Akzeptanz, ein Einzelkind zu haben

    • (1) 13.08.19 - 23:48

      An alle, die ungewollt ein Einzelkind haben. Was ist eure Erfahrung, wie lange hat bei euch die Trauer gedauert, Abschied von Gedanken an noch eine Schwangerschaft, noch einmal ein Baby, noch ein kleines Wesen, was man so unendlich liebt. Zur Zeit denke ich täglich darüber nach. Wie schade es ist, dass unsere Tochter keine Geschwister hat. Für sie, aber auch für mich/uns. Das sie nie Tante wird, dass sie keine Geschwister hat, wenn wir mal nicht mehr da sind, etc. Ich sehe nur noch Schwangere und bin tierisch neidisch. Ab wann ist Grad drüber gewachsen? Ab wann ist das Thema Baby abgehakt, frage ich mich.
      Zu meinem Hintergrund: Das Spermiogramm meines Mannes ist eingeschränkt, unsere Tochter ist durch eine ICSI entstanden, da war ich bereits 40. Wir hatten dann noch two Geschwisterversuche, jedoch negativ. Nun bin ich 43, was eine persönliche Grenze ist. Und würde nun gerne einfach mit dem Thema abschließen. Mich einfach nur tierisch über unsere Tochter freuen. Aber doch hoffe ich jeden Monat, dass ein Wunder geschieht. Es ist, als ob nach Jahren des Kinderwunaches so eine Routine im Kopf daraus geworden ist... 🙄

      • Hallo
        Wir haben uns gerade schweren Herzens gegen ein weiteres Kind entschieden. Beziehungsweise definitiv gegen den Weg Kinderwunschklinik. Wir sind 2 Frauen und wohnen im Ausland. Wir sind beide durch unsere Familie vorbelastet und wollten das nicht unbedingt weitergeben. Unsere Tochter ist so also durch Embryo Adoption zu uns gekommen. Die Schwangerschaft war hart. Mir ging es sehr schlecht und ich landete mehrfach im Krankenhaus. Ob das wieder so wäre, weiß natürlich keiner. Nur haben wir jetzt eben ein kleines Kind und wohnen im Ausland, so gut wie ohne Hilfe. Vieles ist hier anders und es wäre für uns sehr schwer, wäre es auch nur annähernd so schlimm. Der Wunsch nach einem zweiten Kind ist aber sehr groß, also überlegten wir sehr lange hin und her. Erst dachten wir an Adoption. Leider ist das hier als Ausländer nicht möglich. Also waren wir wieder bei der Kinderwunschklinik. Aber auch hier ist einiges sehr anders als in dem Land, in dem wir während der Schwangerschaft lebten. Dazu alles andere.
        Jetzt sieht es so aus dass unsere Tochter Probleme mit dem hören hat. Das war für uns jetzt der ausschlaggebende Punkt. Die kommende Zeit wird dadurch nicht einfacher. Das Risiko ist uns zu groß und das jetzt, hat uns nochmal einen anderen Blickwinkel gegeben.
        Wir haben uns jetzt dafür entschieden, weiter zu sparen. Wenn die Situation mit unserer Tochter etwas klarer wird, werden wir uns nochmal über eine Adoption (aber im Heimatland meiner Partnerin) informieren.
        Wir sind was das an geht mit unseren Gedanken wohl etwas egoistischer als du, wenn man das so sagen kann. Wir gehen in der Elternrolle sehr auf und wünschen uns einfach ein weiteres Kind.
        Ich kann verstehen wie du zu einigen deiner Aussagen kommst, denke aber auch, die Trauer lässt dich nicht ganz klar denken. Dein Kind kann Tante werden. Durch einen Partner oder als soziale Tante (wir haben sehr gute Freunde, die sind für unser Kind einfach Tante und Onkel). Keine kann dir sagen, wie für sie eine Zukunft mit Geschwistern wäre. Beistand wird sie haben, durch Freunde, Partner (dessen Familie?),... Geschwister können eine Bereicherung sein, aber auch das Gegenteil. Ich habe vor kurzem einen Artikel gelesen, in dem es um die Pflege der Eltern ging. Dort hieß es, oft kümmert sich nur eins der Kinder. Das aus ganz unterschiedlichen Gründen. Der Gedanke der sich Liebenden Geschwister, die sich bei allem beistehen, ist wirklich schön. In der Realität sieht das aber bei vielen anders aus.
        Euch alles Gute 🍀

        Grüße

        Als meine Tochter 1,5 Jahre alt war bekam ich eine chronische Erkrankung-
        Die Ärzte sagten damals, dass ich mich freuen kann, meine Tochter noch bekommen zu haben.
        Das ist dann so. Da bringt kein Jammern und Lamentieren etwas.
        Ich konnte mich gut damit abfinden, zumal es in meinem Umfeld überwiegend Einzelkinder gibt.

        Wir haben uns für eine Vasektomie entschieden. Wir wollten immer 2 Kinder,aber durch eine op bei mir, wäre das Risiko für Kind und mich viel zu groß. Mit der Vasektomie hat sich das Thema dann eh erledigt. Ansonsten würde ich das Thema trotz Risiko nicht aus dem Kopf bekommen.

      • Ich kämpfe jeden Tag mit mir.. meine Maus ist 2 Jahre- ein Wunderkind nach sehr vielen Jahren Kinderwunsch und sie ist perfekt. Ich bin absolut verrückt nach ihr und genieße jede Sekunde! Nun bin ich 41 und fange bald in einem Traumjob an und ehrlich gesagt habe ich kaum Lust auf ein zweites Kind ( es ist gerade so perfekt) aber ich habe immer ein schlechtes Gefühl ihr kein Geschwisterchen zu schenken.

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