Morgen legte eine Erzieherin ihn auf ein Kissen, deckte ihn zu und streichelte ihn den R√ľcken. Dort blieb er bis zum Mittag, er beobachtete von dort das Sonderprogramm. Aber bei Geschrei anderer Kinder machte er Abwehrbewegung zum Mittag war er pl√∂tzlich fr√∂hlich. Letzte Woche dr√ľckte mir die anwesende Erzieherin den seit einer dreiviertelst√ľndigen Heulepisode den Kleinen in den Arm, als ich holen kam. Dass sie genervt war, war mehr als deutlich.
In Untert√∂nen habe ich wahrgenommen, dass es derzeit nur ein schwieriges Kind gibt als meines ūüėÜ. Aber im Gegensatz zu den anderen weint er nicht nach Mama.

Schwer macht es auch der Umstand, dass er nur wenige Worte spricht, ihn Fragen können wir nicht. Nächste Woche soll ich mit den zwei Erzieherinnen sprechen, die ihn am besten kennen, nur weiß ich gar nicht, was ich dazu beitragen kann.
Ich w√ľrde ihm so gerne helfen, wei√ü nur nicht wie.
Zuhause ist er dann √ľbrigens gut drauf und wir malen, kneten oder spielen nett zusammen.

(An der Kita selbst liegt es nicht und ein Wechsel oder Verzicht keine Option ūüėČ.)

Vielleicht hatte ja jemand von euch ähnliche Schwierigkeiten und kann mir einen Rat geben.

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Auch in gewohnter Umgebung sind Kinder immer wieder √ľberfordert, das Verhalten Deines Kleinen spricht gerade f√ľr √úberforderung. Wir erleben das bei unserem immer wenn er einen Schub gemacht hat, dass Du schreibst er spricht gerade spricht ja auch daf√ľr dass er gerade nen gewaltigen Satz gemacht hat. Das Bewusstsein von Kindern √§ndert sich mit jedem Schub. Mit jedem Schub nehmen sie Dinge bewusster wahr und verarbeiten sie anders bzw m√ľssen erst mal lernen sie zu verarbeiten. Und da kann selbst eine gewohnte Kita √ľbergangsweise zuviel werden. Allerdings finde ich es schwach dass die Erzieher genervt sind und ihn als schwierig bezeichen :-( Verzicht ist klar keine Option, haben wir auch nicht gemacht, wir haben ihn halt f√ľr ein paar Tage eher abgeholt, zu Hause etwas Ruhe geg√∂nnt dass er besser verarbeiten konnte und nach 2 Wochen war es dann meist schon wieder gut und er ging wieder die normalen Stunden. Kinder brauchen gerade nach Sch√ľben mehr Ruhephasen um Eindr√ľcke zu verarbeiten, und √úberforderung staut sich auf.

Ich w√ľrde die Erzieher darauf ansprechen, dass er eben gerade durch einen Schub √ľberfordert ist und ob sie ihm "Ruheinseln" schaffen k√∂nnen, bei uns geht wann immer m√∂glich ein Erzieher in so einer Situation mit dem Kind - und meist sind auch andere dabei die mal ein P√§uschen brauchen k√∂nnen) in die Kuschelecke und sie schauen B√ľcher an oder machen Kindermeditation oder so. Bei unserem Kindergarten wird auf sowas mit viel Verst√§ndnis eingegangen, ich bin ehrlich etwas entsetzt dass das in ner Krippe nicht "bekannt" ist.

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Erstmal danke f√ľr deine Antwort. Richtig genervt wirkte eigentlich nur eine der Erzieherinnen, aber angesprochen wurde ich mittlerweile von fast allen. Und deshalb habe ich eben auch das Gef√ľhl, dass die Heftigkeit seiner Gef√ľhle besonders sein m√ľssen. Schlie√ülich machen die den Job teils jahrelang. Und ich habe auch nie gesehen, dass ein verzweifeltes Kind nicht getr√∂stet oder rumgetragen wurde ūüėČ. Ich versuche es auch nicht der einen √ľbel zu nehmen, Kinderweinen ist ja auch Stress.
Ich glaube, Ruhe haben sie versucht mit dem Kissen anzubieten oder wenn er fr√ľher schlafen durfte. Heute war auch eine meiner Lieblingserzieherinnen da, und die √§u√üerte sich auch mehr besorgt.
Da er ohnehin nur halbtags da ist, ist wirklich selten, dass ich ihn fr√ľher hole, weil das dann vor dem Mittagsschlaf w√§re, aber mal ein zwei Tage frei nehmen vielleicht eine Option, mal kucken, ob ich das organisiert bekomme ūü§Ē .

Wahrscheinlich und hoffentlich hast du mit der Schubtheorie recht, dann wäre es ja zeitlich irgendwie limitiert. Und ich dachte erst vorhin, wie geschickt er mit der Knete geworden ist.

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Ich kenne deine anderen Beiträge nicht und kann dir deshalb nur aufgrund dieses Beitrags einen Tipp geben.
Deine Beschreibung der Situation erinnert mich an etwas, was ich beruflich schon mitbekommen habe: Überhörigkeit.
Ich bin kein Fachmann daf√ľr und weiss nur folgendes. Es kommt selten vor, weshalb es nicht so bekannt ist. Die betroffenen haben ein sehr gutes Geh√∂r, weshalb sie alle Ger√§usche in einem Raum wahrnehmen und nicht ausblenden k√∂nnen wie die anderen Menschen. Da ist wohl so extrem dass es richtig weh tun kann.
Das ist nat√ľrlich keine Erkl√§rung f√ľr alles Verhalten. Aber das Schreien sowie √ľberfordert sein in Kombi mit pl√∂tzlicher Ruhe wenn ihr zu Hause seit schon.
Abklären kann das ein Pädaudiologe.

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Eine ähnliche Idee äußerte eine Erzieherin heute, auf der anderen Seite feiert er die heranfahrenden U-Bahnen und die haben es vom Geräuschpegel auch in sich.

Aber ich denke, ich werde ihn noch etwas beobachten und sonst nochmal mit dem Kinderarzt sprechen.

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Hmm ja, das spricht eher dagegen. Es geht aber glaube ich auch nicht um den allgemeinen L√§rmpegel, sondern auch um die Vielzahl der Ger√§uschquellen. Die m√ľssen dann verarbeitet werden und das kann zu einer √úberforderung f√ľhren.

Kinderärzte haben davon eher keine Ahnung, weil es wie gesagt sehr speziell ist. Ein HNO Arzt wäre der richtige Ansprechpartner.

Aber wenn es deinen Beobachtung widerspricht, dann ist es auch eher unwahrscheinlich.

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Ein Gedanke, der mir beim Lesen noch kam:

Du schreibst, dass er mehr Ruhe braucht, √ľberfordert und ersch√∂pft wirkt. Gleichzeitig erw√§hnst du, dass du ihn k√ľrzlich ausquartiert hast.

K√∂nnte es vielleicht sein, dass er seitdem schlecht schl√§ft? In der Kita braucht er viel Kraft und √§u√üert m√∂glicherweise seine M√ľdigkeit und Ersch√∂pfung durch Weinen und Schreien. Dass er zu Hause nun keine Autonomieanf√§lle hat, k√∂nnte vielleicht auch aus einer Ersch√∂pfung heraus resultieren.

Ich kann mir vorstellen, dass du froh bist, das Ausquartieren umgesetzt zu haben, aber vielleicht war es ja doch noch zu fr√ľh?

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Tatsächlich glaube ich das nicht. Bevor wir schlafen gehen schauen wir bei ihm rein und er schläft ruhig. Morgens hat er direkt gute Laune und wenn wir Zuhause ankommen spielen wir toll zusammen.

Gestern hatte ich eine Art Schl√ľsselerlebnis. Ich gab ihm in der Kita ab und es ging los mit dem Weinen. Er durfte sich dann auf einen Kuschelplatz zur√ľckziehen und laut Erzieherinnen blieb er dort und wollte nicht mal Essen. Ich habe mir Sorgen gemacht und war so fr√ľh wie m√∂glich geholt, vorm Mittagsschlaf. Er war n√∂tig gestimmt, aber beim Anziehen schwang die Stimmung auf fr√∂hlich. Die Erzieherinnen haben vielleicht gekuckt.
Ich hatte die Idee in der Kita vorzuschlagen ein paar Tage etwas l√§nger zu bleiben beziehungsweise daf√ľr etwas fr√ľher zu kommen und mit dem Kleinen Zeit in der Kita zu verbringen. Mal sehen...