Autismus Tests und Diagnose bei einem fast 3 Jährigen

    • (1) 10.08.19 - 10:16

      Hallo,

      wir sind mit unserem Sohn bei der Frühförderung da er nicht spricht und motorisch hinterher hängt.

      Er geht seit Donnerstag in den Kindergarten zur Eingewöhnung (Falls es wichtig ist) und war vorher immer nur bei mir Zuhause. Er ist unser erstes Kind und ein Einzelkind.

      Wir waren in einer Pädaudiologie wo man leider keinen Hörtest mit ihm machen konnte. Er war nur am Weinen und eine Untersuchung an Ohren, Nase und Rachen ergaben, dass alles optisch in Ordnung sei und die Ohren seien auch belüftet. Dies sagte zuvor auch unser HNO Arzt. Ein Bera? Test wurde nicht gemacht. Alles in allem wissen wir noch nicht ob er wirklich gut hört, ich denke aber schon! Wir wiederholen den Hörtest in ca. 4 Monaten (Termine sind vorher nicht frei)

      Nun sind wir bei der Frühförderung gelandet und mitten in der Diagnostik. Wir haben noch 2 Termine vor uns. Ergotherapeutin und Logopädin. Bei dem Termin mit der Pädagogin hieß es, sie denkt er hätte entweder zu viele Reize (und käme damit nicht klar) oder er braucht eindeutige Reize.

      Mittwoch waren wir bei einer Ärztin und diese warf den Begriff Autismus in den Raum. Wir könnten uns ja wenigsten schon mal einen Termin in der Autismus Ambulanz geben lassen und abwarten was bis dahin passiert.

      Wir haben vorgestern da angerufen und mit einer sehr netten Dame über die Situation gesprochen. Sie findet, es es wäre sehr früh für unseren Sohn dies festzustellen. Viele der Symptome wären bis zum 4. Lebensjahr teilweise normal und es wäre nicht so einfach Autismus im Kleinkindalter festzustellen. Wir sollen mit dem Kinderarzt darüber sprechen, denn wir bräuchten eh eine Überweisung. Wir haben uns jetzt einen Elternbogen schicken lassen (Wir müssen für eine Terminvergabe in der Autismus Ambulanz einen Fragebogen ausfüllen)

      Ich bin aber ehrlich gesagt hin und her gerissen. Hat jemand Erfahrung mit Autismus im Kleinkindalter? Kann man es wirklich schwer fest machen ? Hatten eure Kinder eine Frühförderung?

      Ich bin momentan noch so im Zwiespalt. Ich denke er wurde von mir einfach zu sehr in Schutz genommen. Ich habe mich selten getraut ihn was alleine zu machen und ich glaube er ist dadurch nicht selbstständig obwohl er motorisch in der Lage wäre... ich glaube ich verunsichere ihn und er denkt es geht nur mit Mama. Im Kindergarten sind die Erzieher der Ansicht, er holt alles auf und braucht einfach andere Kinder zum Nachahmen. Die hatte er kaum bis gar nicht um sich.

      Wie sind eure Erfahrungen zum Thema Autismus und der Diagnose? Ab wann kann man es feststellen? Waren eure Kinder auch "hinterher" ohne Autistisch zu sein? Wurden sie durch eine Frühförderung auf den richtigen Weg geleitet oder durch den Kindergarten?

      LG

      • (2) 10.08.19 - 10:36

        Ich kann dir aus beruflicher Sicht sagen, dass i.d.R. die Kinder in dem Alter beobachtet werden aber noch keine feste Diagnose gestellt wird. Das heißt aber ja nicht, dass man die Kinder nicht fördern kann. Ich bin mir bzgl. der Regelung nicht sicher und es ist auch je nach Region unterschiedlich. Oft kann man in so jungem Alter auch die Förderung präventiv in der Autismusambulanz nutzen ohne eine feste Diagnose. Oder es läuft eben erstmal Frühförderung. Möglicherweise wird nach Abschluss der Entwicklungsdiagnostik auch überlegt ob dein Kind integrativ in der Kita betreut werden kann.
        Wichtig ist ja jetzt erstmal alles im Blick zu behalten, dein Kind dort zu unterstützen wo es das braucht. So lange das ohne ein "Etikett" geht ist das meiner Meinung nach auch gut so :)

        • (3) 10.08.19 - 10:41

          Aber wenn Autismusambulanz und Kita vorschlagen jetzt erstmal abzuwarten wie er von der sozialen Situation in der Kita profitiert, dann ist das ja auch ein Plan.
          Je nachdem was bzgl. Sprache, kognitiver und motorischer Entwicklung raus kommt, schadet zusätzliche Frühförderung dann ja auch nicht.
          Ich finde es mutig dass du auch dein eigenes Verhalten reflektierst und sicher kann man als Eltern auch sein Kind bis zu einem bestimmten Punkt unterstützen. Aber erwarte nicht von dir jetzt alles perfekt machen zu müssen, du tust bestimmt dein Bestes :)

          • (4) 10.08.19 - 11:33

            Hallo,

            ich bedanke mich für deinen Beitrag. Darf ich dir über PN schreiben wenn ich noch Fragen habe? Es wäre für mich sehr hilfreich.

            Ich habe hier bereits noch eine Mutter gefunden mit der ich über PN schreibe, sie hat auch ein Kind in meinem Alter welches Sprachlich und Motorisch zurück hängt. Es tut mir gut mich auszutauschen.

            LG

      Hallo Kathy0905,

      wie ist denn seine soziale Interaktion mit Kindern und Erwachsenen? Nimmt er Kontakt auf? Wie begründet die Ärztin den Autismusverdacht? Sicher könntest du einen Termin bei der Autismusambulanz machen, wenn diese dann wirklich die Diagnostik durchführt.

      Für euch ist es erstmal wichtig zu wissen, ob euer Sohn überhaupt gut hören kann? Ohne Hören, sag ich mal ganz schlecht sprechen lernen.

      Mein Jüngster ist frühkindlicher Autist. Mit 2,5 wurde er der Amtsärztin vorgestellt, da er nicht mehr als Mama, Papa ja und nein sagen kann. Hörtest war ok, Sprache nicht. War aber fast immer in seiner eigenen Welt, ging über Tische Stühle Bänke, manchmal auch aggressiv. Die Diagnose lautete psychomotorische Störung mit autistischen Zügen. Na prima, da konnte keiner etwas mit anfangen. Wir bekamen Frühförderung und einen Integrations-Platz im Regelkindergarten. Die im Kindergarten sagten, das mein Kind ADHS haben könnte, aber Autismus sahen sie nicht, weil er langsam gelernt hatte Blickkontakt aufzunehmen. Eigentlich für die ein Aussschlusskriterium. Mein Sohn bekam in der Kita Physiotherapie bis kurz vor der Einschulung. Er hatte teilweise starke motorische Defizite. Was wir damals aber nicht wußten, dass sich dahinter ein nicht erkanntes KISS-KiDD-Syndrom verbarg, also KISS-Syndrom im Kleinkind bzw. Schulalter (mein Großer hatte es nämlich auch, der hatte auch Probleme im in der Motorik). Und mit knapp 5 Jahren fing wir mit der Diagnostik an in einem sehr bekannte Sozialpädiatrie Zentrum (SPZ). Aber ein schlechter Ort für eine Autismusdiagnose. Die Autismusambulanz hatte die Diagnostik dorthin abgegeben. Ende vom Lied keine Autismusdiagnose, weil Blickkontakt und Interkation vorhanden war. Kind ist nur ein Buch mit sieben Siegeln und motorisch unruhig. Was für ein Unfug. Ein Jahr später bekamen wir die Diagnose Autismus bei einer KJP, die sowohl auf ADHS und Autismus spezialisiert war. ADHS wurde erstmal ausgeschlossen bzw. sollte erstmal die Kopfgelenke (KiSS-Syndrom) in Ordnung bringen bei meinem Kind. Wenn nicht besser dann käme einen weitere Diagnostik in Frage. Hatten wir uns erspart, motorische Unruhe wurde nach manueller Therapie sehr viel besser. Mein Kind kann teilweise stundenlang ruhig sitzen.


      Wir hatten eine lange Diagnosesuche hinter uns. Bei euch denke ich erstmal, dass das Gehör des Kindes richtig überprüft wird.


      LG Hinzwife

      • Hallo und danke für deine ausführliche Antwort.

        Unser Sohn spricht auch nur wenige Wörter und auch diese nicht gezielt. Er verständigt sich mit uns indem er uns an die Hand nimmt und uns zeigt was er haben möchte.

        Er macht viele verschiedene Laute und spricht sehr viel am Tag aber er klingt wie ein Amerikaner der 10 Kaugummis im Mund hat. Unser Kinderarzt hält ihn einfach für langsam und er braucht den Kontakt zu Kindern.

        Zu Kindern sucht er Kontakt, wird aber oft zurückgewiesen da er nicht "richtig" mit spielt und vieles noch in den Mund steckt (er bekommt gerade noch die letzten Backenzähne).

        Er nimmt Blickkontakt auf und lächelt auch wenn ich lächel, streichelt mich wenn ich weine (kam 1x vor) und füttert mich wie ein Baby wenn ich ihn füttere.

        Die Ärztin hatte ihn kaum gesehen und erlebt. Er ist mir nämlich kurz vor dem Termin im Auto eingeschlafen. Unser Fehler war, dass wir einen Tag davor auf der Kirmes waren von der er noch total erschöpft war.

        Als ich ihn wach machen sollte für die Untersuchung bekam er nicht mal die Zeit richtig wach zu werden. Die Ärztin legte sofort los und wollte mit einem Hammer die Reflexe testen. Er war daraufhin außer sich und hat nur noch gebrüllt und wurde richtig hysterisch.

        Einen Moment später kam eine Psychologin dazu die meinte sie sei neu im Team und dürfte sich Fälle ansehen. Ich war damit nicht einverstanden.. mein Sohn ist in ungewohnten Umgebungen eh nicht so gut drauf und dann noch 2 fremde Personen und er wurde gerade erst wach und direkt mit einem Hammer am Knie "berührt" :(

        Sie sahen mich an als hätte ich ein Problemkind.. er hat sich einfach nicht beruhigt. Die Ärztin fand es außerdem beunruhigend, dass ich alles für ihn machen muss. Also er nimmt meine Hand und führt zum Beispiel Puzzle in die richtige Form. Oder ich baue einen Turm und er hält die Hand von mir nur fest. usw... das macht er bei fast allem.

        Für die Erzieher ist das ein "Rollenspiel" er ist die Mama und ich das Kind. Er lernt gerade, dass er eine eigenständige Person ist und braucht vielleicht auch gerade die Sicherheit indem ich noch Sachen für ihn festhalte. Die Ärztin hält ihn auf Grund dieser Merkmale und dem Gefühlsausbruch für autistisch.

        Ach ja, er isst nicht mit Besteck. Aber dazu muss ich sagen, da bin ich selber Schuld. Ich habe ihn halt immer gefüttert weil er es so wollte.. ich bin einfach auch nicht konsequent genug. Er isst aber auch nur Fingerfood und viel Obst und mag kaum Dinge Essen die wie "normales" Mittagessen aussehen. Er wurde allerdings auch 2 Jahre gestillt weil er einfach nicht probieren wollte. Erst danach ging es sooo langsam los.

        Sein Spie ist auch nicht so einfallsreich. Er legt die Spielsachen oft von A nach B oder möchte halt, dass ich dabei bleibe und hält meine Hand. Ich glaube er ist einfach unsicher in meiner Nähe, weil ich ihm das Gefühl gebe er kann es nicht alleine und nur mit Mama. Das war aber nie mein Ziel :(

        LG und sorry das ich so viel schreibe :)

    (7) 10.08.19 - 22:49

    Wir waren ja im SPZ, da mein Sohn auch nicht sprechen will, aber auf die Frage ob früh kindlicher Autismus die Antwort auf das Nichtsprechen ist, konnte die Kinderärztin nicht beantworten. Sie sagt, dass man erst mit 5 Jahren darüber eine Diagnose stellen kann. Naja Wir warten noch auf die frühförderung, nächste Woche geht Ergotherapie und Logopädie los. Aber durch die Ohren-OP kann er wesentlich besser hören. Das ist ja schon mal was 😄

    • (8) 11.08.19 - 10:22

      Hallo,

      danke :) darf ich fragen wie und durch wen wurde festgestellt, dass euer Kind etwas an den Ohren hat?Wir waren beim HNO aber Kinder sind natürlich in dem Alter von Ärzten eher weniger angetan ^^ und in der Pädaudiologie konnte man auch nur optisch schauen.

      Hattet ihr mehrere Meinungen und was wurde dann operiert?

      LG

      • (9) 11.08.19 - 13:28

        Mein Sohn hatte seit Beginn der Kita anfang dieses Jahres Dauerschnupfen, hat nur noch durch den Mund geatmet und nachts atemaussetzer gehabt. Also zum HNO. Der hat gleich gesehen, dass schleim hinter dem Trommelfell beidseitig ist. Von den ganzen Tests ging nur der, wo er Kopfhörer im Ohr hatte, um Paukenerguss zu erkennen, und es gab auf dem Diagramm keine ausschläge. Also Paukenerguss. Der test ging aber auch nur mit Mamas Handy. Er hatte auch zu große Gaumen- und rachenmandeln. Alles wurde operiert. Während der Narkose wurde gleich der BERA test gemacht und der war sehr gut. Jetzt müssen wir hoffen, dass das Gehirn die für ihn neuen Worte, laute usw irgendwann verarbeiten kann.

1. Erzieht ihr ein- oder zweisprachig?
2. Versteht er Deine Aufforderungen etc. und führt diese dann auch aus?
3. Was bedeutet "motorisch hinterher" denn genau? Was kann er denn noch nicht?
4. Integriert er sich in Kleingruppen in der KiTa oder sucht er er sich lieber eine ruhige Ecke?
5. Wie geht er mit vertrauten Erwachsenen in eurer Umgebung um?

  • Hallo,

    danke für deine Fragen, diese stellte man uns auch in der Frühförderstelle wo wir gerade behandelt werden.

    Wir erziehen nur auf Deutsch. Allerdings war mein großer Fehler, dass er sehr früh auch englische Kinderlieder hören durfte (CD, Fernseher) Die von der Frühförderung haben mir diesbezüglich schon was erzählt und ich lasse diese Dinge seit einiger Zeit komplett weg.

    Motorisch hinterher, also zum Beispiel kann er nicht normal Schaukeln. Er hängt sich mit dem Bauch drüber. Er macht Dinge nicht alleine (Malen, Bausteine stapeln, mit Besteck essen) nur wenn ich diese Dinge in den Händen halte. Er macht dann quasi alles alleine aber ich muss es festhalten.

    Er kann aber laufen, springen, klettern, drehen, rolle vorwärts und seitwärts.. er ist sehr sportlich. Mittlerweile Puzzelt er ein bisschen alleine und kann auch etwas Fädeln aber es ist noch nicht wie bei einem fast 3 Jährigen der Fall :/

    Aufforderungen versteht er eigendlich nur wenige. Zum Beispiel, wenn er etwas nicht darf oder er hört auch auf seinen Namen. Er schaut zu mir wenn ich sage "schau mal" oder "guck mal" und schaut auch auf Dinge die ihm zeige. Aber er würde mir jetzt nicht seine Schuhe bringen zum Beispiel. Manchmal glaube ich er ist noch nicht "auf Sendung" in einigen Dingen :)

    Kindergarten ist er erst seit Donnerstag und spielt eher für sich im Moment. Aber er bewegt sich auch zwischen den anderen Kindern. Er umarmt andere Kinder wenn er merkt sie sind traurig. Aber so richtig spielen eher weniger (aber er kennt es auch nicht und denkt schnell, andere Kinder würden ihm die Spielsachen wegnehmen wollen)

    Mit uns Erwachsenen geht er okay um. Diejenigen die er richtig gut kennt, umarmt er. Er kommt regelmäßig mit Karten zu seiner Oma und erzählt was dazu, schüttelt mit dem Kopf und gibt Laute von sich die sich und Kauderwelsch. Meinen Papa nimmt er regelmäßig an die Hand und möchte auf seinem Schoß oder auf den Arm.


    Die Erzieher finden dieses Verhalten teilweise normal in dem Alter. Auch das alleine spielen, da Kinder sich lange Zeit nur sich selbst sehen würden. Ich hoffe ich konnte die Fragen alle gut beantworten.

    Zum Thema selbstständig Essen und trinken.. muss ich aber dazu sagen, dass ich lange gefüttert habe und immer Angst hatte, dass was kaputt geht oder schmutzig wird. Ich habe ihn nicht machen lassen und entdecken lassen. Es ist ein Problem welches ich selber habe mit Ordnung und so.. aber ich arbeite gerade daran und er darf jetzt auch matschen und entdecken. Das hätte laut Ergotherapeutin schon viel früher passieren müssen. Wäre aber jetzt auch noch nicht zu spät um es zu lernen. Man sagte mir ich soll ihn mal machen lassen und viel loben um sein Selbstbewusstsein zu stärken.

    LG

(12) 11.08.19 - 10:28

Hab dir eine pn geschrieben.


Lg

(13) 11.08.19 - 11:45

Schau doch mal hier rein, sehr interessant und auch durchaus informativ: Ellas Blog

Hier die Diagnosestellung Autismus bei verschieden Kindern:

https://ellasblog.de/autismus/ueber-autismus/gesammelte-erfahrungen-fuer-erste-anzeichen/

<<
Die Kinder mit frühkindlichem oder Kanner-Autismus sind eigentlich fast immer schon von Geburt an oder dann kurz darauf auffällig:
Marianne schrieb mir: „Mein Sohn hat von Anfang an sehr viel geschrien, lange keinen Blickkontakt aufgenommen und war sehr berührungsempfindlich. Die Sprachentwicklung blieb aus, er entwickelte auch kein Spielverhalten. Ich recherchierte selbst im Internet und kam irgendwann um das Thema Autismus nicht mehr herum. Als mein Sohn vier Jahre alt war wurde ‚frühkindlicher Autismus‘ diagnostiziert.“
Susa erzählte mir, dass ihr Sohn sich während der Schwangerschaft kaum bewegt hatte und als Baby immer nur wie ein kleines Kätzchen gejammert und nie richtig laut geschrien habe. Es schien ihm gleichgültig zu sein, wer ihn auf den Arm nahm, er machte keinen spürbaren Unterschied zwischen fremden Personen und den Eltern. Zudem war er sehr hypoton, spuckte viel Milch und Brei wieder aus. Die Hypotonie führte auch regelmäßig zu Verstopfungen, weil der Darm zu träge war. Dazu kamen die fehlende Sprachentwicklung und motorische Entwicklungsverzögerungen – er konnte erst mit vier Jahren laufen. Nach Ausschluss vieler genetischer Syndrome folgte mit 5 Jahren die Diagnose „frühkindlicher Autismus“.
Romina schrieb: „Meine Tochter schlief eigentlich nie. Sie machte niemals Mittagsschlaf, schlief niemals normal ein, sondern nur aus Erschöpfung, wenn es gar nicht mehr anders ging. Insgesamt ist ihr Schlafbedürfnis bis heute sehr gering. Sie spricht nicht und verhält sich anderen gegenüber distanzlos. Wir erhielten die Diagnose ‚frühkindlicher Autismus‘ mit 3 Jahren.“
Tom erzählte vom Kinderarzt, der die Familie behutsam darauf ansprach, dass er Untersuchungen im Sozialpädiatrischen Zentrum empfehlen würde, da er eine Diagnose im Autismus-Spektrum vermutete. Damals war sein Sohn erst ein Jahr alt, sprach nicht, schlief kaum, konnte noch nicht laufen und hatte scheinbar kein Interesse an seiner Umwelt. Es bestätigte sich mit drei Jahren die Diagnose „frühkindlicher Autismus“.
Dirk schrieb mir, dass sein Sohn schon von Geburt an „anders“ war. Er schrie viel, kam nie zur Ruhe, schlief wenig, behielt kaum Essen und entwickelte keine motorischen Ambitionen zum Krabbeln oder gar Laufen. Das Sprechen, das mit ca. 3 Jahren einsetzte, war ein echolalisches, er wiederholte alles, was er hörte, unzählige Male, beteiligte sich aber nicht adäquat an Gesprächen. Schnell war er frustriert und wurde aus für die Familie damals unverständlichen Gründen sehr wütend.
Nach den Diagnoseverfahren ADI-R und ADOS (Erklärung siehe bitte unten) bekam er mit vier Jahren die Diagnose „frühkindlicher Autismus“.
Auch bei Annas Sohn fiel zum Beispiel auf, dass er nicht reagierte, wenn man ihn rief, dass er selten Blickkontakt aufnahm und sich keine Sprache entwickelte.
Bei Adis Tochter waren es zusätzlich der Zehenspitzengang und die flatternden Arm- und Handbewegungen, die auffielen.
Beide spielten nicht mit Spielzeugen, sondern beschäftigten sich vor allem über den Mund mit auch ungenießbaren Materialien. Sie erhielten mit drei Jahren die Diagnose „frühkindlicher Autismus“.<<

Manchmal wird frühkindlicher Autismus recht früh diagnostiziert mit ca. 3 Jahren.
Bei uns wurde es spät mit 6 Jahren diagnostiziert, da ein unbehandeltes KISS-Syndrom im Kleinkind bzw. Schulalter den Autismus irgendwie überlappte. Es waren eher die ADHS-Symptomatik, die durch das KISS-Syndrom hervorgerufen wurden. Mit 3 Jahren wurde eher nach Ritalin bei meinem Jüngsten geschrien, damit er nicht über Tische Stühle Bänke ging. Und dann der eher gute Blickkontakt (bei vielen Diagnostikern eher ein Ausschlusskriterium). Über KISS-KIDD dachte ich immer Kopfgelenke justieren und fertig. Denkste, es gab sogar mal eine Selbsthilfegruppe im Internet, wo ich doch viel mitgeschrieben hatte wegen meinen beiden Kindern. Auch der Große hatte KISS-KIDD. Beide Kinder hatten gemeinsam motorische Probleme. Der Große war ein Träumer (ADS-ähnlich) und der Kleine eben ADHS-Symptomatik. Erst durch manuelle Therapie wurde diese Symptomatik besser und Autismus kam immer weiter durch. Komisch, aber es ist so. Es gibt viele Autisten, die zusätzlich auch noch ADHS/ADS als Zusatzdiagnose haben. Und komisch, viele bekommen erst die Diagnose ADHS/ADS und dann Autismus. Spätestens wenn sie auf Ritalin oder sonstige Medis eingestellt wurden, dann kommt die Autismusdiagnose.


LG Hinzwife

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