Was wird später aus den sehr aktiven Kleinkindern?

    • (1) 14.08.19 - 21:03

      Hallo ihr Lieben,

      wir haben hier zu Hause einen wunderbaren kleinen Wirbelwind, der mittlerweile seit 29 Monaten unser Leben auf den Kopf stellt. Ich muss gestehen, dass ich in meinem Umfeld kein Kind kenne, was so einen Bewegungsdrang hat, wie mein Sohn und frage mich manchmal, ob das normal ist.

      Schon als Baby war es unmöglich mit ihm einfach mal in ein Café zu gehen. Er wollte schon relativ früh nur noch krabbeln und laufen. Im 2. Lebensjahr hielt dieser enorme Bewegungsdrang an und er eroberte die Spielplätze mit klettern, springen, laufen im handumdrehen. Kein Klettergerüst scheint zu hoch und kein Weg zu lang. Auch wenn wir mal zu Hause sind, wirbelt er uns durch die Wohnung und entwickelt immer neue "absurde" Ideen, die es unmöglich machen ihn mal für 1 Minute unbeobachtet zu lassen. In meinem Umkreis nehme ich nur Kinder war, die sich auch mal ruhig beschäftigen können oder einfach glücklich und zufrieden in der Eisdiele mit einem Blatt Papier und einem Stift beschäftigen. Auch ein anderes Kind in meinem Umfeld könnte stundenlang schaukeln oder sich mit einer Schaufel in der Sandkiste beschäftigen.

      Ich liebe mein Kind und er soll genau so bleiben wie er ist, doch manchmal wünscht man sich, den Alltag doch mal einbisschen ruhiger angehen zu lassen. Bevor mein Kind auf die Welt kam, war ich strikt gegen zu frühen Fernsehkonsum, heute ist es quasi das Einzige was hilft, damit man z.B. mal in Ruhe das Badezimmer putzen kann, ohne das danach das Haus zum Abensteuerspielplatz umfunktioniert worden ist.

      Unser Alltag ist wirklich sehr turbolent und ich frage mich manchmal, ob das auch etwas Gutes hat? Hattet ihr vielleicht auch sehr aktive Kleinkinder? Was für ein Menschentyp wurden diese Kinder später. Sind das vielleicht sogar die Kinder, die man in der Schule als Zappelphilippe bezeichnete?

      • Unser Großer (10) war ein sehr anstrengendes, lebhaftes, aktives Kleinkind.....und ist es bis heute.
        Er ist bei einem Kinder- und Jugendpsychiater (KJP) in Behandlung und hat ADHS-ähnliche Züge. Er nimmt Methylphenidat.....anders geht es in der Schule nicht. Verhaltenstherapie/Ergo/psychomotorisches Turnen/sozial-emotionales Kompetenztraining/Marburger Konzentrationstraining....alles brachte nichts!

        Seine beiden Brüder (fast 4 und 2) sind total anders. Können sich ruhig (!), ausdauernd alleine beschäftigen. Natürlich toben sie auch mal rum, aber das ist ein ganz anderes Toben als bei unserem Großen. Man merkt, er ist einfach anders im Vergleich zu vielen anderen Kindern.....schon immer auffällig!
        Aber wir sind auf einem Weg: Er kommt trotz Legasthenie im Herbst ins Gymnasium. Er ist ein toller, hilfsbereiter, kreativer, fröhlicher....junger Mann, auf den wir sehr stolz sind. Aber ohne Medis geht es bei ihm nicht.

        Allerdings kenne ich auch einen Jungen, der als Kleinkind auch äußerst lebhaft war. Im Kiga war er sogar ein I-Kind deswegen. Jetzt wird er eingeschult und ist viel ruhiger geworden. Es MUSS also zwangsläufig nicht immer so sein, wie bei uns.

        Wenn dir als Mutter irgendwas komisch vorkommt, lass dich nicht abwimmeln und lass es abklären. Unser Ex-KIA nahm uns und unsere Sorgen nicht ernst.

        Meine Tochter (fast 3) ist auch ein Wirbelwind mit großem Bewegungsdrang. Am Tisch beschäftigen will sie sich nie freiwillig, basteln, kneten, malen - überhaupt nicht ihr Ding... Aber wenn sie in der Gruppe ist, kann sie sich zurücknehmen und nimmt wahr, dass sie auch mal "ruhig" sein muss. Ich kann es mir kaum vorstellen aber so berichten TaMu und nun Erzieher.

        Hier ist auch genau der Punkt: Kann oder will dein Kleiner nicht "still halten"? Sollte er wirklich gar nicht zur Ruhe kommen, auch in Situationen, wo es erforderlich / angebracht ist, dann solltest du es unbedingt beobachten. Vielleicht auch die Erzieher um Meinung bitten, falls er schon fremdbetreut wird... Natürlich ist es schwierig bei einem nicht mal 2,5 jährigen da als Laie eine Grenze zu ziehen aber vielleicht verstehst du, wie ich es meine... Wird zum Beispiel ein Buch vorgelesen - kann er dann zuhören oder findet er keine Ruhe?

        Jedenfalls kann ich aus Lehrersicht nur sagen, dass ich es schon oft erlebt habe, dass ich die Kinder für ihr ruhiges und ausgeglichenes Wesen gelobt habe und die Eltern aus allen Wolken gefallen sind, weil ihre Kinder zu Hause sehr aktiv sind...
        Nicht jeder Wirbelwind ist also auch in der Schule ein Zappelphilipp...

        Wenn du dir Sorgen machst oder z.B. Erzieher an dich herantreten, würde ich den KiA um weitere Hilfe bitten...

        (4) 15.08.19 - 07:48

        Hi,

        mein Großer ist auch sehr aktiv gewesen. lmmer am rumrennen, klettern usw.
        Spielen nur mit mir zusammen, und alle 5 Minuten was Neues.
        Es wurde mit der Zeit besser. Im letzten Jahr hat er da auch einen Entwicklungssprung gemacht, er ist jetzt 4,5.
        Auch die Erzieher im Kiga haben mir das berichtet. Vorher hat er 3x über ein Ausmalbild gekritzelt und fertig. Jetzt kann er auch Mal 20 Minuten ziemlich ordentlich ausmalen. Seit dem bastelt und knetet oder malt er auch zu Hause mal länger. Aber er muss Lust dazu haben 😉
        Aber er ist immer noch ein kleiner Hampelmann, der Bewegung braucht.

        Allerdings gehen Restaurantbesuche etc. mit ihm ganz gut, da bleibt er sitzen und spielt mit seinen autos.😂 Auswärts ist er eh immer so ein braves Kind.

      • Hallo,

        wir haben so einen Wusel mit inzwischen 5 Jahren. Zum Glück ist er ein Kann-Kind, er hat immer noch Probleme damit ruhig zu sitzen und sich auf irgendwas zu fokusieren was er nicht will. Für die Schule habe ich inzwischen leichte Bauchschmerzen. Wir machen Ergo, Marburger Konzentrationstraining, ich mache zu Hause auch Übungen aus so Vorschulblöcken, wir puzzlen, bauen Lego und versuchen Phantasiereisen zu machen damit er lernt seine Energie zu "kanalisieren".

        Ich habe mir da viel Gedanken gemacht, da immer wieder diskutiert wird ob ADHS im Spiel ist oder er "nur" als Frühchen mit einer anderen Art von Aufmerksamkeitsproblemen zu tun hat. Dieses Gewusel ist eigentlich ein Zeichen dafür dass Kinder sich nicht fokusieren können. Das sollte man fördern, dann Fokus ist in der Schule und im Leben später einfach das A und O. Übrigens habe ich rausgefunden dass sich bei Kindern die mit 4 Jahren noch die typischen ADHS Symptome zeigen, sich das bei 50% noch "rauswächst". Wobei das nie heißt dass man tatenlos zusehen darf, davon dass diese 50% nicht dahingehend gefördert wurden steht nix. Klar ist sie noch zu klein, aber im Kindergartenalter solltest Du Dich mal mit dem Thema "Arbeitsgedächtnis" auseinandersetzen. Das ist das was alle Kinder, nicht nur die wuseligen, wirklich für die Schule brauchen, und das Gute ist, die "Förderung" ist kindgerecht und schön. Spiele, Traumreisen, ...

        Zu der leidigen Diskussion ob das Kind nun verdreht wird oder so bleiben darf wie es ist: Ich sehe es inzwischen als Gabe. Aber ähnlich wie eine kleine Hexe mit einer magischen Begabung sollte jeder lernen seine Kräfte zu kanalisieren und zu beherrschen und nicht aus Versehen weil sie sauer ist die Bude abbrennen :-) Indem man einem aktiven Kind beibringt zur Ruhe zu kommen, sich auf ein Puzzle zu konzentrieren verbiegt man es doch nicht! Man eröffnet ihm nur noch mehr Wege Glück und Zufriedenheit zu empfinden! Ein Kind das es schafft kleine Gesellschaftsspiele durchzuhalten, im Restaurant zu spielen und ein Bild zu mahlen, das von allen dafür gelobt wird (hoffentlich!) empfindet doch viel mehr Zufriedenheit als ein Kind das man wuseln lässt und das doch unterschwellig den Misskredit der anderen spürt! Oder ständig ermahnt werden muss.
        Der Weg dahin ist schwer, aber kleine Erfolge feiern! Und wichtig: Dass Kinder "nicht gerne" malen und puzzlen liegt eben oft daran dass es ihnen schwer fällt. Haben sie es "gelernt" dann macht ihnen sowas auch Spaß!

        Und ob es was gutes hat? Klar, solche Kinder sind top in Sport. Wir fördern beides. Wir fördern gerade das Ruhig sein können, wir gehen aber auch 2-3 mal die Woche zum Sport. Ponyreiten, Minihandball, und wenn er Lust hat geht es Samstags noch zur DLRG zum Schwimmkurs. Wir haben ein Minitrampolin hier stehen auf dem er richtig Gas geben kann, sind trotzdem oft stundenlang draußen, aber es gibt halt über den Tag verteilt ein paar kleine "Einheiten" Basteln, Malen, Gesellschaftsspiel, Lesen, die Traumreise ist als Abendritual "versteckt".

        "Wuselig sein" liegt bei uns in der Familie. Manche haben ne ADHS Diagnose, andere nicht. Aber im Prinzip ist es ja egal ob es jetzt ein "echtes" ADHS ist oder nur wuseliger Charakter. Wichtig ist dass man lernt es als Gabe zu nutzen und zu kanalisieren, zu beherrschen, oder gegebenenfalls medikamentös zu regulieren. Ich weiß das geht zu weit jetzt, aber Deine Frage war ja wie man im "Alter" geworden ist" Ich kenne viele Erwachsene die durch ein nicht Erlernen von Strategien um damit umzugehen wirklich psychische Probleme bekommen haben, ich kenne aber auch welche die das irgendwie gelernt haben zu nutzen, die sind dann sehr erfolgreich in den richtigen Berufen geworden.

        Badezimmer putze ich übrigens wenn er badet :-) Mit Bio-Reinigern die nicht dämpfen ist das super, und in dem Moment steht eh alles unter Wasser ;-)

        Alles Gute Euch!

      (7) 15.08.19 - 10:42

      Meine große heute 11 Jahre alt ist und war sehr sehr aktiv. Wir mussten jeden Tag raus mit ihr, sonst hätte sie uns die Bude auseinander genommen 😅 schlafen war auch nicht so ihr Ding. Auch sie möchte permanent beschäftigt werden/sein auch heute noch. Aber ich muss sagen sie ist ein sehr herzlicher soziales Mädchen, die sehr hilfsbereit ist. Das wird ihr sehr anerkannt auch in der Schule. Trotz dessen das sie so aktiv ist, kommt sie im Unterricht super mit und arbeitet auf Stufe D (Gymnasiumniveau, geht auf eine Gesamtschule) von den damaligen Erzieherin sowie Lehrern kam immer positives Feedback. Den ersten Tag im Kindergarten werde ich nie vergessen. Wir sind dort rein und sie hat sich so gefreut und meinte nach einer halben Std zu mir warum ich noch da bin. Sie ist jetzt groß und kann alleine bleiben 😲. Da war ich echt baff. Im Kindergarten soll sie laut Erzieher auch immer gerufen haben beim laufen:"Die Energie muss raus" 😂😂 ich nenne sie immer meinen wilden Paradiesvogel, da sie sich sehr gerne auffallend bunt kleidet und aus jeden schnick schnack etwas bastelt🙈 ihr wurde übrigens auch immer Adhs Kind nachgesagt. Was ich absolut ablehne und quatsch finde. Sie ist halt lebhaft, aber keineswegs krank 🙂

      Hallo!

      Liest sich wie bei meinem Zwerg (26 Mon.) total aktiv in jede Richtung. Wobei ich auch immer sage, lieber so als anders...

      Allerdings weiß ich am Ende des Tages dann auch, sehr zu schätzen wenn er früh einschläft und ich dann auch direkt schlafen kann #schein

      Ich Bauch war er total ruhig bis zum Schluß und jetzt dreht er völlig auf#verliebt

      Ich bin auch sehr gespannt auf die Antworten.

      LG

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