Sohn (12 Monate) bleibt am ersten Tag problemlos bei Tagesmutter

    • (1) 05.08.19 - 10:30

      Hallo zusammen,
      Ich habe mich gerade bei Urbia angemeldet, weil ich total deprimiert bin.
      Heute habe ich meinen Sohn (wird nächste Woche 1 Jahr alt) zum ersten mal zu seiner Tagesmutter gebracht, da ich bald wieder arbeiten gehen werde.
      Man hört sonst immer, dass es den Kindern fürchterlich schwer fällt, plötzlich von der Mama getrennt zu sein und das die eingewöhnungd lange dauert. Doch bei ihm war keine Spur davon, er hat seine Tagesmutter vorher zwar schon 3x getroffen, aber wirklich kennen tut er sie und die anderen Kinder nicht.
      Nach etwa 15 Minuten bei ihr war er völlig aufgetaut und och bin gegangen. Die Tagesmutter schrieb mir etwa eine halbe Stunde später, dass er nur ganz kurz gemeckert hätte und seitdem glücklich spielt, hat mir auch ein Bild geschickt, auf dem er sehr zufrieden aussieht.
      Ich Frage mich nun, ob ich als Bezugspersonen überhaupt wichtig bin und ob er mich liebt.
      Versteht mich nicht falsch, natürlich freue ich mich, dass er sich offenbar sofort wohl fühlt, aber meine Mutterherz blutet gerade und ich könnte weinen.
      Ist das normal?
      Sollte ihm diese ungewohnte Situation nicht schwer fallen?
      Bin ich nicht wichtig für ihn?
      Ich denke schon, dass ich ihm sehr viel Zuneigung und Aufmerksamkeit schenke, dafür lasse ich dann auch den Haushalt einfach mal links liegen, denn alles was ich Brina möchte ist, dass er glücklich ist!
      Ich würde mich freuen, zu lesen, was ihr dazu sagt und welche Erfahrungen ihr gemacht habt.
      LG Brina

      • Nein, genau das Gegenteil ist der Fall. Er hat eine sehr enge Bindung zu dir und vertraut dir einfach. Er weiß dass du ihn wieder abholst. Und nur weil er heute bleibt heißt es nicht dass er morgen bleibt 😋
        Meine hat die erste Woche auch den Eindruck gemacht als wäre es kein Problem doch dann war sie zuhause anhänglich, wollte wieder bei mir schlafen usw. Aber auch wenn dass nicht passiert und er weiter problemlos zu ihr geht, heißt dass bestimmt nicht dass er dich nicht liebt.

        Es ist völlig normal, dass die Kinder beim abgeben kurz meckern und 5 Minuten später ist die Welt wieder in Ordnung.

        Meiner war auch recht klein, als er eingewöhnt wurde und hat auch kaum gefremdelt, obwohl er ansonsten das totale Maaaaama-Kind ist und ständig an mir hängt.

        Je kleiner sie sind, desto besser klappt das abgeben.

        Das Gefühl kennt fast jede Mama alles gut. Sei in erster Linie beruhigt das dein Sohn sich dort wohl zu fühlen scheint. Würdest du ein schreiendes und weinendes Kind hinterlassen würdest du dich genauso mies fühlen wenn nicht schlimmer. Du hast dein Kind das erste mal alleine bei einer fremdbetreuung gelassen, was meinst du wie viele Mütter plötzlich im Gefühlschaos stehen obwohl sie damit nicht gerechnet haben. Dein Kind liebt dich, da brauchst du dir keine Sorgen machen. Und deine Gefühle sind absolut normal und werden auch wieder vergehen.

      • (5) 05.08.19 - 11:09

        Bei uns gab es am ersten Tag zwar keine Trennung.. aber ich saß quasi alleine im Flur und meine Zwillinge waren sonst wo.. alle meinten wie toll blabla.. bei uns fing es eigentlich erst zum Ende hin der Eingewöhnung an, dass es Terror gab. Da wussten sie nämlich dass das nun Ihr täglicher Ablauf ist und Mama arbeiten muss.


        Das mit dem "er liebt mich nicht" das kann man sich immer schön und sogleich schlecht reden.. man könnte genauso sagen Kinder die weinen lieben ihre Mutter sooo extrem.. genauso wie wenn sie nicht weinen man dann vom vertrauen etc spricht

        Kiga ist halt ein "werdegang" wo zwangsläufig die meisten durch müssen. Je nach Charakter von Kind und Mutter verläuft dieser anfangs

        Hey,
        eine Mama ist und bleibt immer wichtig!
        Bei uns war die Eingewöhnung auch überhaupt kein Drama. Er fühlt sich dort einfach wohl und kann anscheinend darauf vertrauen, dass ich ihn auch bald wieder abhole. Er fühlt sich sicher, unsere Bindung ist stark.
        Ich fand es am Anfang auch manchmal doof, dass er nicht mehr klammerte, aber was haben wir denn davon?
        So fahre ich nun immer mit einem guten Gefühl und weiß, dass er glücklich ist.
        LG

      • (7) 05.08.19 - 11:59

        Warum gibst du ihn denn zu einer tamu wenn dich so etwas deprimiert?

        • Die Frage finde ich unangemessen. Jede Mutter wird ihre Gründe haben und ich finde die Frage der TE ist kein Grund, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen.

          • Ich finde das Wort „deprimiert“ ein wenig fehl am Platz, wenn sich ein Kind gut eingewöhnen lässt.

            Für mich kommt das egoistisch rüber. Ich finde man kann sich freuen und stolz sein wenn sich Kinder gut eingewöhnen lassen.

            • (10) 05.08.19 - 14:18

              Aber Menschen haben doch Gefühle und wenn man ein Jahr lang sozusagen jede Sekunde gebraucht wird und plötzlich sieht man (so gut das auch ist), dass das einstige Baby auch ohne die Mama glücklich ist - ja da darf doch so ein wehmütiges Gefühl vielleicht einmal aufkommen.
              Und nicht jede Mutti beschäftigt sich mit den Hintergründen und weiß automatisch, dass das ein gutes Zeichen sein kann.
              Ein bisschen Empathie finde ich nicht schlimm, denn deine Frage hat ja so niemanden weitergebracht.

        (13) 06.08.19 - 10:53

        Vielleicht hättest du dir den Post mal besser durchlesen sollen. 🤪

        Sie ist nicht deprimiert weil sie ihn abgeben muss sondern weil er sich sofort in einer anderen Umgebung und mit einer anderen Beszugsperson wohlfühlt, anstatt, wie ihr wahrscheinlich alle Welt erzählt hat, das er nur am rumheulen ist und die Welt nicht mehr versteht warum er jetzt da bleiben soll.
        Es kann nun mal so und so laufen. Und wenn man was anderes erwartet hat kommt es nun mal vor das man deprimiert sein kann. Egal ob das "anders" positiv oder negativ ist.

    (14) 05.08.19 - 12:29

    Wie hättest du ihn denn bei der Eingewöhnung eingeschätzt? Bin nur neugierig, deshalb die Frage :)

    Ansonsten finde ich, dass ihm an nichts fehlt und du alles super perfekt für ihn gemacht hast. Du hast ihm viel Zuwendung und Aufmerksamkeit gegeben, deshalb ist er so ausgeglichen; du hast seine Bedürfnisse richtig wahrgenommen. Besser kann es nicht laufen :) ich freue mich für euch, verstehe dich aber trotzdem :)

    Alles liebe euch :)

    Und genau diese Kinder fangen nach Wochen mit dem Theater an,weil Sie dan begreifen es ist Alltag.
    Unbedingt trotzdem eingewöhnen und dich ganz bewusst verabschieden!
    Die meisten arbeiten dan nach einigen Wochen und das Kind fängt plötzlich an zu schreien...
    Trotzdem komisch wie Du dies auf dich beziehst...hoffe dies zieht sich nicht die nächsten Jahre und macht unterschwellig was komisches.....
    So war es in 20 Jahren bei allen Kindern die gleich geblieben sind.

    (16) 05.08.19 - 19:19

    Hey :)

    Leider besteht bei vielen inzwischen ein ziemlich verkürztes und damit "gefährliches" Halbwissen zum Bindungskonzept. Und das wird fleißig weiterverbreitet.

    1. Es ist ein Riesenunterschied, ob man von 1-1,5 Jährigen spricht oder von 2, 3, 4jährigen oder eben von Babys, die jünger als 6-8 Monate sind.

    2. Es ist nicht generell gut, wenn 1jährige bei der Eingewöhnung weinen. Es ist auch nicht generell schlecht. Es kommt nicht nur auf das Verhalten nach der Trennung, sondern auch und v.a. auf das bei der Wiedervereinigung an. Kinder, die bei Trennung weinen und bei der Wiedervereinigung mit ihrer Bezugsperson weiterhin untröstlich sind, könnten (!) ebenso ein unsicheres Bindungsverhaltensmuster entwickelt haben, wie diejenigen, die nicht oder nur wenig weinen und bei Wiedervereinigung sich ebenfalls kaum für ihre Bezugsperson interessieren.

    3. 60% aller Kinder sind laut Studien im Alter von 1-1,5 Jahren sicher gebunden. D.h. aber auch : 40% sind es nicht. Diese 40% gehören genauso zur ganz "normalen" Ausprägung an Bindungsverhalten wie die 60% - Bindungsstörungen, die u.a. mit einer gestörten Liebes- und Beziehungsfähigkeit einhergehen, sind nochmal ganz was anderes.

    4. D.h.: 2 von 5 Kindern sind unsicher gebunden...Da beißt die Maus keinen Faden ab und es ist wichtig, da genau hinzuschauen und sich eben nicht vorschnell beruhigen zu lassen. Warum? Weil man respektive meistens ja frau dann so ein schönes schlechtes Gewissen hat?? Nein - sondern weil das Bindungsverhalten während des ganzen Lebens nachhaltig verändert werden kann. Jede Bezugsperson, die z.B. ein Elterntraining oder auch selbst eine Therapie zur Aufarbeitung evtl. bestehender emotionaler Altlasten macht, kann das Modell ihres Kindes von Bindung zum positiven hin verändern.

    5. Man kann also lernen, feinfühlig, prompt und angemessen auf die Bedürfnisse seines Kindes zu reagieren und das ist doch toll! Man muss gar nicht fatalistisch fehlende Liebe und ähnlich Haarsträubendes befürchten, sondern kann aktiv werden und etwas ändern.

    6. Es macht natürlich auch etwas aus, wie das Setting der Eingewöhnung ist und wie die Erzieherin/Tagesmutter es schafft, dem Kind Sicherheit zu vermitteln. Bei der Eingewöhnung in eine Krippe sind die Kinder meist ungleich mehr Stress ausgesetzt als im vergleichsweise familiären Umfeld einer Tagesmutter. Bei ersteren wird demnach viel eher das Bindungsverhaltenssystem aktiviert, während bei letzteren u.U. einfach das Explorieren überwiegt - v.a. wenn vorherige Treffen schon stattfanden. Das dicke Ende kann dann mitunter verzögert kommen, sobald das Kind Unsicherheit verspürt, sich weh tut oder in Konflikte mit anderen Kindern gerät - und dann die Bezugsperson nicht da ist. Nicht umsonst spricht man davon, dass ein Kind erst eingewöhnt ist, wenn die Erzieherin es verlässlich trösten kann...Da muss natürlich erstmal ein Grund zum Weinen bestanden haben, erst dann kann man abschätzen, ob eine gute Bindung zum Erzieher/Tagesvater etc. besteht.

    So...Das mal nur die wichtigsten Anhaltspunkte...Alles viel komplexer, als es gerne dargestellt wird...Also bitte bitte tut euch den Gefallen und reduziert es nicht auf "mein Kind weint nicht, wenn ich gehe - was habe ich falsch gemacht" . Das greift echt zu kurz.

    LG

(18) 05.08.19 - 21:40

Hallo du!

Mach dir nicht so viele Gedanken!
Ich habe zwei Kinder; beide vier Wochen zu früh gekommen, beide waren ohne mich im Krankenhaus (mussten noch in den Kasten), beide schlafen/schliefen im Familienbett, beide werden/wurden nach Bedarf gestillt...und beide gehen seit ihrem ersten Geburtstag zur Tagesmutti.
Sogar zur gleichen!
(nur nicht gemeinsam, als der kleine eingewöhnt wurde war die große bereits im Kindergarten)

Was soll diese Einleitung?
Meine Tochter hat Monate!! gebraucht um sich einzugewöhnen. Selbst jetzt, mit vier Jahren, weint sie morgens manchmal noch beim Abgeben.
Und mein Sohn?
Der brauchte nicht eine Minute eingewöhnt werden.
Den könnte ich theoretisch auch dem Briefträger mitgeben, würde ihn nicht jucken.

Während die Große ein schüchternes, zurückhaltenes und sehr ängstliches Kind ist ist der kleine ein aufgeschlossener und furchtloser Sonnenschein.
Und ich bin der Meinung ich habe keine gravierenden Unterschiede in der Erziehung gemacht.

Der "Einbruch" mit Heulen und Klammern kam beim kleinen übrigens nie; der ist einfach gern unter Menschen, egal ob er sie kennt oder nicht.

Es gibt eben solche und solche Kinder; wäre der kleine mein erstes Kind gewesen hätte ich auch arg an mir gezweifelt, so aber kann ich es auch ein kleines bisschen genießen ;)

Liebe Grüße!

(19) 06.08.19 - 08:08

Ich behauptet mal es sein normale 😂
Wir hatte bei unserer Hochzeit einen babysitter (Cousine meines Mannes, Sohn war 11 Monate), ich hab mir schon Sorgen gemacht da wir nur zu 2 treffen gekommen sind.
Am Tag der Hochzeit hat sie sich den ganzen Tag um ihn gekümmert und er war wirklich brav, hatte schon Angst wenn er mich sieht das es dann vorbei ist.
Aber so war es nicht, er hat bei ihr sogar die erste Nacht durchgeschlafen 😍

Ich war so erleichtert und hab mir gedacht "toll das es so schön geklappt hat".
Tja würde ich ihn jetzt abgeben, wäre das Geschrei groß (20 Monate)

(20) 06.08.19 - 13:43

Mein großes Kind war auch so, oh da ist was neues "Tschüß Mama"...
Ich habe das immer als gutes Zeichen empfunden, dass er mir/uns so weit vertraut, dass es offensichtlich in Ordnung ist, wenn Mama mich hier absetzt. Mein großer Sohn und ich haben eine ganz starke Bindung und er flitzt los in den Kindergarten (es hat bisher vielleicht 3 Tage gegeben, wo er geweint hat und er geht jetzt anderthalb Jahre), aber er kommt auch gern wieder zurück. Ich finde das toll...
Beim kleinen, der in 6 Wochen in die Kita kommt, wird das vermutlich nicht so easy, da wir erstens nicht so eine dolle Verbindung haben (dafür mit Papa) und da er ein Schreibaby war, musste ich ihn immer mal schreien lassen, weil ich sonst durchgedreht wäre und bei ihm ist das Vertrauen nicht ganz so groß. Er kontrolliert immer, ob wir auch da sind. Es ist meiner Meinung nach wirklich ein Vertrauensbeweis, wenn sie so sicher sind, dass Mama wieder kommt.

War bei meinem sohn genauso,seh das positiv.
Auch bei der neuen tamu ist es der fall.
Solange dein sohn sich da wohl fühlt und du ein gutes Gefühl hast ist alles super

(22) 06.08.19 - 17:49

Ich bin auch der Meinung, dass das überhaupt nicht bedeutet, dass er Dich nicht braucht oder kein Näheverhältnis zu Dir hat, sondern dass er Dir blind (also auch wenn er Dich nicht sieht) vertraut, dass Du ihn nur bei lieben Personen lässt und dass Du wieder kommst. Das ist super. Dein Kind liebt Dich und vertraut Dir, weil Du ihm den Raum gegeben hast auch andere Personen in sein Leben zu lassen und Spaß mit diesen zu haben ohne dass er Angst haben muss, dass Du ihn weniger liebst. Insoweit ist das ein riesiger Liebes- und Vertrauensbeweis. Denn nur ein sehr liebendes Kind kann so vertrauen.

Und gaaaanz bestimmt wird es Tage geben, an denen er lieber auch Mal wieder den ganzen Tag mit Dir verbringen will. Das ist auch ganz normal und dennoch wird er sich auch bei der Tagesmutter au h an diesen Tagen wohl fühlen und letztlich auch gerne dort spielen, auch wenn er anfangs traurig ist, wenn Du ihn a gibst. Beziehe nicht alles negativ auf Dich, sondern sehe die positiven Entwicklungsschritte Deines Sohnes. Du bist ne klasse Mama!

Viele liebe Grüße
Sidney

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