22 Monate und wenig Kommunikation

    • (1) 06.08.19 - 15:28

      Hallo ihr Lieben,

      Meine Tochter ist 22 Monate alt und wir haben gerade die Kita Eingewöhnung. Mir fällt auf, dass sie irgendwie viel weniger Kontakt sucht, als ihre Altersgenossen. Oft steht sie verloren da und guckt durch andere hindurch. Auch spricht sie nur einzelne Worte, sie reiht sie noch nicht aneinander. Sie sagt Teddy, Mama, Papa, Oma, Opa, Puppe, Wauwau, Auto, runter, kann Tiergeräusche nachmachen. Aber eigentlich ist es nicht so sehr die Sprache, die mich besorgt, sondern dieses verträumte vor sich hinstarren. Sie versteht einfache Anweisungen, hört aber absolut nie auf "nein". Kann mich jemand beruhigen ? Irgendwie bin ich ganz aufgebracht seit ich die anderen Kinder in der Kita gesehen habe, die sich irgendwie so anders verhalten. Danke im Voraus!

      • Noch als Nachtrag: sie mag auch viele Dinge nicht, die andere in ihrem Alter lieben. Sie hasst es,zu baden, sie mag nicht rutschen. Sie isst kein Brot und im Allgemeinen nicht so gut. Sie zeigt auch wenig Mimik. Wenn man mit ihr tobt lacht sie, aber wenn man sie einfach anlächelt, lächelt sie sehr selten zurück. Oft hat sie halt einfach ihren starren Blick drauf. Es würde mich so beruhigen, wenn mir jemand antworten würde, dessen Kind vielleicht auch "irgendwie anders" war in dem Alter, aber sich trotzdem normal entwickelt hat.

        • Das ist von außen schwer zu beurteilen, was sagen den die Erzieherinnen? Also für mich klingt es nicht komisch, sie gewöhnt sich ja erst ein, da hatte meine auch wenig Interesse an den anderen und ihr war es auch zu viel, viele Kinder, alles neu, das rumschreien. Sie ist eher ein ruhiges Kind und hat sich z b auch oft einfach zurück gezogen, die Erzieher sahen dass aber nie negativ, sie meinten es wäre total bewundernswert dass sie mit knapp 2 Jahren schon merkt "dass ist mir zuviel, ich gehe" und sich in eine ruhige Ecke verzieht und da alleine spielt. Jetzt ist sie bald 3 und fängt gerade erst an auf die Kinder zu zugehen, ihre "beste Freundin" hat sie gefunden und mit ihr spielt sie und macht alles mit ihr zusammen, die ist meinem Kind übrigens sehr ähnlich, auch ein eher ruhiges Kind.
          Die Sprache war bei meiner mit knapp 2 auch ähnlich, es gab mal 2 Worte hinter einander z b Mama komm aber kurz nach ihrem zweiten Geburtstag ist sie sprachlich echt explodiert. Da konnte ich direkt richtige Unterhaltungen mit ihr führen. Verträumt ist mein Kind auch, sie schaut oft mal ins nichts und "hängt" ihren Gedanken nach.

          Würde es trotzdem mal beim Kinderarzt ansprechen um sicher zu sein

      Hallo 👋🏻
      Da noch niemand geantwortet hat.
      Ich kann dir da nicht groß weiterhelfen. Ich finde jetzt prinzipiell nicht, dass es schlimm ist, dass sie baden und rutschen doof findet. Nicht jeder Mensch mag dieselben Dinge.

      Was Mimik etc angeht, kann ich dir nur raten, es beim Kinderarzt anzusprechen wenn es dich so sehr beunruhigt.
      Ich glaube, wäre ich du und würde mein Kind als "so anders" einschätzen als die anderen Kinder, würde ich wohl mit einem Fachmenschen darüber sprechen.

      Auch finde ich es, persönlich, nicht besonders beunruhigend, dass sie noch keine 2/3-Wort Sätze bildet. Die einen machen es später, die anderen früher.

      Das hindurchstarren und die mangelnde Mimik finde ich selbst komisch (kann ja nur mit meinen Kindern vergleichen).

      Ich drücke dich Mal

    • Danke für deine Antwort. Ich habe es schon beim Kinderarzt angesprochen. Wir haben daraufhin eine Ergotherapie verordnet bekommen, in der vor allem Autismus ausgeschlossen wurde. Laut Fachleuten und auch laut Kita Ist alles okay mit ihr. Aber ich wundere mich doch. Vielleicht kann mich hier ja noch jemand beruhigen.

      Für mich klingt es auch nicht sonderlich beunruhigend. Aber das man aus einem kurzen Text natürlich nicht beurteilen.
      Das sie in dem Alter noch nicht spricht, kann normal sein.
      Auch dieses verträumte rumgucken. Manche Kinder beobachten eben gerne viel.
      Das macht mein Sohn auch. Vor allem wenn er ältere Kinder beobachtet. Er ist total konzentriert und fasziniert.
      Das sie noch kein Interesse an Kindern hat, ist auch ganz normal. Dafür ist es noch früh.
      Auch die Mimik und Gestik müssen Kinder noch lernen.
      Das sie kein Nein hört, ist auch relativ normal. Vor allem, wenn du wenig Taten nach dem Nein folgen lässt. Kinder in dem Alter brauchen noch den Zusammenhang zwischen dem Verbalen und Physischen. Hast du nein gesagt, wenn sie da nicht hin soll, sollte auch eine Handlung folgen und sie da wegführen.
      Bist du denn sonst oft mit ihr unter Kindern? Wie reagiert sie da? Hat sie zB ein Cousin, Nachbarn, oder Bekannten den sie näher kennt und mit ihm in Kontakt tritt?
      Vielleicht kannst du mit ihr ein Buch über Emotionen/Mimik anschauen und ihr erklären welche Emotionen dargestellt sind.
      Wie ist sie mit dir? Kommuniziert sie mit dir?

    Kita bedeutet für sie alles neu. Viele Reize, viel Neues.
    Da reagiere ich als Erwachsene heute noch so, wie deine Tochter.

    Ich wirke verträumt, versuche aber eigentlich die ganzen Reize zu sortieren.

    Ich mag andere Menschen. Am besten in kleineren Einzelversionen, wenn ich Zeit habe, mich diesen anzunähern. Beobachten, herantasten, ansprechen.
    Gerne auf dem Spielplatz, wenn wenig los ist. Wenige Kinder, wenige Erwachsene. Da fällt es mir leichter in Kontakt mit anderen Erwachsenen zu kommen #schein


    Baden mochte ich nicht als Kind. Schwimmbad habe ich geliebt.
    Baden mochte mein Kind erst, als sie sicher sitzen konnte. Ab da war es ooookay.
    schwimmbad war erst einige Jahre später ok. Seither liebt sie es. Seit sie sicher schwimmen kann.


    Mimik zeige ich heute noch kaum.
    Das wäre der Punkt, bei dem ich Erzieherinnen mal ansprechen würde.

    Bei mir ist es so, dass ich "unaufmerksam" wirke, wenn ich alles aufnehme
    und interessiert wirke, wenn ich wirklich völlig abwesend bin.
    Mein Kind zeigt mehr Mimik.


    Wie ist ihr aktiver und ihr passiver Wortschatz?
    Manche Kinder sprechen wenig oder spät, haben dafür einen riesigen passiven Wortschatz.
    Andere Kinder sprechen schon viele Wörter, ihr passiver Wortschatz ist dafür nicht sooo viel größer.

    Sprache innerlich verarbeiten kann auch Ressourcen beanspruchen.



    Wie agiert sie allgemein mit anderen Kindern?
    Besonders in kleineren, überschaubareren Situationen?

    Meine liebte den Kindergarten (ab 3 Jahren). Allerdings blendete sie sich da zwischendurch aus. Sie zog sich nach innen zurück, wenn es ihr zu viel wurde.

    Sie liebte auch andere Kinder. Schon als Kleinkind. Allerdings klappte das in überschaubarerer Umgebung besser. Da suchte sie aktiver selbst Kontakt.

    Ach so, wir beide (Kind und ich) haben soziale Kontakte, Freunde und gehen gerne ins Schwimmbad. Zumindest an ruhigeren Tagen, wenn es nicht so voll ist.

    (10) 07.08.19 - 10:46

    Wir sind auch gerade in der Eingewöhnung und mein Sohn ist 23 Monate.
    Er war in der Anfangsphase sehr zurückhaltend und wollte auch nicht gleich mit den Kindern oder Erzieherinnen agieren. Das hat sich mittlerweile gelegt. Als die erste Trennung in die Hose ging, hatte ich ein interessantes Gespräch mit seiner Erzieherin. Die Kinder müssen viel mehr verarbeiten als wir das Erwachsene wahrnehmen. Da ist jede neue Person, Kind oder Erwachsener, und jeder neue Raum und die Außenbereiche eine neue Herausforderung. Kinder nehmen das erstmal anders war und intensiver.
    Schaut sie daheim auch so vor sich hin? Wenn nicht, versucht sie das vielleicht in der Kita so für sich zu verarbeiten. Wenn ja, würde ich es beobachten und mit dem Kinderarzt und den Erziehern sprechen.

    LG Cala

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